,QKDOWVYHU]HLFKQLV
'UHL$VSHNWHGHU6SUDFKH
'LH(QWZLFNOXQJGHU*UDPPDWLN
2.1. Einwortäußerungen:................................................................................................................................. 5 2.2. Zweiwortäußerungen: .............................................................................................................................. 6 VHPDQWLVFKH)XQNWLRQHQYRQ=ZHLZRUWlXHUXQJHQ
2.3. Drei- und Mehrwortäußerungen: ............................................................................................................. 9
6.1. Biologische Grundlagen des Spracherwerbs: ............................................................................................. 15 6.2. Psychoanalytische Sichtweise des Spracherwerbs: .................................................................................... 16 6.3. Soziale Lerntheorie der Sprachentwicklung: .............................................................................................. 16 6.4. Kognitive Theorien der Sprachentwicklung: .............................................................................................. 17 =XVDPPHQIDVVXQJ
/LWHUDWXU
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(LQOHLWXQJ
„Der Besitz der Sprache unterscheidet den Menschen vom Tier“ (HÖRMANN, 1967, S. 1).
Tiere können untereinander kommunizieren, aber auch mit dem Menschen. Sie tun dieses mit einer begrenzten Zahl isolierter Laute oder mimischer und gestischer Ausdrucksweisen. Den höchsten Tierarten fehlt es auch an den Voraussetzungen für die Ausbildung eines Verständigungssystems, daß mit der menschlichen Sprache vergleichbar wäre.
Der Mensch entwickelt im Laufe weniger Jahre aus einer geringen Anzahl für sich bedeutungsloser Laute Tausende von bedeutungshaltigen Lautmustern (Silben, Wörter). Diese werden nach den grammatischen Regeln der jeweils erlernten Sprache so kombiniert, daß aus ihnen eine unendliche Zahl von Aussagen gebildet werden kann. Von Menschen, die die gleiche Sprache sprechen, können diese Aussagen dann problemlos verstanden werden.
Die Sprachentwicklungspsychologie untersucht, aufgrund welcher Voraussetzungen und in welcher Weise Menschen Sprache erwerben und wie sie ihre Sprache gebrauchen. Dabei kann sie von folgenden Beobachtungen ausgehen: Beginnend mit Schreien und Vokalisieren des Säuglings über das Lallen entstehen bald feste Beziehungen zwischen Lautkomplexen (Worten) und Gegenständen oder Handlungen, bis dann im Anschluß die sehr speziellen Regeln der jeweils erworbenen Sprache verwendet und angewandt werden.
Kinder unterscheiden sich zwar in der Geschwindigkeit mit der sie die Sprache erwerben, die Abfolge der Entwicklungsschritte ist aber weitgehend gleich (Trautner, 1991 u. 1997, S.233). 'UHL$VSHNWHGHU6SUDFKH
Sprachliche Äußerungen lassen sich unter den 3 Aspekten )RUP ,QKDOW und 0LWWHLOXQJVIXQNWLRQ betrachten.
Mit der )RUP ist die grammatisch Struktur einer Sprachäußerung gemeint, während der ,QKDOW durch die Bedeutung des Gesagten definiert wird. Die 0LWWHLOXQJVIXQNWLRQ
ist ein kommunikativer Akt, welcher sich darauf bezieht, daß Sprache von einem Sprecher für einen Hörer produziert wird.
3
Diese 3 Aspekte fallen ungefähr mit den 3 Dimensionen, die in der Zeichentheorie der Sprache (6HPLRWLN) unterschieden werden, zusammen :
a.) Syntax = Beziehung sprachlicher Zeichen untereinander
b.) Semantik = Verhältnis der Zeichen zur nichtsprachlichen Realität (Bezeichnetes)
c.) Pragmatik = Verhältnis der Zeichen zu ihren Benutzern
Als weitere Untersuchungsgegenstände der Spracherwerbsforschung gibt es neben Syntax, Semantik und Pragmatik auch noch Lautverständnis und Lautproduktion (Phonologie) und Wortschatz (Lexikon).
'LH(QWZLFNOXQJGHU*UDPPDWLN
Es reicht nicht aus die Wörter einer Sprache und deren Bedeutung zu kennen, um eine Sprache sprechen und verstehen zu können. Erforderlich ist zusätzlich das Kennen der formalen Regeln der Sprache und deren Anwendung. Der Satz: =X VSlW JHVWHUQ ZLU KDEHQ NRPPHQ HLQ KDOEHV 6WXQG enthält nach den
Regeln der deutschen Sprache zahlreiche Fehler z.B. hinsichtlich der Wortstellung. Richtig würde der Satz folgendermaßen lauten: *HVWHUQ VLQG ZLU HLQH KDOEH 6WXQGH ]XVSlWJHNRPPHQoder: :LUVLQGJHVWHUQHLQHKDOEH6WXQGH]XVSlWJHNRPPHQ
Das System von Regeln, daß es uns möglich macht, aus dem Wortmaterial einer Sprache korrekte, logische und verständliche Sätze zu bilden, bezeichnet man als Grammatik.
