Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 4
2. Definitionen. 5
2.1. Erlebnis 5
2.2. Pädagogik 5
2.3. Erlebnispädagogik. 5
3. Geschichte und Begründer der Erlebnispädagogik. 6
3.1. Vordenker. 6
3.2. Die Reformpädagogik. 7
3.3. Kurt Hahn 8
3.4. Erlebnispädagogik bis heute 9
4. Erlebnispädagogik heute 10
4.1. Grundprinzipien. 10
4.2. Erlebnispädagogisches Säulenmodell. 11
4.3. Medien 12
4.4. Ziele 12
5. Erlebnispädagogik und Erlebnistherapie 13
6. Das Pferd als Medium 14
6.1. In der Therapie. 14
6.2. In der Heilpädagogik 15
6.3. In der Erlebnispädagogik. 15
7. Lernmöglichkeiten am, um und mit dem Pferd. 17
8. Erlebnispädagogische Elemente im Umgang mit dem Pferd. 20
8.1. in Bezug auf die methodischen Prinzipien. 20
Handlungsorientierung : 20
Herausforderung und Grenzerfahrung: 20
Ganzheitlichkeit : 21
Aktion und Reflektion: 21
Gruppenorientierung : 21
Freiwilligkeit 21
8.2. in Bezug auf das erlebnispädagogische Säulenmodell 21
8.3. in Bezug auf die Ziele der Erlebnispädagogik 22
2
9. Kritik. 23
10. Fazit. 24
11. Literaturverzeichnis. 25
B ücher: 25
Internetquellen : 26
3
1. Einleitung
Die Idee zu meiner Hausarbeit bekam ich, da ich seit mittlerweile 13 Jahren reite und seit 10 Jahren meine eigenen Pferde versorge. Welche positive Wirkung Pferde auf den Menschen haben können ist mir schon lange bewusst. Schon in meiner Reitschulzeit half ich regelmäßig einer Hippotherapeutin bei ihrer Arbeit. Seither habe ich mehrfach praktisch erlebt, was der Umgang mit Pferden bewirken kann. Ich selber mache seit ungefähr einem Jahr, mit zwei Mädchen ein Training sozialen Verhaltens bei meinen Pferden. Theoretisch beschäftige ich mich ebenfalls seit einiger Zeit mit den Einsatzmöglichkeiten und der Wirkungsweise von Pferden in der Pädagogik und Therapie. Durch das erlebnispädagogische Seminar stellte ich mir die Frage ob der Umgang mit dem Pferd nicht schon erlebnispädagogische Elemente beinhaltet und ob das Pferd nicht ein sinnvolles Medium für erlebnispädagogische Maßnahmen sein kann.
Beginnen möchte ich die Hausarbeit im allgemeinen Teil, mit Definitionsversuchen der Begriffe Erlebnis, Pädagogik und schließlich der Erlebnispädagogik, um zu verdeutlichen was ich im Rahmen meiner Hausarbeit unter diesen Begriffen verstehe. Danach folgt ein Abriss der geschichtlichen Entwicklung, hin zur Erlebnispädagogik um schließlich zum heutigen Verständnis zu kommen. Dort werde ich das erlebnispädagogische Säulenmodell erläutern, um zu klären wann es sich um erlebnispädagogische Maßnahmen handelt. Die bereits genutzten Medien der Erlebnispädagogik, die methodischen Prinzipien und übergeordnete Zielsetzungen werde ich dort ebenfalls kurz umreißen. Auslassen möchte ich die Lerndimensionen, sowie die verschiedenen Lernmodelle, da sie für die Fragestellungen meiner Arbeit von geringer Bedeutung sind. Abschließen werde ich den allgemeinen Teil, mit einer kurzen Erläuterung von Erlebnispädagogik und Erlebnistherapie. Im speziellen Teil möchte ich als erstes kurz darauf eingehen, wie das Pferd in der Therapie und Heilpädagogik genutzt wird und welche Stellung das Pferd als Medium, in erlebnispädagogischen Aktionen einnehmen kann. Mögliche Lernerfahrungen, die beim Umgang mit dem Pferd gefördert werden können, werde ich in Punkt sieben erläutern. Mögliche Lernerfahrungen und Wirkungsweisen, die ich zuvor beschrieben habe, beziehe ich danach konkret auf das heutige Verständnis von Erlebnispädagogik, um zu zeigen, dass es Erlebnispädagogik mit dem Pferd durchaus geben kann.
4
2. Definitionen
Im Folgenden möchte ich versuchen Erlebnis, und Erlebnispädagogik sowie Pädagogik sinnvoll zu definieren. Besonders bei den Begriffen des Erlebnisses und der Erlebnispädagogik ist dies kein leichtes Unterfangen. Bei Erlebnis handelt es sich um ein Wort das vielfach verwendet wird, hier allerdings immer von einer sehr subjektiven Empfindung ausgehend. Bei der Erlebnispädagogik wurden oft Definitionsversuche unternommen, jedoch wurde sich nie auf eine einheitliche Begriffsbestimmung geeinigt. Die hier gemachten Definitionen sollen verdeutlichen was im Rahmen dieser Hausarbeit unter ihnen zu verstehen ist.
2.1. Erlebnis
Ein Erlebnis ist eine besondere Erfahrung und muss nicht zwingend ein Ereignis sein. Es vermittelt unterschiedliche Gefühle, ist subjektiv, lebt vom Augenblick und klingt lange nach 1 . Es hebt sich vom Alltag ab, ist meist neu, unbekannt und ungewohnt 2 .
