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Gliederung
1. Einleitung 2
2. Der Mensch im Naturzustand 2
3. Staatsgründung 5
3.1. Vertragstheorie 5
3.2. Arten von Staaten 5
3.3. Der Souverän 6
3.4. Die Untertanen 7
4. Die verschiedenen Staatsformen 7
4.1. Staatsformenmodell 7
4.2. Monarchie Aristokratie Demokratie 8
5. Gewaltenteilung bei Hobbes 9
6. Ansätze der Kritik an Hobbes 11
6.1. Das Menschenbild 11
6.2. Souveränitätsbegriff 12
6.3. Die Untertanen 12
6.4. Formen der Gewaltenteilung 12
6.5. Fazit 13
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1. Einleitung
Nach der Lektüre von Thomas Hobbes Werken "Vom Bürger" und "Leviathan" stellt sich die Frage, wo Hobbes überhaupt von Gewaltenteilung spricht. Es ist zwar von Anfang an deutlich, daß Hobbes jede Form der Gewaltenteilung ablehnt
- ja aufgrund seiner Definition des Souveräns ablehnen muß, der Begriff selbst taucht nur an wenigen Stellen auf.
Um seine Ansichten nachvollziehen und verstehen zu können, ist es notwendig, seine Herleitung des Staates und seinen Souveränitätsbegriff von Anfang an zu verfolgen. Deshalb habe ich die vorliegende Arbeit so aufgebaut, wie auch Hobbes in seinem Werk vorgeht. Auf eine Einordnung Hobbes in den geschichtlichen Kontext und auf ein Kapitel über die Person Thomas Hobbes habe ich bewußt verzichtet, um den Umfang der Arbeit nicht unnötig aufzublähen. 1 Im folgenden zweiten Kapitel werde ich die Situation des Menschen im Naturzu- stand, d.h. vor dem Zusammenschluß mit anderen Menschen zu einen Staat, darstellen.
Im darauffolgenden Kapitel wird die Staatsgründung mittels der Vertragstheorie erörtert und im vierten Kapitel die verschiedenen Staatsformenmodelle nach Hobbes skizziert.
Im fünften Kapitel werde ich mich dann auf der Grundlage der vorhergegangenen Kapitel explizit mit Hobbes Äußerungen zur und seiner Kritik an der Gewaltentei- lung auseinandersetzen.
In einem abschließenden Kapitel möchte ich einige Ansatzpunkte der Kritik aufzeigen, die an Hobbes Theorie nach heutigem Verständnis auffallen.
Hobbes Herleitung des Staates ist nicht stringent und verändert sich auch in seinen verschiedenen Büchern über die Jahre, aufgrund von eigenen Einsichten und Kriti- ken auf seine Schriften. Ich will und kann in dieser Arbeit nicht die verschiedenen Argumentationsstränge von Hobbes in seinen verschiedenen Werken aufzeigen; die Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Dazu gibt es bereits geeignete Sekundärliteratur 2 . Mir geht es vor allem darum, aus der Darstellung der Entstehung des Staates nach Hobbes seine Kritik an der Gewaltenteilung zusammenzufassen und mit heutigen Maßstäben zu vergleichen. 1 ) vgl. hierzu z.B. Tönnies, Ferdinand, Thomas Hobbes, Leben und Lehre, Stuttgart-Bad Cannstatt 1971, S. S. 1-70.
2 ) vgl. hierzu Wolfers, Benedikt, "Geschwätzige Philosophie", Würzburg 1991.
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2. Der Mensch im Naturzustand
Hobbes beginnt seine Entwicklung des Staates in einem hypothetischen vorstaatli- chen Zustand, dem Naturzustand. In diesem sind alle Menschen gleich und frei, ohne jegliche Einschränkung durch bürgerliche Gesetze oder Verträge. "Die Natur hat jedem ein Recht auf alles gegeben; d.h. in dem reinen Naturzustande oder ehe noch die Menschen durch irgendwelche Ver- träge sich gegenseitig gebunden hatten, war es jedem erlaubt zu tun, was er wollte und gegen wen er es wollte und alles in Besitz zu neh- men, zu gebrauchen und zu genießen, was er wollte und konnte." 3 Die genannte Freiheit besteht darin, alles zu tun und alles zu nehmen was dem Einzelnen beliebt. Dabei ergibt sich natürlich das Problem, daß jeder auch die Möglichkeit hat etwas in Besitz zu nehmen, was ein anderer bereits als sein Eigentum betrachtet. Ein "Eigentum" wie wir es heute kennen, kann es also in diesem Zustand nicht geben.
