I
Gliederung
1 Problemstellung 1
2 Relevante Indikatoren im Entwicklungsprozess eines technischen
Trading -Konzepts. 2
3 Betrachtung einzelner Indikatoren im Detail. 6
3.1 Trendfolgeindikatoren. 6
3.1.1 Gleitende und gewichtete Durchschnitte 6
3.1.2 Moving Average Convergence Divergence-System. 10
3.2 Oszillatoren 13
3.2.1 Momentum. 15
3.2.2 Relative-Stärke-Index 18
3.3 Trendintensitätsindikatoren am Beispiel des Average Directional
Movement Index 22
3.4 Sentimentindikatoren am Beispiel des Börsenbriefindikators von
investors intelligence. 26
4 Grundlagen zur Entwicklung eines mechanischen Trading-Systems. 28
5 Kritische Würdigung mechanisch-technischer Handelssysteme 31
6 Literaturverzeichnis 34
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Abgrenzung relevanter Indikatoren für die technische Analyse von Indikatoren der fundamentalen Analyse ..................................................4
Abbildung 2: 5-Jahres-DAX-Chart in Kombination mit einem 90-Tage- und einem 200-Tage-einfachen gleitenden Durchschnitt ...............................9
Abbildung 3: 5-Jahres-DAX-Chart in Kombination mit der MACD-Linie
Abbildung 4: 5-Jahres-DAX-Chart in Kombination mit dem Momentum ( 30 n = Wochen).....................................................................................17
Abbildung 5: 5-Jahres-DAX-Chart in Kombination mit dem
Abbildung 6: 5-Jahres-DAX-Chart in Kombination mit dem Average Directional Movement Index (ADX) ( 14 n = Wochen) ...........................................25
Abbildung 7: Alternierende optimistische und pessimistische Marktstimmungen
im Zeitverlauf.........................................................................................26
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Gewinn-/Verlustszenario unter Berücksichtung von Handelssignalen
Tabelle 2: Gewinn-/Verlustszenario unter Berücksichtung von Handels-
Tabelle 3: Gewinn-/Verlustszenario unter Berücksichtung von Handelssignalen
eines 30-Perioden-Momentums .............................................................18
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1 Problemstellung
Kaum ein statistisches Messinstrument findet so universelle Anwendung wie das des Indi-kators. Werden die Gebiete aufgefächert, in denen solche Indikatoren zu Einsatz kommen, so stellt man fest, dass die Bandbreite von den traditionellen Naturwissenschaften der Chemie, Biologie und Physik über die Sprachwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften reicht, zu denen auch die Sozialwissenschaften und die Wirtschaftswissenschaften im Besonderen zählen (vgl. o.V. 2006). Was aber sind das für Instrumente, die Bildungssysteme im Rahmen der internationalen PISA-Studie vergleichbar machen und enormen Diskussionsbedarf verursachen, die facettenreiche Konjunkturprognosen ermöglichen und auch wieder verwerfen können, und die helfen, chemische Reaktionen gezielt zu überwachen?
In der Statistik werden „Indikatoren als Merkmale [bezeichnet], deren Größe und Ausprägung messbar oder zumindest konkret überprüfbar ist und die damit Veränderungen einer Situation anzeigen. Sie reduzieren vielschichtige Sachverhalte und Problemlagen auf eine konkrete Dimension“ (seco 2001, 8).
Betrachtet man die Definition aus einem anderen Blickwinkel, so wird das Einsatzgebiet von Indikatoren klar umrissen. Überall dort, wo Daten vorliegen, die in den Dimensionen Größe und Ausprägung messbar oder wenigstens konkret überprüfbar sind, können demnach Indikatoren gebildet werden. Der Vorteil, den Indikatoren bieten, besteht darin, die bestehende Informationsfülle soweit wie nötig zu reduzieren, sodass jene Elemente ausgewählt werden, die für den Prozess der Entscheidungsfindung wesentlich sind. Sie unterstützen daher die systematische Informationsaufnahme (vgl. seco 2001, 8). Betrachtet man Indikatoren - aus rein ökonomischem Interesse - unter dem Blickwinkel der Optimierung von Vermögensanlageentscheidungen, so stellt man fest, dass diese auch in diesem speziellen Gebiet nützlich sein können. Wird eine Aktie nicht mehr als Instrument des Anlagevermögens betrachtet, dass der Investor kauft und mehrere Jahre in seinem Depot „liegen lässt“ sondern als Trading-Instrument, dass z.B. in temporären Tiefphasen gekauft und in temporären Hochphasen verkauft wird, kann man sich ebenfalls bestimmten Indikatoren bedienen. Die bestehende Informationsfülle, die durch die Preise bzw. Kurse des jeweiligen Anlageinstruments vorliegt, soll durch spezielle Indikatoren insoweit reduziert werden, dass die zur Entscheidungsfindung relevanten Elemente, d.h. Kauf- und Verkaufssignale, herausgefiltert werden.
