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Anglizismen in der deutschen Sprache

Seminararbeit, 2007, 30 Seiten
Autor: Kathrin Doeppner
Fach: Germanistik - Linguistik

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2007
Seiten: 30
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 21  Einträge
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V69891
ISBN (E-Book): 978-3-638-62278-3
ISBN (Buch): 978-3-638-67382-2
Dateigröße: 253 KB

Zusammenfassung / Abstract

„Noch sprechen 100 Millionen Menschen auf der Erde deutsch. Aber viele, vielleicht sogar die meisten, nur recht widerwillig. Der moderne Modellgermane joggt, jumpt, trekkt, walkt, skatet oder biket, hat fun und feelings, mood und moments, sorrows und emotions – und scheint vor nichts auf Erden solche Angst zu haben, wie seine eigene Sprache zu benutzen. Deutsch zu sprechen ist vielen Deutschen ganz offensichtlich lästig oder peinlich.“ Viele Menschen, deren Muttersprache Deutsch ist, scheinen heute fast selbstverständlich das Englische als ihre Leitsprache aufzufassen. Inzwischen scheinen Anglizismen zum allgemeinen Sprachgebrauch der Deutschen zu gehören und sind gerade bei Jugendlichen überaus beliebt. Nicht nur einzelne Wörter werden hierbei übernommen, sondern sogar der deutsche Satzbau den Anglizismen angepasst. Dabei kommen Entlehnungen aus dem Englischen auf allen sprachlichen Ebenen zum Einsatz. Es folgen Funk und Fernsehen dieser Entwicklung, und selbst seriöse Zeitungen verwenden großzügig Anglizismen. So stellt auch der Sprachwissenschaftler Wolfgang BADER fest: „Deutsche Lebenswelt heute präsentiert sich über weite Strecken in schon vertrauten anglisierten Ausdrücken: Von den trendsettenden Bereichen der Popmusik, der Werbung, der Mode und anderen Lifestyle-Domänen über die alten und neuen Medien, vor allem das Internet, bis hin zu Sport, Tourismus, Freizeitindustrie, Technik, Wirtschaft und Wissenschaft.“ Seit Beginn der 60er Jahre lässt sich die erhebliche Zunahme von Anglizismen im Deutschen feststellen, die sich in den 90er Jahren enorm verstärkt. Die Entwicklungen seit dem 2. Weltkrieg haben dazu geführt, dass Englisch die unbestrittene lingua franca (Verkehrssprache) der ganzen Welt geworden ist und ihren Einfluss über das hohe Prestige, das ihr zugesprochen wird, ständig vergrößert. Die Dominanz des Englischen hat daher in den letzten 50 Jahren enorm zugenommen. Dies gilt sowohl hinsichtlich der Sprecherzahl und der weltweiten Verbreitung des Englischen, als auch hinsichtlich des kulturellen Einflusses und der Stellung als internationale Sprache gegenüber anderen Sprachen. Diese Entwicklung hat auch die deutsche Sprache nicht gerade in geringem Maße zu spüren bekommen. Von Jahr zu Jahr tauchen neue englische Lehnwörter in unserem Sprachgut auf.


Textauszug (computergeneriert)

Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät
Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft

Anglizismen in der deutschen Sprache

von: Kathrin Doeppner

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Definition 4

3. Klassifikation der Entlehnungen aus dem Englischen 5

3.1 Evidentes Lehngut  6
3.2 Latentes Lehngut 8

4. Zahlen und Fakten  9

4.1 Die internationale Stellung des Englischen 9
4.2 Die internationale Stellung des Deutschen 9
4.3 Der deutsche Wortschatz  10

5. Englisch als größte Gebersprache Europas  11

5.1 Historischer Rückblick 11
5.2 Sprachstrukturelle Gründe 12
5.3 Geschichtliche, politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Gründe  13

6. Betroffene Sprachbereiche 14

6.1 Anglizismen in der Sprache der Mode 15
6.2 Anglizismen in der Sprache der Werbung 17

7. Funktion und Wirkung von Anglizismen  20

8. Der Kampf gegen die Fremdwörter  21

9. Einstellungen und Meinungen zu Anglizismen in der deutschen Sprache  23

10. Schlusswort  27

11. Abbildungsverzeichnis 28

12. Literaturverzeichnis 29




 

1. Einleitung

„Noch sprechen 100 Millionen Menschen auf der Erde deutsch. Aber viele, vielleicht sogar die meisten, nur recht widerwillig. Der moderne Modellgermane joggt, jumpt, trekkt, walkt, skatet oder biket, hat fun und feelings, mood und moments, sorrows und emotions – und scheint vor nichts auf Erden solche Angst zu haben, wie seine eigene Sprache zu benutzen. Deutsch zu sprechen ist vielen Deutschen ganz offensichtlich lästig oder peinlich.“1

