3 Lernziele 3.1 Groblernziel
Die Schülerinnen und Schüler sollen durch das Weiterschreiben einer Piraten-Geschichte ihre Kreativität und Fantasie sowie ihr Schreibpotential erweitern. 3.2 Feinlernziele Die Schülerinnen und Schüler sollen …
FLZ 1: … dem Lehrervortrag konzentriert und aufmerksam zuhören und den Inhalt der Geschichte erfassen. FLZ 2: … angeregt durch den Lehrervortrag innere Vorstellungsbilder entwickeln und Handlungsstränge aktiv mitgestalten bzw. weiterführen.
FLZ 3: … ihre Ideen zum Fortgang der Geschichte ausdrücken, indem sie eine eigene kreative Fortsetzung der Geschichte verfassen. 3.3 Differenzierte Lernziele Die Schülerinnen und Schüler sollen …
DLZ 1: … mit Hilfe des Differenzierungsangebots (Wort- und Bildmaterial, Ideensätze und Realien) Schreibideen entwickeln und eine eigene kreative Fortsetzung verfassen.
DLZ 2: … sich inhaltlich mit ihrer verfassten Fortsetzung der Geschichte auseinandersetzen. DLZ 3: … die Vielschichtigkeit literarischer Gestaltung erfahren, indem sie die Geschichten der Mitschüler würdigen. 3.4 Längerfristige Lernziele Die Schülerinnen und Schüler sollen …
LLZ 1: … lernen mit Hilfe eines Clusters Geschichten zu planen und Gedanken/ Handlungsstränge zu strukturieren und visualisieren.
LLZ 2: … ihre Kreativität und Imaginationsfähigkeit weiterentwickeln. LLZ 3: … in ihrer Schreibmotivation gestärkt werden. LLZ 4: … ihr (schriftliches) Ausdrucksvermögen erweitern. LLZ 5: … für Ästhetik der literarischen Sprache sensibilisiert werden. LLZ 6: … durch das Vorlesen in der Gruppe soziale Kompetenzen ausbauen.
LLZ 7: … sich über ihre Schreibprodukte austauschen und lernen diese entsprechend zu überarbeiten.
4 Bedingungsanalyse
Seit Beginn des 1. Halbjahres des Schuljahres 2006/2007 unterrichte ich die 3b der Grundschule Grasleben im Fach Deutsch mit drei Stunden wöchentlich. Die drei weiteren Deutschstunden unterrichtet die Klassenlehrerin. Das Verhältnis zwischen der Lerngruppe und mir ist aufgeschlossen und freundlich. Die Klasse setzt sich aus 15 Mädchen und 11 Jungen zusammen.
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5 Sachanalyse
Der Begriff Kreativität sowie Kreatives Schreiben lassen sich nicht eindeutig definieren. Beide Begrifflichkeiten erlebten in den letzten Jahrzehnten einen „vielfältigen theoretischen und historischen Wandel“ und definieren sich je nach Ansatz und personellem Empfinden unterschiedlich (vgl. Böttcher 1999, S. 9). Laut dem Sprachdidaktiker Kaspar H. Spinner bezeichnet das Kreative Schreiben die Form des Schreibens, die nicht in der Reproduktion vorgegebener Muster verharrt, sondern die Gestaltungskraft des
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Individuums in Anspruch nimmt (vgl. Spinner 1996, S. 82). Dabei stehen die arrangierten oder angeleiteten Zugänge zum Schreiben im Mittelpunkt (vgl. ebd. 1996, S. 15). Um kreative Prozesse im Menschen auszulösen, sind unterschiedliche Prinzipien möglich. Kaspar H. Spinner charakterisiert das Kreative Schreiben mit den Prinzipien Irritation, Expression und Imagination (vgl. Böttcher 1999, S. 11ff.). Das Prinzip der Irritation durchbricht gewohnte Vorstellungsmuster, so dass die entsprechende Schreibaufgabe einen Problemlöseprozess darstellt (vgl. ebd. 1999, S. 11). Demzufolge