Ka t h olis ch e Un iver s it ä t E ich s t ä t t , Ab t eilu n g Mü n ch en Mü n ch en
Fa k u lt ä t Religion s p ä d a gogik / Kir ch lich e Bild u n gs a r b eit 1 4 .0 3 .0 0
- Fa ch h och s ch u ls t u d ien ga n g -
Vor gelegt von :
Ma rion Dü r r
Glied er u n g 1 . E in leit u n g
2 . Die s ozia l - k ogn it ive Th eor ie n a ch Alb er t Ba n d u r a
2 .1 Bed in gu n gen d es Mod eller n en s
2 .2 Die Rolle d er Bek r ä ft igu n g b eim Mod ell
2 .3 E r zieh er is ch e Releva n z d er s ozia l - k ogn it iven Th eor ie
2 .4 Au s d er Id en t it ä t s en twick lu n g d es Neoa n a lyt ik er s E r ik E r ik s on
3 . Un t er s ch eid u n g d er Begr iffe „Vor b ild er “ - „Id ole“
3 .1 Mer k m a le von Id olen
3 .2 Mer k m a le von Vor b ild er n
4 . Vor b ild er - ges ter n u n d h eu te
4 .1 Vor b ild er fr ü h er
4 .2 Vor b ild er h eu t e
4 .2 .1 E lt er n a ls Vor b ild er
4 .2 .2 „Vor b ild qu elle“ Ma s s en m ed ien
4 .3 Die wir k lich en Vor b ild er s in d gefä h r d et
4 .3 .1 Beis p iel La d y Di - Mu t t er Ter es a
4 .3 .2 Beis p iel „For s ch u n gs p r ojek t ‚J u gen d u n d Religion ‘“
4 .4 E in m öglich er Gr u n d fü r d a s „Au s s ter b en “ wir k lich er Vor b ild er
5 . Fa zit
3
1 . E in leit u n g
In ein er Um fr a ge wu r d en 6 3 0 ju n ge ös t er r eich is ch e S ch ü ler u n d S ch ü ler inn en folgen d es gefr a gt: „Folgen d e Men s ch en s in d m ir in m ein em Leb en Vorb ild . Bit te Na m en a u fs ch r eib en u n d a n geb en , wa r u m s ie Vor b ild er s in d .“ 1 Hier ein ige An twor ten a u s d ies er Befr a gu n g:
„ Mein e Mu tt er , weil s ie S it u a t ion en m eis t er t , d ie oft a u s weglos er s ch ein en , u n d Din ge leis t et, a n d en en s ich m a n ch e Men s ch en ein Beis p iel n eh m en k ön n t en .“ (Gym n a s ia s t in , 1 6 )
„ Mu s ik er wie Bon J ovi, h a t es im Leb en zu m eh r geb r a ch t , is t glü ck lich verh eir a t et , h a t gen u g Geld u n d s p en d et a n a r m e Leu te.“ (Gym n a s ia s t in , 1 6 ) „ An it a Wa ch t er : Ich fa h r e s eh r ger n e S k i u n d ich gla u b e, d a s s s ie ein e gu te S k ifa h r er in is t , d ie d u r ch E r folge n ich t ü b er h eb lich wir k t , s on d er n im m er n a tü r lich u n d s ym p a t h is ch .“ (Gym n a s ia s t in , 1 5 )
„ Der Ba n k r ä u b er , d er d ie Per wa n ger Ra iffeis en filia le ü b er fa llen h a t u n d b is zu m jetzigen Zeit p u n k t n och n ich t gefa s s t wu r d e.“ (Gym n a s ia s t, 1 5 ) 2 S ch on a u s d ies er k lein en Au s wa h l d er An twor ten is t zu er k en n en , d a s s es ein e gr oß e Vielfa lt a n Vor b ild er n gib t. An gefa n gen von d en n a h en Ver wa n dt en b is h in zu „ fer n en “ Vor b ild er n wie z.B. d er Ba n k r ä u b er in d er let zten An t wor t . Doch wa s s in d Vor b ild er wir k lich u n d wie wer d en Vor b ild er a u s gewä h lt ? Welch e Vor b ild er ga b es fr ü h er , welch e gib t es h eu te? Au f d ies e u n d a n d er e Fr a ges t ellu n gen will ich in d en folgen d en S eit en n ä h er ein geh en .
