2
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1. Einleitung. 3
2. Kriegsberichterstattung - Ein Dilemma. 4
3. Dichtung oder Wahrheit -
Die Funktionsweise der Medien im Krieg. 5
3.1 Wie neutral sind Informationen? 5
3.2 Der Krieg - Ein ideales Nachrichtenobjekt. 8
3.3 Kriegsberichterstatter - Mittendrin und doch nicht dabei. 10
4. Zensur und Propaganda -
Wie das Militär die Medien manipuliert. 12
4.1 Die Zensur. 12
4.1.1 Das Ziel der Zensur. 13
4.1.2 Arten und Maßnahmen. 13
4.2 Propaganda. 15
5. Gibt es einen Ausweg aus dem Dilemma der
Kriegsberichterstattung ? 17
6. Resümee. 19
Literaturverzeichnis. 21
3
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Wir schreiben den 7. Oktober 2001. Es ist 18.27 Uhr 1 als der Angriff der Amerikaner und ihrer Verbündeten auf Afghanistan beginnt. Der US-Sender CNN überträgt „exclusive“ Live-Bilder aus der afghanischen Hauptstadt Kabul. Doch mit der Exklusivität der Bilder ist es nicht weit her. Fernsehstationen rund um den Globus fangen die Berichte ab und verbreiten sie weiter. Die USA führen Krieg gegen die Taliban und die gesamte Welt ist live dabei! Bereits im Golfkrieg vor zehn Jahren konnte die Menschheit, dank CNN, die Detonation der US-Raketen in Bagdad und die grünen Blitze der irakischen Flugabwehrgeschosse im Fernsehen mitverfolgen. Mit zahlreichen Sondersendungen, Live-Berichten und -Bildern versorgten die Medien ihre Zuschauer rund um die Uhr.
Alle Menschen waren live dabei und doch erfuhren sie nichts! Das Militär zensierte und präsentierte geschönte Informationen. Eine wahrheitsgemäße Kriegsberichterstattung war unmöglich. Wie sich nach dem Ende des Golfkrieges herausstellte, hatte das US-Militär die freien Medien zu ihren „Komplizen“ im Kampf gegen Saddam Hussein gemacht. Von der Rolle der Medien als neutrale Berichtererstatter kann also kaum die Rede sein. In meiner Arbeit gehe ich der Frage nach, wie diese Rolle der Medien konkret aussieht, wie sie zustande kommt und ob es nicht andere Möglichkeiten der Kriegsberichterstattung gibt. Nachdem ich die unterschiedlichsten Erwartungen an die Medien in der Kriegsberichterstattung konkretisiert habe (zweites Kapitel), werde ich darstellen, wie die Medien im Krieg arbeiten und welche Gründe hierfür Ausschlag gebend sind. Kapitel drei behandelt die Funktionsweise des Mediensystems und dessen Abhängigkeit von Zielgruppen, Mitarbeitern und Geldgebern. In Kriegszeiten sind die Medien für das Militär von immenser Bedeutung, da sie die Meinung der eigenen aber auch der gegnerischen Bevölkerung beeinflussen. Der vierte Teil beschäftigt sich deshalb mit den Möglichkeiten der militärischen Führung, die Kriegsberichterstattung in eine gewünschte Richtung zu lenken. Ich werde hierzu vor allem auf Zensur und Propagandamaßnahmen eingehen.
1 Christoph Schult, 2001: Lügen für den Sieg. In: Spiegel Online. 10. Oktober 2001, 21:56 Uhr. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,161529,00.html, S. 1.
4
Anschließend werde ich mich im fünften Kapitel mit möglichen Auswegen aus dem Dilemma der Kriegsberichterstattung beschäftigen.
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Der Journalismus hängt zwischen Staat, Kapital und ziviler Gesellschaft. Jeder stellt seine eigenen Forderungen an die Kriegsberichterstattung. Es ist deshalb für die Medien nicht einfach, sich zu behaupten, eigenständig und unabhängig in ihrer Berichterstattung zu sein. 2 Sie sehen sich dabei mit folgenden Erwartungen konfrontiert:
• Der Zuschauer oder Leser in der Heimat möchte nicht nur umfassend informiert, sondern auch unterhalten werden. • Jedes Medienunternehmen benötigt hohe Einschaltquoten, bzw. Umsatzzahlen, um im Haifischbecken der Medienlandschaft überleben zu können.
• Das Militär / die politische Führung benötigt eine regierungsfreundliche Berichterstattung um sicher zu stellen, dass die eigene Bevölkerung das militärische Vorgehen unterstützt.
• Der Pressekodex, herausgegeben vom Deutschen Presserat, gibt Richtlinien für publizistische Arbeit vor:
„1. Die Achtung vor Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.
2. Zur Veröffentlichung bestimmte Nachrichten und Informationen in Wort und Bild sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf
2 Johan Galtung, 1997: Kriegsbilder und Bilder vom Frieden oder: Wie wirkt diese Berichterstattung auf Konfliktrealität und Konfliktbearbeitung? In: Calließ, Jörg (Hrsg.): „Das Erste Opfer eines Krieges ist die Wahrheit“ oder Die Medien zwischen Kriegsberichterstattung und Friedensberichterstattung. Loccum, S. 83.
5
ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. [...] Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen.“ 3
Obwohl die Forderungen des Pressekodex nach Wahrheit an aller erster Stelle stehen sollten, haben uns die Kriege am Golf, auf dem Balkan oder auch der jüngste Militäreinsatz in Afghanistan bewiesen, was der britische Schriftsteller Rudyard Kipling bereits zu Zeiten der britischen Kolonialkriege feststellte: „Die Wahrheit ist das erste Opfer des Krieges.“ 4 Wie man sich die Manipulation im Golfkrieg vorstellen muss, beschreibt Storz sehr anschaulich:
„Im Videokrieg am Golf gibt es keine Menschen. Niemand stirbt, niemand wird verstümmelt. Hier werden lediglich Brücken, militärische Gebäude und Waffen punktgenau zerstört. [...] Was daneben geht, sieht man nicht. Wie oft das geschieht, erfährt man nicht. [...] Nach dem Krieg wurde bekannt, daß von 88 500 Tonnen Bomben, die allein die US-Streitkräfte über dem Irak abwarfen, nur 7 Prozent „intelligent“ waren [...[ Von diesen verfehlten 40 Prozent ihr Ziel. Bei den ungelenkten dummen Fallbomben sah es noch schlechter aus: 70 Prozent, sprich 62 137 Tonnen, trafen anderes als beabsichtigt.“ 5
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Deutscher Presserat, 2001: Publizistische Grundsätze (Pressekodex), Fassung vom 20.06.2001. http://www.presserat.de/site/pressekod/kodex/index.html.
4 Rudyard Kipling, zitiert nach: Schult, Lügen für den Sieg, (Anm. 1), S. 1.
5 Stefan Storz, 1995: Schöner neuer Krieg. Wie das US-Militär im Golfkrieg die Medien manipulierte: Machiavellistische Lehren aus dem Vietnam-Desaster. In: Spiegel Spezial, Die Journalisten, 1/1995, S. 92.
Arbeit zitieren:
Dipl. Päd. (Univ.) Thomas Ziegler, 2002, Die Rolle der Medien im Krieg - Kriegsberichterstattung, Zensur und Propaganda, München, GRIN Verlag GmbH
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