2
In dieser Hausarbeit werden im zweiten Kapitel die Indikatoren herausgearbeitet, die in einem technisch angelegten Handelskonzept verwendet werden bzw. verwendet werden können.
Daran anschließend wird im dritten Kapitel die Fülle der möglichen Indikatoren nach bestimmten Kriterien klassifiziert. Innerhalb der Klassen werden dann bestimmte Indikatoren beispielhaft näher beschrieben. So stehen in Kapitel 3.1 die Trendfolgeindikatoren, die definitionsgemäß in starken und ausgeprägten Trendphasen gute Signale liefern, im Vor-dergrund. In Kapitel 3.2 werden komplementär zu den Trendfolgern die Oszillatoren vorgestellt, die eher in Seitwärtsphasen korrekte Signale generieren. Die Trendintensitätsindi-katoren, die Schwerpunkt des Kapitels 3.3 sind, messen Trendstärke und Trendphase und zeigen somit an, welche Indikatorengruppe - Trendfolgeindikatoren oder Oszillatoren - im jeweiligen Zeitraum am besten eingesetzt werden sollen. Kapitel 3.4 schließt mit der Darstellung von Sentimentindikatoren, die die Marktstimmung anzeigen und daraus Kaufbzw. Verkaufssignale ableiten, die Vorstellung einzelner Indikatoren ab. Im Kapitel 4.1 werden dann die Grundlagen zur Entwicklung eines eigenen mechanischtechnischen Handelssystems vorgestellt und erläutert.
Das Kapitel 5 schließt die Hausarbeit mit der kritischen Würdigung in Bezug auf Einsatz und Konstruktion von technischen Handelssystemen ab.
2 Relevante Indikatoren im Entwicklungsprozess eines technischen
Trading-Konzepts
Versucht man die relevanten Indikatoren im Entwicklungsprozess eines technischen Trading-Konzepts zu ermitteln, ist man zunächst gezwungen eine Filterung anhand von sich abgrenzenden Klassen vorzunehmen.
Bei der Anlageentscheidung zu einem bestimmten Finanzinstrument bedient man sich grundsätzlich zwei verschiedener Ansätze, der fundamentalen und der technischen Analyse.
