Inhaltsverzeichnis 2
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 10
1.1 Problemstellung. 10
1.2 Straßenfußball. 11
1.3 Inhalt und Aufbau. 12
2. Was ist ein Talent? 14
2.1 Allgemeine Talentbestimmung. 14
2.1.1 Statischer Talentbegriff. 16
2.1.2 Dynamischer Talentbegriff. 16
2.2 Talentdefinition im Fußball. 18
3. Talentsichtung - Talentförderung beim DFB. 24
3.1 Talentsichtung beim FLVW. 24
3.2 Talentförderung im Westdeutschen Fußballverband. 25
3.3 Neues Talentförderprojekt beim DFB. 26
3.3.1 Wintertrainingslager. 27
3.3.2 Beobachtungssystem für die A- Jugend Regionalliga. 27
3.3.3 Nachsichtungslehrgänge für B- Jugendliche. 28
3.3.4 Förderung der U11 bis U12 und U13 Bis U17. 28
3.3.5 Bonussystem. 29
3.3.6 Sportbetonte Schulen. 29
3.4 Ausbildungsabschnitte. 31
3.4.1 Ausbildungsabschnitte nach JOCH. 32
3.4.1.1 Motorisches Basistraining. 32
3.4.1.2 Grundlagentraining 33
Inhaltsverzeichnis 3
3.4.1.3 Aufbautraining. 33
3.4.1.4 Anschlusstraining. 33
3.4.2 Ausbildungsabschnitte nach SCHNABEL / HAARE / BORDE. 34
3.4.2.1 Grundlagentraining. 34
3.4.2.2 Aufbautraining. 34
3.4.2.3 Anschlusstraining. 35
3.4.2.4 Hochleistungstraining. 35
3.4.3 Ausbildungsabschnitte nach BISANZ / VIETH. 35
3.4.4 Ausbildungsabschnitte beim WFV. 36
3.4.4.1 Grundausbildung. 36
3.4.4.2 Grundlagentraining. 37
3.4.4.3 Aufbautraining 1. 37
3.4.4.4 Aufbautraining 2. 38
3.4.4.5 Anschlusstraining. 39
4. Koordinative Fähigkeiten. 40
4.1 Begriffsbestimmung. 40
4.2 Verschiedene Definitionen der koordinativen Fähigkeit. 41
4.3 Grundlagen zur Koordination. 43
4.3.1 Steuerung und Regelung von Bewegungshandlungen. 44
4.4 Arten der koordinativen Fähigkeit. 45
4.4.1 Kopplungsfähigkeit. 48
4.4.2 Differenzierungsfähigkeit. 48
4.4.3 Gleichgewichtsfähigkeit. 48
4.4.4 Orientierungsfähigkeit. 49
4.4.5 Rhythmusfähigkeit. 49
4.4.6 Reaktionsfähigkeit. 50
4.4.7 Umstellungsfähigkeit. 50
4.5 Koordinative Fähigkeiten im Fußball 50
Inhaltsverzeichnis 4
4.6 Altersbedingte Besonderheiten bei der Entwicklung koordinativer
F ähigkeiten. 53
4.6.1 Entwicklungsverlauf der koordinativen Fähigkeiten. 53
4.7 Koordinationstraining. 55
4.7.1 Ausbildung der koordinativen Fähigkeiten. 56
4.7.2 Methoden zur Ausbildung koordinativer Fähigkeiten. 57
5. Leistungsdiagnostische Tests. 58
5.1 Begriffsbestimmung. 58
5.2 Testmerkmale. 59
5.3 Testgütekriterien. 60
5.4 Vor- und Nachteile diagnostischer Tests sowie diverse Grenzen.61
5.5 Zur Diagnostik koordinativer Fähigkeiten einige Aspekte der
Konstruktion und Anwendung von Tests. 62
5.6 Diagnostik im Bereich der Sportspiele. 63
5.6.1 Der sportmotorische Test. 64
5.6.2 Die Spielbeobachtung. 65
5.7 Klassifizierung sportmotorischer Tests. 65
5.8 Ausgewählte Koordinationstests für das Sportspiel Fußball. 66
5.8.1 Versetzter Slalomlauf. 67
5.8.2 Slalom - Dribbling. 68
5.8 3 Hürden - Bumerang - Lauf. 69
5.8.4 Dosiertes Passen. 70
5.8.5 Auf einem Balken schwebestehend mit gleichzeitigem jong-
lieren eines Balles mit dem Fuß. 71
5.8.6 Schießen - Stoppen. 71
5.8.7 Ziel - Einwurf. 72
5.8.8 Zielschießen. 73
5.8.9 Tempo - Dribbling mit 2 Bällen 74
Inhaltsverzeichnis 5
5.8.10 Ziel - Flugball. 74
5.8.11 Passen unter Gegnerdruck. 75
5.8.12 Reaktionszeit. 76
5.8.13 Zweifacher Achterlauf. 77
5.8.14 Zielschießen auf ein Tor. 77
5.8.15 Nummernlauf. 78
5.8.16 Sprint nach vorgegebenem Rhythmus. 79
6. Zielsetzung der Untersuchung und Beschreibung der Stich-
probe. 80
6.1 Ziele. 80
6.2 Eingrenzen des Untersuchungsgegenstands. 80
6.3 Hypothese. 80
6.4 Beschreibung der Stichprobe. 81
7. Untersuchungsmethodik sowie vorstellen einiger Trainingsinhalte
zu den untersuchenden Fähigkeiten. 82
