Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Textkritik 4
3 Literarkritik 6
3.1 Textabgrenzung 6
3.1.1 Bestimmung des Beginnes des Textes 6
3.1.2 Bestimmung des Endes des Textes 6
3.2 Literarkritische Darstellung 6
3.3 Überprüfung der Kohärenz 10
3.3.1 Logisch - inhaltliche Störungen 10
3.3.2 Semantische Störungen 11
3.3.3 Syntaktisch - stilistische Störungen 11
3.4 Auflistung von möglichen Grundschicht(en) und Redaktionen 11
4 Überlieferungskritik 15
5 Form- und Gattungskritik 16
5.1 Sitz im Leben 17
6 Motiv- und Traditionskritik 18
7 Redaktions- und Kompositionskritik 18
7.1 Einordnung der Ergebnisse in ein Modell der Entstehungshypothesen 23
8 Schluss 23
9 Literaturverzeichnis 25
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1. Einleitung
Ziel einer Hausarbeit soll es sein, sich einer bestimmten Fragestellung schriftlich in relativ kurzer und prägnanter Weise anzunähern und einen Lösungsansatz herauszuarbeiten. Grundlage der Untersuchungen dieser Hausarbeit ist Genesis 3 „Der Fall des Menschen“. Im Folgenden will ich mich gemäß der Arbeitsschritte der historisch - kritischen Methode der Exegese an dieses Kapitel heranwagen.
Zu Beginn möchte ich darauf verweisen, dass die Übersetzung von Gen 3 zusammen mit einer entsprechenden tabellarischen Gegenüberstellung des hebräischen Textes aus der Biblia Hebraica Stuttgartensia im Anhang beigefügt ist. Aus diesem Grunde verzichte ich neben der Textdarstellung im Anhang auf eine gesondert aufgeführte Übersetzung innerhalb dieser Arbeit.
Da es herauszustellen gilt, ob und welche Zufügungen der Text erfahren hat, werde ich den Text in Bezug auf Grundschicht(en) und Redaktion(en) farblich an den jeweiligen Stellen im Anhang kennzeichnen.
In den nächsten Zeilen skizziere ich in großen Abschnitten die methodischen Schritte, die es zur Erstellung dieser Hausarbeit benötigt.
Die Textkritik soll dazu beitragen auf andere Textzeugen und somit auch auf Textvarianten aufmerksam zu machen. Somit soll es nach Abwägung ermöglicht werden, unter Einbezug des vorliegenden Masoretentextes, sich dem „Urtext“ der Perikope anzunähern und diesen zu rekonstruieren.
Mit Hilfe der Literarkritik soll mittels der Kohärenzprüfung der Text auf Einheitlichkeit oder Uneinheitlichkeit untersucht und etwaige Besonderheiten, Auffälligkeiten und mögliche Störungen aufgezeigt werden, die im Text enthalten sind und auf (inhaltliche) Brüche schließen lassen. Die Literarkritik ist Hauptwerkzeug zur Schichtung der Ergebnisse bezüglich Grundschicht(en) und Zufügungen.
Da ein Text in gewissem Maße eine Vor-geschichte hat, die sicherlich zuerst auf der mündlichen Ebene tradiert worden ist, gilt es sich über die Überlieferungskritik diesem Stadium anzunähern.
Bei der Untersuchung des Textes beschäftigt sich die Form- und Gattungskritik mit der soziokulturellen Ansiedlung der Perikope und versucht den konkret vorliegenden Text, wenn man so sagen möchte, einer Ordnung gleich ausgerichteter Texte, kurz: einer Gattung zuweisen.
