„Teenager außer Kontrolle - letzter Ausweg wilder Westen“ -
Analyse und Bewertung des Erziehungskonzepts
von
Sabine Winkler
Wintersemester 2006/2007
Inhalt
1. Einleitung 1
2. Der Verlauf der Therapie 1
2.1. Phase eins 2
2.2. Phase zwei 3
2.3. Phase drei 3
2.4. Phase vier 5
3. Die Sendung „Teenager außer Kontrolle - Letzter Ausweg wilder Westen 6
3.1. Die Jugendlichen 6
3.2. Geschehnisse 7
3.2.1. Phase eins 7
3.2.2. Phase zwei 7
3.2.3. Phase drei 8
3.2.4. Phase vier 9
3.2.5. „Back in Germany“ 10
4. Mündigkeit als gewünschtes Ergebnis von Erziehung 11
5. Bewertung des Konzepts der Turn about Ranch anhand der Sendung „Teenager außer Kontrolle - Letzter Ausweg wilder Westen“ 12
6. Fazit 14
7. Literaturangaben 16
1. Einleitung
Der derzeitige Trend im Privatfernsehen, sogenannte „Dokusoaps“ auszustrahlen, hat seit der Serie „Die Supernanny“ auch das Thema Kindererziehung erreicht. Während dort Eltern innerhalb der Familie unter ständiger Begleitung der Kamera beigebracht werden soll, wie sie ihre Kinder besser erziehen können, startete Anfang 2007 die Serie „Teenager außer Kontrolle – letzter Ausweg wilder Westen“, bei der mehr oder weniger schwierige Jugendliche zu einer Therapie nach Utah geschickt werden. Unhinterfragt bleibt dabei das Ziel, auf das die „Teenager außer Kontrolle“ hinarbeiten sollen. Es drängt sich die Frage auf, ob sie lediglich „unter Kontrolle“ gebracht, oder tatsächlich zu mündigen Mitgliedern der Gesellschaft erzogen werden sollen.
Diese Arbeit stellt zunächst das Therapiekonzept der Turn about Ranch vor und beschreibt im Anschluss den Ablauf der Sendung „Teenager außer Kontrolle – letzter Ausweg wilder Westen“.. Abschließend soll, nach einer kurzen Klärung dessen, was hier unter Mündigkeit verstanden wird, das Ziel und die Auswirkungen des Erziehungskonzepts der Turn about Ranch anhand einiger Szenen aus der Sendung beurteilt werden.
2. Der Verlauf der Therapie
Das Therapiekonzept der Turn about Ranch umfasst vier Phasen, deren Dauer variabel ist. Je schneller die Jungendlichen Verhaltensfortschritte zeigen, desto eher können sie in die nächste Phase aufsteigen. Innerhalb der einzelnen Phasen sollen die Jugendlichen mehr und mehr Kompetenzen entwickeln. Auf der Turn about Ranch herrschen einfache Regeln: kein Sex, kein Alkohol, keine Zigaretten, keine Drogen, Fluchen ist verboten. Den Jugendlichen wird gleich zu Beginn deutlich gemacht, dass sich die Erziehenden auf keine Kompromisse einlassen werden und dass sie bei Regelverstößen wieder in vorherige Phasen heruntergestuft werden können.
„Sie haben nichts und können sich alles erarbeiten [...] Je mehr man sich an Regeln hält und vertrauenswürdig ist, desto größer wird der Kreis, in dem man sich bewegen darf.“1
2.1. Phase Eins
Zu Beginn der Therapie auf der Turn about Ranch werden die Jugendlichen einheitlich eingekleidet. Jeder bekommt eine Jeans und ein einfarbig buntes TShirt, Schmuck und Piercings müssen abgelegt werden. Annegret Noble begründet diese Maßnahme mit dem Satz "Das Wichtigste daran ist, dass hier deine Persönlichkeit scheinen kann, da brauchste nicht mit Schmuck zu scheinen".2 Die persönlichen Sachen der Jugendlichen werden nach Zigaretten, Alkohol und Drogen durchsucht und zunächst einbehalten.
Im Anschluss müssen die Jugendlichen sich einen Steinkreis mit ca zwei Meter Radius „legen“. Dieser Steinkreis, indem ein Zelt aufgebaut und eine Feuerstelle errichtet wird, ist dann für mindestens die erste Woche der Therapie das neue „Zuhause“ der Jugendlichen. Therapeutin Annegret Noble selbst nennt diese erste Woche die „Woche der Wahrheit“. „Die Woche der Wahrheit ist das schwerste und härteste, was sie in ihrem jungen Leben bisher erlebt haben.“3
Die erste Woche ist von strengen Regeln geprägt: die Jugendlichen dürfen ihren Steinkreis nicht verlassen und nicht miteinander reden. Gesprochen werden darf nur mit den Erziehungspersonen. Stattdessen soll diese Woche der Wahrheit zur Selbstreflexion in schriftlicher Form verwendet werden. Leitfragen für diesen Erkenntnisprozess sind beispielsweise „Was habe ich falsch gemacht?“ und „Wie soll mein Leben weitergehen?“ Durch die so erzwungene Einsamkeit sind die Jugendlichen sehr stark mit sich selbst und ihren Gefühlen konfrontiert.
Phase Eins bedeutet ein ganz einfaches Leben ohne jeden Luxus. Gegessen werden am Feuer selbstzubereitete Dosenbohnen, duschen ist nicht möglich, selbst der Gang zur Toilette erfordert die Erlaubnis einer Erziehungsperson. Die Jugendlichen sind der Naturgewalt der Wüste Utahs ausgeliefert. Ein aufkommender Regensturm, der die Zelte wegzuwehen droht, macht dies sehr anschaulich.
Der Aufstieg in Phase Zwei ist für die Jugendlichen dann möglich, wenn sie mindestens eine Woche im Steinkreis verbracht haben und durch ihr Verhalten signalisieren, dass sie die Regeln akzeptieren.
[....]
1 Annegret Noble in Folge 1.
2 Annegret Noble zu Vanessa.
3 Annegret Noble bei Stern TV.
Arbeit zitieren:
Sabine Winkler, 2007, 'Teenager außer Kontrolle – letzter Ausweg wilder Westen' – Analyse und Bewertung des Erziehungskonzepts, München, GRIN Verlag GmbH
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