,QKDOW
1.1 Einleitung 4
1.2 Beschreibung der Wanderungsmodelle. 5
1.2.1 Deterministische Modelle. 5
1.2.2 Stochastische Modelle 6
1.3 Das Distanz- und Gravitationsmodell. 7
1.3.1 Typisierungsversuch von Ravenstein 7
1.3.2 Die Pareto-Funktion 8
1.3.3 Demographische Abwandlung des NEWTONSCHEN Gravitationsgesetzes
9
1.3.4 Modifikation des Distanzmodells von Stouffer: 10
1.4 Das Regressinosanalytische Modell 12
1.4.1 Wanderungsprozeß mit maßgeblich vier Faktorengruppen von Lee 13
1.4.2 Cost- benefit Modelle 13
1.4.3 Push - Pull Modelle 14
1.5 Das verhaltensorientierte Modell 15
1.6 Das Constraints-Modell. 18
1.7 Das ökonomischen Modell. 19
1.8 Das probablistischen Modell 20
,QWHUQDWLRQDOH:DQGHUXQJHQ
2.1 Allgemeines 21
Gastarbeiter werden definiert als „Arbeitnehmer, die in einem fremden Land dem
Gelderwerb nachgehen“ (Naumann/Göbel) 21
2.2 Die Gastarbeiterwanderungen in die Industriestaaten Mittel- und Westeuropas
22
2.3 Die Phasen der Gastarbeiterzuwanderung 25
2
2.4 Die räumliche Ausbreitung der Gastarbeiter an dem Beispiel Deutschland 27
2.4.1 Die Ausbreitung nach dem hierarchischem Prinzip 27
2.4.2 Die Ausbreitung nach dem Nachbarschaftseffekt. 28
2.4.3 Hypothesen über die Ursache der räumlichen Ausbreitung. 28
2.5 Folgen der Abwanderung für das Heimatland 30
2.6 Folgen der Zuwanderung für das Zielgebiet 31
2.7 Die Rückwanderung: 31
3. Literaturverzeichnis
3
0LJUDWLRQVPRGHOOH
(LQOHLWXQJ
Die Bevölkerungszahl einer Region ist Schwankungen unterworfen. Die zahlenmäßige Entwicklung einer Bevölkerung wird nicht allein durch die natürliche Bevölkerungsbewegung, sondern auch durch die räumliche Bevölkerungsbewegung bestimmt.
Um den Vorgang der Wanderung auszulösen, bedarf es einen Impulses 1 , dessen Intensität so groß ist, daß die Haftung 2 überwunden wird. Je größer die Haftung ist, desto geringer ist die Mobilität 3 . Nicht immer wird eine Einzelperson zu einer Wanderung veranlaßt, es können ganze Familien wandern, die man dann als mobile Einheit bezeichnet ( vgl. Killisch, 1979).
Die Mobilität ist in zwei Forschungsansätze zu unterscheiden:
a) die makroanalytische Betrachtungsweise
b) die mikroanalytische Betrachtungsweise.
Heute betrachtet man diese Ansätze nicht mehr separat, sondern man bemüht sich, das Zusammenwirken zu erfassen.
Wenn man ausschließlich einen Ansatz betrachten würde, würden entweder die subjektiven Gründe für die Wanderungsentscheidung eines Individuums vernachlässigt, oder es wäre keine hinreichende Basis für die quantitative Erfassung der Wanderung möglich (vgl.Bähr,1997).
Modelle sind die idealisierte Abbildung der Wirklichkeit, und sie sollen reale Strukturen, Abhängigkeiten und Beziehungen verdeutlichen, daß Prognosen möglich werden.
1 Definition: Einwirkung eines Anstoßes oder Zwanges, der in Richtung einer Ortsveränderung wirkt
(vgl. Killisch, 1979).
2 Definition: „Summe aller Hinderungsgründe, Hemmnisse und Zwänge die einer Ortsveränderung
entgegenwirken“ (Killisch,1979).