Das Ziel, das die fundamentale Analyse verfolgt, ist die Ermittlung des inneren Wertes eines Investments anhand von allen marktbeeinflussenden Faktoren. Der innere Wert eines Investments ist demnach das, was es unter fundamentalen Kriterien unter Einbeziehung des Marktgesetzes von Angebot und Nachfrage wert ist (vgl. Murphy 2000, 24). Im Folgenden dient die Aktie als Beispiel für ein Investment. Die einschlägige Literatur versteht den in-
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neren Wert einer Aktie als Substanz- oder Ertragswert. Im Fall der Betrachtung als Substanzwert wird das bilanzierte Nettovermögen, auch Buchwert genannt, um die geschätzten stillen Reserven ergänzt und durch die Anzahl der emittierten Aktien dividiert. Wird der innere Wert dem Ertragswert gleichgesetzt, so werden die zukünftig prognostizierten Erträge kapitalisiert und bezogen auf den Betrachtungszeitpunkt diskontiert (vgl. Badischer Wertpapierclub GbR o.J.). Die fundamentalen Kriterien sind demnach jene, die Einfluss auf die Erträge des Unternehmens ausüben, so z.B. politische Ereignisse, Zinsänderungen, Lohn- und Inflationsschwankungen oder Auftragseingänge (vgl. Eller/Dreesbach 2001, 19). Die Bestimmung des inneren Werts hilft dem Investor jedoch noch nicht weiter, ist er doch bestrebt Handelssignale für eine Aktie im Sinne von Kauf- bzw. Verkaufssignalen zu erhalten. Um diese Signale zu erzeugen, bedient er sich eines einfachen Vergleichs: Ist der innere Wert einer Aktie größer als der Marktpreis, so liegt für ihn ein Kaufsignal vor; et vice versa. Dem liegen folgende Überlegungen zugrunde: Wird der innere Wert bestimmt, so ist man der Auffassung, dass dies der faire, d.h. der wahre Wert der Aktie sein muss. Hat die Börse diesen Wert aufgrund von Angebot und Nachfrage noch nicht realisiert, und es wird noch ein niedrigerer Preis erzielt, befindet man sich in der Situation der zeitlichen Überlegenheit. Es ist Zeit die Aktie zu kaufen. Irgendwann werden die Marktteilnehmer an der Börse ebenfalls den scheinbar wahren Wert ermittelt haben, und die Kurse durch Angebot und Nachfrage bis zur Höhe des inneren Wertes steigern. Zur Generierung von einem Verkaufsignal gelten die gleichen Überlegungen mit umgekehrtem Vorzeichen. Fasst man die grundsätzliche Interessenslage des Fundamentalisten zusammen, so stellt man fest, dass er nur an den Ursachen interessiert ist, die zu einer Preisermittlung und -bewegung führen, um daraus auf den inneren Wert und auf Kauf- bzw. Verkaufssignale zu schließen (vgl. Murphy 2000, 24).
Der technische Analyst hat gegenüber dem Fundamentalisten eine andere Sichtweise auf die Generierung von Handelssignalen. Für ihn spielen fundamentale Daten, die der Fundamentalist als Entscheidungsgrundlage nutzt, keine Rolle. Er versucht vielmehr Preisbewegungen des Investments, hier: der Aktie, in der Zukunft zu bestimmen, um daraus Handelssignale abzuleiten. Zwei einfache Heuristiken helfen ihm dabei die gewünschten Signale abzuleiten: Prognostiziert er steigende Preise der Aktie in der Zukunft, so ist die Aktie im Betrachtungszeitpunkt kaufenswert; prognostiziert er hingegen fallende Preise für die Aktie in der Zukunft, so ist die Aktie im Betrachtungszeitpunkt zu verkaufen. Wichtig
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bzw. einzig und allein entscheidend für die Tradingüberlegungen des Technikers ist der Marktpreis. Alle Gründe oder Ursachen zu seinem Zustandekommen, die dem Fundamentalisten bedeutsam sind, spielen für ihn keine Rolle (vgl. Murphy 2000, 24). Erweitert um das Konzept des Indikators werden in Abbildung 1 Beispiele für Indikatoren gegeben, die der technische Analyst zur Entwicklung eines technischen Trading-Konzepts nutzen kann. Gleichzeitig wird eine Abgrenzung zu denjenigen Indikatoren gegeben, die dem Fundamentalisten für seine Entscheidungsfindung wichtig sind.
(„Marktstimmungsindikatoren“)
Abbildung 1: Abgrenzung relevanter Indikatoren für die technische Analyse von Indikatoren der fundamentalen Analyse (eigene Darstellung)
Der zu Anfang des Kapitels beschriebene Prozess der Filterung von relevanten Indikatoren wird in Abbildung 1 sehr anschaulich dargestellt. Die theoretisch unendliche Menge an Indikatoren wird auf die Dimension der Generierung von Handelssignalen im Investmentbereich reduziert. Dann erfolgt die Zweiteilung in fundamentale Indikatoren und technische Indikatoren.
Die fundamentalen Indikatoren, die hier beispielhaft durch die Teilmengen politische Indi- katoren, Zinsindikatoren und wirtschaftliche Indikatoren beschrieben sind, verdichten nur
Arbeit zitieren:
Dipl.-Hdl. Michael Steinert, Daniela Steinert, 2006, Technische Analyse mit Indikatoren, München, GRIN Verlag GmbH
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