Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Definition von Entspannung 5
3. Grundlagen von Entspannung 6
4. Entspannung in der Schule. 7
4.1 Als Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung 8
4.2 Entspannung zur Förderung der Gesundheit 9
4.3 Durch Entspannung wird das Lernen leichter und effektiver. 11
4.4 Einführung von Entspannungsübungen in den Schulunterricht 12
4.4.1 Vorbereitung der Lehrer 12
4.4.2 Vorbereitung der Eltern 13
4.4.3 Vorbereitung der Schüler 13
5. Entspannungsmethoden „In der Entspannung liegt die Kraft “ 14
5.1 Progressive Muskelentspannung nach E. Jacobson 15
5.2 Autogenes Training in Anlehnung an J.H. Schultz 17
5.3 Die Fantasiereise 18
5.4 Yoga. 19
5.5 Feldenkrais-Methode 19
5.6 Kleine Entspannungsspiele und Übungen 20
6. Kindgemäße Entspannungstechniken 21
7. Resümee. 22
8. Literatur. 23
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1. Einleitung
In den letzten Jahren ist das Thema Entspannungstechniken geradezu in Mode gekommen. Auch für Kinder und Jugendliche wurde eine Reihe von spezifischen Entspannungstechniken entwickelt. 1 Oft wird Entspannung mit Gesundheit einerseits und Stressbewältigung andererseits in Zusammenhang gebracht. Es lässt sich eine Reihe positiver Ergebnisse beim Einsatz von Entspannungstechniken erkennen. 2 Im Hinblick auf die Lebenssituation von Kindern heute, welche häufig durch Unruhe, Hektik und ein Übermaß an verschiedenen Reizeinflüssen geprägt wird, ist die Tatsache zu berücksichtigen, dass Kinder nicht mehr selbstverständlich mit Ruhe vertraut sind. 3 Visuelle Einflüsse und Lärm stellen höchste Anforderungen an die menschliche Informationsverarbeitung. Kinder bekommen dadurch Schwierigkeiten, mit der Fülle an Reizeinflüssen umzugehen. 4
Der Tagesablauf vieler Kinder ist einerseits geprägt durch mangelnde Zeit der Eltern. Sie sind häufig sich selbst überlassen und suchen deshalb externe Stimulationen wie das fernsehen oder Videospiele auf. Andererseits gibt es Kinder, die im Tages- oder Wochenablauf vollkommen verplant sind. Sie wiederum finden kaum Ruhe zu spielen und sich selbstgenügsam zu beschäftigen. 5 Oftmals sind Kinder in unserer Zeit mit Ruhe- und Rastlosigkeit konfrontiert. Aus diesem Grunde ist es wichtig, Ruherituale einzuführen.
Entspannung ist eine Vorraussetzung für das Mitfühlen mit Anderen. Forschungsergebnisse zeigen, dass entspannte Menschen sich besser konzentrieren können und aufnahmefähiger sind. 6 Sind die Schüler entspannt, so wirkt dies sich auf alle Unterrichtsfächer in der Schule aus.
1 Vgl. Petermann, Ulrike: Entspannungstechniken für Kinder und Jugendliche, Ein Praxisbuch. Weinheim und Basel: Beltz 1999. S. 7. 2 Vgl. ebd. S. 7. 3 Vgl. ebd. S. 8. 4 Vgl. ebd. S. 8. 5 Vgl. ebd. S. 8.
6 Vgl. Lenninger, Isolde: Entspannung in der Schule - Luxus oder Notwendigkeit? Berlin 1994, (= Konstruktive Konfliktbehandlung im Klassenzimmer, Didaktische Informationen). S. 4.
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In unserer Leistungsgesellschaft herrscht der Glaubenssatz: Nur wenn wir uns anstrengen, erreichen wir etwas. 7 Mit Entspannung ist es jedoch genau umgekehrt. Steht in diesem Fall die Entspannung nicht mit der Schule in einem Widerspruch? Schließlich wird die Schule als ein Ort angesehen, an dem sowohl Schüler als auch Lehrer arbeiten und sich anstrengen, um Rahmenpläne zu erfüllen. 8 Entspannungsübungen können trotzdem ein Element schulischer Arbeit sein, was im Folgenden gezeigt werden soll.