3 Definition: Bereitschaft oder Fähigkeit eine Ortsveränderung vorzunehmen ( vgl. Killisch, 1979).
4
Die Migrationsmodelle versuchen eine Erklärung und meist eine Prognose über das Wanderungsvolumen und die Wanderungsrichtung zu geben ( vgl. Leib, 1983).
%HVFKUHLEXQJGHU:DQGHUXQJVPRGHOOH
Es gibt eine Vielzahl von Wanderungsmodellen, wobei hier die sechs wichtigsten erwähnt werden sollen:
1. Die Gravitations-/ Distanzmodelle
2. Die regressionsanalytischen Modelle
3. Die verhaltensorientierten Modelle
4. Die constraints Modelle
5. Die ökonomischen Modelle
6. Die probablistischen Modelle
Ihre Grenzen sind nicht immer klar abgesteckt und es sind weitere Klassifikationen denkbar.
'HWHUPLQLVWLVFKH0RGHOOH
1. Manche Modelle legen auf die Distanz der Wanderung, also auf die Entfernung zwischen dem Abwanderungs- und dem Zielgebiet, besonders viel Wert.
Typische Modelle dieses Gedankens sind die *UDYLWDWLRQVPRGHOOH oder auch die 'LVWDQ]PRGHOOH(vgl.Bähr,1997).
2. Einige Modelle untersuchen die soziale und wirtschaftliche Situation im Herkunftsland und im Zielgebiet genauer und versuchen die Wanderungsströme hierauf zurückzuführen.
5HJUHVVLRQVPRGHOOHstellen diese Gedanken in den Vordergrund.
5
3. Andere Modelle betrachten nicht so sehr die objektiven Gegebenheiten in Herkunft - und Zielländern, sondern vielmehr die Verhaltensweisen und subjektiven Einstellungen der Wanderer.
Da sich diese Modelle mit den Verhaltensweisen Einzelner beschäftigt, werden sie auch als
YHUKDOWHQVRULHQWLHUWH0RGHOOHbezeichnet (vgl. Bähr,1997).
4. Manche Modelle betrachten die Faktoren, die den Wanderungswilligen in seinem Vorhaben und seinem Handlungsspielraum beschränken.
Diese &RQVWUDLQWV0RGHOOHbeziehen sowohl die subjektiven als auch die
objektiven Erklärungen mit ein.
5. Einige Modelle sehen in den Wanderungen einen Anpassungsprozeß an den
Wirtschaftsraum. Sie werden als |NRQRPLVFKH0RGHOOH bezeichnet.
6WRFKDVWLVFKH0RGHOOH
6. Neben den deterministischen Modellen gibt es die Modelle, die sich mit zufallsabhängigen Faktoren (stochastische Faktoren) beschäftigen.
Diese Modelle werden als SUREDOLVWLVFKH0RGHOOHbezeichnet (vgl. Bähr,1997).
6
'DV'LVWDQ]XQG*UDYLWDWLRQVPRGHOO 7\SLVLHUXQJVYHUVXFKYRQ5DYHQVWHLQ
Diese Art von Migrationsmodellen sind mathematische Modelle und der älteste
Typisierungsversuch geht auf 5DYHQVWHLQzurück, der die Gesetze der Wanderung
(1885/1889) aufstellte, die aber hier nicht ausführlich besprochen werden (vgl. Bähr, 1997).
Er beobachtete die durch die industrielle Entwicklung hervorgerufenen Wanderungsströme.
Das Abgrenzungskriterium bei dem Modell von Ravenstein war die Distanz, wobei er drei Hauptgruppen unterteilte: 1. der lokale Wanderer 2. der Nahwanderer 3. der Fernwanderer
Der lokale Wanderer wechselt seinen Wohnsitz innerhalb der Gemeinden, wobei der Nahwanderer von seiner Ausgangsgemeinde in eine andere zieht. Der Fernwanderer hingegen legt eine Größere Distanz zurück (vgl. Bähr, 1997). Er fügte den drei Typen später noch zwei weitere hinzu: 4. der Wanderer in Etappen 5. der temporäre Wanderer
Der Wanderer in Etappen vollzieht seine Wanderung nicht in einem Schritt, sondern in mehreren, meist über kürzere Distanzen. Der temporäre Wanderer wandert von Zeit zu Zeit.
