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Die Großstadt in Erich Kästners "Fabian"

Seminararbeit, 2007, 18 Seiten
Autor: B.A. Marco Schulz
Fach: Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Lit.wiss.

Details

Veranstaltung: Die Stadt in der Literatur
Institution/Hochschule: Ruhr-Universität Bochum (Germanistisches Institut)
Tags: Großstadt, Erich, Kästners, Fabian, Stadt, Literatur
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2007
Seiten: 18
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 5  Einträge
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V80156
ISBN (E-Book): 978-3-638-86893-8
ISBN (Buch): 978-3-638-91896-1
Dateigröße: 128 KB

Zusammenfassung / Abstract

Mit dieser Arbeit soll der Versuch unternommen werden, das Großstadtmotiv in dem 1931 erschienenen Roman „Fabian. Die Geschichte eines Moralisten“ von Erich Kästner zu beschreiben. Eng mit diesem Roman ist auch der Begriff der Neuen Sachlichkeit verbunden, ohne den eine nähere Beschreibung des Großstadtromans der 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts in Deutschland nicht möglich ist. Die Neue Sach-lichkeit bezeichnet eine realistische Stilrichtung in bildender Kunst und Litera-tur seit Beginn der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts, die sich als Reaktion auf den Expressionismus und abstrakte Tendenzen in einer gegenständlichen, Objektivität anstrebenden präzisen Darstellungsweise manifestierte. So ist es auch allgemein üblich, Kästners „Fabian“ dieser Stilrichtung zuzu-schreiben. Aus diesem Grunde soll sich, nach einem kurzen Abriss über die Handlungsstruktur des Romans, diese Arbeit mit der Klärung dieses Begriffes beschäftigen. Darauf folgt die Beschreibung des Großstadtmotivs in Kästners Roman. Dieses Motiv hat mit der zunehmenden Industrialisierung und der damit verbundenen Verstädterung in der Literatur an Bedeutung gewonnen. Und gerade Autoren der Moderne haben die Großstadt als neues Lebenszentrum der Menschen dankbar in ihre Werke aufgenommen. Den Roman „Fabian“ betreffend, soll nun die Frage geklärt werden, inwieweit das Großstadtmotiv mit der Neuen Sachlichkeit in Verbindung gebracht werden kann. Eine weitere Frage, die auf-geworfen werden soll, ist, ob der Roman nicht auch Elemente des Expressio-nismus aufweißt. Neben dem Roman von Erich Kästner werden als Sekundärliteratur die Werke „Berlin. Asphalt & Licht“ von Hermann Kähler, Erich Kästner. Fabian. Die Geschichte eines Moralisten“ von Marja Rauch und „Erich Kästner. Werk und Wirkung“ von Rudolf Wolff verwandt.


Textauszug (computergeneriert)

Ruhr-Universität-Bochum
Vorlesung: Die Stadt in der Literatur
WS 20006/07, 8. Semester

Die Großstadt in Erich Kästners "Fabian"

von

Marco Schulz

 


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung... 3

II. Handlungsstruktur... 4

II. 1. Handlungsverlauf ... 4

III. Der Begriff der Neuen Sachlichkeit... 6

III. 1. Der Roman der Neuen Sachlichkeit... 6
III. 2. Neue Sachlichkeit in Kästners „Fabian“... 7

IV. Das Großstadtmotiv in Kästners „Fabian“... 10

IV. 1. Die Großstadt als neuer Handlungsraum... 10
IV. 2. Der Großstadtroman im „Fabian“... 11

IV. Fazit... 17

V. Literaturverzeichnis... 18

V. 1. Primärliteratur... 18
V. 2. Sekundärliteratur... 18

 


 

I. Einleitung

Mit dieser Arbeit soll der Versuch unternommen werden, das Großstadtmotiv in dem 1931 erschienenen Roman „Fabian. Die Geschichte eines Moralisten“ von Erich Kästner zu beschreiben.
Eng mit diesem Roman ist auch der Begriff der Neuen Sachlichkeit verbunden, ohne den eine nähere Beschreibung des Großstadtromans der 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts in Deutschland nicht möglich ist. Die Neue Sachlichkeit bezeichnet eine realistische Stilrichtung in bildender Kunst und Literatur seit Beginn der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts, die sich als Reaktion auf den Expressionismus und abstrakte Tendenzen in einer gegenständlichen, Objektivität anstrebenden präzisen Darstellungsweise manifestierte. So ist es auch allgemein üblich, Kästners „Fabian“ dieser Stilrichtung zuzuschreiben. Aus diesem Grunde soll sich, nach einem kurzen Abriss über die Handlungsstruktur des Romans, diese Arbeit mit der Klärung dieses Begriffes beschäftigen.
Darauf folgt die Beschreibung des Großstadtmotivs in Kästners Roman. Dieses Motiv hat mit der zunehmenden Industrialisierung und der damit verbundenen Verstädterung in der Literatur an Bedeutung gewonnen. Und gerade Autoren der Moderne haben die Großstadt als neues Lebenszentrum der Menschen dankbar in ihre Werke aufgenommen. Den Roman „Fabian“ betreffend, soll nun die Frage geklärt werden, inwieweit das Großstadtmotiv mit der Neuen Sachlichkeit in Verbindung gebracht werden kann. Eine weitere Frage, die aufgeworfen werden soll, ist, ob der Roman nicht auch Elemente des Expressionismus aufweißt.
Neben dem Roman von Erich Kästner werden als Sekundärliteratur die Werke „Berlin. Asphalt & Licht“ von Hermann Kähler, Erich Kästner. Fabian. Die Geschichte eines Moralisten“ von Marja Rauch und „Erich Kästner. Werk und Wirkung“ von Rudolf Wolff verwandt.

