2
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis Seite 02
1. Einleitung Seite 03
2. Definitionen Seite 04
2.1 Pazifismus Seite 04
2.2 Frieden Seite 05
2.3 Hobbes Friedensdefinition Seite 05
3. Vita Seite 06
4. Methode Seite 07
5. Menschenbild und Naturzustand Seite 08
6. Überwindung des Naturzustandes und
die Entstehung einer Gesellschaft Seite 10
7. Die Vertragstheorie im Titelbild Seite 12
8. Frieden mit anderen Staaten Seite 14
9. Friedensvorstellungen Hobbes heute Seite 14
Literaturverzeichnis Seite 17
1. Einleitung
Ein starker Staat als Garant des Friedens? Die Frage hat seit dem 17. Jahrhundert nicht an Aktualität verloren. Lediglich die Kriegsmotive sowie Kriegsarten scheinen sich im Kontext der Globalisierung verändert zu haben. Hobbes als Vertreter des starken Staates würde heute im Hinblick auf die weltpolitische Situation viele Anhänger um sich scharren. Andererseits tritt bei Hobbes Staatskonzeption bzw. Vertragstheorie im Bezug auf die Gegenwart der Widerspruch zwischen Despotie und Frieden auf.
Mit dem Ende des Kalten Krieges 1989/1990 keimte die Hoffnung einer friedlichen Welt auf. Aber das Ende des 20. Jahrhunderts brachte verschiedenen Kriegsarten und Konflikten innerhalb und zwischen Staaten sowie zwischen den Anhängern unterschiedlicher Weltanschauungen hervor. Verschiedene Kriegsgründe undakteure bestimmen seither das Bild unzähliger konfliktreicher Situationen. Der klassische Staatenkrieg trat in den Hintergrund. Es entstanden neue Formen des Krieges oder anders formuliert, nahm die Häufigkeit unkonventioneller Kriege zu. Die Anzahl und Unberechenbarkeit terroristischer Anschläge scheinen die innere Sicherheit der Nationalstaaten zu schwächen.
Generell weisen die Kriegstaktiken der sogenannten „neuen Kriege“ eine hohe Gewaltintensität auf, die mit schwerwiegenden Folgen, meist für die Zivilbevölkerung, einhergehen. In vielen Diskussionen um Sicherheit wird daher auch immer wieder die Frage aufgeworfen, ob die Bürger eines Staates ihre Freiheit für mehr Sicherheit aufgeben müssen - die Frage nach der Notwendigkeit eines starken Staates wird immer wieder gestellt. Der politische Philosoph Thomas Hobbes vertrat die Ansicht, dass Frieden nur in und mit einem starken Staat möglich ist. Sein Leben wurde durch Bürgerkriege begleitet, die ihn und seine Werke nachhaltig beeinflussten. Sein Bestreben Strukturen und Regeln zu schaffen, die einen Krieg unmöglich machen, war sein primäres Ziel.
Diese Arbeit hat zum Ziel, die Friedenskonzeption von Thomas Hobbes mit Hilfe seines Werkes „Leviathan“ vorzustellen und dessen Bedeutung für Gegenwart und den Pazifismus aufzuzeigen. „Leviathan“ besteht aus vier Teilen: „Vom Menschen“, „Vom Staat“, „Vom christlichen Staat“ und „Vom Reich der Finsternis“, wobei für diese Arbeit die beiden ersten Teilbücher genutzt wurden. Zuerst wird Thomas Hobbes Lebenslauf angerissen, um die historische Einbettung seiner Konzeption
vorzunehmen. Anschließend wird seine methodische Herangehensweise vorgestellt, da diese mit allen bis dahin gültigen Regeln der Philosophie bricht. Gemäß seiner Herangehensweise zur Erklärung seiner Konzeption erfolgt die weitere Gliederung in seinem „argumentationsstrategischen Dreischritt“ 1 : die Erläuterung des Hobbschen Naturzustandes, dessen Überwindung durch den Vertragsschluss sowie die Entstehung einer Gesellschaft und eines Staates. Anschließend erfolgt ein kurzer Exkurs zu dem Titelbild der Erstausgabe des Leviathans aus dem Jahr 1651. Daran folgend wird Hobbes Fokus auf den innerstaatlichen Frieden und die daher resultierende Annahme des nicht möglichen äußeren Friedens vorgestellt. Zum Abschluss der Arbeit wird der Versuch unternommen, Hobbes Überlegungen in die Gegenwart zu transportieren und deren Bedeutung oder Bedeutungsverlust darzustellen.
2. Definitionen
In diesem Abschnitt werden die Begriffe Pazifismus und Frieden definiert und Hobbes Definition von Frieden gegenübergestellt. Dies soll im weiteren Verlauf der Arbeit für Verständnis sorgen und am Ende der Arbeit helfen, Hobbes aus heutiger Sicht einzuordnen.
2.1 Pazifismus
Pazifismus ist eine friedliche Bewegung, die im 19. Jahrhundert entstanden ist. Sie hatte und hat verschiedenste Anhänger aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Kreisen von religiösen Sekten, über die Bewegung um Mahatma Ghandi bis hin zum Steuerzahler, der keine Steuern für Militärausgaben zahlt. Das prägnantestes Merkmal ist, dass Pazifisten sich für „die gewaltlose Verwirklichung einer inner- und zwischenstaatlichen Friedensordnung (…) (als oberstes) Prinzip“ 2 einsetzen. Sie lehnen somit jegliche militärischen Intervention, um Frieden zu schaffen, ab. Bereits „die Vorbereitung zur Selbstverteidigung unterliegt dem Verdikt
1 Kersting, Wolfgang: Thomas Hobbes. Zur Einführung, Hamburg 2005³, S. 103-105
2 Rieger, Günter: „Pazisfismus“. IN: Nohlen, D.; Schultze, R.-O. (Hrsg.): Lexikon der Politikwissenschaft Band
1. Theorien, Methoden, Begriffe., München 2002, S. 639
potentieller Gewalttätigkeit.“ 3 Als Aktionsformen dienen alle demokratischen Partizipationsmöglichkeiten sowie der Zivile Ungehorsam.