Bei diesem Typ bezog 5DYHQVWHLQ die zeitliche Dimension als weiteres
Abgrenzungskriterium mit ein (vgl.Bähr,1997).
7
Schwächen hat dieses beschreibende Modell, da die Abgrenzungskriterien nicht genau präzisiert sind.
Ein Vorteil liegt darin, daß dieses Modell leicht anwendbar ist. Dieses Migrationsmodell regte zahlreiche Wissenschaftler an, sich näher mit der Wanderung zu beschäftigen und theoretische Modelle zu erschaffen.
'LH3DUHWR)XQNWLRQ
Die Gravitationsmodelle besagen, daß es eine Beziehung zwischen der Wanderungshäufigkeit und der Entfernung gibt.
Dabei wird für einen bestimmten Ort die Zu- oder Abwanderung betrachtet. Man erstellt dann konzentrische Kreise für die unterschiedlich weit entfernten Zonen, aus denen die Wanderer stammen bzw. in die sie zuzogen.
Am besten läßt sich dieses Verhältnis durch die 3DUHWR)XQNWLRQwiedergeben: 0 N G
¡ ¡ £ ¢ ¥ ¤
0
Wanderungsraten für die Zone j in bezug auf den betrachteten Ort i.
¡
G Distanz zwischen i und j
¡
N Konstante
E = Exponent der Distanz
Der Distanzexponent b und die Konstante k lassen sich mit dem Regressionsansatz errechnen, wobei die Wanderungsraten die abhängige variable darstellen, und die Entfernung die unabhängige Variable (vgl. Bähr,1997).
Der Exponent b ermöglicht eine regionale Differenzierung von Wanderungsfeldern. Erhält man kleine b-Werte, deutet das aus einen sehr ausgedehnten Wanderungsbereich hin, erhält man dagegen einen großen-b Wert, weist dieses auf ein räumlich begrenztes Wanderungsfeld hin.
8
Das bedeutet, daß bei großen b-Werten der Wanderungswiderstand der Distanz größer ist als bei kleineren (vgl. Bähr,1997). „Der Exponent tendiert in Richtung einer Zeitfunktion (Bähr,1997)“ Das bedeutet, daß b im Zeitverlauf kleiner wird, und somit besteht ein Zusammenhang zwischen dem Exponenten und der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung.
Die Wanderungszonen sind nicht für alle sozialen Gruppen identisch. Der Distanzexponent b nimmt mit steigendem Sozialstatus ab, was bedeutet daß Menschen mit höherem Sozialstatus eher über weitere Distanzen wandern G(vgl. Bähr,1997).
Bei dieser mathematischen Formel nähern sich die ermittelten Werte den theoretischen sehr gut an.
Außer in ortsnahen Bereichen, denn da gibt sie zu große Werte an (vgl. Bähr,1997). Daraufhin sind zahlreiche Modifikationen vorgenommen worden, die auf Grund ihrer mathematischen Kompliziertheit hier nicht weiter besprochen werden sollten.
'HPRJUDSKLVFKH$EZDQGOXQJGHV1(:7216&+(1
*UDYLWDWLRQVJHVHW]HV
Ende der 20er Jahre entdeckten die Forscher, daß sich „ ...jede Art von Interaktion zwischen zwei Orten oder Gebieten durch eine demographische Abwandlung des NEWTONSCHEN Gravitationsgesetz beschreiben läßt (Bähr,1997)“. Dabei ist:
• Die Masse gleich der Einwohnerzahl
• Die Gravitationskraft gleich der Interaktionskraft der Bevölkerung (auf der Attraktivität beruhenden Anziehungskraft)
9
Arbeit zitieren:
Ariane Struck, 1998, Migrationsmodelle, München, GRIN Verlag GmbH
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