2.2. Pädagogik
Die Pädagogik ist die praktische Wissenschaft der Erziehung. Das übergeordnete Ziel ist es, jungen Menschen zu personaler Mündigkeit zu verhelfen und zunehmende Mündigkeit zu fördern 3 .
2.3. Erlebnispädagogik
„Erlebnispädagogik ist eine handlungsorientierte Methode und will exemplarische Lernprozesse, in denen junge Menschen vor physische, psychische und soziale Herausforderungen gestellt werden, diese in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern und sie dazu befähigen, ihre Lebenswelt verantwortlich zu gestalten.“ 4 Sie ist ein Teilgebiet der Pädagogik, in der Lernen durch Erleben eine zentrale Rolle einnimmt. Erlebnispädagogische Maßnahmen zielen darauf ab, Veränderungen im sozialen, kognitiven, emotionalen und praktischen Kontext herbei zu führen 5 .
1 vgl. Gäng, 2006: 9
2 vgl. Heckmair/ Michl, 2004: 101
3 vgl. Badry in Badry/ Buchka/ Knapp, 2003: 87f
4 Heckmair/ Michl, 2004: 102
5 vgl. Gäng, 2006: 10
5
3. Geschichte und Begründer der
Erlebnispädagogik
Die Geschichte der Erlebnispädagogik ist recht jung, sie beginnt sozusagen gerade erst 6 . Jedoch reichen ihre Wurzeln mehr als 2000 Jahre in die Vergangenheit, denn schon Platon betonte die Wichtigkeit von Handlungsorientierung und Ganzheitlichkeit in der Erziehung. Sein Schüler Aristoteles vertrat später die Meinung, dass Erfahrungen einen höheren Stellenwert haben als theoretisches Wissen, ohne Erfahrung 7 .
3.1. Vordenker
Als Vordenker der Erlebnispädagogik gelten allerdings zunächst, vor allem der Franzose Jean-Jaques Rousseau (1712-1778) und David Henry Thoreau (1817-1862). Beide haben ähnliche Ideen und wollen einen neuen Menschen formen. Sie entdecken beide wie wichtig die Einfachheit und Einsamkeit ist 8 und wenden sich ab von den bestehenden Gesellschaften, in denen sie leben, und propagieren eine Wendung, zurück zur Natur.
Rousseau jedoch war ein Theoretiker und Lebemensch. Er gab seine eigenen Kinder ins Findelhaus um weiter an seinen Werken zu arbeiten. Thoreau hingegen gab ein praktisches Beispiel für seine Überzeugungen. Er zog 2 ½ Jahre in eine selbst gebaute Hütte im Wald 9 .
Wissenschaft, Kunst und Zivilisation; daraus verhüten soll 11 .
Seine Lernprinzipien sind: Erfahrung, Abenteuer und Erlebnis. Er forderte im Unterricht eine stärker Handlungsorientierung. Wobei die Unmittelbarkeit und das Erlebnis die zwei wichtigsten Säulen der
6 vgl. Heckmair/Michl, 2004 : 54
7 vgl. Hibbeler nach Reiners, 2005 : 15
8 vgl. Heckmair/ Michl, 2004 : 16
9 vgl. ebd. : 22 f
10 Jean- Jaques Rousseau; www.weltchronik.de/dch/dch_1571.html
11 vgl. Heckmair/ Michl, 2004 : 18f
6
Erziehung bilden. Die Ziele der Erziehung sind nach Rousseau von der Natur vorgegeben. Er propagiert des Weiteren ein Eigenrecht auf die Lebensphase Kindheit. So schuf er die Grundmauern für die Erlebnispädagogik 12 .
Mode, Zivilisation und Technik. So nahm er, entgegen der Naturwissenschaft, keine Trennung zwischen Mensch und Natur vor. Thoreau geht es vor allem um Unmittelbarkeit, den Augenblick, die Erfahrungen und das Lernen durch Versuch und Irrtum indem der Erzieher nur eine unterstützende Funktion einnimmt. So wird er 100 Jahre nach Rousseau ebenfalls zum Wegbereiter der Erlebnispädagogik und nimmt der Reformpädagogik vieles vorweg 14 .
3.2. Die Reformpädagogik
Die Reformpädagogik stellte eine bildungspolitische Initiative gegen bestehende und als zu einseitig gesehene Erziehungs-, Bildungs-, Lern- und Entwicklungssystemen dar 17 . Ihre zentralen Begriffe waren: Erlebnis, Augenblick, Unmittelbarkeit, Gemeinschaft, Natur, Echtheit und Einfachheit 18 . Sie brachte in der Zeit zwischen 1890 und 1933 verschiedenen pädagogische Strömungen hervor, die teilweise die Erlebnispädagogik beeinflussten 19 . Dazu zählen u.a. Landerziehungsheimbewegung, Kunsterziehungsbewegung, Frauen- und Jugendbewegung 20 . Die Jugend entdeckt zu dieser Zeit
12 vgl. ebd. : 21 f 13 David Henry Thoreau; www.thoreau.de
14 vgl. Heckmair/ Michl, 2004 : 24 ff
15 John Dewey; http://129.187.84.1/internet/HP/about_ep/geschichte.html
16 vgl. Heckmair/ Michl, 2004 : 45 ff
17 vgl. Bauer/ Nikolai, 1989 : 11
18 vgl. Heckmair/ Michl, 2004 : 32
19 vgl. Hibbeler, 2005 : 17
20 vgl. Heckmair/ Michl, 2004 : 32
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Arbeit zitieren:
Nadine Berbuir, 2006, Das Pferd in der Erlebnispädagogik, München, GRIN Verlag GmbH
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