2.2 Frieden
Die Politikwissenschaft spricht heute von einem negativen und positiven Friedensbegriff. „Unter negativem Frieden ist das Fehlen von kriegerischen Auseinandersetzungen und direkter personaler Gewalt zu verstehen“ 4 . Der positive Friedensbegriff verlangt die Abwesenheit jeglicher Gewalt sowie einen verwirklichten Rechts- und Sozialstaat. „Ein positiver Friedensbegriff ist stets mit einem starken Begriff von Gerechtigkeit verbunden, ohne die es keinen stabilen Frieden gibt.“ 5 Der norwegische Politikwissenschaftler Johan Galtung betont, dass dauerhafter Frieden nur möglich ist, wenn die Ursachen für Unfrieden wie soziale Ungleichheiten, politische Verfolgung sowie Diskriminierung beseitigt werden. Denn die Unterdrückten, Verfolgten und Diskriminierten werden versuchen sich aus dieser Ungerechtigkeit zu befreien, womöglich mit nicht friedlichen Mitteln. Das Verständnis des weit gefassten positiven Friedensbegriff verlangt demnach, dass die Ursachen des Unfriedens bewältigt werden müssen, um echten Frieden zu schaffen. In der engeren Definition soll „Frieden zunächst nur als gewaltfreie Konfliktaustragung bzw. als Transformation von gewaltsam in gewaltfrei ausgetragene Konflikte“ 6 verstanden werden. 7
2.3 Hobbes Friedensdefinition
Krieg ist für Hobbes Definition nicht nur deren tatsächliche kämpferische Handlung, sondern bereits die Bereitschaft zum Kampf. Auch wenn eine Fehde ruht, ist der Krieg offiziell noch nicht beendet, so dass nicht von einem friedlichen Zustand gesprochen werden kann. Somit lässt sich sagen, dass Hobbes einen für seine Zeit
3 Rieger, Günter: „Pazisfismus“. IN: Nohlen, D.; Schultze, R.-O. (Hrsg.): Lexikon der Politikwissenschaft Band
1. Theorien, Methoden, Begriffe., München 2002, S. 639
4 Bonacker, T. und P. Imbusch: Zentrale Begriffe der Friedens- und Konfliktforschung: Konflikt, Gewalt, Krieg,
Frieden. IN: Imbusch, P. und R. Zoll (Hrsg.): Friedens- und Konfliktforschung. Eine Einführung, Wiesbaden
2005³, S. 132
5 ebd, S. 133
6 ebd, S. 134
7 Definition entnommen aus: Landgraf, Katrin: Friedenspädagogik - Eine mögliche Lösung für Konflikte?,
Hauptseminar: Sicherheitspolitik nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes, Dozenten: Prof. Dr. Hans-Otto
Mühleisen/ Dipl.-Pol. Maximilian Opitz, Universität Augsburg WS 2006/2007, S. 8
Arbeit zitieren:
Katrin Landgraf, 2007, Frieden nach den Vorstellungen von Thomas Hobbes, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Der Wandel von Souveränität unter dem Eindruck humanitärer Interventio...
Politik - Internationale Politik - Thema: Völkerrecht und Menschenrechte
Hausarbeit (Hauptseminar), 29 Seiten
Terrorismus: Erscheinungsformen, Entstehungsbedingungen und Verläufe
Soziologie - Krieg und Frieden, Militär
Magisterarbeit, 86 Seiten
Gute Gründe - Internalismus und Extrenalismus in Fichtes Handlungstheo...
Seminararbeit, 24 Seiten
„Der“ Kommunitarismus - eine differenzierte Analyse
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 31 Seiten
Die Änderungskündigung - Definition, Formen und Verfahren
Jura - Zivilrecht / Arbeitsrecht
Hausarbeit (Hauptseminar), 41 Seiten
Die Schilderung der Varusschlacht in den antiken Quellen
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
Fontanes Darstellung der Lebensformen des Bürgertums. Aufgezeigt an au...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 23 Seiten
Neue Erkenntnisse der Varusschlacht
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Hausarbeit, 12 Seiten
Die Polizei in der Weimarer Republik
Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik
Seminararbeit, 17 Seiten
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 20 Seiten
Zusammenhang zwischen Unterrichtsstörung und Kompetenz am Fallbeispiel...
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Seminararbeit, 22 Seiten
Vom Bundesgrenzschutz zur Bundespolizei
Das Schengener Abkommen als Ka...
Politik - Internationale Politik - Thema: Deutsche Außenpolitik
Hausarbeit, 19 Seiten
Die Diaspora als prädestiniertes Umfeld für individuelle Religiosität
Theologie - Systematische Theologie
Hausarbeit, 19 Seiten
Luthers Verständnis des allgemeinen Priestertums in der Schrift „An de...
Theologie - Systematische Theologie
Seminararbeit, 25 Seiten
Katrin Landgraf hat den Text Frieden nach den Vorstellungen von Thomas Hobbes veröffentlicht
Katrin Landgraf hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare