Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
1.1 Definition des Begriffs Tourismus 3
1.2 Der Tourismus im ländlichen Raum 3
2 Die Entwicklung des Tourismus im ländlichen Raum und seine Voraussetzungen 4
2.1 Historische Entwicklung seit der Nachkriegszeit 4
2.1.1 Die Ausgangssituation 4
2.1.2 Der Weg zum Massentourismus 4
2.2 Warum zieht es die Menschen in den ländlichen Raum 6
3 Die Auswirkungen des Tourismus auf den ländlichen Raum 7
3.1 Ökonomische Wirkungen 7
3.2 Soziale Kulturelle Wirkungen 9
3.3 Die Wirkungen auf die Siedlungsform 9
3.4 Ökologische Wirkungen 10
3.4.1 Ökologische Belastung durch den PKW 10
3.4.2 Ökologische Belastungen durch Freizeitaktivitäten 11
3.5 Mehr Fremdenverkehr weniger Erholung 12
3.6 Der „sanfte Tourismus“ als Lösungsansatz 13
4 Die Grenzen des Tourismus 14
5 Fazit 14
6 Literatur 15
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1 Einleitung
1.1 Definition des Begriffs Tourismus
Der Begriff Tourismus wird heute „weitgehend als Synonym für Fremdenverkehr verwendet (...). Allerdings wird der in der Fremdenverkehrsstatistik mit erfasste Geschäftsreiseverkehr nicht zum Tourismus gezählt.“ (LESER, H.: Wörterbuch Allgemeine Geographie, S.896) Fremdenverkehr wird in demselben Wörterbuch als „zusammenfassender Ausdruck für alle Erscheinungen und Wirkungen, die mit der Reise von Personen an einen Ort, der nicht ihr Wohn-, Arbeits-, oder Versorgungsort ist, sowie mit dem längerfristigen Aufenthalt an diesem Ort zusammenhängen“ bezeichnet. (LESER, H.: Wörterbuch Allgemeine Geographie, S.229) Die beiden wichtigsten Aspekte des Tourismus sind nach dieser Definition also die Distanzüberwindung zu einem fremden Ort sowie eine vorübergehende Verweildauer an dem Reiseziel. Die Eingrenzung des individuellen Zwecks der Reise erfolgt nur bedingt: Es wird lediglich der Geschäftsreiseverkehr ausgeschlossen. Nach HENKEL (2004, S.208) wird neben dem Zweck der Reise auch nach der Dauer der Reise unterschieden. So gibt es die Kurzreise oder den Naherholungsverkehr, der in der Regel 1 - 3 Tage dauert, und den Fremdenverkehr mit einer Aufenthaltszeit von mehr als vier Tagen.
1.2 Der Tourismus im ländlichen Raum
In Deutschland konzentriert sich der Tourismus hauptsächlich auf den ländlichen Raum, was insbesondere mit der zunehmenden Verstädterung im Zuge der Industrialisierung zusammenhängt. Es wächst der Wunsch nach freier Natur, die in den ländlichen Regionen vorhanden ist. Dadurch bekommen die meist wirtschaftsschwachen ländlichen Gebiete eine Chance, typische Probleme wie Arbeitsplatzmangel und dadurch bedingte Abwanderung zu verringern (vgl. HENKEL, S.208).
Doch lässt sich das so einseitig betrachten? Die Freizeit- und Verkehrsinfrastruktur, die sich im Laufe der Entwicklung des Tourismus etabliert hat, hat nicht nur seine Vorzüge, sondern birgt auch ein Bündel von Negativwirkungen verschiedener Art. Die beschriebene Ambivalenz, die Frage ob der Tourismus auf dem Lande nun eher Chance oder Fluch ist, soll auf den folgenden Seiten erörtert werden.
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2 Die Entwicklung des Tourismus im ländlichen Raum und
seine Voraussetzungen
2.1 Historische Entwicklung seit der Nachkriegszeit
2.1.1 Die Ausgangssituation
Um den durch den Tourismus bedingten Wandel in den entsprechenden ländlichen Räumen zu beschreiben und zu bewerten, wird es erst einmal nötig sein, die historische Entwicklung des Fremdenverkehrs darzustellen.
Nach dem zweiten Weltkrieg war Deutschland in vier verschiedene Besatzungszonen aufgeteilt. Dadurch wurde das Reisen schwer, da die Bewegungsfreiheit des Einzelnen stark eingeschränkt wurde. Es gab beispielsweise Kontrollpunkte und Passierscheine und ein bestimmter Radius um den Wohnort durfte nicht verlassen werden. Weiterhin wurde im Krieg ein großer Teil der Verkehrsinfrastruktur zerstört, wie beispielsweise Bahngleise. Da zu dieser Zeit die Eisenbahn das Hauptverkehrsmittel war, wurde die Distanzüberwindung dadurch zusätzlich erschwert. Ferner waren die Geldwerte nicht stabil, weshalb ein Wiederaufbau auch nur schleppend vorangehen konnte.