werden den Kindern Anregungen bereitgestellt, die nicht zusammenpassen und somit kreative Denkprozesse auslösen, wie z.B. ein Fisch, der an Land lebt. Infolgedessen können sich neue Schreibideen entfalten, ohne auf bestimmte Vorgaben achten zu müssen. In der vorliegenden Stunde wird das Prinzip der Irritation in der Erzählung (plötzlicher Ortswechsel, Wiederfinden der Kinder in der Gestalt von Piraten), durch die Darbietung des zu den Ideen der Kinder konträren Handlungsstrangs (weinender Eisbär) und im Differenzierungsangebot (Meerjungfrau an Land mit magischer Muschel, Prinzessin im Dschungel mit einem Einhorn, Schatz mit leuchtenden Dinosauriereiern, Ritter, der auf einer Schildkröte reitet) aufgegriffen. Beim Prinzip der Expression wird die Subjektivität in die Textproduktion integriert. Durch die persönlichen Vorstellungsbilder der Kinder wird dem Text Einzigartigkeit und Originalität verliehen. Da die Kinder ihr individuelles Vorwissen, ihre Gedanken und Gefühle in den Text einfließen lassen, findet sich dieses Prinzip in der vorliegenden Unterrichtsstunde wieder.
Die Imagination verknüpft und erhöht gleichzeitig Irritation und Expression (vgl. Böttcher 1999, s. 13). Dieses Prinzip bezeichnet das „Überschreiten des Gewohnten“ (vgl. Spinner 1996, S. 82). Beim Kreativen Schreiben soll neben dem Einbringen von eigenen Erfahrungen auch die Entfaltung von Fantasie ermöglicht werden, damit der Schreibende Unerwartetes und Neues zulassen kann. Das Prinzip der Imagination realisiert sich in der vorliegenden Stunde in dem Moment des Ortwechsels, am offenen Ende der Erzählung sowie durch die Klassenraumgestaltung und die inszenierte Mitte. Ab dem Ortswechsel wird es den Kindern ermöglicht, Bekanntes zu überschreiten und ihre Fantasie spielen zu lassen.
Ingrid Böttcher unterteilt die Verfahren des Kreativen Schreibens in sechs Methodengruppen: Schreiben zu und nach (literarischen) Texten, assoziative Verfahren, Schreibspiele, Schreiben nach Vorgabe, Regeln und Mustern, Schreiben zu Stimuli und Weiterschreiben an kreativen Texten (vgl. Böttcher 1999, S. 22ff.). In dieser Stunde kommt eine Kombination von assoziativem Verfahren (hier: Clusterbildung), Schreiben nach Texten (hier: Erzählung des Anfangs einer Piraten-Geschichte) und Stimuli (hier: Realien, Bilder, Wörter und Sätze) zum Tragen.
In der Erzählung befinden sich zwei Kinder zunächst in einem Baumhaus. Sie fangen an in Büchern zu blättern und sehen Bilder einer Karibik-Insel und am Horizont ein Segelschiff. Plötzlich beginnt das Baumhaus sich zu drehen und die Kinder landen in Gestalt von Piraten auf einem Piratenschiff, das eine Insel ansteuert. Die Erzählung endet mit dem Satz: „Sie laufen zwischen den Palmen und wilden Sträuchern hindurch mitten in den Dschungel hinein als sie plötzlich im Palmendickicht ein Funkeln erblicken …“. Anhand dieses Funkelns können konkrete Handlungsstränge entwickelt und mithilfe eines Clusters visualisiert werden, die von den Kindern aufgegriffen werden können. Mögliche Handlungsstränge (beispielhaftes Cluster):
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Arbeit zitieren:
Nina Lawitschka, 2007, Kreatives Schreiben: Piraten Abenteuer, München, GRIN Verlag GmbH
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