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Proseminar für Literaturwissenschaft: „Emile Zola und der französische Naturalismus“ im Sommersemester 2001
An der Universität Potsdam, Institut für Romanistik
eingereicht am: 24. 10. 2001
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0. Einleitung. 2
1. Inhaltsangabe. 2
2. Allgemeines. 3
2.1. Besonderheit des Romans. 4
2.2. Historisch- politische Einordnung des Romans. 4
3. Aufbau. 5
4. Kontraste in dem Roman. 6
4.1. Lebenswelt der Arbeiter und der Bourgeoisie- ein Vergleich. 6
4.1.1. Familienzusammensetzung. 7
4.1.2. Wohnsituation. 7
4.1.3. Zeit des Aufstehens. 7
4.1.4. Frühstück. 8
4.1.5. Arbeitssituation. 8
4.1.6. Aussehen/ Gesundheit. 9
4.1.7. Fruchtbarkeit. 10
4.1.8. Liebesleben und Moral im privaten Bereich. 10
5. Differenzierungen innerhalb beider Klassen. 10
5.1. Differenzierung im Bereich des Liebeslebens. 10
5.1.1. die Arbeiter. 10
5.1.2. die Bourgeoisie. 11
5.2. Differenzierung im Arbeitsmilieu. 11
5.2.1. die Arbeiter. 11
5.2.2. die Bourgeoisie. 11
6. Metaphern. 12
7. Verheißung einer neuen Welt (politischer Diskurs) 15
8. Schlußbetrachtung. 17
9. Literaturverzeichnis. 18
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Im Anschluß an das Proseminar „Emile Zola und der französische Naturalismus“ möchte ich mich in meiner Hausarbeit noch einmal mit einem Teilaspekt befassen, der unter anderem auch in meinem Referat während des Semesters eine Rolle gespielt hat. Darin ging es um das Thema „Popularisierung der `question sociale` oder: Germinal, ein Sozialroman“. Hier möchte ich mich jedoch besonders auf die zentralen Themen in Zolas „Germinal“ konzentrieren, worunter sowohl der Vergleich der Lebenswelt der Bourgeoisie mit der der Arbeiter fällt (Punkt 4.), als auch die Unterschiede innerhalb dieser beiden Klassen herausarbeiten (Punkte 5.). Ferner schließt sich daran der Versuch einer Erklärung der Bedeutung der Metaphern an, die diese Unterschiede durch den ganzen Roman hindurch begleiten (Punkt 6). Als letzten Punkt möchte ich dann noch einen Blick in die Zukunft aus Sicht verschiedener Charaktere wagen (Punkt 7). Zu Beginn scheint es mir aber sinnvoll, eine Inhaltsangabe dieses 13. Romans Zolas aus der Rougon- Macquart- Serie zu liefern, der eine bedrückend authentische Beschreibung der elenden Lebensumstände nordfranzösischer Bergarbeiter kurz vor Beginn der industriellen Revolution am Ende des 19. Jahrhunderts gibt.
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Der Roman beginnt damit, dass Etienne Lantier, der Protagonist des Werks, ein junger Arbeiter, auf der Suche nach Arbeit nach Montsou in ein Bergarbeiterdorf kommt, dessen Bewohner von der Wirtschaftskrise stark betroffen sind. Der junge Arbeiter erhält sofort eine Beschäftigung als Minenarbeiter. Von dem Tage an arbeitet er selbst als einer unter vielen in den tiefen Schächten und hat die Ausbeuterei durch das Industriebürgertum zu ertragen. Auf diese Weise wird er sich schnell der Ungerechtigkeit bewußt, unter der das Industrieproletariat zu leiden hat. Sein Bild von der Situation der Arbeiter wird noch realistischer und genauer, als er bei der Familie Maheu einzieht, einer typischen Arbeiterfamilie, die im Laufe des Romans in die elende Hoffnungslosigkeit getrieben wird. Die Situation der Arbeiter verschlechtert sich zunehmend, als die Bergarbeitsgesellschaft in Folge der Wirtschaftskrise gezwungen ist, die Löhne der Arbeiter weiterhin zu kürzen und gleichzeitig die Arbeitszeit zu erhöhen. So wird ihr Leben mehr und mehr unerträglich, während die Bourgeoisie selbst auf keinen Luxus verzichten muß.
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Das materielle und moralische Elend im Bergarbeiterdorf und mehrere politische Gespräche mit dem russischen Anarchisten Souvarine bringen Etienne schließlich dazu, aufständische Gedanken unter den Arbeitern zu verbreiten, die jedoch zuerst keinen großen Anklang finden, da die Arbeiter noch mehr auf Vergessen und Ablenkung aus sind als an eine Revolte, einen Streik zu denken.
