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Seminararbeit (Zwischenprüfung)
Im Fach Erziehungswissenschaften
an der
Universität Potsdam
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1.1. Vorwort 1 1.2. Aufbau der Arbeit 4 %HJULIIXQG1RWZHQGLJNHLWGHULQQHUHQ'LIIHUHQ]LHUXQJ 2.1. Differenzierung - eine Begriffsbestimmung 4 2.2. Gründe für die Unterrichtsdifferenzierung 8 2.3. Ziele der Unterrichtsdifferenzierung 10 2.4. Ansätze und Möglichkeiten zur Differenzierung im Unterricht 12 2.4.1. Zur Wichtigkeit der Leistungsdifferenzierung 12 2.4.2. Zur Wichtigkeit der Interessendifferenzierung 14 5HDOLVLHUXQJVP|JOLFKNHLWHQEHLGHU'LIIHUHQ]LHUXQJVDQVlW]HLP8QWHUULFKW 3.1. Der Frontalunterricht 16 3.1.1. Kurze Beschreibung des Frontalunterrichts 16 3.1.2. Möglichkeiten der Leistungsdifferenzierung im Frontalunterricht 18 3.1.3. Möglichkeiten der Interessendifferenzierung im Frontalunterricht 23 3.2. Der Projektunterricht 24 3.2.1. Kurze Beschreibung des Projektunterrichts 24 3.2.2. Möglichkeiten der Leistungsdifferenzierung im Projektunterricht 26 3.2.3. Möglichkeiten der Interessendifferenzierung im Projektunterricht 28 3.3. Differenzierungsmöglichkeiten im Projekt- und Frontalunterricht - ein Vergleich 30 3.3.1 Leistungsdifferenzierung im Projekt- und Frontalunterricht 30 3.3.2 Interessendifferenzierung im Projekt- und Frontalunterricht 31 6FKOXVVEHWUDFKWXQJ /LWHUDWXUYHU]HLFKQLV
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In der vorliegenden Arbeit "Differenzierung im Unterricht unter besonderer Berücksichtigung des Projekt- und Frontalunterrichts" soll es darum gehen, Kritikpunkte der traditionellen Unterrichtsgestaltung aufzuzeigen und die daraus resultierende Notwendigkeit einer anderen Gestaltung des Prozesses von Lehren und Lernen genauer zu erläutern.
Mein Anliegen ist es, Möglichkeiten und Alternativen zu beschreiben, wie im Unterricht individueller auf die vielseitigen Bedürfnisse eines jeden Schülers eingegangen werden kann und welche Grenzen und Schwächen diese differenzierende Unterrichtsgestaltung hat. Ferner werde ich hierbei besonders auf die Möglichkeiten der Differenzierung in zwei konträren Unterrichtsformen, dem Projektunterricht und dem Frontalunterricht, eingehen.
Die weitgehende Ersetzung des Frontalunterrichts an Stellen, an denen vielleicht viel eher andere Unterrichtsformen sinnvoll wären, wird schon seit Jahren diskutiert. Man beschreibt in der Theorie eine Unterrichtssituation, die es einerseits dem Lehrer erlaubt, sich jedem Schüler so individuell wie möglich zu widmen, andererseits aber das soziale Lernen der Schüler, also ein Lernen miteinander, ermöglicht und die eben nicht wie der Frontalunterricht an einen imaginären Durchschnittsschüler gerichtet ist. Die Wirklichkeit in den deutschen Schulen sieht jedoch ganz anders aus. Es gibt gute Schüler, ein Mittelfeld und „Versager“. Letztere erreichen in unseren Schulen oft nicht das Lernziel und sind somit stark benachteiligt. Es muß wiederum nicht bedeuten, daß alle Schüler generell entweder schlecht oder gut sind. Ist ein Schüler jedoch erst einmal schlecht als schlecht eingestuft worden, so bietet die Schule ihm oft nicht die Möglichkeit zur
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Verbesserung. Erreicht er das Klassenziel nicht, so muß er die Klassenstufe wiederholen oder im schlimmsten Fall die Schule wechseln. Der Großteil der Pädagogen ist sich darüber einig, daß das Konzept, das der böhmische Pädagoge Johann Amos Comenius in seiner „Didactica Magna“ (ab 1627) beschreibt, nicht mehr das vorherrschende im heutigen Unterricht sein sollte. Comenius ging hierin davon aus, daß eine „ökonomisch effektivere Gestaltung des Unterrichts [...] für alle Schüler einheitliches Lernen ermöglichen sollte[n]“ (vgl. Winkeler, R. 1979, S. 5). Dieses Konzept stellte folglich den Frontalunterricht als die geeignetste Unterrichtsform dar und legte den Grundstein für den heutigen vom Frontalunterricht dominierten Unterricht.