7.1 Untersuchungsmethodik. 82
7.1.1 Nummernlauf. 83
7.1.2 Zweifacher Achterlauf. 84
7.1.3 Reaktionszeit. 85
7.1.4 Sprint nach vorgegebenem Rhythmus. 86
7.2 Trainingsinhalte. 87
7.2.1 Orientierungsfähigkeit. 87
7.2.1.1 Nach vorgegebener Nummerierung zupassen. 87
7.2.1.2 Durchdribbeln von Toren mit zugeteilter Nummerierung. 87
7.2.1.3 Medizinball ausweichen. 88
7.2.1.4 Einwurf Spiel. 88
7.2.1.5 Spiel auf zwei bewegliche Tore 89
Inhaltsverzeichnis 6
7.2.1.6 Freipassen mit Ball. 89
7.2.2 Reaktionsfähigkeit. 90
7.2.2.1 Schattenlauf. 90
7.2.2.2 Auf Signale reagieren. 90
7.2.2.3 Tag und Nacht. 91
7.2.2.4 Schnelles Reagieren mit Torabschluss. 91
7.2.2.5 Nach dem Abklatschen schnell reagieren. 92
7.2.2.6 Fangen nach einem akustischen Signal. 92
7.2.3 Rhythmusfähigkeit. 93
7.2.3.1 Verschiedene Laufformen. 93
7.2.3.1.1 Hopserlauf. 93
7.2.3.1.2 Kniehebellauf. 94
7.2.3.1.3 Skippings. 94
7.2.3.1.4 Sprunglauf. 95
7.2.3.2 Laufformen mit vorgegebenem Laufrhythmus. 95
7.2.3.2.1 Laufformen über Hürden. 95
7.2.3.2.2 Sidesteps um die Hürden. 96
7.2.3.2.3 Drei vor, einen zurück. 97
7.2.3.3 Ballführen mit Rhythmuswechsel. 97
7.2.3.4 Laufform mit Toraschluss. 98
7.2.4 Differenzierungsfähigkeit. 98
7.2.4.1 Dribbelformen mit Ball. 98
7.2.4.1.1 Dribbelübungen im Hütchentor - Parcours. 98
7.2.4.1.2 Durchdribbeln eines Slalom - Parcours. 99
7.2.4.1.3 Staffelwettlauf mit Ball. 99
7.2.4.1.4 Führen des Balles durch ein Hütchenlabyrinth. 99
7.2.4.1.5 Bälle wegspielen. 100
8. Darstellung und Auswertung der statistischen Testergebnisse.101
8.1 Vorbemerkungen zu der Auswertung 101
Inhaltsverzeichnis 7
8.1.1 Statistische Verfahren. 101
8.1.2 Testgütekriterien. 101
8.1.2.1 Objektivität. 102
8.1.2.2 Reliabilität. 102
8.1.2.3 Validität. 103
8.2 Darstellung der statistischen Testergebnisse. 103
8.2.1 Nummernlauf. 103
8.2.2 Rhythmuslauf. 104
8.2.3 Zweifacher Achterlauf. 105
8.2.4 Reaktionstest. 106
8.3 Auswertung der statistischen Testergebnisse. 107
8.3.1 Nummernlauf. 107
8.3.2 Rhythmuslauf. 108
8.3.3 Zweifacher Achterlauf. 108
8.3.4 Reaktionstest. 109
8.4 Zusammenfassung und Diskussion der Untersuchungsergeb-
nisse. 109
9. Zusammenfassung und Ausblick. 111
9.1 Zusammenfassung. 111
9.2 Ausblick. 112
Literatur. 114
Anhang 122
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abb.1 : Mehr -Komponenten - Modell aus „Fußballtraining 1996“
Abb. 2: Strukturmodell eines Fußballspielers nach WEINECK.
Abb. 3: Entwicklungsstufenmodell nach GRIMM/KIRCHMAIER und MARTIN.
Abb. 4: Eine Karikatur der Talentförderung.
Abb. 5: Strukturelles Gefüge der allg.- und spez. koordinativen Fähigkeit
Abb. 6: Versetzter Slalom.
Abb. 7: Slalom - Dribbling.
Abb. 8: Hürden - Bumerang - Lauf.
Abb. 9: Dosiertes Passen.
Abb. 10: Schießen - Stoppen.
Abb. 11: Ziel - Einwurf.
Abb. 12: Zielschießen.
Abb. 13: Tempo - Dribbling mit 2 Bällen.
Abb. 14: Ziel - Flugball.
Abb. 15: Passen unter Gegnerdruck.
Abb. 16: Reaktionszeit.
Abb. 17: Zweifacher Achterlauf.
Abb. 18: Zielschießen auf ein Tor.
Abb. 19: Nummernlauf.
Abb. 20: Sprint nach vorgegebenem Rhythmus.
Abb. 21: Nummernlauf.
Abb. 22: Zweifacher Achterlauf.
Abb. 23: Reaktionszeit.
Abb. 24: Sprint nach vorgegebenem Rhythmus.
Abb. 25: Hopserlauf.
Abb. 26: Kniehebellauf.
Abb 27: Skippings
Abbildungsverzeichnis
Abb. 28: Sprunglauf.
Abb. 29: Laufformen über Hürden.
Abb. 30 Sidesteps.
Abb. 31: Drei vor, einen zurück.
Abb. 32: Eingangstest: Nummernlauf.
Abb. 33: Ausgangstest: Nummernlauf.
Abb. 34: Eingangstest: Rhythmuslauf.
Abb. 35: Ausgangstest: Rhythmuslauf.
Abb. 36: Eingangstest: Zweifacher Achterlauf.
Abb. 37: Ausgangstest: Zweifacher Achterlauf.
Abb. 38: Eingangstest: Reaktionszeit.
