Der Einfluß multinationaler Unternehmen auf dieArbeits- und Lebensbedingungen
von mexikanischen Frauen in den Städten der mexikanisch/US-amerikanischen
Grenzregion am Beispiel der Maquiladora-Industrien
von Silke Puls
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 2
2. Beschäftigung von Frauen in Exportindustrien 2
3. Die Maquiladora-Industrien im Norden Mexikos 7
4. Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen in
den Maquiladora-Industrien im Norden Mexikos 13
5. Zusammenfassung 20
6. Literaturverzeichnis 21
1. Einleitung
In dieser Arbeit soll die Frage des Einflusses multinationaler Unternehmen auf die Arbeits- und Lebensbedingungen mexikanischer Frauen in der mexikanisch/US-amerikanischen Grenzregion behandelt werden. Als Beispiel für die Untersuchung sollen die seit Ende der 1960er Jahre in dieser Region entstandenen "Weltmarktfabriken", die sogenannten Maquiladoras oder auch Maquilas, dienen.
Um die Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen in den Maquiladora-Industrien im Norden Mexikos in einen größeren Zusammenhang zu stellen, soll im ersten Teil der Arbeit die Beschäftigung von Frauen in Exportindustrien untersucht werden. Hierbei sollen insbesondere Fragen nach der Entstehung einer "neuen internationalen Arbeitsteilung", die Stellung von Frauen in multinationalen Unternehmen, sowie die Auswirkung von Beschäftigung in multinationalen Unternehmen auf Frauen berücksichtigt werden. Der zweite Teil der Arbeit stellt die Maquiladora-Industrien vor. Er beschäftigt sich sowohl mit der Entstehungsgeschichte, als auch der aktuellen Situation der Maquiladoras. Außerdem sollen die im Zusammenhang mit dem Maquiladora Programm wichtigen Verträge und Abkommen erläutert werden.
Das letzte Kapitel stellt den Hauptteil dieser Arbeit dar und soll zugleich eine Verbindung zwischen den ersten beiden Kapiteln herstellen. Es setzt sich kritisch mit den Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen auseinander, die in den Maquiladora-Industrien im Norden Mexikos beschäftigt sind. Dazu gehören sowohl Fragen, die sich auf die Arbeitsplatzsituation der Frauen beziehen, wie zum Beispiel Einstellungskriterien, Arbeitsbedingungen oder die Lohnfrage, als auch Fragen, die sich mit der sozialen Situation der Frauen beschäftigen. Hierzu gehört unter anderem die Familienstruktur oder der Zusammenhang zwischen Familie und Maquila-Arbeit. In der Schlussbetrachtung sollen die wichtigsten Punkte, die sich im Verlauf der Arbeit herauskristallisiert haben, noch einmal kurz zusammengefasst und bewertet werden.
2. Beschäftigung von Frauen in Exportindustrien
Dieses Kapitel befasst sich mit der Beschäftigung von Frauen in Exportindustrien, die im Zuge des allgemeinen Modernisierungsprozesses in vielen Entwicklungsländern entstanden sind. Es soll dazu dienen, einen Überblick über die Entwicklung, die aktuelle Situation, sowie die Grundlagen der neuen Art der Arbeitsteilung zu geben. Zugleich soll aufgezeigt werden, in welchem Zusammenhang die Maquiladora-Industrien im Norden Mexikos mit der Entwicklung von multinationalen Unternehmen und der "neuen internationalen Arbeitsteilung" stehen. Ein besonderes Augenmerk soll dabei, wie auch in der gesamten Arbeit, auf die Rolle von Frauen in derartigen Arbeitszusammenhängen gerichtet werden. Zugleich soll die Verbindung zwischen den Arbeits- und Lebensbedingungen der Frauen in Entwicklungsländern und der Rolle der Industrieländer bzw. der multinationalen Unternehmen hergestellt werden.
Seit Beginn der 1960er Jahre, insbesondere jedoch seit den 1970er Jahren, lässt sich verstärkt eine Internationalisierungstendenz des Kapitals in Form einer Verlagerung der Produktion in Entwicklungsländer feststellen. Insbesondere im Bereich der Elektronik- und Bekleidungsindustrie, aber auch in anderen Bereichen der Fertigungsindustrie, ist diese Tendenz zu beobachten. (vgl. Preuß, 8) Sinn und Zweck der Restrukturierungsmaßnahmen internationaler Unternehmen ist es, stets flexibel zu sein und dabei gleichzeitig die Lohnkosten zu minimieren und Profite zu maximieren. (vgl. Bose und Acosta-Belen, 3) Die Wahl eines Standortes wird dabei durch bestimmte Standortfaktoren beeinflusst. Dazu gehören unter anderem die Ausstattung eines Landes mit Infrastruktur, die Verfügbarkeit relativ qualifizierter (in bezug auf die jeweilige Arbeitsaufgabe) Arbeitskräfte, die Höhe der Lohn- und Energiekosten sowie die zu erwartenden Abgabenlasten. (vgl. Franzmeyer, 18) Da insbesondere die Lohnkosten eine wichtige Rolle bei der Frage der Verlagerung der Produktion ins Ausland spielen, werden Entwicklungsländer, in denen Lohnkosten zumeist relativ niedrig sind, immer öfter zu Standorten für sogenannte Weltmarktfabriken.
[...]
Arbeit zitieren:
Silke Puls, 2000, Der Einfluß multinationaler Unternehmen auf die Arbeits- und Lebensbedingungen von mexikanischen Frauen in den Städten der mexikanisch/US-amerikanischen Grenzregion am Beispiel der Maquiladora-Industrien, München, GRIN Verlag GmbH
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