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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Die Quellenlage 3
3. Herkunft und Ansässigkeit der Sachsen 4
4. Standesorganisation der Sachsen 5
5. Die Anfangsphase. 6
6. Die Hochphase der Auseinandersetzungen 9
6.1 Verschärfung des Kampfes unter Widukind 11
7. Abschwächung in der Intensität der Auseinandersetzung 15
8. Abschlussbetrachtung - Zusammenfassung der Gründe für den massiven
Widerstand der Sachsen 17
9. Literaturverzeichnis. 19
Quellen : 19
Forschung : 19
10. Anlage. 21
Das Frankenreich Karls des Großen 21
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1. Einleitung
Die Niederringung der Sachsen, der größten noch außerhalb des fränkischen Reiches ansässigen germanischen Völkerschaft Mitteleuropas, bereitete Karl dem Großen (742-814) die wohl größten und langwierigsten 1 (768-814). Die Sachsenpolitik Karls war Schwierigkeiten seiner Amtszeit
nicht ein von gerader Linie bestimmter vorgeplanter Ereigniszusammenhang - vielmehr ist sie oft durch spontane Reaktion auf bestimmte Ereignisse in wechselnden Phasen mit verschiedener Intensität und mit Unterbrechungen geprägt gewesen.
Der Krieg gegen die Sachsen war, wie es Einhard, der Hofbiograph Karls des Großen feststellte, „der langwierigste, grausamste und für das Fran- 2 kenvolk anstrengendste Krieg, den es je geführt hat“ . Vieles spricht dafür,
daß sich Karl anfangs nicht bewußt war, auf was er sich eingelassen hatte und dass er die Widerstandsfähigkeit seiner Gegner unterschätzte. Dieses Land jenseits von Rhein und Limes war, außerhalb des römischen Imperiums liegend, nie im Blickpunkt der damaligen Fernhandelsinteressen, so daß eine Kaufmannschicht fehlte, der sich nähere Infomationen hätten ent- 3 locken lassen . Es hat nicht an Situationen gefehlt, bei denen Karl sich seines Erfolges nicht mehr sicher sein konnte und der Ausgang wahrlich auf des „Messers Schneide stand“. Dieser Umstand kann auch eine Erklärung für die Härte Karls sein, die unter den gegebenen Umständen als Panikre- 4 aktion verstanden werden kann. Mit eiserner Zunge predigend , hat er mit
Energie und Zielstrebigkeit, zäh und teilweise stark unterjochend, sein Ziel verwirklicht. Die Sachsenkriege sind das einzige Ereignis unter der Herr- 1 Hilsch,Peter: Mittelalter. Grundkurs Geschichte II, hrsg. von Pedro Barceló. 2. überarb. Aufl.
Frankfurt am Main 1989, S. 55.
2 Einhardi Vita Karoli Magni, hrsg. v. Oswald Holder-Egger, in: MGH SS rer. Germ.25, Hanno-
ver/Leipzig 1911 (ND 1940,1947), c.7: Quo nullum neque prolixius neque atrocius Francorumque
populo laboriosius susceptum est.
3 Kahl, Hans-Dietrich: Karl der Große und die Sachsen. Stufen und Motive einer historischen „Es-
kalation“, in: Politik, Gesellschaft, Geschichtsschreibung. Gießener Festgabe für Frantisek Graus,
hrsg. von H. Ludat und R. Chr. Schwinges, Köln - Wien 1982, S. 49-130, S. 61.
4 Erconrads Translatio s. Liborii, hrsg. von Alfred Cohausz (Studien und Quellen zur westfälischen
Geschichte 6), Paderborn 1966, c.5: ferrea lingua.
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schaft Karls, von dem wir hören, daß es als Motiv für einen Bildschmuck an repräsentativer Stelle gedient hat, nämlich in der wichtigen karolingischen 5 Winterpfalz zu Ingelheim . Das Christentum in unserem Lande geht im we-
sentlichen auf Karls Initiativen und deren Auswirkungen zurück, sein Wirken beeinflußte auch Jahrhunderte nach seinem Tod noch immer die Gesellschaft.
Historisch bemerkenswert ist sicherlich die Tatsache, dass die Sachsen bereits ein Jahrhundert nach der Unterwerfung und der letztendlich gewaltsamen Eingliederung in das Frankenreich mit der Dynastie der Ottonen die deutschen Könige und Kaiser stellten.
