Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Stil und Sprache der Evangelien 2
2.1 Der Begriff ευαγγελιον 2
2.2 Aufbau und Inhalt der Evangelien 3
2.3 Sprachanalyse 4
2.4 Die Lichtsymbolik 5
2.5 Sprachliche Stilfiguren 6
2.6 Wirkungsabsicht und Adressatenkreis 7
3. Schluss 9
Literaturverzeichnis 11
1
1. Einleitung Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Stil und Sprache der Evangelien des Neuen Testaments.“ Dieses Thema ist von besonderer Bedeutung, da die Autoren der Evangelien versucht haben, ihre Mitmenschen mit ihren Texten über Jesus zum christlichen Glauben hin zu überzeugen.
Im Wesentlichen konzentriert sie sich auf den Inhalt und Aufbau der Evangelien, die von den Autoren eingesetzten sprachlichen Mittel und Traditionen, die Wirkung des Textes und den Adressatenkreis. Als ein Beispiel der eingesetzten Stilmittel soll vor allem die so genannte Lichtsymbolik hervorgehoben werden, die Hans H. Malmede in seinem Buch Die Lichtsymbolik im Neuen Testament analysiert. Hierbei wird im Besonderen auf die Eigenheiten des neutestamentlichen Griechisch, die so genannte Koiné, eingegangen und die Betrachtung diverser griechischer Textbeispiele wird eine Rolle spielen. Als Voraussetzung werden der Begriff Evangelium, dessen Literaturgeschichte und literaturgeschichtliche Einordnung betrachtet. Zudem wird eine knappe inhaltliche Zusammenfassung der Evangelien gegeben und der Aufbau dieser skizziert. In diesem Zusammenhang wird kurz auf die Entwicklung von der Mündlichkeit zur Schriftlichkeit eingegangen, die zur Abfassungszeit der Evangelien eine wichtige Rolle spielte.
Diese Arbeit beschäftigt sich vorwiegend mit der Sprache und dem Stil der Evangelien, somit wird nicht auf die Autoren und Abfassungszeiträume eingegangen. Es ist jedoch notwendig, um die Intentionen der Autoren zu verstehen, die so genannte Umwelt des Neuen Testaments zu beleuchten. Verständlicherweise werden jegliche theologischen Konzepte und Inhalte vernachlässigt. Insgesamt soll also ein umfassendes Bild der griechischen Sprache und Stilmittel in den Evangelien des Neuen Testaments aufgezeigt werden.
Daraus ergeben sich folgende konkrete Fragestellungen: Was bedeutet Evangelium? Wie haben die Autoren versucht ihre Adressaten von ihrem Anliegen zu überzeugen? Welche sprachlichen Mittel wurden dazu eingesetzt? Welche besonderen Merkmale lassen sich am Griechisch des Neuen Testaments finden? Welche Wirkung hatte die eingesetzte Sprache? Die These dieser Hausarbeit behauptet, dass das Griechisch der Evangelien, die so genannte Koiné, der Sprache der Umgebung des Neuen Testaments angepasst war und dass die verwandte Bildsprache und Wortwendungen, die Aussage der Texte unterstützen sollten.
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2. Stil und Sprache der Evangelien 2.1 Der Begriff ευαγγελιον Um den Stil und die Sprache der vier Evangelien des Neuen Testaments richtig deuten zu können, ist es notwendig, zu verstehen, was der Begriff ευαγγελιον bedeutet. Udo Schnelle beschreibt ihn in seiner Einleitung in das Neue Testament 1 wie folgt: „Das Substantiv ευαγγελιον bezeichnet ursprünglich nicht eine literarische Gattung, sondern die frohe Botschaft von Jesus Christus.“ 2 Umstritten ist jedoch die Herkunft des Begriffs. Bibelforscher haben diverse Theorien aufgestellt; am wahrscheinlichsten ist es jedoch, dass das Wort ευαγγελιον dem „Umfeld des [hellenistischen] Kaiserkults“ 3 entspringt. Im Neuen Testament wird der Begriff ausschließlich von Markus, dem Autoren des Markusevangeliums, geprägt. „[Der Begriff] ευαγγελιον [wurde von Markus] immer als Verkündigung von Jesus Christus verstanden, wobei ein genitivus objectivus `ΙησουΧριστου [nachösterlich] zu ergänzen war […].“ 4 Außerhalb des Neuen Testaments wurde der Begriff anderweitig benutzt, aber mit einer ähnlichen Bedeutung, sodass er den Lesern des Evangeliums bereits bekannt war und sie ihm eine Bedeutung zuweisen konnten. Zur literaturgeschichtlichen Einordnung des Begriffs ευαγγελιον ist zu sagen, dass sie sich „primär einer theologischen Einsicht“ 5 verdankt. Zur Entstehung dieser Gattung zitiert Schnelle den Theologen Franz Overbeck, der die bis heute bestehende Ansicht vertritt, dass „die christliche Urliteratur […] ‚eine Literatur [ist], welche sich das Christentum so zu sagen aus eigenen Mitteln schafft, sofern sie ausschließlich auf dem Boden und den eigenen inneren Interessen der christlichen Gemeinde noch vor ihrer Vermischung mit der sie umgebenden Welt gewachsen ist.’“ 6 Neu an der Gattung Evangelium ist die Vermischung von „Erzähltext und kerygmatischer Anrede“ 7 ; diese Elemente ließen sich auch in zeitgenössischer hellenistischer Literatur finden, jedoch nie so zusammenhängend und mit dem Anspruch einer geschichtlichen Wende, die die Zukunft so großartig beeinflussen wird, wie in den Evangelien. 8 So wurde im Laufe der Jahre aus dem Buch Evangelium die literarische Gattung Evangelium.
1 SCHNELLE, Udo: Einleitung in das Neue Testament. Göttingen 5 2004.
2 Ebd, 175.
3 Ebd., 176.
4 Ebd., 177.
5 Ebd., 179.
6 Ebd.
7 Ebd., 184.
8 Ebd., 185.
Arbeit zitieren:
Kristin Unger, 2007, Das neue Testament - Sprache und Stil der Evangelien, München, GRIN Verlag GmbH
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