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Kindeswohl - ein unbestimmter Rechtsbegriff und Kindeswohlgefährdung am Beispiel der Misshandlung

Praktikumsbericht / -arbeit, 2005, 20 Seiten
Autor: Anonym
Fach: Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Details

Kategorie: Praktikumsbericht / -arbeit
Jahr: 2005
Seiten: 20
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 10  Einträge
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V72034
ISBN (E-Book): 978-3-638-63392-5

Dateigröße: 133 KB

Zusammenfassung / Abstract

Der Soziale Dienst umfasst ein breites Spektrum an Aufgaben. Es werden Hilfen für Kinder, Jugendliche und deren Familien in Konflikt- und Not-situationen angeboten (z.B. § 20 SGB VIII), sowie Hilfen zur Erziehung ge-mäß § 27 SGB VIII gewährt und begleitet. Weitere Aufgaben sind Beratungs-tätigkeiten nach § 17 SGB VIII (z.B. Beratung in Partnerschaft, Trennung und Scheidung), Vermittlung, Hilfen für junge Volljährige nach § 41 SGB VIII, Unterstützung von Personensorgeberechtigten bei der Ausübung der Personensorge nach § 18 SGB VIII und hoheitliche Aufgaben. Zu diesen ge-hören z.B. Inobhutnahme und Herausnahme von Kindern und Jugendlichen nach §§ 42, 43 SGB VIII, Führung von Amtsvormundschaften nach §§ 1791b, 1791c BGB, Amtshilfeersuchen nach §§ 3, 4 SGB X und der Mit-wirkung bei Verfahren des Familien- und Vormundschaftsgerichtes nach § 50 SGB VIII, z.B. in Zusammenhang mit einer Gefährdung des Kindeswohls nach § 1666 BGB. Um den Kontext einer Kindeswohlgefährdung einschätzen zu können, muss man unter anderen wissen, was Kinder und Jugendliche für ihre Entwicklung benötigen und welche Inhalte letztendlich der Begriff Kin-deswohl ausfüllt. In dieser Arbeit möchte ich den unbestimmten Rechtsbegriff des Kindes-wohls näher erläutern und Aspekte der Kindeswohlgefährdung am Beispiel der Misshandlung beleuchten, um eine praktische Orientierung und Arbeits-hilfe zu schaffen.


Textauszug (computergeneriert)

Fachhochschule Jena, Fachbereich Sozialwesen
Wintersemester 2005/2006, 5. Fachsemester
Praktikumsabschlussarbeit

Kindeswohl - ein unbestimmter Rechtsbegriff und Kindeswohlgefährdung
am Beispiel der Misshandlung

 


INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung  3

2. Der unbestimmte Rechtsbegriff des Kindeswohls  4

2.1 Entstehungsgeschichte  4
2.2 Der unbestimmte Rechtsbegriff des Kindeswohls  5
2.3 Kindeswohl – Suche nach Orientierung 7

2.3.1 Bedingungen des körperlichen Wohls 8
2.3.2 Bedingungen für das seelische (sozial, emotionale) Wohl  8
2.3.3 Bedingungen für das geistige Wohl  9
2.3.4 Verwaltung des Einkommen und Vermögen  9

3. Kinder haben Rechte  10

3.1 (ausgewählte) Rechte von Kindern laut BGB 10
3.2 UN-Konvention über die Rechte von Kindern 11

4. Aspekte der Kindeswohlgefährdung  13

4.1 Am Beispiel der Misshandlung 13
4.2 Folgen und Auswirkungen von Misshandlungen 15
4.3 Hinweise auf eine mögliche Misshandlung  16

5. Resümee  18

Literaturverzeichnis 19



 

