1. Vorwort
Im alltäglichen Leben wird man immer wieder mit Konflikten konfrontiert und diese gewinnen in unserer Gesellschaft und im Zusammenleben stets an Relevanz. Zwar wird sich häufig darüber beklagt, wie „schlimm“ solche Streitigkeiten sind, doch der Nutzen ist durchaus viel beträchtlicher.
Es geht folglich darum, diesen Nutzen zu erkennen, sich dessen bewusst zu werden, um schließlich diese vielleicht sogar als Ressourcen des eigenen Handelns anzusehen. Es geht demnach keineswegs darum anderen Menschen eine Schuld zuzuweisen.
„When there are two conflicting versions of a story, the wise course is to believe the one H. Allen Smith in which people appear at their worst.“
2. Gruppen
2.1 Definition „Gruppe“
„Zwei oder mehr Menschen, die miteinander interagieren und in dem Sinne interdependent sind, dass ihre Bedürfnisse und Ziele eine gegenseitige Beeinflussung bewirken.“ (zit. in Lewin, 1948)
Demzufolge kommunizieren Gruppenmitglieder (regelmäßig) angesichts gleicher Interessen, Aufgaben und Ziele und berücksichtigen in ihren Handlungen Werte, Normen und auch Rollenverteilungen, die allerdings ein differenziertes Maß an Anpassung fordern. Eine Gruppe beeinflusst zwar das individuelle Verhalten der Mitglieder, ist jedoch mehr als nur die Summe der Einzelverhalten. (vgl. Schaub und Zenke, 2004, S. 245) Aus diesen Definitionen kann man schließen, dass die Faktoren Aktivitäten, Interaktion, Normen und ein „Wir-Gefühl“ (-> Entstehung von Sicherheit und Stärke) kennzeichnende Merkmale für Gruppen sind.
2.2 Gruppenarten
In der Literatur findet man einige Aufteilungen von Gruppen.
So gibt es beispielsweise die Unterteilung von „primary groups“ (das bedeutet Familie, Freundeskreis der Eltern und Nachbarn. In die Primärgruppe Familie wird ein Mensch ohne Wahlmöglichkeiten hineingeboren) und „secondary groups“, bei denen die Person eben solche Wahlmöglichkeiten besitzt. So zählen z. B. Hausarbeitsgruppen eines Hochschulseminars zu den Sekundärgruppen.
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Des Weiteren findet man bei den „secondary groups“ die Differenzierung zwischen formalen und informellen Gruppen.
Der Brockhaus Psychologie führt die Definition auf, dass bei formalen Gruppen geklärt ist, wer Mitglied einer solchen ist und wer nicht dazugehört (z. B. Vereine). Unter informellen Gruppen sind folglich spontane Zusammenschlüsse von Personen zu verstehen. Zwar sind aufgrund der Gruppendefinition gleiche Ziele, Vorstellungen, etc. gegeben, die Beziehungen untereinander jedoch können durchaus weniger intensiv sein, wie es z. B. bei Raucherkreisen an einer Hochschule der Fall ist. Außerdem kann man die Aussage treffen, dass formale Gruppen (im Gegensatz zu informellen Gruppen) Unterstützung durch die Existenz einer Leitung erfahren (z. B. Trainer einer Fußballmannschaft).
Wo mehrere Individuen aufeinander treffen, stoßen u. U. auch verschiedene Meinungen zusammen. In vielen Fällen bleibt es jedoch nicht bei einer „simplen“ Meinungsverschiedenheit, sondern es entwickelt sich ein Konflikt, den es zu lösen gilt. Im Folgenden Kapitel wird der „Konflikt“ präziser thematisiert.
3. Konflikte
3.1 Definition „Konflikt“
Das Wort Konflikt stammt von dem Lateinischen Wort „confligere“ ab und bedeutet zusammenstoßen, aufeinander treffen.
Man versteht unter einem Konflikt folglich das Zusammenprallen von Tendenzen (u. a. Meinungen, Handlungen, Reaktionen, Zielvorstellungen etc. und / oder auch Akteuren), die scheinbar oder tatsächlich nicht miteinander vereinbar bzw. gegensätzlich sind. Soziologisch betrachtet ist ein Konflikt ein Prozess, in dem immer eine wechselseitige menschliche Beziehung, an der beide Seiten teilnehmen.