Viele Menschen, deren Muttersprache Deutsch ist, scheinen heute fast selbstverständlich das Englische als ihre Leitsprache aufzufassen. Wenn man einer Schulklasse von 15-jährigen z.B. folgende Wörterliste zum Vorlesen vorlegt art, band, first, name, station, taste, so sprechen die meisten diese Wörter – auch wenn sie groß geschrieben wären – englisch aus. Inzwischen scheinen Anglizismen zum allgemeinen Sprachgebrauch der Deutschen zu gehören und sind gerade bei Jugendlichen überaus beliebt. Nicht nur einzelne Wörter werden hierbei übernommen, sondern sogar der deutsche Satzbau den Anglizismen angepasst. Dabei kommen Entlehnungen aus dem Englischen auf allen sprachlichen Ebenen zum Einsatz. Es folgen Funk und Fernsehen dieser Entwicklung, und selbst seriöse Zeitungen verwenden großzügig Anglizismen. So stellt auch der Sprachwissenschaftler Wolfgang BADER fest: „Deutsche Lebenswelt heute präsentiert sich über weite Strecken in schon vertrauten anglisierten Ausdrücken: Von den trendsettenden Bereichen der Popmusik, der Werbung, der Mode und anderen Lifestyle-Domänen über die alten und neuen Medien, vor allem das Internet, bis hin zu Sport, Tourismus, Freizeitindustrie, Technik, Wirtschaft und Wissenschaft.“2 Seit Beginn der 60er Jahre lässt sich die erhebliche Zunahme von Anglizismen im Deutschen feststellen, die sich in den 90er Jahren enorm verstärkt. Die Entwicklungen seit dem 2. Weltkrieg haben dazu geführt, dass Englisch die unbestrittene lingua franca (Verkehrssprache) der ganzen Welt geworden ist und ihren Einfluss über das hohe Prestige, das ihr zugesprochen wird, ständig vergrößert. Die Dominanz des Englischen hat daher in den letzten 50 Jahren enorm zugenommen. Dies gilt sowohl hinsichtlich der Sprecherzahl und der weltweiten Verbreitung des Englischen, als auch hinsichtlich des kulturellen Einflusses und der Stellung als internationale Sprache gegenüber anderen Sprachen. Diese Entwicklung hat auch die deutsche Sprache nicht gerade in geringem Maße zu spüren bekommen. Von Jahr zu Jahr tauchen neue englische Lehnwörter in unserem Sprachgut auf.
In der vorliegenden Arbeit soll zunächst die Terminologie des englischen Lehnguts geklärt und Zahlen und Fakten aufgezeigt werden. Das Englische als größte Gebersprache Europas wird anhand eines historischen Rückblicks sowie anhand von sprachstrukturellen, geschichtlichen, politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Gründen dargestellt. Bei den von Anglizismen betroffenen Sprachbereichen wird besonders auf die Mode und die Werbung eingegangen. Anschließend werden Funktion und Wirkung von Anglizismen erläutert. Es folgt ein kurzer Überblick über den Kampf gegen Fremdwörter in der Geschichte der deutschen Sprache und abschließend werden unterschiedliche Einstellungen und Meinungen verschiedener Autoren zur Verwendung von Anglizismen und deren Folgen für die deutsche Sprache dargestellt.

2. Definition

Der Ausdruck „Anglizismus“, der bei dieser Arbeit im Vordergrund steht, ist in der Sprachwissenschaft nicht unumstritten. Er wird von ZINDLER wie folgt definiert: „Anglizismus ist ein Wort aus dem britischen oder amerikanischen Englisch im Deutschen oder eine nicht übliche Wortkomposition, jede Art der Veränderung einer deutschen Wortbedeutung oder Wertverwendung […] nach britischem oder amerikanischem Vorbild.“3
CARSTENSEN schließt sich dieser Definition im Wesentlichen an und betont, dass es in vielen Fällen nicht möglich oder zumindest nicht sinnvoll ist, zwischen britischem und amerikanischem Englisch zu unterscheiden.4 In der Forschung wird sich darauf konzentriert, dass Anglizismen, die im Deutschen verwendet werden, entweder auf das britische oder das amerikanische Englisch zurückzuführen sind. Die Möglichkeit, dass das Deutsche auch durch andere Varietäten des Englischen, wie beispielsweise das australische Englisch, beeinflusst werden könnte, wird von Sprachwissenschaftlern als unbedeutend angesehen. So werden andere Varietäten des Englischen bislang weder in Definitionen noch in der Forschung berücksichtigt.

Ganz allgemein werden Anglizismen als Spracheigentümlichkeit bezeichnet, in der Wörter aus dem Englischen in eine andere Sprache übernommen und dieser angepasst werden. Genauer betrachtet fällt unter den Ausdruck „Anglizismus“ jegliche lexikalische, phonetische, semantische, morphologische und syntaktische Beeinflussung des Deutschen durch die englische Sprache.5

Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten:

• Das Deutsche wird direkt durch eine der nationalen Varietäten des Englischen beeinflusst.
• Englische Wörter gelangen über andere Sprachen ins Deutsche, z. B. über das Französische.
• Das Englische fungiert als Mittlersprache, z. B. das aus dem Hindustani stammende Wort Bungalow.
• Das englische Sprachgut wird produktiv, aber nicht-englisch in der deutschen Sprache genutzt, z. B. Talkmaster, Handy.
• Andere Sprachen weisen nicht-englische Produktivität auf und beeinflussen die deutsche Sprache, z. B. das in Japan entstandene Wort Walkman.

3. Klassifikation der Entlehnungen aus dem Englischen6

[...]


1 Krämer 2000, S. 254.

2 Bader 1999, S. 33.

3 Zindler 1959, S. 2.

4 Carstensen 1965, S. 18.

5 Glahn 2000, S. 16.

6 Glahn 2000, S. 35 ff.


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