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1. Einleitung 1
2. Kurzbiografie 1
3. Inhaltsangabe 3
Die Entstehung von /D3XFHOOH' 2UOpDQV
4. 4
5. Analyse und Interpretation 6
5.1 Vorbilder für die Pucelle und historischer Kontext 6
5.2 Die Kritik an der Kirche 9
5.3 Die Rolle der Frau und die Sexualität 12
5.4 Voltaire versus Schiller 13
6. Schlußfolgerung 14
7. Anhang 15
I
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Kaum eine andere Gestalt der Geschichte ist in der Literatur so häufig und vielfältig behandelt worden wie Jeanne d'Arc. Man findet die Geschichte der französischen Nationalheldin, die von Gott in den Krieg Frankreichs gegen die Engländer gesandt wurde, in Volksliedern, Balladen, Melodramen bis hin zur epischen und dramatischen Dichtung in jeder Epoche wieder. In den wenigsten Fällen jedoch halten sich die Dichter hierbei an die geschichtliche Realität.
Die erste dramatische Dichtung ist das anonyme 0\VWqUH GX VLqJH G2UOpDQV, welches von den Bürgern von Orléans im Freien aufgeführt wurde
und welches aus der Zeit kurz nach Jeanne d'Arcs Verbrennung auf dem Marktplatz in Rouen im Jahre 1431 stammt. Es folgen eine lange Reihe weiterer Abhandlungen der verschiedensten Stilrichtungen, darunter so bekannte Dichter wie Shakespeare, Chapelain, Schiller, Anouilh und auch Voltaire, um nur einige zu nennen.
Voltaires komisches Epos /D3XFHOOHG2UOpDQV soll auf den folgenden
Seiten nun genauer betrachtet und analysiert werden. Sein Werk gibt die Geschichte der Jeanne d'Arc als Satire wieder und erregte in seiner Entstehungszeit viel Aufsehen bei der gebildeten französischen Gesellschaft. Neben einer kurzen Biografie Voltaires und einer Inhaltsangabe des Stücks soll im weiteren Verlauf der Hausarbeit nicht nur dessen Entstehungsgeschichte, sondern auch die Untersuchung im Hinblick auf Voltaires Einstellung zur Kirche und Religion, das Auftreten von Frauen und Sexualität in seinem Werk sowie der literarische und historische Kontext seines Stückes wiedergegeben werden.
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Voltaire kam am 21. November 1694 als François Marie Arouet l.J. (le Jeune) in Paris zur Welt. Er wollte schon früh Dichter werden, machte aber seinem Vater zuliebe zunächst eine Ausbildung zum Rechtsanwalt, die ihn zwar nicht begeisterte, ihm aber später oft nützlich war. Seinen Namen
1
verschlüsselte er zum Anagramm (Neubildung durch Umstellung der Buchstaben) zu Voltaire. Schon als Jesuitenschüler fiel er als kritischer Geist auf und wurde so von einem Onkel bald in Freidenkerkreise eingeführt und erwarb sich den Ruf eines bissigen Kritikers. Wegen einiger ihm zugeschriebenen Spottverse auf Ludwig XIV mußte er 1717/18 für elf Monate in die Bastille.
Aber auch im weiteren Leben war er oft auf der Flucht. Viele Werke ließ er heimlich außerhalb von Paris bzw. Frankreich drucken, da er in ihnen die französische Regierung, Gesellschaft und vor allem die Kirche stark kritisierte. Einige Jahre verbrachte er auch in England, woraufhin er dann in
seinen 3KLORVRSKLVFKHQ %ULHIHQ England mit Frankreich und dem dort vorherrschenden Absolutismus verglich. In der Zeit, in der er die 3XFHOOH
schrieb sagte er dann einmal in Bezug auf Frankreich: "Man muß [...] sich davor hüten, laut zu denken, oder man muß zum Denken nach England oder Holland gehen." 1 Da ihm ständig erneut Verhaftung drohte, flüchtete er auf das Schloß der Marquise de Châtelet nach Lothringen, wo in anderthalb Jahrzehnten eine Fülle naturwissenschaftlicher, historischer und politischer Schriften, aber auch poetische und dramatische Werke entstanden. In dieser Zeit entdeckte er auch seine Liebe für die Gärtnerei und Natur, die in vielen
seiner Werke, auch in der 3XFHOOH, zum Vorschein kommt.