1. Einleitung

Mein zweites berufspraktische Semester habe ich beim Allgemeinen Sozialen Dienst in XXX absolviert. Der ASD ist in drei Regionalteams aufgeteilt. Die Regionalteams arbeiten in den Stadtgebieten XXX, XXX und XXX. Die personelle Besetzung der Teams ist vom Stadtgebiet und dessen Struktur (z.B. Einwohnerzahl, Fallaufkommen) abhängig. Im XXX, in dem ich mein Praktikum durchlief, sind zwei Sozialarbeiter und zwei Sozialarbeiterinnen tätig.
Der Soziale Dienst umfasst ein breites Spektrum an Aufgaben. Es werden Hilfen für Kinder, Jugendliche und deren Familien in Konflikt- und Notsituationen angeboten (z.B. § 20 SGB VIII), sowie Hilfen zur Erziehung gemäß § 27 SGB VIII gewährt und begleitet. Weitere Aufgaben sind Beratungstätigkeiten nach § 17 SGB VIII (z.B. Beratung in Partnerschaft, Trennung und Scheidung), Vermittlung, Hilfen für junge Volljährige nach § 41 SGB VIII, Unterstützung von Personensorgeberechtigten bei der Ausübung der Personensorge nach § 18 SGB VIII und hoheitliche Aufgaben. Zu diesen gehören z.B. Inobhutnahme und Herausnahme von Kindern und Jugendlichen nach §§ 42, 43 SGB VIII, Führung von Amtsvormundschaften nach §§ 1791b, 1791c BGB, Amtshilfeersuchen nach §§ 3, 4 SGB X und der Mitwirkung bei Verfahren des Familien- und Vormundschaftsgerichtes nach § 50 SGB VIII, z.B. in Zusammenhang mit einer Gefährdung des Kindeswohls nach § 1666 BGB. Um den Kontext einer Kindeswohlgefährdung einschätzen zu können, muss man unter anderen wissen, was Kinder und Jugendliche für ihre Entwicklung benötigen und welche Inhalte letztendlich der Begriff Kindeswohl ausfüllt.
In dieser Arbeit möchte ich den unbestimmten Rechtsbegriff des Kindeswohls näher erläutern und Aspekte der Kindeswohlgefährdung am Beispiel der Misshandlung beleuchten, um eine praktische Orientierung und Arbeitshilfe zu schaffen.

2. Der unbestimmte Rechtsbegriff des Kindeswohls

2.1 Entstehungsgeschichte

Das Rechtskonzept des Kindeswohls gilt erst seit wenigen Dekaden als das zentrale familienrechtliche Leitprinzip. Nach dem Nationalsozialismus waren die Familienautonomie und damit die Rechte der Eltern deutlich gestärkt worden und das Familienrecht wurde in das Privatrecht eingeordnet, um es vor staatlichen Interventionsversuchen zu schützen. In den Siebziger Jahren kam es zu tief greifenden Veränderungen und neuen Denkmodellen und eigennützige Elternrechte und eine uniforme staatliche Jugenderziehung waren gleichermaßen suspekt geworden. Das Wohl des Kindes trat an ihre Stelle und wurde allmählich zum entscheidenden Maßstab für eine Ordnung der Rechtsbeziehung zwischen Kind, Eltern und Staat. Hatten bisher elterliches Verschulden (Verschuldungsprinzip) staatliche Eingriffe in die Elternrechte legitimiert, rückten nun die Kindesinteressen selbst ins Zentrum und das Wohl des Kindes wurde zum Richtpunkt für das staatliche Wächteramt, um den Schutz der Würde und der Person des Kindes zu gewährleisten.1

Es folgten weitere Gesetzesänderungen. Anders als in den 70er und 80er Jahren setzte der Gesetzgeber nunmehr verstärkt auf eine Verwirklichung des Kindeswohls durch die Stärkung der Elternrechte, also auf eine Deregulierung und leitete somit einen tendenziellen Rückzug des staatlichen Wächteramts ein. So wurde 1990 das Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) verabschiedet, das vorrangig präventiven Charakter haben soll, und welches die Inanspruchnahme des Jugendamtes nunmehr bis zur Grenze der Kindeswohlgefährdung der Verantwortung der Sorgeberechtigten überlässt.2

2.2 Der unbestimmte Rechtsbegriff des Kindeswohls

[...]


1 Vgl. Zitelmann, Maud, 2001, Kindeswohl und Kindeswille im Spannungsfeld von Pädagogik und Recht, Münster, S. 113-114

2 Ebd., S. 115


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