Gliederung
1. Einleitung 3
2. Gibt es Hinweise auf eine veränderte Standortbewertung (Reurbanisierung)? 3
2.1 Statistische Hinweise? 3
2.1.1 Verstädterung 5
2.1.2 Bevölkerungsentwicklung 6
2.1.3 Beschäftigtenentwicklung 7
2.1.4 Wanderungsentwicklung 8
2.1.5 Fazit 9
2.2 Sichtbare Hinweise 10
3. Gründe für die veränderte Bewertung von Kernstadt und Umland 11
3.1 Veränderungen der Wirtschaftsstruktur 13
3.2 Veränderungen der Bevölkerungs- und Sozialstruktur 15
3.3 Stadterneuerungsmaßnahmen 17
3.4 Fazit 19
4. Ausblick 19
5. Literatur 22
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1 : Abgrenzung der BBR - Stadtregionen. 4
Abb. 2 : Anhaltender Verstädterungsprozess - Stadtregionen 1996 und 2004
im Vergleich. 5
Abb. 3 : Bevölkerungsentwicklung in Stadtregionen 1997 bis 2004 . 6
Abb. 4 : Kleinräumige Bevölkerungsentwicklung in wachsenden/ schrumpfenden
Kernstädten 1993 bis 2004 . 6
Abb. 5 : Beschäftigtenentwicklung in Stadtregionen 1997 bis 2004 . 7
Abb. 6 : Beschäftigtenentwicklung in Stadtregionen mit wachsender/schrumpfender
Kernstadt 1997 bis 2004 . 7
Abb. 7 : Wanderungssaldo 1997 bis 2004 . 8
Abb. 8 : Stadt-Umland Wanderungssaldo der Kernstädte 1993 bis 2004 . 9
Abb. 9 : Erwerbstätige nach Wirtschaftsbereichen. 13
Abb. 10 : Dynamik der Arbeitsplatzentwicklung. 14
Abb. 11 : Haushaltsgrößen 1950 und 2004 . 15
Abb. 12 : Stadtentwicklungspotenziale des demographischen Wandels. 20
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1. Einleitung
Die Kernstadt-Umland Beziehungen waren in den letzten Jahrzehnten vor allem durch Suburbanisierung gekennzeichnet, also durch die "Zunahme des Umlandanteils bzw. Abnahme des Kernstadtanteils der Bevölkerung und Beschäftigung in städtischen Räumen bei gleichzeitiger Veränderung der Siedlungs-, der Wirtschafts-, der Bevölkerungs- und der Sozialstruktur in Kernstadt und Umland" (GAEBE 2004: 63). Auf Grund von verstärkten Agglomerationsnachteilen in der Stadt zog und zieht es sowohl Bevölkerung, Gewerbe, als auch Einzelhandelsunternehmen weiterhin ins Umland und auf die „Grüne Wiese“. In jüngster Zeit mehren sich allerdings Thesen zu einer "Renaissance der Städte" als Wohn- und Geschäftsstandort. Im Folgenden soll nun der Frage nachgegangen werden, inwiefern es Hinweise auf eine solche veränderte Standortbewertung der Kernstädte gibt und wenn ja warum.
2. Gibt es Hinweise auf eine veränderte Standortbewertung
(Reurbanisierung)?
Der Kernstadt als Wohnstandort haftete in der Vergangenheit stets ein gewisses Negativimage an. Neben der verstärkten Verdrängung des Wohnens durch tertiäre Nutzungen verloren die verbliebenen innenstadtnahen Wohngebiete oftmals rapide an Ansehen. Durch die Suburbanisierung zogen die ökonomisch potenteren Haushalte ins Umland, zurück blieben vor allem sozial schwache Gruppen wie Arme, Arbeitslose, Ausländer und Auszubildende, die auf Grund ihrer finanziellen und gesellschaftlichen Position in der Wahl ihres Wohnstandortes nicht sehr mobil sind. Dies führte nicht selten zu sozialen Konflikten und weiterer Abgrenzung. Die Innenstadt als Wohnstandort für die gehobene Mittelschicht schien ausgedient zu haben. Setzt sich diese Suburbanisierungs- und Entmischungswelle der letzten Jahrzehnte weiter fort, oder erfährt die Kernstadt in der jüngsten Zeit einen positiven Imagewandel? Ob es tatsächlich Hinweise auf eine veränderte Bewertung der Kernstadt gibt, soll im Folgenden erörtert werden.
2.1 Statistische Hinweise?
Um die Frage nach einer statistisch belegbaren Reurbanisierung zu beantworten interessieren natürlich die Bevölkerungs- und Beschäftigtenentwicklung und im besonderen Maße die Wanderungsbewegungen, als Indikatoren für Standortattraktivität, sowohl in den Kernstädten, als auch im Umland etwa der letzten 10 bis 15 Jahre. Anhand dessen lässt sich feststellen, ob und in welchen Teilräumen Veränderungen eingetreten sind.
