2
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die symbolischen Formen 3
3. Die symbolischen Formen Mythos und Religion 5
3.1 Die symbolische Form des Mythos 5
3.2 Die symbolische Form der Religion 8
4. Gemeinsamkeiten zwischen Mythos und Religion 11
5. Verhältnis zwischen Magie und Religion 12
6. Fazit 13
7. Literaturverzeichnis 14
3
1. Einleitung
Diese Arbeit befasst sich mit dem Thema: „Die Bedeutung der symbolischen Formen Mythos und Religion für den Menschen.“
Zunächst werde ich erklären, was unter symbolischen Formen zu verstehen ist und in welchem Zusammenhang sie für das menschliche Dasein wichtig sind. Des weiteren werde ich dann anhand der Beispiele Mythos und Religion aufzeigen, in welchem Maße diese beiden symbolischen Formen auf unser Leben wirken und in welchem Maße sie unser Leben beeinflussen und lenken. Hierbei werde ich neben den Unterschieden auch die Gemeinsamkeiten der beiden Symbole aufzeigen.
2. Die symbolischen Formen
Die zentrale Frage in Ernst Cassirers „Versuch über den Menschen- Einführung in eine Philosophie der Kultur“ ist, in welchem Maße der Mensch zu wahren Erkenntnissen über die Beschaffenheit der wirklichen Welt befähigt ist. Hierzu untersucht Cassirer in der kulturphilosophischen Bestimmung des Menschen die verschiedenen Symbole: Mythos und Religion, Sprache, Kunst, Geschichte und Wissenschaft. Alle diese Symbole sind für das Leben und das Empfinden des Menschen notwendig.
Die verschiedenen Symbole gelten als Schlüssel zu der Frage: Was ist der Mensch? Der Mensch grenzt sich durch diese Symbole von anderen Lebewesen ab und kann eben durch diese eine reichere, umfassendere Wirklichkeit erkennen und vor allem auch erreichen. „Jede menschliche Erfahrung weist demnach geistige bzw. theoretische Momente auf, weil sie immer Vergegenständlichung, Sinnstiftung und Vereinheitlichung mannigfaltiger Eindrücke beinhalte. Von der alltäglichen Wahrnehmung bis zum Aufbau ganzer Kulturprovinzen ist die Ratio immer beteiligt.“ 1
1 Waßner, Rainer. Institution und Symbol. Lit Verlag. Hamburg, 1999. S.22.
4
Ohne diese kulturphilosophische Bestimmung würde dem Menschen ein fester Bezugspunkt in seinem Leben fehlen. Er hätte nichts mehr, was ihm etwas bedeuten würde, oder mit dem er sich identifizieren könnte. Dabei steht nicht der dingliche Charakter des jeweiligen Symbols, sondern dessen realisierte Bedeutung für den Menschen im Vordergrund. Der Mensch macht durch diese realisierte Bedeutung aus dem jeweiligen Symbol seine eigene Welt, indem er etwas aus sich selbst macht. Die Welt, in der die Menschen leben, entsteht also erst aus dem, was die Menschen aus ihr machen, indem sie die symbolischen Formen auf ihre Art und Weise realisieren.
Hierbei ist aber nicht nur ein bestimmter Bereich der Kultur gemeint, sondern Cassirer versteht hierunter einen alles umfassenden Kulturbegriff. Er versteht unter Kultur nicht nur das, was wir heute darunter verstehen, zum Beispiel Theater, Kunst, Museen, sondern alles, was der Mensch seit seiner Entstehung in diesem Zusammenhang entwickelt hat.
Nach Cassirer ist das Symbol die Ausdrucksform des Menschen, in der er die Möglichkeit hat sein geistiges Denken anderen mitzuteilen. Dies kann in unterschiedlicher Weise geschehen. Als Beispiel ist hier der artikulierte Laut, ein Bild, oder ein bestimmtes Ritual zu nennen. Die Symbolisierung ist also nichts Seltenes, sondern ein alltäglicher Akt des Menschen. 2 Weiter äußerte Cassirer sich dazu so, dass in jeder symbolischen Form das Bewusstsein des Menschen hervortritt, nach welchem sich der Mensch nicht damit zufrieden gibt einen äußeren Eindruck zu empfangen, sondern, dass er jeden dieser Eindrücke mit einer eigenen freien Tätigkeit des Ausdrucks verknüpft und sogar durchdringt. Dadurch tritt der rationalen Welt, oder der objektiven Wirklichkeit, wie wir Dinge sehen, eine eigene Sichtweise dieser Dinge entgegen. 3
Symbolische Formen sind demnach also nichts anderes, als das Verständnis des Menschen über die Welt. Hierbei muss man zwischen dem Kulturbegriff und dem Ausdruck geistiger Energien des Menschen unterscheiden. Bei dem Kulturverständnis sind die symbolischen Formen Medien der Wirklichkeit, wobei die Wirklichkeit selbst zum Medium wird, während bei dem
2 Vgl. Recki, Birgit. Kultur als Praxis. Akademie Verlag. Berlin, 2004. S.30ff.
3 Vgl. Orth, Ernst Wolfgang. Von der Erkenntnistheorie zur Kulturphilosophie. Verlag
Königshausen & Neumann GmbH. Würzburg, 1996. S.133.
