Einleitung 2
Die Entstehung von Homosexualität 2
Proud and gay - Homosexuelle Lebensgeschichte 6
Fragebogen über Homosexualität 9
Auswertung des Fragebogens 10
Quellverzeichnis 17
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Einleitung
„Andreas gab sich dieser Liebe ganz hin, die er nicht als Verwirrung empfand. Ihm kam es nicht in den Sinn, sie vor sich zu leugnen, sie zu bekämpfen als „Entartung“ oder als „Krankheit“. Diese Worte berührten die Wahrheit so wenig, sie kamen aus einer anderen Welt. Gut hieß er diese Liebe vielmehr ganz und gar, er lobte sie, wie alles, was Gott gab und verhängte - sei es noch so leicht oder schwierig zu tragen.“
(Mann 1989, S.56)
Die Entstehung von Homosexualität
Homosexualität ist in aller Munde. Immer häufiger berichten Medien
über schwule Männer und lesbische Frauen. Die Bereitschaft Men-
schen, die eine andere Art der sexuellen Liebe preferieren, zu tolerie-
ren, wird in der westlichen Welt größer. Doch immer noch umgibt das
Thema eine Mystik, die es nicht verdient hat. Wissenschaftler, Psycho-analytiker und Biologen forschen schon lange nach Entstehungserklä-
rungen der Homosexualität, welche es schon immer gab, aber um die
selten so viel Aufsehen gemacht wurde wie heute, in einer Gesellschaft,
die versucht, alles und jeden zu kategorisieren.
„Es ist nicht zufällig, dass der Begriff Homosexualität erst im 19. Jahrhundert von deutschen Psychiatern als Kunstwort geschaffen wurde. Die schroffe Trennung der Menschen in ausschließlich Heterosexuelle und ausschließlich Homosexuelle, also in Menschen, die entweder nur für Frauen oder nur für Männer erotische und sexuelle Gefühle empfinden können, ist ein geschichtliches Novum.“
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(Schellenbaum, 1994, S.12)
Betrachtet man die Erklärungsversuche, die unternommen werden, um die Entstehung von Homosexualität zu untersuchen, so lassen sich diese grob in drei Gruppen aufteilen.
Die erste Gruppe beschäftigt sich mit der Theorie, dass es genetische Ursachen für Homosexualität gibt, also an die Existenz eines „schwullesbischen Gens“. Jedoch ist bis dato ein Nachweis eines solchen Gens mit wissenschaftlich fundierter Forschungsmethode nicht gelungen. Auch die damit einhergehende Theorie, dass der Hormonhaushalt der Mutter während der Schwangerschaft ausschlaggebend sei, ist mittlerweile widerlegt worden. „In weiteren Untersuchungen wollen nun die Wissenschaftler ermitteln, welche Gene sich im Einzelnen hinter den identifizierten DNA-Abschnitten verbergen. Weiter ist auch noch unklar, wie stark der Beitrag der einzelnen Abschnitte für das Entstehen einer homosexuellen Neigung ist. Sicher scheint aber zu sein, dass kein einzelnes Gen dafür ausreicht und auch der Genetiker Mustanski hält es für sehr wahrscheinlich, dass zusätzlich Umwelteinflüsse bei Entstehung von Homosexualität eine nicht unerhebliche Bedeutung haben könnten.“
(Online: http://www.freenet.de/freenet/wissenschaft/mensch/genetik/homo_gen/02.html) [Stand: 16.06.2006]
Die zweite Gruppe stützt sich auf soziale Faktoren und Einflüsse, die vor allem im frühkindlichen Alter bis hin in die Adoleszenzphase auf den Menschen einwirken. Empirische Untersuchungen haben gezeigt, dass es allerdings bei heterosexuellen Menschen identische Faktoren (Scheidung der Eltern, früher Tod eines Elternteils, bestimmte Erziehungsstile etc.) in gleicher
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Häufigkeit vorliegen und dies somit kein eindeutiger Erklärungsversuch für die Entstehung von Homosexualität ist.
Die dritte Gruppe ist der Meinung das Kofaktoren, also die genetische Prädestination in Kombination mit der Verstärkung durch das soziale Umfeld in den ersten Lebensjahren eine homosexuellen Ausrichtung bedingen. Auch diese Methode hat noch keine wissenschaftliche Untermauerung erfahren. (Online in :http://www.wien.gv.at/queerwien/theor.htm) [Stand: 14.06.06]
Abgesehen von diesen Gruppen hat es auch immer wieder Erklärungsversuche seitens der Psychoanalyse gegeben. Die bekannteste, entwickelt von Sigmund Freud, möchte ich kurz herausgreifen und näher erklären. Freud beschäftigt sich in seinem Buch „Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci“ eingehend aus tiefenpsychologischer Sicht mit dem Thema Homosexualität und stellt wie folgt fest
„Der Knabe verdrängt die Liebe zur Mutter, indem er sich selbst an deren Stelle setzt, sich mit der Mutter identifiziert und seine eigene Person zum Vorbild nimmt, in dessen Ähnlichkeit er seine neuen Liebesobjekte auswählt. Er ist so homosexuell geworden; eigentlich ist er in den Autoerotismus zurück geglitten, da die Knaben, die der Heranwachsende jetzt liebt, doch nur Ersatzpersonen und Erneuerungen seiner eigenen kindlichen Person sind, die er so liebt, wie die Mutter ihn als Kind geliebt hat. Wir sagen, er findet seine Liebesobjekte auf dem Wege des Narzissmuss’“ (Freud 1976, S.59/60)
Die größte Kritik an den Freudschen Ansichten wurde gegenüber seiner zu einseitigen Berücksichtigungen äußerer Faktoren geübt. Laut seiner Thesen liegt der Keim in einer stetig dominanten Mutter und eines durch Abwesenheit glänzenden Vaters. Diese Suggestion habe ich bei meinem Fragebogen berücksichtigt, (vgl. Frage 2) um aus heutiger Sicht, die andere Erziehungsmodelle mit sich bringt, Schlüsse ziehen zu können, ob der Aktualität seiner
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Arbeit zitieren:
Ann-Carolin Helmreich, 2006, Homosexualität - Geschlechterrollen, München, GRIN Verlag GmbH
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