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Hausarbeit, 2007, 24 Seiten
Autor: Hendrik Utler
Fach: Politik - Int. Politik - Thema: Umweltpolitik
Details
Institution/Hochschule: Universität Mannheim (Lehrstuhl für Politische Wissenschaft II)
Tags: Probleme, Klimaschutz, Beispiel, Kyoto-Protokolls, Einführung, Beziehungen
Jahr: 2007
Seiten: 24
Note: 1,9
Literaturverzeichnis: ~ 34 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-62882-2
Dateigröße: 96 KB
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Universität Mannheim, Lehrstuhl für Politische Wissenschaft II
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HWS 2006/2007, 3. Fachsemester
Tag der Abgabe: 05.02.2007
Probleme im internationalen Klimaschutz
am Beispiel des Kyoto-Protokolls
von: Hendrik Utler
Gliederung
1. Einleitung S. 1
2. Das Gefangenen-Dilemma S. 2
3. Die Tragik der Allmende S. 3
4. Regime S. 6
5. Das Kyoto-Protokoll S. 8
5.1. Der Weg zum Kyoto-Protokoll S. 8
5.2. Die Bestimmungen des Kyoto-Protokolls S. 10
6. Probleme des Kyoto-Protokolls S. 11
6.1. Interessenpluralismus S. 11
6.2. Das Trittbrettfahrerproblem S. 15
6.3. Problematische Weichenstellungen S. 17
7. Ergebnis und Ausblick S. 18
Literaturverzeichnis S. 20
1. Einleitung
This is a story about four people: Everbody, Somebody, Anybody and Nobody. There was an important job to be done and Everybody was asked to do it. Everybody was sure Somebody would do it. Anybody could have done it, but Nobody did it. Somebody got angry about that because it was Everybody’s job. Everybody thought Anybody could do it, but Nobody realized that Everybody wouldn’t do it. It ended up that Everybody blamed Somebody when actually Nobody asked Anybody. (Nach “Josef Wandeler” Zürich, zitiert nach Simonis 1992, S.171)
Diese Worte spiegeln anschaulich das Dilemma wider, in dem sich der internationale Klimaschutz Anfang des 21. Jahrhunderts befindet. Die Ursachen und Folgen des anthropogenen Treibhauseffektes sind bekannt und es steht fest, dass nur eine globale Klimapolitik in der Lage ist, dem Problem des Klimawandels effektiv entgegenzutreten. Darüber, wie dies geschehen soll, tagt die Welt seit Jahren auf Weltklimakonferenzen und in Expertenrunden.
Sie stellt sich damit ihrer bisher wohl größten Aufgabe und – scheitert? Obwohl Ursachen wie Folgen des Klimawandels so offensichtlich wie ermahnend sind, findet auf internationaler Ebene noch kein unumstritten effektiver Klimaschutz statt. Es scheint, als stünde die internationale Staatengemeinschaft vor einem unlösbaren Problem. Doch was ist es, das internationale Kooperation zum Klimaschutz so schwierig macht? Warum funktioniert das Kyoto-Protokoll nicht richtig? Die vorliegende Arbeit versucht, diese Frage auf der Basis der grundlegenden Problematik internationaler Kooperation zu beantworten. Als theoretischer Ausgangspunkt dient das Gefangenen-Dilemma, das in Kapitel 2 besprochen wird. Nachdem aufgezeigt wurde, worin das Dilemma besteht, folgt in Kapitel 3 eine Beschreibung von Garret Hardins Tragik der Allmende, um die Problematik im Umgang mit Kollektivgütern, wie der Erdatmosphäre zu veranschaulichen. Aus dieser Betrachtung erschließt sich das Dilemma zwischen individuell rationalem Handeln und kollektiv rationalem Handeln sowie das Problem des Trittbrettfahrens. Die Frage, wie mit dem Problem des Trittbrettfahrens umzugehen ist, leitet zu Kapitel 4 über, in dem Regime als Beispiel für verregelte internationale Kooperation vorgestellt werden. Es wird in die Regimedefinition nach Krasner eingeführt und grundlegende Annahmen der Regimetheorie zur Regimebildung werden anhand von Robert O. Keohane’s After Hegemony vorgestellt. Daran anknüpfend wird in Kapitel 5 das Kyoto-Protokoll als Beispiel für ein internationales Regime und stellvertretend für den Ist-Stand derzeitiger Bemühungen zum Klimaschutz eingeführt. Nach einem Überblick über die Entstehung des Protokolls und die wichtigsten Inhalte, folgt in Kapitel 6 ein Blick auf die Probleme bei der Umsetzung des Protokolls. Mit einem Schwerpunkt werden hier im Unterkapitel 6.1. die verschiedenen Interessen der Staaten besprochen, die internationale Kooperation und gemeinsame Entscheidungen zu einem komplexen Problem werden lassen.