Im Kindesalter ist der Erwerb der sprachspezifischen formalen Regeln (Grammatik) ein sehr wichtiger Aspekt beim Erlernen der Muttersprache. Zu Beginn der neueren Sprachentwicklungspsychologie stand genau dieser Aspekt im Vordergrund des Interesses. Dabei hat sich folgendes gezeigt: 1.) Kindersprache läßt eigenständige Regelbildungen erkennen, welche von den Regeln der Erwachsenensprache in vielen Fällen (noch) abweichen 2.) Grammatikerwerb von verschiedenen Kindern, auch in den verschiedenen Sprachen, verläuft über weite Strecken sehr ähnlich
Die Phasen des Grammatikerwerbs lassen sich im Kindesalter am besten nach der typischen Anzahl von Wörtern in einer Satzeinheit abgrenzen. Zumeist wird dabei zwischen Einwort-, Zweiwort- sowie Dreiwort- und Mehrwortäußerungen unterschieden (Trautner 1991 u. 1997, S. 237f.).
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(LQZRUWlXHUXQJHQ
Meistens bestehen die Einwortäußerungen aus solchen Wörtern, die in der Erwachsenensprache der Wortklasse der Nomen, Verbpartikel, Adverbien und Demonstrativa angehören. Kinder unterscheiden dabei aber vermutlich nicht nach den Wortklassen der Erwachsenensprache, sondern eher nach
erfahrungsabhängigen und bedeutungshaltigen Kategorien. Beispiele dafür sind:
:DXZDXPDPDSDSDPLH]HDXWR
DEZHJDXI PHKUKHLDXFK GDKLHU
Man betrachtet die Einwortäußerungen unter einem grammatischen Aspekt, weil die Kinder in der Einwortphase häufig mit einem einzigen Wort einen ganzen Satz ausdrücken. Somit kann die Äußerung %DOO je nach situativem Kontext und
Motivationslage des Kindes z.B. bedeuten: „Da ist ein Ball“, „mein Ball ist verschwunden“, „gib mir den Ball“ oder auch anderes.
Das Kind, daß sich auf der Einwortstufe befindet, ist zwar schon damit beschäftigt, die Sprache, die es hört, syntaktisch zu analysieren, es ist aber noch nicht fähig, zwei oder mehr Worte syntaktisch miteinander zu verbinden. Dies erfolgt erst auf der Stufe der Zweiwortäußerungen.
=ZHLZRUWlXHUXQJHQ
In den Zweiwortäußerungen ist es erstmals möglich, Regelhaftigkeiten der Aneinanderreihung von Wörtern zu analysieren.
Am Anfang werden einfach zwei Wörter nebeneinander gestellt, bis schließlich Regelmäßigkeiten der Kombination von Wörtern erkennbar sind. Es wurden auch im großen und ganzen die semantischen Funktionen in den Zweiwortäußerungen deutschsprachiger Kinder gefunden, die in anderen Sprachen auch gefunden wurden. Der Begriff „semantische Funktion“ bezieht sich auf Bedeutungskategorien. Zu diesen gehören die grammatischen Bedeutungen, die Wörter in Sätzen haben können, z.B. kann ein Wort in der Funktion des Handlungsträgers, des Objekts usw. sein. Auch gehören dazu Kategorien des Vorhandenseins/Nicht-Vorhandenseins von Objekten/Personen, deren Lokalisierung und nähere Bestimmung.
VHPDQWLVFKH)XQNWLRQHQYRQ=ZHLZRUWlXHUXQJHQ
Es lassen sich folgende semantische Funktionen von Zweiwortäußerungen charakterisieren (Beispiele z.B. aus Miller, 1976; Clahsen, 1982):
Vorhandensein:Das Kind will ausdrücken, daß ein Objekt/ eine Person da ist: GDDXWRGDEULOOHPDPLGD
Nicht-Vorhandensein: Das Kind will ausdrücken, daß ein Objekt/ eine Person nicht (mehr) da ist:
IHZHJ(über die Füße wird ein Tuch gedeckt) ZHJDXWR (ein Spielzeugauto wurde in einen Kasten geworfen) ZHJWHGG\ (der Teddy befindet sich außer Sichtweite)
Wieder-Vorhandensein: Das Kind will sagen, daß ein Objekt/eine Person wieder auftaucht, oder daß eine Handlung wiederholt wird: PHKUPLOFK(es wird mehr Milch in die Kanne gegossen, die vorher leer war) QRFKPDOVLW]HQ (der Teddy, der umgefallen ist, soll wieder sitzen)
Handlungsträger und Handlung:
%DE\ZHLQWLFKOHVHQ
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Arbeit zitieren:
Ariane Struck, 1999, Sprachentwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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