Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 3
2 HISTORISCHE ENTWICKLUNG UND THEORETISCHE EINBETTUNG 3
2.1 QUANTITATIV VERSUS QUALITATIV. 4
2.2 DEDUKTIV VERSUS INDUKTIV. 5
3 DAS VERFAHREN DER GROUNDED THEORY. 7
3.1 THEORETISCHE SENSIBILITÄT. 7
3.2 THEORETISCHES SAMPLING 9
3.3 DER KODIERPROZESS 9
3.3.1 Das Kodierverfahren nach Strauss Corbin 10
3.3.1.1 Offenes Kodieren. 10
3.3.1.2 Axiales Kodieren 11
3.3.1.3 Selektives Kodieren 12
3.4 SCHEMATISCHE DARSTELLUNG DER ENTWICKLUNG EINER GROUNDED THEORY. 12
4 DISKUSSION. 13
5 LITERATURVERZEICHNIS. 15
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1 Einleitung
Grounded Theory als methodologisches Rahmenkonzept 1 hat sich inzwischen in der Qualitativen Sozialwissenschaftlichen Forschung durchgesetzt. Sie kann insbesondere dann nutzbringend angewendet werden, wenn sich der Forscher/die Forscherin ohne ausformulierte Hypothesen in das Forschungsfeld begibt und dort neue soziale Phänomene entdecken will, die sich mit bereits vorhandenen Theorien nicht erklären lassen. Der Forschungsstil der Grounded Theory ermöglicht es, Theorien mittlerer Reichweite, also empirisch fundierte Theorien mit praktischem Nutzen zu ‚entdecken‘. Im folgenden soll zuerst eine Einführung in die historisch Entwicklung und die theoretische Einbettung, in der Anselm Strauss und Barney Glaser die Grounded Theory entwickelt haben, gegeben werden. In einem nächsten Schritt soll das Verfahren beschrieben werden. Abschließend werde ich diesen Forschungsstil kritisch diskutieren, insbesondere in Hinblick auf die Anwendungsmöglichkeiten durch junge NachwuchswissenschaftlerInnen. Ein großes Anliegen von Glaser und Strauss bei der Entwicklung war, „Studenten dabei zu helfen, sich selbst gegen die Anwälte bloßer Verifizierung zu verteidigen, die sie darin unterweisen, ihre eigene wissenschaftliche Intelligenz zu verleugnen“ (Glaser & Strauss 1998: 16). Insbesondere sollen daher die Bedingungen, unter denen dieses Anliegen meines Erachtens tatsächlich realisiert werden kann, umrissen und diskutiert werden.
2 Historische Entwicklung und theoretische Einbettung
Als Barney G. Glaser und Anselm L. Strauss 1967 das Konzept der Grounded Theory in ihrem Buch „The Discovery of Grounded Theory“ (deutsch 1998) zum ersten Mal der wissenschaftlichen Öffentlichkeit vorstellten, hatten sie klare forschungspolitische Interessen.
Sie wandten sich gegen das zu der damaligen Zeit vorherrschende hypothetikodeduktive Paradigma: „Previos books on methods of social research have focused mainly on how to verify theories. This suggests an overemphasis in current sociology
1 In der Anwendung wird sie fälschlicherweise häufig als reines Auswertungsverfahren verstanden.
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on the verification of theory, and a resultant de-emphasis on the prior step of discovering what concepts and hypothesis are relevant for the area that on whishes to research“ (Glaser & Strauss 1976:1f.). Die soziologische Forschung basierte auf einer mitunter prekären Arbeitsteilung von so genannten „großen Theorien“ (grand theories) auf der einen Seite (am einflußreichsten war der Systemfunktionalismus Parsons) und von zumeist ‚harter‘, quantitativer Sozialforschung auf der anderen Seite. Als Hauptaufgabe soziologischer Forschung wurde nicht (mehr) die Entdeckung und Generierung neuer Theorien angesehen, sondern die empirische Verifizierung bestehender Theorien. Entsprechend polemisch fällt denn auch die Bestandsaufnahme von Glaser & Strauss aus: „Teil des Trends, das Schwergewicht der Forschung auf die Verifizierung zu legen, war die Annahme vieler, das unsere „großen Vorfahren“ (Weber, Durkheim, Simmel, Marx, Veblen, Cooley, Mead, Park u.a.) eine ausreichende Anzahl hervorragender Theorien über genügend Bereiche des menschlichen Lebens aufgestellt hätten, um damit eine ganze Weile auszukommen. Obwohl wir, ihre soziologischen Nachkommen, niemals an ihren Genius herankommen, wußten wir, wie wir ihre Theorien mit unseren neu erworbenen Fähigkeiten zur Verifizierung modifizieren und reformulieren konnten“ (Glaser & Strauss 1998: 19). Empirische Forschung sollte „Proletarierarbeit“, sozusagen Handlangerdienste leisten für die Produzenten von Grosstheorien, die sich, so Glaser und Strauss ironisch, wie „theoretische Kapitalisten“ verhielten (Glaser & Strauss 1998: 20). Die Empirie diente der Überprüfung von Hypothesen, die rein deduktiv aus den „großen Theorien“ gewonnen und durch „Operationalisierung“ für die empirische Verifizierung ‚passend‘ gemacht wurden.
2.1 Quantitativ versus Qualitativ
Mit dieser Entwicklung einher ging die polarisierende (und bis heute anherrschende) Diskussion um den Wert und die Beziehung quantitativer und qualitativer Forschung. Quantitative Methoden wurden verfeinert und weiterentwickelt, um die unbestätigten Theorien anhand von „Fakten“ überprüfen zu können (vgl. Glaser & Strauss 1967:24). Qualitative Forschung wurde als explorative Forschung verstanden, die nur dazu da sei, Alltagswissen über Sozialstrukturen und soziale Systeme zu registrieren oder um theoretische Ergebnisse zu illustrieren. Das Testen von Reliabilität und Validität
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Arbeit zitieren:
M.A. Péter Szász, 2000, The discovery of theory from data - Grounded Theory als methodologischer Rahmen für qualitative Forschungsprozesse, München, GRIN Verlag GmbH
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