Abb 39: Ausgangstest: Reaktionszeit
Einleitung 10
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
In einem Interview offerierte Berti Vogts, dass Deutschland nach wie vor zu den stärksten Fußballnationen der Welt gehört. Doch sei die Konkurrenz aus Ländern wie Albanien, Georgien, Moldawien oder vielen afrikanischen Staaten stärken denn je geworden. Denn diese Fußballnationen haben enorm aufgeholt. Nun muss man sich natürlich fragen wie „dritte Welt Länder“ es geschafft haben innerhalb von 6 - 8 Jahren sich dem Niveau der Deutschen Fußballnationalmannschaft anzunähern.
Sicherlich spielen die „Topspieler“ dieser Fußballnationen im Ausland, aber mit Sicherheit ist dies nicht der Grund, weshalb der deutsche Fußball nicht mehr die Dominanz wie früher (1990) hat.
Nach der verpassten WM - Qualifikation der U21 kritisierte Berti Vogts, dass die Spieler dieser Generation ihn sehr enttäuscht haben. Er hätte das Gefühl, dass diese Generationen nur noch aus „Wohlstandsjünglingen“ bestünde. Somit sieht Vogts der Zukunft des deutschen Fußballs nicht gerade positiv entgegen.
Folglich muss man zu dem Entschluss kommen, dass das Spielniveau des deutschen Fußballs stagniert.
Aber was sind die Gründe für diese Entwicklung?
Vogts bemängelte, dass ein Grund für diese Entwicklung darin liegen könnte, dass sehr viele ausländische Durchschnittsspieler eingekauft wer-den, die nach dem Bosmann Urteil billiger seien als gleichwertige deut-sche Nachwuchsspieler (vgl. Ruhr Nachrichten Nr. 34, Dortmund 1999). Einleitung 11
Jene Spieler raubten dem eigenen Nachwuchs in Deutschland die Möglichkeit, sich durch ausreichende Spielpraxis optimal weiterentwickeln zu können.
Diese Talente würden in ihrer persönlichen Entwicklung blockiert (zu wenig Spielpraxis), aber das sei nicht der alleinige Grund für diese Entwicklung.
1.2. Straßenfußball
Früher sammelten Kinder die ersten Fußballerlebnisse irgendwo auf der Straße, in Hinterhöfen, auf Wiesen, auf Bolzplätzen oder im Stadtpark. Dieser Straßenfußball ist heute aus verschiedenen Gründen verschüttet. Die Lebensverhältnisse der Kinder haben sich geändert. Die heutigen Kinder halten sich immer weniger in öffentlichen Räumen auf. Viele Kinder sitzen stundenlang vor dem Fernseher oder vor dem Computer, sind nicht mehr eigenaktiv und wissen dementsprechend nichts mehr mit sich anzufangen.
Früher hat man jede freie „Mi nute“ genutzt, um Fußball zu spielen. Es gab Straßenmannschaften die gegeneinander gespielt haben, folglich waren die Kinder von früher im technischen und koordinativen Bereich weiter als die heutigen. Viele Trainer wünschen sich, dass die Kinder durch den Straßenfußball wieder den Zugang für den heutigen Vereinsfußball bekommen. Dies ist im afrikanischen und südafrikanischen Fußball anders. Dort hat der Fußball seine Wurzeln im Straßen- bzw. Strandfußball der Kinder und Jugendlichen, der auf Grund der gesellschaftlichen und sozialen Lebensverhältnisse noch heute funktioniert. Viele Kinder sind über den Straßenfußball, wo sie von Talentsuchern entdeckt worden sind, zu den großen Klubs gekommen. Diese Talentreservoire sind in Ländern wie Brasilien oder Ghana scheinbar unerschöpflich.
Das alles gibt es bei uns nicht mehr. Bei uns herrschen die Konkurrenz der Sportarten im geregelten Vereinstraining und die moderne Freizeitin- dustrie mit den Fun- und Modesportarten vor.
Einleitung 12
Diese Entwicklung hat zur Folge, dass vielen Kindern die „fußballerischen“ Grundfertigkeiten schwer fallen, da sie Probleme im koordinativen sowie im spielerischen Bereich (Spielfähigkeit) haben.
Das Fazit könnte folgendes sein:
• Es muss eindeutig mehr getan werden für den Nachwuchs.
• Die Talente müssen besser gefördert werden.
• Es muss an die eigenen Talente geglaubt werden.
• Man muss den jungen Spielern eine Chance einräumen.
Talentförderung ist das „Zauberwort“ für die Zukunft des deutschen Fußballs!
1.3. Inhalt und Aufbau
Die Arbeit ist so gegliedert, dass zunächst über die Problematik des Deutschen Fußballs nach einigen Kritikpunkten von Berti Vogts eingegangen wird. Im Anschluss daran wird über die Wichtigkeit des Straßenfußballs für die Entwicklung der Talente eingegangen und das daraus resultierende Fazit formulieren.
Im zweiten Kapitel wird der Begriff Talent, bezüglich der unterschiedlichen Definitionen einiger Autoren unter der Betrachtungsweise der Allgemeinheit und der speziellen Definition im Fußball definiert. Das dritte Kapitel behandelt die Talentsichtung und Talentförderung beim DFB mit dem neuen Talentförderprojekt und den Ausbildungsabschnitten verschiedener Autoren wie z.B. JOCH und den ENTWICKLUNGSPLAN DES WFV. Im vierten Kapitel wird ein Überblick über die Begriffsbestimmung, Definitionen und den Grundlagen der koordinativen Fähigkeiten gegeben sowie deren Auf- gabe im Fußball, deren Entwicklungsverlauf und Trainierbarkeit.