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Der Herausarbeitung der inhaltlichen Ausrichtung des Textes, des Motivs, und die Aufzeigung möglicher Textparallelen, der Tradition, hat sich die Motiv- und Traditionskritik verschrieben. Aus diesen Traditionslinien können natürlich Rückschlüsse auf die Vorgeschichte des Textes gezogen werden, siehe dazu die Überlieferungskritik. Die Redaktions- und Kompositionskritik rundet die Ergebnisse in Hinblick auf die Fragestellung ab, ob der Text einer Feder entspringt oder im Laufe seines Gebrauches Änderungen oder Zufügungen erfahren hat.
Eine abschließende Betrachtung der Ergebnisse wird im achten Kapitel der Hausarbeit gegeben werden.
2. Textkritik
V.1 eventuell ist das die Frage einleitende Wort @a; … mit dem Artikel zu lesen V.2.a Der
Codex Alexandrinus der Septuaginta und V.2.b der syrische Text lesen jeweils noch (von) allen Bäumen. V.3.a Samaritanus fügt das hebräische Demonstrativpronomen hinzu: „dieses (Baumes)“. V.6.a fehlt in der Septuaginta und der Vulgata. V.6.b Samaritanus und Septuaginta lesen andere Endung, d.h. sie lesen „und sie aßen" es wird der Plural des Verbs verwendet, anstelle des Singulars „er aß. V.7.a Einige Handschriften des Samaritanus, der Septuaginta, des Targums, des Targum Pseudo - Jonathae und der Vulgata lesen eine andere Form. V.10.a Die syrische Version liest eine andere Form. V.14.a-a vielleicht handelt es sich um einen hinzugefügten Ausdruck bei W hm' ê he B. h; -lK' mi . V.16.a nach Samaritanus, Septuaginta, der
syrischen Version und der Vulgata ist hier mit Waw - Anschluss zu lesen. V.16.b nach Samaritanus vielleicht mit einer anderen Form zu lesen. Septuaginta liest, wenn man dieses wiederum ins Hebräische überträgt, anderem Vokabular. V.16.c Samaritanus liest eine andere Form, d.h. hier ist dem Wort noch ein Waw und ein Nun hinzugefügt. V.17.a abgewandelt zu lesen, d.h. Korrektur des Waw - Anschlusses mit Waw + Schwa anstelle von Schureq. V.17.b in einer anderen Form zu lesen, d.h. Korrektur des Verbs von „essen“ zu „arbeiten“. V.21.a Verweis auf V.17.a, d.h. abgewandelt zu lesen. V.24.a Septuaginta fügt „ihn“ auv to. n hinzu. V.24.b Septuaginta fügt „und befahl“ kai. e; taxen hinzu.
Über die Aufschlüsselung des textkritischen Apparates soll nun der Bogen hin zur Bewertung der einzelnen Anmerkungen geschlagen werden. Dabei soll unterschieden werden zwischen den Anmerkungen, die das grundsätzliche Textverständnis beeinflussen könnten und Bemerkungen, die dem Textverständnis nicht im Wege stehen.
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V.1. Der Artikel verändert das Fragepronomen nicht in Hinblick auf das Textverständnis.