2. Die Quellenlage
Anhand der „Annales regni Francorum“, den offiziellen fränkischen Reichsannalen, können wir die Ereignisse von 741 bis 829 nachvollziehen. Die Annalen stehen in unmittelbarer zeitlicher Nähe zu den Geschehnissen der Sachsenkriege, die Ereignisse werden in kurzer Form jährlicher Aufzeichnungen zusammengefaßt. Aufgrund der Nüchternheit und Sachlichkeit der Quellen fehlen Hinweise über Motive, Pläne und Denkweisen der handelnden Personen. Hierüber könnte z.B. die „Vita Karoli“ des Augenzeugen Einhard Aufschluß geben. Dabei muß allerdings beachtet werden, daß hier nicht neutrale Berichterstattung, sondern eine oft einseitige, Karl verherrlichende Darstellung abgeliefert wurde. Die große Schwierigkeit, die Sachsenkriege objektiv zu bewerten, besteht vor allem darin, daß sächsische Schriftzeugnisse für diese Zeit nicht existieren. Dadurch, daß die sächsische Gesellschaft unter Karl dem Großen eine schriftlose war, können wir nur die Hilfswissenschaft der Historiker - die Archäologie - zu Rate ziehen. Diese kann anhand von Sachzeugnissen aus Gräbern oder Siedlungen wertvolle Hinweise über religiöse Denkweisen oder Stammesordnungen
5 Kahl: Karl der Große und die Sachsen, S. 52.
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geben. Die ersten schriftlichen sächsischen Quellen stammen aus der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts, wie z.B. die Vita des angelsächsischen Missionars Lebuin oder die aus der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts entstandene Sachsengeschichte des Widukind von Corvey. Sächsische Chronisten betonen besonders die Missionierung bzw. Christianisierung der Sachsen als Kriegsmotiv Karls, andere wie z.B. Einhard nennen militärische und strafende Annexion gegen die „untreuen“, „perfiden“ Sachsen als Motivation.
3. Herkunft und Ansässigkeit der Sachsen
Die Sachsen mit ihren großen Untergruppen, den Engern, Westfalen, Ostfalen und Nordalbingiern, siedelten zur Zeit Karls des Großen in einem Gebiet, das sich vom Rhein bis zur Elbe, von der Eider bis zur Unstrut und zu den Mittelgebirgen, also über die gesamte Nordwestdeutsche Tiefebene 6 erstreckte .
Erstmals erwähnt wurden die Sachsen in der Geschichte des alexandrinischen Geographen Ptolemaeus (also um die Mitte des 2.Jhd.) als im heuti- 7 gen Holstein an der unteren Elbe gebietsansässig .
Im fünften und sechsten Jahrhundert hat dieser Stamm im Bunde mit den Angeln England erobert und schon vorher Teile der nordfranzösischen Küsten besetzt. Aber auch gegen Thüringer (zusammen mit den Merowingern 531) oder gegen die Boruktuarier wurde gekämpft. So dehnten sie sich immer weiter nach Süden hin aus, bis sie um das Jahr 700 die Lippe überschritten hatten. Daraufhin wurden sie direkte Nachbarn der Franken in einem strategisch nicht unwichtigem Gebiet, so dass sich die Konflikte
6 Angenendt, Arnold: Das Frühmittelalter: die abendländische Christenheit von 400-900. Stuttgart-
Berlin-Köln 1990, S. 51.
7 Lintzel, Martin: Der sächsische Stammesstaat und seine Eroberung durch die Franken. Histori-
sche Studien Heft 227. Berlin 1933, S. 5.
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mehrten (u.a. hatte schon Karls Vater Pippin einige sächsische Gaue durch Grenzkonflikte eingenommen).
Der sächsische Selbstbehauptungswille reagierte nach den sich steigernden Konfrontationen mit den Franken aggressiv auf alles Christliche. So wurden z.B. die beiden Ewalde, zwei Missionare aus dem Umkreis Wil-librords, nach ihrer Identifizierung als Christenpriester vor dem Jahr 700 erschlagen. Suidberth, der ebenfalls vor den Sachsen im Jahre 693 fliehen mußte, gab der Rheininsel Suidbertswerth (Kaiserswerth) seinen Namen, indem er dort ein Kloster gründete. Die Missionierung nach angelsächsischem Vorbild scheiterte für diese Region völlig.
4. Standesorganisation der Sachsen
Bereits vor dem Einsetzen der fränkischen Eroberungszüge lassen sich bei den Sachsen Ansätze einer sozialen Differenzierung in der Gesellschaft erkennen. Abgesandte aus den in Gaue untergliederten Heerschaften (West-, Ostfalen, Engern und Nordleuten) stellten Vertreter der Freien (Frilinge), der Hörigen (Lazzen) und des Adels (Edelinge) ab, die sich jährlich einmal in Marklo an der Weser (wohl südlich der Porta Westfalica) versammelten, um über alle wichtigen politischen Fragen zu beraten. Dort wurden auch rechtliche Angelegenheiten und Gesetze erörtert. Diese Art Volksversammlung fasste auch Beschlüsse über mögliche Heereszüge. Im Falle eines Krieges wurde für dessen Dauer einer der Satrapen (Vorsteher eines Aufgebotsbezirkes) zum Anführer bestimmt. Der englische Benediktiner Beda bemerkte in seiner Kirchengeschichte im ersten Drittel des 8. Jahrhunderts: „Diese Altsachsen haben nämlich keinen König, sondern viele Satrapen, die an der Spitze ihres Stammes stehen und im wichtigen Au- genblick eines Kriegsausbruches untereinander das Los werfen [...]; wenn
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2001, Die Unterwerfung und Annexion Sachsens unter Karl dem Großen, München, GRIN Verlag GmbH
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