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Die ersten RFID 1 - Entwicklungen sind schon im zweiten Weltkrieg eingesetzt worden. Damals nutzte die Royal Airforce diese Technologie zur Freund- Feind- Erkennung, allerdings waren die Transponder, welche an den Flugzeugen angebracht waren, noch so groß wie Koffer. Die Weiterentwicklung in den darauf folgenden vierzig Jahren brachte Einsatzmöglichkeiten bei Warensicherheitssystemen, als Tierkennzeichnung in der Landwirtschaft, bei Mautsystemen, usw. Die Größe der Transponder hat sich mittlerweile auch auf Etikettengröße reduziert. 2 Für viele Prozesse in der Logistik wird das Optimierungspotential durch RFID sehr hoch eingestuft und die Branche ist an Forschung und Weiterentwicklung stark beteiligt. Seit einigen Jahren befindet sich RFID auch schon in der Praxis im Einsatz, zum größten Teil in Bereichen der schnellen, möglichst automatisierten und zuverlässigen Identifikation von Objekten. Durch die stetige Weiterentwicklung der Transponder erwartet die Branche hohe Einspareffekte, eine Verbesserung der Informationstransparenz als auch eine hohe Steigerung der Prozessqualität. Die Technik führt letztendlich dazu die Informationen mit der Ware bzw. Ladeneinheit zu koppeln.
„Allerdings bewegt RFID allein erst einmal gar nichts. Häufig wird RFID als reiner Ersatz des Barcodes gesehen, aber es kommt auf die Applikation, das Softwaresystem, dahinter an. Sie bringt in Kombination mit RFID erst einen Mehrwert. RFID ist im Endeffekt nur so gut wie die Applikation, die dahinter steckt.“ 3 Die RFID- Technologie – oft auch Transpondertechnologie genannt – verspricht für die Unternehmen sehr große Rationalisierungsmöglichkeiten, verlangt in diesem Zusammenhang aber auch hohe Investitionen. Bereits umgesetzte Konzepte sowie Pilotprojekte zeigen, dass RFID nicht nur eine vielbeschworene Wundertechnik wie UMTS in der Mobilfunkbranche sein wird, sondern das Maß der Dinge für die Zukunft in den Bereichen der Prozessautomatisierung und Qualitätssicherung. Projekte wie die DHL Innovation Initiative und die Metro Group Future Store Initiative entwickeln zahlreiche innovative RFID Lösungen, welche immer neue Einsatzvarianten in der Praxis gerade für die beteiligten Unternehmen aufzeigen. Logistiker aus allen Branchen sollten sich auf dieses Thema in naher Zukunft vorbereiten.
1 RFID – Radio Frequency Identification
2 Vgl. Deutsche Post World Net (DPWN) – Meilensteine der RFID Technologie (2006) (siehe Internetverzeichnis).
3 Ten Hompel, Michael (2006) (siehe Internetverzeichnis).
2
Diese Arbeit soll die Charakteristiken der Technologie sowie den aktuellen Entwicklungsstand zur Standardisierung der Technologie durch verschiedene Projekte aufzeigen. Am Beispiel des Konzerns Deutsche Post World Net werden gegenwärtige Einsatzbereiche der Transponder beschrieben und es wird eine Betrachtung für die Zukunft der Technologie vorgenommen.
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Die Transpondertechnologie „ist definiert als automatisches Identifikations- und Datenerfassungssystem mit kontaktloser Datenübermittlung auf Basis der Radiofrequenztechnologie.“ 1 Im Gegensatz zum Barcode müssen die Informationen nicht umständliche über ein Laser ausgelesen werden, sondern alles geschieht automatische nach dem Prinzip der Diebstahlsicherung in Warenkaufhäusern. Ein RFID System besteht aus zwei Komponenten, einem Mikrochip, der meist als Transponder oder Tag bezeichnet wird, und einem Lesegerät, dem Reader. Der Transponder ist eine Kombination aus einem Mikrochip und einer damit verbundenen Antenne. Auf dem Chip lassen sich unterschiedliche Informationen zur Ladeeinheit speichern. Einen Reader gibt es mittlerweile in den verschiedensten Ausführungen wie z.B. als kompakten Handlaser oder als großes Lesetor; je nachdem wie und wo das RFID System zum Einsatz kommt. Besonders leistungsfähige Geräte sind in der Lage mehrere Transponder gleichzeitig zu erfassen (Pulklesung, engl. Bulk-
1 e.biz (2004) S.5 (siehe Internetverzeichnis).
3
den Transponder autorisiert ist. Durch diese Prüfung wird versucht unberechtigte Zugriffe auf die Daten zu verhindern. Die meisten Transpondermodelle stellen ihre Informationen in Klartext zur Verfügung, bei einigen besteht aber auch die Möglichkeit der verschlüsselten Übertragung. Verläuft die Überprüfung positiv, werden Daten ausgelesen oder auf den Transponder geschrieben bzw. ergänzt. 1
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Das primäre Unterscheidungsmerkmal bei dem Transponder ist die Stromversorgung. Passive Transponder besitzen keine eigene Stromquelle, sie sind in der Lage die Radiowellen des Readers in Energie umzuwandeln und bestreiten mit dieser den Funkverkehr zum Lesegerät. Aktive Transponder funktionieren ähnlich, sind aber durch ihre eigene Stromversorgung in der Lage über eine höhere Funkfrequenz eine weitere Lesereichweite (max. 100m) zu ermöglichen. Durch die eigene Energiequelle ist jedoch die Lebensdauer der Tags begrenzt. Aktive Transponder sind daher für Systeme mit hohem Speicherbedarf und zur Überbrückung großer Distanzen zwischen Reader und Tag vorteilhaft, was sich aber in höheren Produktionskosten niederschlägt. 2 Im Gegensatz zum passiven Transponder sind sie noch um zusätzliche Funktionen wie Ortungsmöglichkeit über ein GPS-Modul, als Informationsträger zusätzlicher Daten sowie Mayday- Funktion (automatische Meldung bei Aufbruch eines Containers) erweiterbar. Darüber hinaus lässt sich auch eine Verbindung zu weiteren Sensoren aufbauen. 3 Derzeit spielt die Integration von aktiven Sensoren in passive Transponder aber eine viel größere Rolle, da die kostengünstige passive RFID- Technologie mittlerweile in der Praxis stärker verbreitet ist und die Branche daher bemüht ist die Kompatibilität zur passiven Datenübertragung zu erhalten. 4
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Durch die Kombination der RFID Tags mit der Sensortechnologie erschließen sich weitere Anwendungsbereiche. Somit lassen sich die Tags auch zum überwachen einiger physikalischer Zustandsgrößen während des Transports oder der Produktion verwenden. In der Logistik wird diese Technik z.B. zur Überwachung der Kühlkette genutzt, was für medizinische Transporte und Lebensmitteltransporte von großer Bedeutung ist. Durch eine 1 Vgl. DPWN – Kommunikative Helfer erobern die Logistikwelt (2006) (siehe Internetverzeichnis).
2 Vgl. eLog Center (2004) S.5.
3 Vgl. e.biz (2004) S.5.
4 Vgl. GS1 Germany (2006) S.3.
Arbeit zitieren:
Kevin Kirschke, 2007, RFID erobert die Logistikwelt, München, GRIN Verlag GmbH
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