II. Handlungsstruktur

Eine Handlungsanalyse des „Fabian“ ist nicht einfach durchzuführen, denn sie folgt keiner linearen Darstellungsweise. Es werden im Laufe des Romans mehrere Handlungsstränge aufgenommen und wieder fallen gelassen. Es ist dabei auffällig, dass die Kapitel keine abgeschlossenen Einheiten bilden1. So erscheinen die Kapitelunterteilungen vielfach willkürlich, da das verwendete Thema nahtlos im folgenden Kapitel fortgeführt wird. Häufig enden die Kapitel jedoch mit dem Entschluss Fabians (und der ihn begleitenden Figuren), sich an einen neuen Ort zu begeben2. Einige der Kapitel verfolgen stringent eine Handlung, während andere recht unzusammenhängende Themen verhandeln. Dies entspringt Kästners Versuch, die moderne Welt von verschiedenen Perspektiven aus zu thematisieren, um ihrer Vielfalt gerecht zu werden3.

II.1. Handlungsverlauf

Der Großteil der des Romans (die ersten zwanzig Kapitel) spielt in Berlin, nur die letzten vier Kapitel spielen in Dresden. Gleich im ersten Kapitel lernt der Leser den Protagonisten Fabian als Junggesellen kennen, der alleine durch die Großstadt Berlin zieht und dort mehrere Begegnungen macht. Fabian kehrt gegen Ende des ersten Kapitels in einem Klub ein, in dem er Irene Moll kennen lernt, der das zweite Kapitel gewidmet ist und die immer wieder Fabians Wege kreuzt. Irene Moll ist interessiert an Fabian, kann ihn jedoch nicht für sich gewinnen. Damit wird schon an dieser frühen Stelle ein großes Thema des Romans angesprochen: Fabians Verhältnis zu Frauen. Im weiteren Verlauf des Romans wird der Leser mit Fabians Arbeitswelt, die in den Bereichen Werbung und Zeitung angesiedelt ist, vertraut gemacht. Welches ein weiteres zentrales Thema des Romans ist.
Die Kapitel 5 bis 9 behandeln Fabians Freundschaft zu Labude. Außerdem wird hier das Thema Liebe erneut aufgegriffen. So berichtet Labude von seiner enttäuschten Liebe zu Leda, gleichzeitig besuchen die beiden immer wieder Kabaretts und ein Atelier, wo sie sofort Kontakt zu Frauen bekommen. Im 9. Kapitel begegnet Fabian Cornelia Battenberger, zu der Fabian eine Liebesbe- ziehung eingeht. Dieser Beziehung ist des folgende 10. Kapitel gewidmet, welches aufgrund des beschriebenen Glücksmoments den Höhepunkt des Romans darstellt. Ab dem 11. Kapitel wird das Thema Arbeit erneut aufgenommen, diesmal allerdings erheblich negativ konnotiert, denn Fabian wird arbeitslos. Nun tritt der arbeitslose Fabian in Kontakt mit mehreren Figuren, der verrückte Erfinder, einem kleinen Mädchen und zu seiner Mutter, die ihn einen Tag in Berlin besucht. Das 14. Kapitel beschreibt einen Albtraum Fabians, in dem alle Handlungsstränge zusammengefügt werden. Fabian hat Visionen von einer verselbstständigten Technik, die Menschen reproduziert, von aggressiven Formen von Sexualität in den Vergnügungsstätten, von Bürgerkrieg und von dem Verlust von Cornelia Battenberger und Labude. Das 15. Kapitel lässt nun eine der Visionen wahr werden: Cornelia verlässt Fabian zugunsten eines reichen Filmproduzenten. Nach dem Verlust seiner Arbeit, muss Fabian nun auch einen Verlust im Bereich der Liebe erdulden. In den folgenden Kapiteln kehrt Fabian zu seinen Junggesellengewohnheiten zurück. Er streift wieder ziellos durch die Großstadt und nimmt das erstbeste Liebesabenteuer wahr, um seinen Kummer zu kompensieren, ohne dabei viel zu empfinden.

[...]


1 Rauch, Marja: Erich Kästner. Fabian. Die Geschichte eines Moralisten. München: Oldenbourg-Schulbuchverlag, 2001, S. 25. Im Folgenden zitiert als Rauch: Fabian.

2 Rauch: Fabian, S. 25.

3 Rauch: Fabian, S. 25.


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