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In dieser statistischen Betrachtung sollen zunächst Bevölkerungs-, Beschäftigungs- und Wanderungsentwicklungen für ganz Deutschland betrachtet werden. Um begründete Aussagen für ganz Deutschland treffen zu können bedarf es verlässlicher und umfassender Daten, daher beziehen sich die folgenden Ausführungen auf die Ergebnisse der laufenden Raum- und Stadtbeobachtung des Bundesministeriums für Bauwesen und Raumordnung (BBR) aus dem Jahr 2006. Basis dieser Statistiken sind die BBR - Stadtregionen (vgl. Abb. 1) mit folgender Abgrenzung zwischen Kern- und Umlandbereichen: „Hier wird zwischen dem Kerngebiet einer Agglomeration und der mit ihm verflochtenen, ringförmigen Außenzone unterschieden, wobei Kerngebiet und Außenzone jeweils eine weitere innere Differenzierung aufweisen nach Kernstadt und Ergänzungsgebiet sowie engerem und weiterem Pendlerverflechtungsraum“ (BBR 2006: 18). Als Kernstädte gelten hier Metropolkerne mit mehr als 500.000 Einwohnern sowie Großstädte mit über 100.000 Einwohnern. Zum engeren Umland zählt zum einen das Ergänzungsgebiet zur Kernstadt, welches die Bereiche mit einer Tagesbevölkerungsdichte (Einwohner und Einpendler, ohne Auspendler) von über 500 Personen pro km², umfasst und wo außerdem ein Einpendlerüberschuss vorliegt oder mindestens die Hälfte der Auspendler in die Kernstadt pendelt. Zum anderen zählt auch der engere Pendlerverflechtungsraum noch zum direkten Umland. Hier pendeln mindestens 50% der Auspendler in die Kerngebiete. Pendeln zwischen 25% und 50% in die Kerngebiete spricht man vom weiteren Pendlerverflechtungsraum, bzw. auch vom weiteren Umland. Alle anderen Gebiete zählen nicht mehr zu Stadtregionen und sind daher für die Veränderungen der Kernstadt - Umland Beziehungen nicht sehr relevant.
Abb. 1: Abgrenzung der BBR - Stadtregionen. Quelle: BBR 2006.
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Anhand dieser Abgrenzungen soll zunächst die Verstädterung in Deutschland allgemein, dann die Beschäftigten- und Bevölkerungsentwicklung und abschließend die Wanderungsentwicklungen jeweils der letzten zehn Jahre dargestellt werden. Auf Grundlage dieser Daten soll erläutert werden ob und wenn ja inwiefern sich hieraus Tendenzen zu einer Reurbanisierung ablesen lassen.
2.1.1 Verstädterung
Der Trend zur Verstädterung allgemein und anhaltender disperser Siedlungsentwicklung scheint ungebrochen. Betrachtet man die deutschen Stadtregionen nach Fläche, Bevölkerungsstand und Beschäftigtenzahl im Vergleich zwischen den Jahren 1996 und 2004 (vgl. Abb. 2), lässt sich feststellen, dass ihr Anteil insgesamt weiter zugenommen hat. Im Einzelnen erkennt man, dass eine weitere räumliche Ausdehnung der Stadtregionen, vor allem im engeren und weiteren Pendlerverflechtungsraum, stattgefunden hat. Auch der Bevölkerungsanteil innerhalb von Stadtregionen hat zugenommen, 73% der Bevölkerung lebt heute in Stadtregionen. Besonders die Ergänzungsgebiete zur Kernstadt und der engere Pendlerverflechtungsraum haben an Bevölkerung gewonnen, bei einer gleichzeitigen leichten Abnahme der Bevölkerung in der Kernstadt. In Bezug auf die Beschäftigtenentwicklung lässt sich im Prinzip das Gleiche feststellen, insgesamt eine leichte Zunahme der stadtregionalen Beschäftigungsmöglichkeiten, bei einer leichten Abnahme in der Kernstadt.
urbanisierungswelle in immer weitere Gebiete ausbreitet. Auch die positive Bevölkerungs-und Beschäftigtenentwicklung im engeren Umland unterstützt diese Annahme.
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2.1.2 Bevölkerungsentwicklung
den letzten Jahren wieder geringfügig rückläufig ist. Die größten Bevölkerungsverluste sind in der Kernstadt zu verzeichnen, jedoch ist seit etwa 1999/2000 wieder eine leichte Zunahme zu beobachten. Es zeigt sich also, dass die Bevölkerung sich nach wie vor ins Umland verlagert. Trotz des leichten Zuwachses in den Kernstädten seit der Jahrtausendwende sind anhand der allgemeinen Bevölkerungsentwicklung keine deutlichen
Reurbanisierungstendenzen feststellbar.
Kleinräumig betrachtet, also nur auf die Kernstädte selbst bezogen (vgl. Abb. 4), lässt sich allerdings seit etwa 2000 eine leichte Trendwende in der Bevölkerungsentwicklung beobachten. Die Innenstädte und der Innenstadtrand gewinnen, vor allem in schrumpfenden Städten, wieder an
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Arbeit zitieren:
Carina Groß, 2007, Veränderungen der Standortbewertung der Kernstädte in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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