Schließlich aber gelingt es Etienne, die Arbeiter zum Kampf für die Gerechtigkeit und für
Zuerst sind die Arbeiter noch voller Hoffnung, daß der Streik Erfolg haben könnte. Diese Hoffnung wird aber schon nach wenigen Wochen jäh zerstört, denn während ihnen die Nahrung ausgeht, nimmt das Leben im Hause der Grubendirektion seinen gewohnten Lauf, und die Grubendirektion zeigt keinen Willen, die Situation der Arbeiter zu verbessern. Die Ignoranz der Grubendirektion bezüglich des Streiks und die Tatsache, daß sich einige Arbeiter noch nicht dem Streik angeschlossen haben, führt die Arbeiter dazu, daß sie in Meuten ganze Schächte zerstören und auf die Bourgeoisie und deren Anhänger losgehen.
Der Einsatz von Soldaten durch die Bourgeoisie endet mit einer eskalierenden Konfrontation derselben mit den Arbeitern, bei der mehrere Arbeiter zu Tode kommen Kurze Zeit später wird die Arbeit von den Streikenden mißmutig und aus ihrer Verzweiflung heraus wieder aufgenommen.
Souvarine jedoch bevorzugt radikalere Methoden und denkt nicht ans Resignieren. Er überschwemmt die Grube, in der sich gerade viele Arbeiter befinden, um dem Übel ein Ende zu bereiten und einen kompletten Neuanfang zu versuchen. Etienne ist einer der wenigen, die lebend geborgen werden können. Nach seiner vollständigen Genesung verläßt er Montsou wieder mit der Gewissheit, zumindest die Samen der Revolution gesät zu haben und ein erstes, mit Sicherheit wiederkehrendes Aufkeimen der Auflehnung gegen die Ungerechtigkeit erreicht zu haben. Er begibt sich nach Paris, um dort den Kampf zu Gunsten der Arbeiter weiterzuführen.
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Zolas „ Germinal“ erschien im Jahre 1885 als 13. Roman der Rougon- Macquart- Serie, die das Leben mehrerer Generationen zur Zeit der Industriellen Revolution in Frankreich wiedergibt. Der Untertitel des Romans lautet: » Histoire sociale et naturelle d` une famille sous le Seconde Empire ».
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Dieser Romanzyklus Zolas wird als erste Antwort auf die Herausforderung der Industriellen Revolution verstanden (Neuschäfer, 9), da hierin gnadenlos das Elend geschildert und die Wirklichkeit - also das soziale Elend der Arbeiter- präzise dargestellt werden, das aus dem Übergang der Agrar- zu einer Industriegesellschaft resultiert. Darin unterscheidet sich Zola gewaltig von vielen seiner Vorgänger und auch Zeitgenossen, in deren Werke hauptsächlich religiöse und romantische Themen Eingang fanden. Anders als jene macht Zola mit dem Rougon- Macquart- Zyklus und besonders mit „ Germinal 1 “ das Elend publik und stellt zum ersten Mal die Lage des Proletariats und die Gegensätze von Kapital und Arbeit so dar, daß sie einem breiten Publikum wirklich anschaulich und verständlich unterbreitet werden. Die Arbeiter konnten aufgrund der präzisen Wiedergabe der Situation ihre eigene Problematik in dem Roman erkennen (Neuschäfer, 9).
Ein weiterer Grund, dafür, daß der Roman so weit verbreitet ist, ist sein anfängliches Erscheinen im Feuilleton einer Tageszeitung, womit er einer breiten Masse und somit auch den einfachen Arbeitern zur Verfügung stand.
Daß der Roman sehr beliebt ist, läßt auch die Auflage der Buchausgabe vermuten, die bei 100 000 Stück lag, was zu dieser Zeit recht beachtlich war (Neuschäfer, 9).
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„ Germinal“ spielt in der Zeit vom Monat März im Jahre 1866 bis zum Monat April des darauffolgenden Jahres. Die Geschehnisse des Romans sind in der Zeit der industriellen Revolution in Frankreich anzusiedeln, die viele Folgen mit sich brachte, von denen besonders die Arbeiterschicht betroffen war.
Ein wesentliches Resultat der Industrialisierung ist die Tatsache, daß der stürmische Aufschwung der Industrialisierung besonders soziale Probleme mit sich brachte. Hierzu zählt vor allem das enorme Bevölkerungswachstum und die daraus resultierende Abwanderung breiter Schichten der Bevölkerung vom Land in die Städte auf der Suche nach Arbeit.
Des weiteren wurden zu jener Zeit auch die Klassengegensätze gravierender: Das besitzende Bürgertum häufte immer mehr Kapital an, hatte es doch im Zuge der industriellen Revolution immer mehr Fabriken ihr eigen nennen dürfen. Neben diesem sich herauskristallisierenden Industriebürgertum entstand gleichzeitig jedoch auch ein
1 „ Germinal“ als Höhepunkt des naturalistischen Sozialromans (H.-J. Neuschäfer, S. 19- 26).
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Arbeit zitieren:
Julia Hansens, 2001, Zentrale Themen in Emile Zolas 'Germinal', München, GRIN Verlag GmbH
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