Die Marquise de Pompadour stellt schließlich bei Hof seine Gnade wieder her, und so erhielt Voltaire 1745 die Ernennung zum Hofhistoriographen und wurde 1746 in die Académie Française aufgenommen. Voltaire ließ sich letztendlich 1755 bei Genf nieder , wo er die letzten Lebensjahrzehnte auf "Ferney", so der Name seines Gutes,
verbrachte. Es entstanden die Hauptwerke &DQGLGH (1759) und das 3KLORVRSKLVFKH :|UWHUEXFK (1764), die Voltaire als Verfechter der
Menschenrechte, Kämpfer gegen Unvernunft und Standesvorrechte sowie Geschichtsoptimisten auswiesen und ihn somit zum Vorkämpfer der Revolution machten.
Voltaire, der sich nicht nur als Philosoph, sondern auch auch als Anwalt der Unterdrückten einen Namen machte, kehrte ohne Erlaubnis
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1996, S. 124, Campus Verlag
2
Anfang 1778 nach Paris zurück, wo er einen triumphalen Empfang erlebte. Noch im selben Jahr, am 30. Mai, starb er in seiner Heimatstadt.
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Voltaires 3XFHOOH ist die uneheliche Tochter eines Pfarrers und
Stallmagd, die durch den Heiligen St. Denis, der aus dem Himmel herabsteigt, auserwählt wird, um den Krieg zwischen Frankreich und England zu einem guten Ende zu bringen. Die Magd Jeanne bekommt nach eingehender Prüfung ein Zeugnis ausgestellt, das ihre Jungfräulichkeit bestätigt, und in dem es heißt, daß der Verlust ihrer Reinheit innerhalb von
Jahresfrist den Untergang Frankreichs herbeiführen würde. Die 3XFHOOH
erhält von St. Denis einen Harnisch und als Streitroß einen geflügelten Esel, mit dem sie in den Krieg zieht.
Jeannes Jungfräulichkeit bzw. deren Beibehaltung spielt in dem Stück die tragende Rolle. Die eigentlichen Heldentaten auf dem Schlachtfeld treten völlig in den Hintergrund. Nach dem Ablauf der Jahresfrist gibt sich Jeanne allen Freuden der Liebe hin und liiert sich mit dem tapferen französischen Ritter Dunois.
Auch die anderen Charaktere in Voltaires Werk werden wie Jeanne derb und freizügig beschrieben. Die Geliebte des Königs, Agnes Sorel, und ihre Beziehung zu selbigen wird ausgiebig dargestellt. Als der König mit Jeanne das Kommando über die französische Armee übernimmt, fühlt sie sich betrogen, schleicht ihm nach, raubt Jeanne alle Waffen und zieht ihren Harnisch an, woraufhin sie von den Engländern gefangengenommen wird, die sie für die echte Jeanne halten. Sie wird von Chandos gezwungen, seinen Wünschen nachzugeben. Sie flieht später in ein Kloster, welches von betrunkenen englischen Soldaten überfallen wird. Dann erscheint Jeanne und richtet ein Blutbad unter den Soldaten an. Im selben Kloster gibt es auch übrigens auch einen als Nonne verkleideten Mann, der als Stellvertreterin der Äbtissin nachts sein Unwesen in den Zellen der Nonnen treibt. Nach der Einnahme von Orléans schaltet sich schließlich auch die Hölle in die Handlung ein. Im 12. Gesang erreicht Jeanne das Ende ihrer militärischen Laufbahn, als der Teufel sich einmischt und der König
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Arbeit zitieren:
Marion Musch, 2000, Voltaire - La Pucelle d`Orléans, München, GRIN Verlag GmbH
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