Einleitung 13
Das fünfte Kapitel beinhaltet die Begriffsbestimmung von Leistungsdiagnostische Tests, ihre Anwendung im Bereich der Sportspiele sowie ausgewählte Koordinationstests für das Sportspiel Fußball. Das Kapitel sechs beschreibt die Zielsetzung der Untersuchung wie auch die Beschreibung der Stichprobe. Die Untersuchungsmethodik ausgewählter koordinativer Fähigkeiten und deren Trainierbarkeit wird im Kapitel sieben beschrieben. Im Kapitel acht werden die statistischen Testergebnisse dargestellt und ausgewertet. Kapitel neun gibt eine Zusammenfassung der Arbeit und ei- nen Ausblick wieder.
Was ist ein Talent? 14
2. Was ist ein Talent?
2.1 Allgemeine Talentdefinitionen
Seit etwa 25 Jahren wird die Talentdiskussion im deutschsprachigen Raum geführt. Innerhalb dieser Diskussion gibt es eine beträchtliche Anzahl von Definitionen.
Der Begriff Talent ist geprägt von einer Kriterienvielfalt unterschiedlicher Ansätze, die HAHN in einem Katalog zusammengestellt hat. Jener Katalog umschreibt eine Gruppe von unterschiedlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten aus verschiedenen Bereichen, die ein Athlet im höheren oder geringeren Maße besitzt. Diese sind:
• „Antropometrische Voraussetzungen wie Körpergröße, Körperge-
wicht, Verhältnis von Muskel- und Fettgewebe, Körperschwerpunkt,
Harmonie der Proportionen u.a.;
• physische Merkmale wie aerobe und anaerobe Ausdauer, Reakti-
onsfähigkeit und Aktionsschnelligkeit, Schnelligkeitsausdauer, stati-
sche und dynamische Kraft, Kraftausdauer, Gelenkigkeit und
Feinstkoordination von Bewegungen u.a.;
• technomotorische Bedingungen wie Gleichgewichtsfähigkeit, Raum-
, Distanz- und Tempogefühl, Ball-, Klingengefühl, Musikalität, Aus-
drucksfähigkeit, rhythmische Fähigkeiten, Gleitvermögen u.a.;
• Lehrfähigkeit wi e Auffassungsgabe, Beobachtungs- und Analyse-
vermögen, Lerntempo;
• Leistungsbereitschaft wie Trainingsfleiß, körperliche Anstrengungs-bereitschaft, Beharrlichkeit, Frustrationstoleranz;
• kognitive Steuerung wie Konzentration, motorische Intelligenz, Krea-
tivität, taktisches Vermögen;
• affektive Faktoren wie psychische Stabilität, Stressbewältigung,
Wettkampfbereitschaft u.a.;
• soziale Bedingungen wie Rollenübernahme, Mannschaftseinord-
nung u.a.“ (HAHN 1982, 85).
Allgemeine Talentdefinitionen 15
Hinsichtlich der Frage, woran ein Sporttalent erkennbar ist, haben unterschiedliche Autoren verschiedene Talentdefinitionen dargestellt. GABLER / MERGENER definieren den Begriff Talent wie folgt:
„Als sportliches Talent kann eine Person in einem bestimmten Ent-
wicklungsabschnitt bezeichnet werden, die bestimmte körperliche,
motorische und psychische Bedingungen aufweist, die bei günstigen
Umweltbedingungen mit großer Wahrscheinlichkeit zu späteren ho-hen Leistungen führen“ (GABLER / MERGENER 1990, 8).
Für CARL ist der Begriff Talent eine umgangssprachliche Bezeichnung, welche sich auf verschiedene Handlungsfelder bezieht (vgl. CARL 1988, 11). Nach CARL wird ein sportliches Talent (Sporttalent):
„(...) als eine Person bezeichnet, von der man auf Grund ihres Ver-
haltens oder auf Grund ererbter oder erworbener Verhaltensbedin-
gungen annimmt, dass sie für sportliche Leistungen eine besondere
Begabung oder Hochbegabung besitzt“ (CARL 1988, 11).
Gemäß CARL ist dabei zu beachten, dass bei der Bewertung eines „sportlichen Talents“ die unterschiedlichen Leistungskategorien und Leistungsniveaus berücksichtigt werden müssen (vgl. CARL 1988, 11 f.). Aus diesem Grunde ist CARL zur folgender Talent - Definition gekommen.
„Ein Talent für den Spitzensport (Spitzensporttalent) ist eine sich
noch in der Entwicklung zur Höchstleistungsfähigkeit befindende
Person, von der man auf Grund bisher erreichter sportlicher Leistun-
gen oder diagnostizierter personinterner Leistungsbedingungen be-
gründet annimmt, dass sie, falls sie sich einem nach neuesten Er-kenntnissen durchgeführtes Training unterzieht und unter leistungs-
fördernden Umweltbedingungen aufwächst, im Höchleistungsalter in
einer Sportart / Sportdisziplin ein Leistungsniveau erreichen kann,
das größte sportliche Erfolge ermöglicht“ (CARL 1988, 13).
Allgemeine Talentdefinitionen 16
Nach JOCH gehören zur Bestimmung eines Talents neben den motorischen Dispositionen auch eine besondere Bereitschaft, ein entspreche ndes Umfeld und die Fähigkeit, dass komplexe Zusammenwirken in Resultate, Eignungsnachweise und Leistungen umzusetzen. Er beschreibt diese Charakterisierung einer (Teil-) Talentbestimmung mit einem statischen Begriff der Talentdefinition (vgl. JOCH 1997, 90).