Es besteht jedoch Konsens darüber, daß nur eine veränderte Unterrichtsgestaltung dem Kind dazu verhelfen kann, sich in seiner ganzen Persönlichkeit zu entfalten.
In der Literatur häufen sich die Vorschläge, wie erreicht werden kann, daß sich an der Dominanz des Frontalunterrichts im Unterricht aller Schultypen und Klassenstufen etwas ändern kann. Immer weitere Modelle werden entwickelt, die es dem Lehrer möglich machen, den verschiedenen Ansprüchen der Schüler gerecht zu werden. Diese Vorschläge setzen sich in der Praxis nur selten durch.
Warum manchen Lehrern der Übergang von einem stark lehrerzentrierten zu einem mehr schülerzentrierten Unterricht nicht erstrebenswert scheint, läßt sich vermuten, verständlich ist es nicht. Mit Ausnahme einiger sehr engagierter Lehrer schrecken die meisten vor den anfänglichen Mehrarbeit und dem größeren Zeitaufwand zurück. Sie vergessen dabei jedoch, daß das Unterrichten nach differenzierenden Maßnahmen weitaus angenehmer und befriedigender sein kann als der herkömmliche Unterricht, sobald sich sowohl auf Lehrer- als auch auf Schülerseite erst einmal der routinierte Umgang mit dem „neuen“ Unterricht eingestellt hat. Solche Lehrer sollten mehr Vertrauen
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in diese anvisierte veränderte Unterrichtsgestaltung haben und sich zudem in erster Linie als Pädagogen und nicht nur als Wissensvermittler sehen. So hat das Konzept der Differenzierung im Unterricht bisher fast nur in den Reformschulen Eingang gefunden.
Die meisten derer, die eine stattliche Schule besuchen oder besucht haben, wissen größtenteils nicht, was es heißt, anders als frontal unterrichtet zu werden. Einem jeden aber müßte es fragwürdig erscheinen, daß die meist 25 bis 30 Schüler in einer Klasse gleich unterrichtet werden, verfügt doch jeder einzelne über andere Fähigkeiten, Fertigkeiten, Neigungen u.v.m. Wünschenswert wäre folglich ein Unterricht, der versucht, allen Eigenheiten und Besonderheiten eines jeden Schülers so gut wie möglich gerecht zu werden. Ist dies nämlich nicht gegeben, fühlen sich die unterdurchschnittlichen Schüler überfordert und werden vielleicht sogar als unbegabt oder gar dumm bezeichnet und die überdurchschnittlichen Schüler sind unterfordert. Beide Extreme verlieren wahrscheinlich die Lust am Unterricht und resignieren, eine fatale Folge, die sich auf die Charakterbildung des Kindes auswirken kann.
Auch auf anderen Gebieten wird diese oft als Monostruktur bezeichnete Form des Unterrichts den Schülern oft nicht gerecht. Das kognitive Lernen steht zu sehr im Mittelpunkt. Die Institution Schule hat neben ihrem Bildungsauftrag aber noch ihrem Erziehungsauftrag nachzukommen. Dies bedeutet, daß sie ebenso zur Entwicklung der sozialen Handlungskompetenz der Schüler beizutragen hat.
Viele von uns haben sich im Laufe ihrer Schulzeit sicherlich so manches Mal gewünscht, der Unterricht würde langsamer oder schneller voranschreiten, würde abwechslungsreicher und interessanter sein, einfach mal unseren Vorstellungen entsprechen.