Das änderte sich jedoch bald. 1947 verbündeten sich die amerikanische und die britische Besatzungszone, die dann auch die Kooperation mit der französischen Besatzungsmacht verstärkten. 1948 wurde die Währung reformiert. Nun kam der Wiederaufbau ins Rollen. Das Wirtschaftswunder schaffte letztendlich auch die finanziellen Voraussetzungen für das Reisen (vgl. Deutscher Tourismusverband, S. 8).
2.1.2 Der Weg zum Massentourismus
1954 wurden zum ersten Mal touristische
Daten erhoben. Zu dieser Zeit reisten immerhin schon 24 % der Deutschen, die älter als 14 Jahre alt waren, 85% davon blieben im Inland. Wie man in Abb. 1, in der die Entwicklung des Tourismus in Deutschland von 1954 bis 1994 dargestellt ist, gut erkennen kann, stiegen die Zahlen der Reisenden in Deutschland seitdem fast kontinuierlich an. 1960 unternahmen 28% der
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Deutschen eine Urlaubsreise, 1972 war es schon knapp die Hälfte der Bevölkerung und1994 reisten schon 78 %. Diese stetige Steigerung wurde nur durch verschiedene wirtschaftliche Rezessionen unterbrochen, wie beispielsweise die Rezession von 1966/67 oder der Ölpreisschock 1973, die jedoch nureine vorübergehende Stagnation bewirkten (vgl. Deutscher Tourismusverband, S. 9f; vgl. BECKER et al. 1996, S.14). Der beschriebene Aufschwung hat verschiedene Gründe. Der wohl wichtigste Antrieb ist die Steigerung des Pro-Kopf-Einkommens, die insbesondere die breite Masse betrifft: Mehr und mehr Menschen können es sich finanziell leisten, in den Urlaub zu fahren. Durch den Anstieg der Nachfrage wächst der Tourismusmarkt, wodurch die Angebote des Fremdenverkehrs günstiger werden (vgl. HENKEL, S. 209).
Auch die „tariflich festgelegten und wachsenden Urlaubs- und Freizeitansprüche“ (HENKEL, S. 209) bedingten eine Steigerung der Reiseintensität. Betrug die Arbeitszeit früher noch 48 Stunden pro Woche, so sind es heute nur noch 35-38 Stunden. Freie Wochenenden und Feiertage, durchschnittlich 30 Urlaubstage pro Jahr sowie eine Auszahlung von Urlaubsgeld machen „die schönsten Tage im Jahr“ für breite Schichten möglich (vgl. HENKEL 2004, S. 209; vgl. BECKER et al. 1996, S. 15).
Ein weiterer Grund ist auch die wachsende Mobilität breiter Bevölkerungsschichten, die in Abb. 2 dargestellt ist. Wie
Man sieht, ersetzte das Auto die Bahn, mit der 1954 immerhin noch 56%, 1960 circa 40% und 1989 knapp 10% in den Urlaub fuhren (heute 7%). Reisten 1954 erst 19% mit dem PKW, so waren es 1968 bereits 60% der
Touristen, die ihr Ziel mit dem Auto erreichten. Seitdem stagnierten die Zahlen jedoch, heute sind noch ca. 50% der Urlauber PKW-Reisende. Diese Stagnation ist auf die Etablierung der Flugreisen zurückzuführen, die immer mehr an Bedeutung gewannen: 1989 flogen immerhin knapp ein Viertel der Bevölkerung in die Ferien. Durch die Motorisierung und Verkehrserschließung war es nun um einiges einfacher, das Urlaubsreiseziel zu erreichen (vgl. Deutscher Tourismusverband, S.9; vgl. SPODE 2003, S. 152). Neben diesen drei Hauptgründen für die Entwicklung eines Massentourismus spielen auch ein „ansteigendes Bildungsniveau und –bewusstsein breiter Schichten“ (HENKEL 2004, S.209) und Werbung für Tourismus eine Rolle. Das Bedürfnis nach Erleben und Entdecken
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Arbeit zitieren:
Kathrin Häb, 2006, Ländlicher Raum und Tourismus, München, GRIN Verlag GmbH
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Tourismus als Wachstumsimpuls für den ländlichen Raum
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