2.1. 1 Statischer Talentbegriff
Unter Berücksichtigung der Begriffe „Disposition“, „Bereitschaft“, „soziales Umfeld“ und Resultate (Leistungsresultate) ist JOCH zu folgender Definition des „statischen Talentbegriffs“ gekommen, „Als (sportliches Talent) kann eine Person bezeichnet werden, die
über (vorwiegend genetisch bedingte) Dispositionen zum Erreichen
von hohen sportlichen Leistungen verfügt, die Bereitschaft mitbringt,
solche Leistungen auch zu vollbringen, die Möglichkeiten dafür in der
sozialen Umwelt vorfindet und letztlich mit den erzielten Leistungsre-
sultaten den Leistungsnachweis dokumentiert“
(vgl. JOCH 1997, 93).
2.1.2 Dynamischer Talentbegriff
Um den dynamischen Talentbegriff zu strukturieren bezieht sich JOCH auf MÜHLE, der Begabung - Synonym für Talent - als eine Leistungsbereitschaft definiert,
„(...) die in der Hinordnung auf ein bestimmtes Betrachtungsfeld
selbst erst strukturiert worden ist und ihrerseits wieder durch die An-
forderung und Spezifizierung der Antriebe, Interessen und Motive die
Persönlichkeit verändern“ (MÜHLE 1971, 93).
Nach der Definition von MÜHLE entnimmt JOCH, dass sich ein Talent erst im Verlaufe eines aktiven und zielgerichteten Prozesses („Spezifizierung“) „strukturiert“ (vgl. JOCH 1997, 93). Der dynamische Talentbegriff besteht nach JOCHs Angaben aus drei Bestimmungskriterien:
Allgemeine Talentdefinitionen 17
Aktiver Veränderungsprozess, Steuerung des Trainings und pädagogische Begleitung (vgl. JOCH 1997, 94 f.).
Auf Grund dieser Begriffskriterien definiert JOCH den dynamischen Talentbegriff wie folgt.
„Talententwicklung ist ein aktiver, pädagogisch begleitender Verän-derungsprozess, der intentional durch Training gesteuert wird und
das Fundament für ein später zu erreichendes hohes (sportliches)
Leistungsniveau bildet“ (JOCH 1997, 94).
Nach einer statischen und dyna mischen Komponente, kommt JOCH zur vollständigen Talentdefinition, wobei diese beiden Komponenten nicht getrennt betrachtet werden können.
„Talent besitzt, oder: ein Talent ist, wer auf der Grundlage von Dis-
positionen, Leistungsbereitschaft und den Möglichkeiten der realen
Lebensumwelt über dem Altersdurchschnitt liegende (möglichst im
Wettkampf nachgewiesene) entwicklungsfähige Leistungsresultate
erzielt, die das Ergebnis eines aktiven, pädagogisch begleiteten und
intentional durch Training gesteuerten Veränderungsprozesses dar-stellen, der auf ein später zu erreichendes hohes (sportliches) Leis-
tungsniveau zielstrebig ausgerichtet ist“ (JOCH 1997, 97).
Bei Betrachtung dieser verschiedenen Talentdefinitionen erkennt man, dass es keine monokausalen Erklärungen für die Bestimmung eines Talents gibt. Vereinfacht gesagt, ein Talent ist nicht allein durch das Merkmal „Leistung“ und auch nicht durch ein zweites, nämlich die „frühe“ Leistungsauffälligkeit zu erklären (vgl. JOCH 1996, 5). Auch reicht es laut CARL nicht aus, nur das „Bewegungstalent“ zu berücksichtigen und zu beurteilen (vgl. CARL 1988, 14).
Daraus folgt, dass die Talentfrage nicht nur eine Frage der „Begabung“, sondern auch des „Ehrgeizes“, nicht nur eine Frage der sportlichen „Leistungsfähigkeit“, sondern auch der optimalen „Förderung“, nicht nur des Trainings und Trainingsaufwands „Fleiß“, sondern auch der emotionalen „Stabilität“ und „Kreativität“ ist (vgl. JOCH 1996, 5).
Talentdefinition im Fußball 18
Diese Vielfalt von Einfluss- und Bedingungsfaktoren fasst JOCH, in Anle hnung an BASTIAN (1994, 48), in einem Mehr - Komponenten - Modell zusammen (Abb. 1).
Abb.1: Mehr - Komponenten - Modell aus „Fußballtraining“ 1996“
Dies sind nun die allgemein - wissenschaftlichen Betrachtungsweisen einer Talentbestimmung. Doch wie sieht es z.B. im Fußball aus? Damit stellt sich die Frage, ob die Bestimmungskriterien einer allgemeinwissenschaftlichen Betrachtungsweise im Fußball auch zutreffen, oder ob es noch andere Bestimmungskriterien einer Talentdefinition im Fußball gibt.
2.2 Talentdefinition im Fußball
Ein Fußballspieler benötigt innerhalb eines Fußballspiels bestimmte physische und psychische Fähigkeiten. Die physischen Eigenschaften bestehen aus Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit und den koordinati- ven Eigenschaften (vgl. BISANZ / GERISCH 1991, 76 ff.).
Talentdefinition im Fußball 19
Die psychischen Grundfähigkeiten bestehen aus kognitiven-, motivationalen-, affektiven Eigenschaften und der Persönlichkeitsstruktur (vgl. BISANZ / GERISCH 1991, 143 f.).
WEINECK hat nach BISANZ ein erweitertes Strukturmodell zur Kondition eines Fußballspielers erstellt, dass die benötigten Fähigkeiten eines Fußballspielers in physischen, psychischen und sozialen Grundlagen ausführlich darstellt (Abb. 2) (vgl. WEINECK 1992, 16).