V.2.a und V.2.b Dies lässt den Rückschluss zu, dass sie den Eindruck vermitteln, dass Wert
auf die Aussage gelegt war, „von allen Bäumen des Gartens“, was jedoch dem grundsätzlichen Textverständnis nicht im Wege steht. V.3.a auch hier handelt es sich um nur
um eine erläuternde Ergänzung. V.6.a Das Fehlen ist zu verschmerzen, da der Bezug
innerhalb des Textes trotzdem geklärt ist und die Aussage verstanden werden kann. V.6.b Dieses ist eventuell als Anglättung zu verstehen, um so den Fokus auf die gemeinsame Handlung von Mann und Frau zu legen, die dem Leser zwangsläufig bekannt ist. V.7.a es wird Plural constructus gelesen, da Laub aber ein Sammelbegriff ist, spielt dies hier keine tragende Rolle. V.14.a-a beim Textverständnis eher nebensächlich 12 V.16.a lediglich Frage nach Anbindung; kein verändertes Textverständnis, kürzere Lesart zu bevorzugen V.16.b Septuaginta übersetzt mit „seufzen, stöhnen“, im Kontext der Schwangerschaft aber weiterhin sinnvoll und keine große Abänderung des Textsinns. Die Umschrift ins Hebräische belegt weiterhin „seufzen“. Eventuell liegt ein Abschreibefehler zwischen „Gimel“ und „Resch“ vor V.16.c es liegt eine grammatische Anpassung zum Plural vor. Auch hier tritt kein
Verständnisproblem auf. V.17.a Es handelt sich um eine grammatische Korrektur, die das
Verständnis des Textes nicht einschränkt. V.17.b Das Verständnis bleibt grundsätzlich gleich,
nur wird die Beschaffung der Nahrung deutlich beschwerend verschärft. Bei genauerer Betrachtung der Vokalisation könnte auch hier ein Abschreibefehler, eine Verwechslung von Buchstaben vorzufinden sein. V.24.a und V.24.b Die Hinzufügung der Septuaginta sind zum
Textverständnis unnötig; wenn allerdings auv to. n gesetzt wird, dann muss zum weiteren Verständnis kai. e; taxen folgen.
Grundsätzlich wird deutlich, dass die Anmerkungen des textkritischen Apparates das Textverständnis nicht nachhaltig belasten; auch ohne sie sollte erkennbar sein, um was es an den entsprechenden Stellen inhaltlich geht.
1 Verweis 5.1 Sitz im Leben: durch mögliche Hinzufügung Hinweis auf soziokulturellen Bereich des Textes, die
Landwirtschaft, ggf. Viehwirtschaft
2 Verweis 7. Redaktions- und Kompositionskritik
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3. Literarkritik
3.1 Textabgrenzung
3.1.1 Bestimmung des Beginnes des Textes
Während Gen 1 und 2 den Ablauf von Schöpfung und Erschaffung der Welt je eigen beschreiben und darin enden, dass Mann und Frau auch in ihrem Ursprung bzw. ihrer Herkunft eingeführt werden, setzt nun Gen 3 in einer neuen (inhaltlichen) Handlung ein und ermöglicht so die Trennung zwischen Gen 2,25 und Gen 3,1. Dies wird auch durch Einführung der Schlange als neuen Handlungsträger erkennbar, die zuvor noch völlig unbekannt ist.
3.1.2 Bestimmung des Endes des Textes
Auffallend ist hier besonders, dass die Textabgrenzung wieder aufgrund einer neuen Personeneinführung erleichtert wird. Ist es zu Beginn die Schlange, so führt Gen 3,24 die Figur der Cherubim ein, die auch in ihrer Funktion einen inhaltlichen Widerpart zur Schlange einnehmen. So kann Gen 3,24 den hier auszuwertenden Text klar gegen Gen 4,1 abgrenzen, da dieses Kapitel wiederum eine neue Handlungsgeschichte und Person einführt.
So ergibt sich ein abgeschlossener Handlungsrahmen des Textes, beginnend Gen 3,1 und endend Gen 3,24.
3.2 Literarkritische Darstellung
Ich möchte mich nun der literarkritischen Auswertung von Gen 3 widmen und Vers für Vers analysierend darstellen; danach der systematischen Überprüfung und Auflistung etwaiger Kohärenzstörungen des Textes.
Einleitendes Signal von Gen 3 ist sicherlich, wie bereits unter 3.1.1 erwähnt, die Vorstellung der Schlange als einen der Handlungsträger des Textes. Dabei stößt der Leser unweigerlich auf die Benutzung des Komparatives hd< ê F' h; tY: å x; ‘ lKo mi ~Wrê [' ' , der besagt, dass die Schlange
„schlauer als alle Lebewesen des Landes“ ist (Gen 3,1) und so die Wahl der Schlange für diesen Text begründend rechtfertigt.