Zu den Voraussetzungen eines Konfliktes zählen zweifelsohne verschiedene Formen der Uneinigkeit, Worte und / oder Handlungen, durch die Spott, Abscheu, Rivalitäten und Verachtung deutlich werden. (vgl. Fichter, 1970, S. 144)
Allerdings ist ein Konflikt nicht „einfach so“ existent und somit objektiv, sondern er entspringt dem individuellen Erleben dieses o. b., zeitgleichen Zusammenpralles. Weiterhin ist festzustellen, dass Konflikte eine Beeinträchtigung (mindestens eines Individuums) sind und schließlich zu einer Eskalation neigen.
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Zusammenfassend ist also zu sagen, dass folgende Charakteristika gegeben sein müssen, um von einem „Konflikt“ reden zu können:
- mindestens 2 Parteien (Interaktion zwischen Akteuren)
- gemeinsames Konfliktfeld
- unterschiedliche Handlungsabsichten / Meinungen
- Verwirklichungsversuch der unterschiedlichen Handlungsabsichten / Meinungen
- (negative) Gefühle
- gegenseitige Beeinflussung
(vgl. Stangl 2004, http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOMMUNIKATION/Konflikte.shtml)
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3.2 Konfliktarten
Da Konflikte sehr unterschiedlich sein können und in der Literatur zahlreiche genannt werden, werden im Folgenden erst die gängigsten Konfliktarten anhand einer Graphik vorgestellt und anschließend genauer erläutert.
Allgemein kann man sagen, dass Konflikte in zwei Kategorien unterteilt werden können:
3.2.1 Intrapersonelle Konflikte
werden auch als „Innere Konflikte“ (innerer Zwiespalt) bezeichnet, was verdeutlicht, dass in einer Situation verschiedene Handlungsmöglichkeiten existieren zwischen denen ein Individuum sich entscheiden muss.
Folglich liegt der Konflikt oder ein Teil des Konfliktes in der eigenen Person.
Ein Beispiel für einen intrapersonellen Konflikt wäre:
In einer Kinder- und Jugendfreizeitstätte sind noch einige „Büroarbeiten“ liegengeblieben. Die Leiterin würde gerne einiges davon noch erledigen, hat ihrer Familie aber versichert heute pünktlich nach Hause zu kommen, um den versprochenen Unternehmungen auch nachkommen zu können.
In diesem Fall muss eine Entscheidung getroffen werden, deren Folge sowohl positiv als auch negativ ausfallen wird:
Diese verschiedenen Handlungsmöglichkeiten erzeugen bei der betroffenen Person eine belastende Emotionslage, was zu einer Unsicherheit bezüglich einer Entscheidungsfindung führt.
Wie man anhand des Schaubilds entnehmen kann, werden (nach Lewin) intrapersonelle Konflikte in vier Kategorien unterteilt, die jedoch aufgrund des Hausarbeitsthemas (Konflikte in Gruppen) nur kurz angeschnitten werden:
Annäherungs-Annäherungs-Konflikt (Appetenz-Appetenz-Konflikt): Eine Person muss sich für eine von zwei Möglichkeiten entscheiden, wobei die Folgen beider Entscheidungen sich positiv auswirken.
Vermeidungs-Vermeidungs-Konflikt (Aversions-Aversions-Konflikt): Hierbei sind die Folgen beider Möglichkeiten negativ einzustufen.
Vermeidungs-Annäherungs-Konflikt (Aversions-Appetenz-Konflikt): Hierbei sind die Folgen der Entscheidung sowohl negativ als auch positiv. Stangl erläutert dies mit dem Beispiel: Wenn man sich zwischen einem Praktikumplatz im In- oder Ausland entscheiden muss, bringt jede Entscheidung positive als auch negative Folgen mit sich.
(zit. http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOMMUNIKATION/Konflikte.shtml)
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Arbeit zitieren:
Julia Babucke, 2006, Konflikte in Gruppen, München, GRIN Verlag GmbH
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