Abb.2: Strukturmodell eines Fußballspielers nach WEINECK
Talentdefinition im Fußball 20
Anhand dieses Strukturmodells erkennt man, dass ein Nachwuchsfußballer eine Vielzahl von Eigenschaften benötigt (s.o.). Aus diesen verschiedenen Eigenschaften und Fähigkeiten könnte man nunmehr die Bestimmungskriterien eines Talents festmachen. Doch sollten noch andere Fak-toren betrachtet werden, um ein Talent zu bestimmen.
Eine große Bedeutung für die Talentbestimmung eines Nachwuchsfußballers spielen die Persönlichkeitsentwicklung (vgl. MARTIN, CARL und LEHNERTZ 1993, 293) und die Entwicklungsmerkmale (vgl. BISCHOPS / GERARDS 1995, 23; BRÜGGEMANN 1989, 38; DFB Fußball - Lehrplan 3 1987, 11 ff.). Diese Entwicklungsmerkmale sagen etwas über die biologischen und entwicklungspsychologischen Gegebenheiten und Bedingungen aus (vgl. DFB FUßBALL - LEHRPLAN 3 1987, 11; ASMUS / HÖNL und PIEKARSKI 1997, 17 und BISANZ / GERISCH 1991, 26). MARTIN / CARL / LEHNERTZ haben nach GRIMM 1966, KIRCHMAIR 1971 und MARTIN 1980 ein Entwicklungsstufenmodell erstellt, dass sie in einer Tabelle zusammengefasst haben (Abb. 3).
Talentdefinition im Fußball 21
Aus dieser Tabelle kann man grob erkennen, in welchem Entwicklungsabschnitt sich ein Heranwachsender befindet und durch welche allgemein -sportartspezifischen Merkmale diese Abschnitte gekennzeichnet werden. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass die Individualentwicklung von der Tabelle (Abb. 3) skizzierter „Durchschnittsentwicklung“, vor allem im Abschnitt der puberalen Phasen, erheblich abweichen kann. Gemäß HOLLMANN / HETTINGER betragen diese Abweichungen bei Jungen z.B. im 13. Lebensjahr 3,4 Jahre und bei Mädchen im 11. Lebensjahr 3,0 Jahre (vgl. HOLLMANN / HETTINGER 1980, 606 ff.).
Auf Grund meiner langjährigen Tätigkeit als Jugendtrainer erweist sich die Talentbestimmung im Fußballsport deswegen als ungewöhnlich kompliziert, da ein Nachwuchsfußballer innerhalb eines Spiels unterschiedlichen physischen, psychischen und mentalen Herausforderungen gegenüber- steht. Meiner Meinung nach ist ein
Talentdefinition im Fußball 22
Fußballtalent ein Spieler, der umfassende, gut ausgeprägte koordinative Fähigkeiten besitzt, die sich sowohl in überdurchschnittlichen technischen Fertigkeiten als auch in erkennbarer Bewegungsschnelligkeit dokumentieren lassen. Darüber hinaus fällt bei einem Talent ein kreatives und mutiges Spielverhalten auf (vgl. auch GERISCH / RUTEMÖLLER 1987, 43 ff.). Ich habe den Begriff „Talent “ unter mannigfaltigen Aspekten mit Hilfe von verschiedenen Autoren (s.o.) versucht zu definieren und die Definitionen anschließend auf ein Fußballtalent projiziert.
Wie dargestellt ist die Definition eines Fußballtalents nicht gerade einfach (vgl. Kapitel 2.2). Ein Fußballspieler wird in jüngeren Jahren für seine Altersklasse als „Talent “ bezeichnet, wenn dieser Fußballspieler überdurchschnittliche Leistungen bringt. In einer anderen Altersklasse hingegen ist das gleiche „Talent “ vielleicht nicht mehr das große „Talent“ sondern nur noch ein guter Durchschnittsspieler (vgl. BRÜGGEMANN 1998, 26). Deshalb ist es aus meiner Sicht schwierig, ein „Fußballtalent“ in jungen Jahren als Talent zu charakterisieren, zumal in seiner Entwicklung noch viel geschehen kann wie z.B. Stagnation seiner koordinativen Fähigkeiten, bedingt durch das Längenwachstum nach der vorpuberalen Phase (vgl. DFB FUßBALL - LEHRPLAN 3 1987, 21).
Zur Problematik einer Talentbestimmung - zwischen Praxis und der Sportwissenschaft - äußert sich HAGEDORN. „Die beiden Partner, Praxis und Wissenschaft, können offenbar ihre
Vorannahmen, Erwartungen und Handlungsweisen nicht aufeinander
abstimmen. Der eine erwartet konkrete Hilfen im sportpraktischen,
alltäglichen Heute und handelt oft spontan und intuitionsgeleitet. Der
andere sucht, angeleitet von einer „Theorie“, planmäßig und syste-
matisch nach Daten für Regeln, die er vielleicht morgen, natürlich
ohne Gewähr, kundtut (...). Auch hier stehen zu hohe Erwartungen
der Praxis (aus Sicht der Wissenschaft) gegen allzu kleine Leistun-gen der Wissenschaft (aus Sicht der Praxis). Gewiss, es wäre sehr
praktisch, gäbe es ein Testgerät für Talente und könnten wir Schulen
und ganze Jahrgänge daran vorbeiführen wie am Röntgenschirm...“
(HAGEDORN / JOCH / STARISCHKA 1989, 7).