Auffallend ist, dass alle relevanten Substantive des Verses durch den Artikel determiniert vorliegen. So werden neben der Schlange vx' N" h; auch die Frau hV' ê ai h' ä und Gott als Schöpfer
mit dem Namenskompositum ~yhi _ l{ a/ hw" å hy> dem Leser vorgestellt. In Vers 1 ist eine
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abgeschlossene interrogative Rede der Schlange an die Frau gegeben. Auf grammatikalischer Ebene beginnt Gen 3,1 durch einleitenden Gebrauch der Suffixkonjugation. Vers 2 schließt durch Gebrauch der Waw-PK als narratives Folgetempus an den Einführungsvers des Textes an. Die Determination setzt sich fort. Es kommt zur erläuternden Antwort der Frau, die sich aber (in konkretisierender Form) auf Gen 3,3 hinüberstreckt. Alle Bäume des Gartens stehen „ihnen“, wie es zunächst im Text steht, zur Verfügung.
Gen 3,3 klärt auf, dass allein von !G" h; -%AtB. rv< å a] é #[e h' yrI å P. mi W, d.h. von „den Früchten des
Baumes, der in der Mitte des Gartens (ist)“, nicht zu essen erlaubt ist. Erkennbar sind die
Verwendung eines Nominalsatzes und eine andere Bezeichnung Gottes durch alleinigen Gebrauch von ~yhi ª l{ a/ . Er sprach das Verbot aus. Mit Vers 3 endet zunächst die Rede der
Frau.
Der narrative Erzählcharakter bleibt auch in Gen 3,4 erhalten, sowohl in Hinblick auf Inhalt, wie auch grammatische Struktur. Die Schlange antwortet. Determination wird beibehalten. Gen 3,5 hat in Bezug auf Gen 3,4 konsekutiven Charakter. Auffallend ist die wiederholte Verwendung der Gottesbezeichnung ~yhi ê l{ a/ und daneben die Tatsache, dass der Satz sowohl
mit einer Partizipialkonstruktion beginnt, als dass er auch mit einer solchen abschließt. Beide Male ist das Partizip von „erkennen“ ([; dE ä yO und y[e Þ d> yO ) ) gebraucht, welches
gleichzeitig die besondere Aussage des Satzes betont, nämlich die Möglichkeit zu erhalten ~yhi ê l{ aKe ( , d.h. wie Elohim, zu werden. Der „Frage-Antwort-Modus“ endet vorerst.
Gen 3,6 leitet mit dem Folgetempus ein, sodass sich auch hier der Anschluss an den vorherigen Vers zeigt. Es kommt erstmalig zu einer konkreten Handlung: die Frau handelt nach der Aussage (aber: nicht nach der Aufforderung) der Schlange und nahm (hebr. Ayà r> Pi mi
xQ: ï Ti w: ) ). Als neue Person wird der Mann (hier: iš) eingeführt, der im bisherigen Verlauf des
Textes noch nicht aufgetreten ist, allerdings aus Gen 2 bekannt ist.
Durch Konjunktion schließt Vers 7 an und stellt den Ergebnismoment dar. Die Aussage der Schlange scheint sich zu bewahrheiten. Determination lässt sich vorfinden. Ein Teil -Vers ist mittels Nominalsatz gebildet, inhaltlich setzt sich dieser mit dem Nackt - Sein auseinander. Grammatikalisch schließt Gen 3,8 an, allerdings ist der Satz aufgetrennt durch Verwendung eines Partizipialsatzes. Determination wird beibehalten, die Handlung verläuft weiter. Die Bezeichnung des Mannes wechselt jedoch zu ~d" _ a' h' . Gott tritt erstmals im Text aktiv auf;
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Arbeit zitieren:
Marc Sprungmann, 2007, Anwendung der Historisch–Kritischen Methode an Genesis 3 „Der Fall des Menschen“, München, GRIN Verlag GmbH
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