Da es mein Ziel als angehende Lehrerin ist, den Wünschen, Vorstellungen und dem Schüler überhaupt später so gut wie möglich zu entsprechen und ich auch
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in meiner jetzigen Tätigkeit in einem Nachhilfeinstitut dem Einzelnen so viel wie möglich helfen möchte, ist die Auseinandersetzung mit dem Thema der Differenzierung im Unterricht von großem Interesse für mich. $XIEDXGHU$UEHLW
Zu Beginn meiner Arbeit werde ich zunächst auf den Begriff und die Notwendigkeit der inneren Differenzierung eingehen. Ferner möchte ich erklären, was im allgemeinen unter der Differenzierung als übergeordnetem Begriff zur inneren Differenzierung zu verstehen ist. Anschließend werden Gründe für und Ziele der Differenzierung im Unterricht thematisiert. Im Zentrum wird hier die Individualität jedes einzelnen Schülers stehen, an der sich der Unterricht orientieren sollte. Besondere Beachtung bekommen dann zwei Ansätze zugewiesen, der der Leistungsdifferenzierung und der der Interessendifferenzierung. Im dritten Teil dieser Arbeit werden Realisierungsmöglichkeiten beider Differenzierungsansätze im Projekt- und Frontalunterricht aufgezeigt und im Anschluß auf ihre Durchführbarkeit miteinander verglichen. %HJULIIXQG1RWZHQGLJNHLWGHULQQHUHQ'LIIHUHQ]LHUXQJ
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„ Differenzierung meint die Bemühungen, (1) angesichts der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schüler und unterschiedlicher gesellschaftlicher Anforderungen (2) durch Gruppierung nach bestimmten Kriterien und (3) durch didaktische Maßnahmen den Unterricht so zu gestalten, daß (4) die für das schulische Lernen gesetzten Ziele möglichst weitgehend erreicht werden können“ . (Schittko, 1984, S. 23, zitiert nach Vollstädt, W. 1997, S. 37). Die Unterscheidung zielt also darauf ab, das Lernen „ in fachlichem, organisatorischem, institutionellem wie traditionellem und sozialem Bezug zu
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optimieren“ (Bönsch, M. Differenzierung in Schule und Unterricht, 1995, S. 21).
Der Begriff der Differenzierung, der vom lateinischen Wort für Verschiedenheit (differentia) stammt, läßt sich noch weiter unterteilen in äußere Differenzierung und innere Differenzierung. bXHUH 'LIIHUHQ]LHUXQJ bedeutet bei einigen wenigen Autoren die Aufteilung der Schülerpopulation auf die verschiedenen Schultypen (vgl. Vollstädt, W. 1997 S. 37). Im allgemeinen versteht man unter äußerer Differenzierung jedoch die Maßnahmen, die innerhalb einer Schule ergriffen werden, und nach denen die Schüler anhand differenzierender Kriterien in Lerngruppen eingeteilt werden, die den Klassenverband übersteigen. Als Beispiel kann hier das FEGA - System in Berliner Gesamtschulen genannt werden, ein in zwei bis vier Niveaustufen unterteiltes System mit Kursen für Fortgeschrittene, Erweiterten Kursen, Grund- und Anschlußkursen. Das hier zum Tragen kommende Differenzierungskriterium ist das der Leistung. „ Leistung kann im Schulsystem der Bundesrepublik Deutschland als das Differenzierungskriterium par excellence gelten“ (Bönsch, M.
Differenzierung in Schule und Unterricht, 1995, S. 22). Die äußere Differenzierung spielt im folgenden nur dort eine Rolle, wo es darum geht, sie durch innere Differenzierung zu vermeiden. Zum Begriff der LQQHUHQ 'LIIHUHQ]LHUXQJ, d. h. der Differenzierung im Unterricht- auch Binnendifferenzierung oder didaktische Differenzierung genannt- findet man in der Literatur eine Reihe von Definitionen. Obwohl sie sich meist ähneln und weitestgehend die gleichen Inhalte haben, gibt es doch Unterschiede in der Verwendung bestimmter Begriffe. So ist innere Differenzierung nach Bönsch „ das variierende Vorgehen in der Darbietung und Bearbeitung von Lerninhalten“ [...]. Ferner gehe es, so fährt der Autor fort, „ um die Einlösung des Anspruches, jedem Lernenden auf
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Arbeit zitieren:
Julia Hansens, 2002, Differenzierung im Unterricht unter besonderer Berücksichtigung des Projekt- und Frontalunterrichts, München, GRIN Verlag GmbH
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