Talentsichtung - Talentförderung beim DFB 24
3. Talentsichtung - Talentförderung beim DFB
3.1 Talentsichtung beim FLVW
Erfolgreiche sportliche Förderung sollte stets auf ausreichenden Spiel-, Trainingserfahrungen und Trainingserlebnissen aufbauen (vgl. BRÜGGE- MANN 1995,13). Die Sichtung und Auswahl talentierter junger Fußballspieler erfolgt erst im „besten Lernalter“, in der so genannten „vorpuberalen Phase“ (DFB FUßBALL - LEHRPLAN 3 1987, 12). Das ist der Zeitraum zwischen dem 10. und 12. Lebensjahr, wenn die Kinder über ihre Spielzeit als Mini - Kicker des Vorschulalters und als F- und E- Junioren ausreichende Spielerfahrungen und Motivationen für eine zielgerichtete Förderung gesammelt haben. Entsprechend ausgebildete und lizenzierte Übungsleiter und ihre Helfer stellen in den 33 Fußballkreisen des FLVW einen ersten, noch breit gefassten Auswahlkader der talentierten Kinder aus den Vereinen ihres Kreises zusammen, um regelmäßige wöchentliche Kreisschulungen eines jeden Jahrganges vom 11. bis 12. Lebensjahr durchzuführen. Sichtung und Auswahl förderungswürdiger Talente berücksichtigt vor allem die unterschiedliche biologische Entwicklung und den für die Talentbestimmung wichtigen Aspekt überdurchschnittlicher Lernfähigkeit (vgl. UHLIG 1995, 9, 47 / BISCHOPS / GERARDS 1995, 23; BRÜGGEMANN 1989, 38). In einem Feldpokalwettbewerb des Verbandes für die D- Junioren Auswahlmannschaften seiner 33 Kreise wird zunächst ein großer Spielerkader des jeweiligen Jahrganges ausgewählt, aus dem heraus in zwei Sichtungslehrgängen der neue Förderkader des jeweiligen Jahrganges aus etwa 35 Spielern zusammengestellt wird (vgl. ENTWICKLUNGSPLAN DES WFV 1997, 44).
Spielerisch besonders talentierte Spieler werden mit Blick auf ihre positive sportliche Perspektive auch dann in den Verbandskader aufgenommen, wenn sie sich zur Zeit der Sichtung körperlich noch nicht entscheidend
Talentsichtung beim FLVW 25
durchsetzen konnten. Die sportliche und menschliche Entwicklung eines talentierten Spielers durchläuft vor allem in den Jahren der Pubertät mit ihren vielschichtigen biologischen Veränderungen und der mit ihnen einhergehen allgemeinen psychischen Verunsicherung besonders schwierige Problemfelder, die auf eine kontinuierliche Entwicklung des Einzelnen einen nicht unerheblich störenden Einfluss nehmen kann (Persönlichkeitsentwicklung vgl. Kap.2 / THIEß 1997, 50). Leistungsüberprüfungen im Vergleich zu den noch nicht geförderten Alterskameraden und einer damit verbundenen Nachsichtung erhalten daher besonders während dieser schwierigen Zeit für die Auswahl förderungswürdiger Talente eine richtungsweisende Bedeutung. Nicht zuletzt auch aus diesem Grund werden in Westfalen die Förderkader mit bis zu 35 Spielern zahlenmäßig groß und offen gehaltenen und erst nach der pubertären Entwicklung allmählich auf 20 - 25 verkleinert.
Kreisauswahlturniere für die 13- und 15- jährigen verleihen den verant-wortlichen Verbandssportlehrern nicht nur einen Überblick über die sportliche Entwicklung der bisherigen Kaderspieler und damit ersten Aufschluss über die Lernfähigkeit des Einzelnen, sondern es finden auch bislang noch nicht als förderungswürdige Talente in Erscheinung getretene Nachwuchsspieler einen Quereinstieg in den Verbandskader. Die regelmäßige Beobachtung der Vereinsspieler durch die Verbandstrainer, die Mitglieder des FLVW-Lehrteams und die Kreisjugendübungsleiter gewährleistet darüber hinaus eine fortlaufende Nachsichtung sowie eine Überprüfung der sportlichen Entwicklung der auf Verbandsebene geförderten Talente.
3.2 Talentförderung im Westdeutschen Fußballverband
Im WFV wird die Förderung talentierter Sportler als das Fundament des Leistungs- und Spitzensports in unserer Gesellschaft verstanden. Aus einer möglichst breit gefächerten, Sport treibenden Fußballjugend werden talentierte junge Sportler auf ihre besonderen Fähigkeiten und
Talentförderung beim WFV 26
Eignungen im Fußball ausgewählt (vgl. WFV - ENTWICKLUNGSPLAN 1997, 6). Mit Hilfe unterschiedlicher Fördermaßnahmen (Stützpunkttraining, Wochenlehrgänge und Wochenendlehrgänge) werden die Nachwuchsspieler an den Leistungs- und Spitzensport herangeführt (vgl . SCHEUERL 1995, 3 f.).
Im Gegensatz zum Sportverein sind Förderkader und Auswahlmannschaften als zusätzliche, der Aus - und Weiterbildung in den Vereinen ergänzende, Gruppen einzustufen. Damit die Fördermaßnahmen optimal wirksam werden, müssen sich diese nach der „Trainingsarbeit“ in den Vereinen richten, denn ein verbandsseitig geförderter Spieler bleibt in erster Linie Spieler seines Vereins (vgl. WFV - ENTWICKLUNGSPLAN 1997, 6).