5
Ausdruck der eigenen Energien, gerade diese vielen verschiedenen Energien selbst, zum Charakteristika des Menschen werden, da er sich letzten Endes nur durch diese selbst bestimmen lässt. 4 Zusammenfassend schreibt Recki über den Symbolbegriff: „Cassirers Symbolbegriff und mit ihm sein ganzer Ansatz hätte demnach den grundlegenden Sinn, uns klarzumachen, daß für uns im Prinzip alles zum Träger von Bedeutung werden kann, ja eigentlich muß. Wann immer etwas sinnlich Gegebenes durch die Verknüpfung mit einem „geistigen Bedeutungsgehalt“ zum Zeichen wird, haben wir es bei dieser konkreten Einheit von Sinnlichen und Geistigem mit einem Symbol zu tun.“ 5
3. Die Symbolischen Formen Mythos und Religion
Von allen Symbolen scheinen Mythos und Religion die konservativsten Kulturformen im menschlichen Leben zu sein. Beide zeichnen sich durch eine große Stabilität aus. Sie wirken allen Bewegungen, welche sich gegen sie richten, entgegen und verdrängen diese sogar. 6
Beide Symbole sind sehr eng miteinander verbunden. So gibt es in der Religion Vorstellungen, welche auch bereits im Mythos vorhanden sind, oder sogar vom Mythos übernommen worden sind. Dadurch sind zu einem festen Bestandteil der Religion geworden.
3.1 Die Symbolische Form des Mythos
Der Mythos erscheint uns im ersten Moment als nichts Greifbares. Cassirer schreibt über den Mythos, das er eine Anhäufung zusammenhangloser Ideen ist und auf uns als ein schieres Chaos wirkt.
„Die mythische Welt erscheint als etwas künstliches, als Vorspiegelung von etwas ganz anderem. Sie erscheint nicht als Glaube, sondern als eine Form von Glaubenmachen.“ 7
4 Vgl. Ebd. S.24.
5 Recki. S.33.
6 Vgl. Cassirer, Ernst. Versuch über den Menschen. Einführung in eine Philosophie der Kultur.
Felix Meiner Verlag. Hamburg, 1996. S.340.
7 Ebd. S. 119.
Arbeit zitieren:
Benjamin Gleue, 2005, Die Bedeutung der symbolischen Formen Mythos und Religion für den Menschen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Der Begriff des Mythos bei Cassirer
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
Hausarbeit (Hauptseminar), 18 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Eine Reflexion über McLuhans E...
Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe
Hausarbeit, 14 Seiten
Rügen - Deutschlands größte Insel tourismuspolitisch analysiert
Studienarbeit, 15 Seiten
Lebensstile als Manifestation tradierter Machtstrukturen: Grundlagen d...
Seminararbeit, 18 Seiten
Strafrechtliche Sanktionen in den USA - Ein Vergleich mit dem deutsche...
Jura - Andere Rechtssysteme, Rechtsvergleichung
Seminararbeit, 27 Seiten
War die neronische Verfolgung eine "Christenverfolgung"?
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
Hausarbeit, 17 Seiten
Die Aborigines - Das Überleben eines Naturvolkes in früherer und heuti...
Referat / Aufsatz (Schule), 38 Seiten
Le Paysan Du Danube & Le Renard Et La Cigogne
Romanistik - Französisch - Literatur
Seminararbeit, 25 Seiten
Habitus - Geschichte des Begriffs und seine Verwendung in der Theorie ...
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Seminararbeit, 28 Seiten
Ein Vergleich der Liebeskonzeption im Herzmaere Konrads von Würzburg...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit, 19 Seiten
Rational-Choice-Theorie - Ein Einblick in die Rational-Choice-Theorie ...
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit, 19 Seiten
Medienentwicklung, Medienbegriff und Medienformen nach Marshall McLuha...
Eine Darstellung anhand des Bu...
Soziologie - Medien, Kunst, Musik
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Parteien und Parteiensystem im Kaiserreich
Geschichte Europa - Deutschland - 1848, Kaiserreich, Imperialismus
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Pierre Bourdieu: Die feinen Unterschiede
Soziologie - Politische Soziologie, Majoritäten, Minoritäten
Hausarbeit, 22 Seiten
Zur Funktion der Metapher in Franz Kafkas "Ein Hungerkünstler&quo...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Benjamin Gleue hat den Text Die Bedeutung der symbolischen Formen Mythos und Religion für den Menschen veröffentlicht
Benjamin Gleue hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare