Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 3
1 Zur Definition von Global Cities. 4
1.1 Stadtentwicklung im Zeitalter der Globalisierung. 4
1.2 Konvergente oder divergente Stadtentwicklung? 5
1.2.1 Die Konvergenzthese der Stadtentwicklung 6
1.2.2 Die Divergenzthese der Stadtentwicklung 6
1.2.3 Anmerkungen zu den Thesen von Konvergenz und Divergenz 6
2 Paris - eine Global City? 7
2.1 Paris als städtisches Zentrum 7
2.1.1 Zentrum und Umland 9
2.1.2 Die Folgen 10
2.1.3 Konvergente und divergente Stadtentwicklung in Paris 12
2.2 Paris als politisches Zentrum. 14
2.3 Paris als Wirtschaftszentrum 15
2.3.1 Industrie 16
2.3.2 Dienstleistungen 17
2.3.3 Tourismus 19
2.4 Paris als Finanzzentrum 20
2.4.1 Eigenschaften und Anforderungen 20
2.4.2 Die Bedeutung der Pariser Börse 21
3 Fazit 24
4 Literatur. 25
3
1 Zur Definition von Global Cities
"Global Cities sind zentrale Standorte für hochentwickelte Dienstleistungen und Telekommunikationseinrichtungen, wie sie für die Durchführung und das Management globaler Wirtschaftsaktivitäten erforderlich sind. In ihnen konzentrieren sich tendenziell auch die Konzernzentralen insbesondere von Unternehmen, die in mehr als einem Land tätig sind." 1
"Beyond their sometimes long history as centers for world trade and finance, some cities now function as command points in the organization of the world economy, as sites for the production of innovations in finance and advanced services for firms, and as key marketplaces for capital." 2
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"Globalisierung ist ein dynamischer Prozess, der, ausgelöst durch Änderungen der politisch-ökonomisch-technischen Rahmenbedingungen, die wirtschaftliche
Bedeutung nationaler Grenzen geringer werden lässt. Die hierdurch ausgelöste Intensivierung des internationalen Wettbewerbs führt zu einer intensiveren Nutzung der Möglichkeiten internationaler Arbeitsteilung. Hierduch verbessert sich der weltweite Einsatz der Ressourcen laufend, es entstehen neue Chancen und Risiken." 3
Unter dem Begriff der Globalisierung können somit weltweite Verflechtungen zusammengefaßt werden. Regionalisierung und Lokalisierung beziehen sich dementsprechend auf regionale bzw. lokale Verflechtungen und Entwicklungen.
1 SASSEN, S. (1996): S. 39
2 SASSEN, S. (1991): S. 337 f.
3 KOCH (2000): S. 5
4
Zunehmender Wettbewerb Spezialisierung und Konzentration Zunehmende Transparenz Beschäftigungswirkungen Verteilungsprobleme Auswirkungen auf die Umwelt
Der Hauptgrund für die Veränderungen, die durch die Globalisierung entstehen, liegt im technischen und ökonomischen Wandel. So stellt KORFF fest: "Globalisierung ist mit der Entstehung neuer Technologien verbunden." 5
Globalisierung - auf wirtschaftliche Abläufe bezogen - bedeutet, daß diese mit zunehmender Internationalisierung immer weiter standardisiert werden. Das wirft die Frage auf, ob Städte mit globaler Bedeutung - Global Cities - auch Entwicklungen ähnlich einer "Standardisierung" unterworfen sind. Zu diesem Sachverhalt gibt es zwei entgegengesetzte Standpunkte. .RQYHUJHQWHRGHUGLYHUJHQWH6WDGWHQWZLFNOXQJ"
In den 70er Jahren lebte eine Kontroverse darüber auf, „...ob global gesehen
Wachstum und innere Differenzierung der Städte NXOWXUDEKlQJLJ RGHU NXOWXUXQDEKlQJLJ vor sich gehen." 6
Die Diskussion ist aufgrund der Komplexität des Themas der Stadtentwicklung heute immer noch nicht abschließend geklärt. Dies zeigt sich in zwei entgegenstehenden Thesen. 7
4 KOCH (2000): S. 89 ff.
5 KORFF (1996): S. 120
6 HOFMEISTER (1996): S. 3
7 vgl. STRATMANN (1999): S. 124 f.
5
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Die Konvergenzthese der Stadtentwicklung geht davon aus, daß alle Metropolen der Welt dieselben Entwicklungsstadien durchlaufen und sich schließlich mehr oder weniger gleichen. Diese Entwicklung ist dabei von den Ausgangsbedingungen, vor allem was den kulturellen Hintergrund betrifft, unabhängig. Die Grundlage dieser These bezieht sich auf die durch die Industrialisierung und gesellschaftliche Modernisierung ausgelösten Prozesse, insbesondere die zunehmende globale Verbreitung gleichartiger Technologien, die Abhängigkeit vom Weltmarkt, die standardisierenden Effekte der internationalen Arbeitsteilung und der globalen Kapitalflüsse.
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Die Divergenzthese der Stadtentwicklung hält dagegen die Entwicklung von Städten in erster Linie für ein kulturabhängiges Phänomen. Jeder Kulturraum besitzt eine spezifische, einzigartige historisch-kulturelle Entwicklung. Deswegen wird es nach dieser These nicht zu einer weltweit gleichartigen Entwicklung der Stadtstruktur kommen.
Offensichtliche Ähnlichkeiten von Städten beruhen demnach auf unterschiedlichen, nicht sichtbaren, aber umso bedeutsameren Prozessen, Mechanismen und Strukturen ökonomischer, sozialer, politischer und institutioneller Art. Man kann daher aus einem ähnlichen Erscheinungsbild von Städten nicht automatisch auf eine sich angleichende Entwicklung schließen.
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Allgemein gilt, daß die Entwicklung von Städten und Gesellschaften in enger Beziehung zueinander steht. Umstritten ist aber der Umfang und die Bedeutung der kulturellen Besonderheiten und deren Auswirkungen auf die Entwicklung von Städten und Gesellschaften.
6
Das Modell einer weltweiten Konvergenz mit verschiedenen Stadien der Stadtentwicklung wird von manchen Autoren mit der Evolutionstheorie von Charles Darwin verglichen. Danach werden sich die Entwicklungsländer mitsamt ihren Metropolen langfristig zu modernen, westlichen industrialisierten Gesellschaften entwickeln. Dabei werden nur die Städte und Gesellschaften "überleben", die sich den veränderten globalen Rahmenbedingungen anpassen können ("survival of the fittest").
Dieser Position steht das Argument entgegen, daß die kulturellen und historischen Besonderheiten und Eigenheiten der Länder so heterogen sind, daß es nicht zu einer voraussagbaren Entwicklung in bestimmten Phasen kommen muß. Doch selbst wenn einzelne Länder die gleichen Phasen durchlaufen sollten, sind die Auswirkungen in Grad und Ausmaß maßgeblich geprägt vom jeweiligen Kulturraum und schon aus diesem Grund unterschiedlich.
2 Paris - eine Global City?
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"Paris ist keine einfache Hauptstadt, es ist eine K\SHUFDSLWDOH. Es ist eine Hauptstadt
in jedem Sinne des Begriffs" 8
Die Agglomeration Paris ist mit über 10 Millionen Einwohner (1995) der größte Verdichtungsraum Frankreichs und hat fast siebenmal soviele Einwohner wie der nächstgrößte Raum Lyon (knapp 1,6 Mio Einwohner). 9 Solche Primatstadtstrukturen sind in den westlichen Industrienationen beispiellos und finden sich sonst nur in bestimmten Entwicklungsländern.
Die Rolle, die Paris im Verbund weltweiter Städtenetzwerke einnimmt, kann man nicht mit absoluter Genauigkeit und Gültigkeit festmachen, sondern nur anhand
8 zitiert nach BRÜCHER (1992): S. 57
7
Arbeit zitieren:
Bernd S. Wolff, 2001, Paris als Global City, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
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