Obwohl vom DFB ein schriftlich ausgefertigter Rahmentrainingsplan im ganzen bislang noch nicht herausgegeben worden ist, sind alle wichtigen Detailaspekte umfangreich über entsprechende TeiIveröffentlichungen des Dachverbandes und seiner Mitarbeiter hinreichend bekannt. Diese Detaiaspekte basieren auf folgenden Konzeptionen und Strukturplänen:
• Leistungssportentwicklungsplan II des LSB NW und dessen Fortschreibung;
• Kooperationsmodell für den Leistungssport des DSB;
• Strukturplan zur Leistungsförderung des DFB (vgl. WFV ENTWICKLUNGSPLAN 1997, 6).
3.3 Neues Talentförderprojekt beim DFB
Im November 1997 wurden auf der Präsidiumssitzung der Verbandspräsidenten in Magdeburg die „Maßnahmen zur effektiven Talentsichtung und Talentförderung im DFB“ verabschiedet (vgl. SCHOTT 1998, 22). Diese Maßnahmen beschäftigen sich mit einer intensiveren Ausbildung und Förderung der aktuellen DFB - Nachwuchsspieler sowie mit einem neuen Sichtungssystem für die A- Jugend Regionalliga.
Neues Talentförderprojekt beim DFB 27
Damit jene Maßnahmen effektiv umgesetzt werden, wurde mit Dietrich WEISE (Leiter des Talentförderprojektes), Ulli STIELIKE (U 17 u. A- Kader) und Jupp KOITKA (Torhüter) der DFB - Trainerstab erweitert (vgl. SCHOTT 1998, 22).
3.3.1 Wintertrainingslager
Um eine intensivere Förderung der Nachwuchsspieler zu gewährleisten, wurde bei guten Platzbedingungen 1998 ein 9- tägiges Wintertrainingslager in den USA durchgeführt. An diesem Trainingslager nahmen 36 aktuelle Spieler der U18 und U17, unter der Anleitung der DFB - Trainer SAMMER und STIELIKE, teil. Es wurden 10 - 12 Trainingseinheiten mit folgenden Zielen durchgeführt:
• Erarbeitung der konditionellen Grundlagen (für die 2. Halbserie);
• Verbesserung der Spielsicherheit mittels technisch - taktischer Spiel-formen;
• Schulung der individuellen Technik;
• Ausbau und Stabilisierung der Harmonie und Kameradschaft innerhalb des Teams.
In dieser Zeit wurde der Unterrichtsausfall durch 2 Lehrer kompensiert, sowie ein Arzt und 2 Physiotherapeuten mitgenommen. Diese Trainingslager müssen feste Eckpfeiler bei der Förderung auf DFB-Ebene sein, denn nur dann ist eine systematische Förderung der Nachwuchsspieler möglich (vgl. KUPFERSCHMIED / SAMMER 1998, 39).
3.3.2 Beobachtungssystem für die A- Jugend Regionalliga
Aus den unterschiedlichsten Gründen (Verletzung, unterschiedliche Entwicklung) fallen Nachwuchsspieler durch das Sichtungsnetz. Deshalb hat der DFB ein Beobachtungssystem für die 5 Staffeln der A- Jugend Regionalliga gebildet. Dieses System soll auch jenen Spielern die Möglichkeit geben, sich auch noch mit 17 oder 18 Jahren für die DFB - Maßnahmen zu empfehlen.
Neues Talentförderprojekt beim DFB 28
Für die Sichtung sind 12 Spielbeobachter (ehem. Bundesligaspieler und Trainer) verantwortlich. Sie sollen nach neuen Talenten „Ausschau“ halten und die aktuellen Nationalspieler beobachten. Im Rahmen des Beobachtungssystems wird eine Spielerdatenbank aufgebaut, um die Entwicklung der aktuellen Nationalspieler festzuhalten (vgl. BARUTTA 1998, 12).
3.3.3 Nachsichtungslehrgänge für B- Jugendliche
In den vom DFB unterstützten Landesverbänden werden Nachsichtungslehrgänge für B- Jugendliche durchgeführt. Ihnen wird die Chance eingeräumt sich für die Auswahlmannschaften zu qualifizieren. Zu diesen Lehrgängen dürfen nur Spieler eingeladen werden, die keine aktuellen Landesauswahlspieler sind (vgl. BARUTTA 1998, 12).
3.3.4 Förderung der U11 bis U12 und der U13 bis U17
Nach Initiative des DFB werden bundesweit Talentfördergruppen eingerichtet. Bei der U11 und der U12 werden pro Jahrgang ca. 270 Gruppen mit etwa 3000 Spielern gebildet. Ziel dieser Gruppen ist die Förderung im technischen Bereich. In der Altersstufe U13 bis U17 nehmen ca. 2900 Spieler in 120 Fördergruppen teil. Die Gruppen bestehen aus maximal fünf Spielern, die den Schwerpunkt der individuellen technischen Fähigkeiten und die individuelle taktische Schulung zum Inhalt haben. Diese bis zu 30 x im Jahr stattfindenden Fördermaßnahmen sollen in den Sportschulen der 21 Landesverbänden abgehalten werden. Sie werden in Absprache mit den Landesverbänden unter der Leitung von Honorartrainer durchgeführt. „Um ein einheitliches Ausbildungsniveau sicherzustellen, gibt der DFB die Trainingsinhalte vor“ (DIETRICH WEISE In: BARUTTA 1998, 12 / vgl. WESTFALEN SPORT 1999, 34).
Arbeit zitieren:
Martin Drobe, 1999, Zur Talentförderung im Deutschen Fußballbund - eine empirische Untersuchung unter Berücksichtigung von Ausprägung und Trainierbarkeit koordinativer Fähigkeiten, München, GRIN Verlag GmbH
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