Als Ausgangspunkt für die Unterscheidung der Interessen wurde die „Energiekultur“ der Länder gewählt. Anschließend wird in Unterkapitel 6.2. nochmals die Trittbrettfahrerproblematik aufgegriffen und gezeigt, wie das Kyoto-Protokoll Trittbrettfahren zu verhindern versucht. Abschließend weist Unterkapitel 6.3. auf problematische Weichenstellungen des Protokolls hin.
2. Das Gefangenen-Dilemma
Das grundlegende Problem internationaler Kooperation lässt sich besonders anschaulich anhand der Interessenkonstellation des Gefangenen-Dilemmas, dem wohl bekanntesten Spiel aus der Spieltheorie, veranschaulichen (vgl. Rieck 1993, S. 36). Das Gefangenen-Dilemma basiert auf der folgenden fiktiven Grundlage: Zwei Gangster begehen gemeinsam einen Bankraub und werden anschließend von der Polizei gefasst. Der Bankraub kann ihnen jedoch nicht nachgewiesen werden, sondern lediglich unerlaubter Waffenbesitz. Die beiden werden in getrennte Zellen gesperrt und jedem wird vom Gefängnisdirektor ein Angebot unterbreitet: Die Gefangenen können den Raub gestehen oder leugnen. Wenn beide leugnen, kann ihnen der Bankraub nicht nachgewiesen werden und sie erhalten beide nur ein Jahr Gefängnis wegen unerlaubten Waffenbesitzes. Gesteht aber nur einer der beiden, während der andere leugnet, wird der Geständige als Kronzeuge freigelassen und der Leugnende muss für zehn Jahre ins Gefängnis. Machen beide ein Geständnis, so erhalten beide jeweils fünf Jahre Gefängnis (vgl. Zürn 1992, S. 327-328).
Ziel der beiden Gefangenen bei ihrer Entscheidung wird es sein, so wenig Zeit wie möglich im Gefängnis verbringen zu müssen. Dabei erscheint es für jeden der beiden besser zu gestehen. „Im Gefangenen-Dilemma ist die Strategie gestehen eine streng dominante Strategie“ (Rieck 1993, S. 38). Gefangener Nummer 1 stellt folgende Überlegungen an: Wenn ich gestehe und mein Partner auch, dann muss ich „nur“ fünf Jahre ins Gefängnis, statt zehn Jahre, wenn ich geschwiegen hätte. Wenn mein Partner schweigt, dann komme ich, wenn ich gestehe, sogar frei, während ich, wenn ich in diesem Fall selbst schweigen würde, ein Jahr ins Gefängnis müsste. Da die Überlegungen von Gefangenem Nummer 1 gleichermaßen auf Gefangenen Nummer 2 zutreffen, werden beide gestehen und zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Hätten sie beide geschwiegen, hätten sie nur für jeweils ein Jahr ins Gefängnis gemusst. Obwohl, bzw. „gerade weil beide die für sie beste Strategie wählen, müssen sie 5 Jahre absitzen, obwohl sie mit einem Jahr hätten davonkommen können“ (Bartmann 1996, S. 62). Das individuell-rationale Verhalten führt zu einem kollektiv unzureichenden Ergebnis - darin besteht das Dilemma (Zürn 1992, S.328). Das Ergebnis ist sub-optimal (Majer 1998, S. 118).
3. Das Tragik der Allmende
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18.06.2008 00:44:32
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