1 Bucher, Anton A.: Renaissance der Vorbilder, in: Schmidinger, Heinrich (Hrsg.): Vor - Bilder. Realität und Illusion. Im Auftrag des Direktoriums der Salzburger Hochschulwochen als Jahrbuch herausgegeben von Heinrich Schmidinger, Graz - Wien - Köln 1996, 33.
2 Bucher, Anton A.: Renaissance der Vorbilder, in: Schmidinger, Heinrich (Hrsg.): Vor - Bilder, 34ff.
4
2 . Die s ozia l - k ogn it ive Th eor ie n a ch Alb er t Ba n d u r a
Der Ler n p s ych ologe Alb er t Ba n d u r a (geb or en 1 9 2 5 ) en t wick elte 1 9 7 9 d ie s ozia l - k ogn it ive Ler n t h eor ie, d ie s ich in n er h a lb d er Ps ych ologie a ls b es on d er s b ed eu t s a m fü r d a s Mod eller n en er wies en h a t u n d d ie ich h ier n ä h er d a r s t ellen m öch t e.
2 .1 Bed in gu n gen d es Mod eller n en s
Na ch Ba n d u r a is t ein Mod ell (=Vor b ild ) ein e Per s on , d ie ein b es t im m t es Ver h a lten od er ein e E igen s ch a ft m u s t er gü lt ig vor leb t. Die Per s on , d ie s ich jem a n d zu m Vor b ild n im m t, is t n a ch d ies er Th eor ie d er Beob a ch t er d es Mod ells , d er ver s u ch t, s ich d iejen igen E igen s ch a ft en od er Ver h a lten s weis en d es Mod ells a n zu eign en , d ie er n och n ich t (b zw. n och n ich t volls t ä n d ig) b es itzt. Welch es Mod ell vom Beob a ch ter a u s gewä h lt wir d , h ä n gt a b von d en Per s önlich k eits m er k m a len d es Mod ells u n d d es Beob a ch t er s u n d is t a u ch a b h ä n gig von d er Bezieh u n g zwis ch en Mod ell u n d Beob a ch ter . 3
S o wä h lt s ich d er Beob a ch ter m eis t ein Mod ell, d a s s ozia le Ma ch t b es itzt, a ls o s owoh l b eloh n en a ls a u ch b es t r a fen k a n n u n d d a s ih m s ym p a th is ch u n d a tt r a k t iv er s ch ein t . E b en s o wer d en b es on d er s Men s ch en m it h oh em Ans eh en b eob a ch t et u n d a u ch s olch e, d ie d ie Bed ü r fn is s e d es Ler n en d en b efr ied igen k ön n en . „ E s wer d en Mod elle gewä h lt , d ie gewin n en d e E igen s ch a ft en b es it zen , wä h r en d d iejen igen , d en en es a n gefä lligen Ch a r a k ter zü gen feh lt , gewöh n lich ign or ier t od er a b geleh n t wer d en .“ 4
Von S eit en d es Beob a ch ter s b egü n s t igen Per s ön lich k eits m er k m a le wie fehlen d es S elb s t ver t r a u en u n d ger in ge S elb s t a ch t u n g d ie Au fm er k s a m k eit gegen ü b er s ein em Mod ell. Der Beob a ch t er s u ch t s ich m eis t s olch e Mod elle, d ie in d en Ver h a lt en s weis en , in d en en s ich d er Beob a ch t er u n s ich er fü h lt , S t ä r - 3 vgl.Hobmair, Hermann (Hrsg.): Pädagogik / Psychologie für die berufliche Oberstufe, Band 1, Köln 1998, 238.
4 Hobmair, Hermann (Hrsg.): Pädagogik / Psychologie, 239.
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Arbeit zitieren:
Marion Dürr, 2000, Vorbilder, München, GRIN Verlag GmbH
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