"Die einander Gleiches tun können, sind gleich. Aber die, die das Größte vermögen, nämlich zu töten, können Gleiches tun. Deshalb sind alle Menschen von Natur einander gleich." 4 Es ist nicht zu bestreiten, daß die Menschen nicht in allen Dingen gleich sind. Hobbes führt die Gleichheit auch nur auf einen Aspekt zurück, indem er sie negativ darüber definiert, daß jeder Einzelne, und sei er auch noch so schwach, die Möglichkeit hat, jeden Anderen zu töten. Hobbes begründet dies mit der physischen Unzulänglichkeit des Menschen, und damit, daß der Angreifer sein Ziel entweder durch List oder aber durch Verbindung mit Anderen erreichen kann, und damit auch einen stärkeren, vermeintlich unbezwingbaren Anderen vernichten kann.
Bisher sind aber nur die Fähigkeiten des Menschen definiert worden. Die Frage, warum der Mensch auch von ihnen Gebrauch macht, ist noch nicht beantwortet. Wenn die Menschen von Natur aus gleich sind, so führt dies auch zu einer Gleich- heit der Wünsche und Ziele, die die Menschen haben.
"Und wenn daher zwei Menschen nach demselben Gegenstand stre- ben, den sie jedoch nicht zusammen genießen können, so werden sie Feinde und sind in Verfolgung ihrer Absicht (...) bestrebt, sich gegen- seitig zu vernichten oder zu unterwerfen." 5 3 ) Hobbes, Thomas, Vom Menschen - Vom Bürger, Hamburg 1959, S. 82f. Im folgenden in den Fußnoten mit "De Cive" abgekürzt.
4 ) De Cive, S.80.
5 ) Hobbes, Thomas, Leviathan, Neuwied und Berlin 1966, S. 88.
Im folgenden in den Fußnoten mit "Leviathan" abgekürzt.
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Die Ursache liegt nach Hobbes im Streben des Menschen nach Gegenständen, die er nur alleine und nicht zusammen mit anderen nutzen und genießen kann. Um den gewünschten Nutzen zu erlangen muß er den anderen, der nun zum Konkurrenten geworden ist, entweder unterwerfen oder vernichten. Das Resultat der gegenseitigen Unterwerfung und Vernichtung ist Furcht und Mißtrauen. Es gibt also keine andere Möglichkeit für den Menschen sich selbst zu erhalten, als möglichst stark und mächtig zu werden, um sich gegen jeden potentiellen Gegner behaupten zu können. 6 Daneben will aber jeder nicht nur materielle Güter besitzen, sondern es liegt ebenso in der Natur des Menschen, daß er von den anderen Menschen gut angesehen wird.
Zusammengefaßt zeigt Hobbes drei Konfliktursachen auf, die zu diesem Kampf zwischen den Menschen führen: Konkurrenz, Mißtrauen und Ruhmsucht. Diese Konflikte sind unvermeidlich und in der Natur des Menschen begründet. Die Konkurrenz resultiert aus dem menschlichen Streben nach Gewinn, wobei diesen aber nur einer und nicht mehrere erlangen können.
Das Mißtrauen beruht auf der Fähigkeit der Menschen, den anderen zu jeder Zeit töten zu können. Um seiner eigenen Sicherheit wegen, beobachtet jeder den ande- ren mit Mißtrauen.
Die Ruhmsucht schließlich führt Hobbes auf den menschlichen Wunsch zurück, von anderen hoch oder gut angesehen zu werden.
Im Naturzustand kann es weder Eigentum noch Herrschaft geben, da jeder nur das besitzt und beherrscht, was er erlangen und auch gegen jeden anderen behaupten kann. Es ist ein Krieg aller gegen alle (homo homini lupus est). "... was das Schlimmste von allem ist, beständige Furcht und Gefahr eines gewaltsamen Todes - das menschliche Leben ist einsam, armse- lig, ekelhaft, tierisch und kurz." 7
Dennoch gibt es nach Hobbes ein Gesetz, daß universal und immer gilt, auch im Naturzustand. Er nennt dieses das "Gesetz der Natur":
"Das erste und grundlegende Gesetz der Natur geht dahin, daß man den Frieden suche, soweit er zu haben ist; wo dies nicht möglich ist, soll man Hilfe für den Krieg suchen." 8 6 ) Was jedoch nach der Definition der "Gleicheit" der Menschen nicht möglich ist. Jeder Mensch kann noch so stark sein, wenn sich genug andere gegen ihn zusammen tun, kann er vernichtet werden.
7 ) Leviathan, S. 96.
8 ) De Cive, S. 87.
Arbeit zitieren:
Andreas Streim, 1993, Thomas Hobbes - Ein Gegner der Gewaltenteilung, München, GRIN Verlag GmbH
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