2. Definition von Entspannung
Bevor man sich mit dem Thema der „Entspannungsübungen“ beschäftigt sollte man sich erst einmal vergegenwärtigen, was Entspannung überhaupt bedeutet. Es existieren verschiedene Definitionen, die aufeinander aufbauen. Zwei dieser Definitionen werden im Folgenden dargestellt. „Entspannung ist ein Zustand der Gelöstheit, physische und psychische Anspannungen sind aufgehoben.“ 9 Aufbauend darauf wird eine weitere Definition angeführt, in der ausgesagt wird: „Entspannung ist die Auflösung physischer und psychischer Anspannung. Im entspannten Zustand lässt die Muskelspannung nach, der Atem wird gleichmäßig ruhig, der Blutdruck sinkt und der Puls wird langsamer.“ 10 Um zu einer tiefen Entspannung zu kommen, braucht der Mensch:
7 Vgl. Lenninger, Isolde: Entspannung in der Schule. S. 6.
8 Vgl. ebd. S. 3.
9 Vgl. Kluge, Karl-J. und Kotzschmar, Julika: Ohne Stress und Angst lernen, Entspannungstechniken für Lehrer und Schüler, Ein Leittext-Lern-Programm zur Selbstwirksamkeit in allen Schulstufen. Viersen: Verlag Humanes Lernen 1998. S. 87. 10 Vgl. Lenninger, Isolde: Entspannung in der Schule. S. 6.
11 Vgl. ebd. S. 6.
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3. Grundlagen von Entspannung
Eigentlich sollte innere Ruhe, Entspannung, Stille und Selbstfindung etwas Selbstverständliches sein. Diese Punkte stellen die andere Seite von Hektik, Betriebsamkeit oder auch Geschwindigkeit dar. 12 Ein großer Teil unseres Lebens wird von diesen Merkmalen bestimmt. Entspannung kann es nur dort geben, wo vorher schon Spannung herrschte. Stille ergibt sich nur aus etwas Lautem oder Lärmenden und Ruhe nur aus vorhergehender Unruhe. 13
Neben Erwachsenen bekommen auch Kinder heute zunehmend Zeit-und Leistungsdruck zu spüren. Sie sind häufig überfordert mit den vielfältigen Anforderungen in Familie, Schule und Freizeit. 14 Diese Umstände können langfristig zu Beeinträchtigungen der Gesundheit führen. Nach Aussagen von Gesundheitsforschern sind in den letzten Jahren Krankheiten, Beschwerden und Leiden angestiegen, die im Zusammenhang mit Stress, Reizüberflutung, Leistungsdruck und Erhöhung des Lerntempos stehen. Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Hypermotorik bilden einen hohen Anteil der auftretenden psychosozialen Auffälligkeiten. 15 Befragungen von Grundschullehrern haben zu dem Ergebnis geführt, dass Kinder heute im vergleich zu früheren Generationen konzentrationsschwächer, weniger ausdauernd und unruhiger seien. Darüber hinaus gäbe es immer mehr Kinder, die über psychosomatische Beschwerden, wie Kopf- oder Bauchschmerzen, berichten. 16 Die gesundheitliche Lage und die steigende Zahl von Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten können als Spiegel für eine Gesellschaft gesehen werden, die immer mehr Kindern mit ihren besonderen Bedürfnissen nicht gerecht wird. 17
12 Vgl. Patz, Anne und Detlev: Kreative Ruhe-Spiele, Kindgerechte Alternativen zu autogenem Training, Meditation und Yoga. 3. Auflage. Ettlingen: Ettlinger Verlag 1995. S. 7. 13 Vgl. ebd. S. 7.
14 Vgl. Quante, Sonja: Was Kindern gut tut! Handbuch der erlebnisorientierten Entspannung. Dortmund: Verlag modernes Lernen 2003. S. 12. 15 Vgl. ebd. S. 12.
16 Vgl. Quante, Sonja: Was Kindern gut tut! S. 12. 17 Vgl. ebd. S. 13.
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Entspannungsübungen können jedoch die Lebensbedingungen der Kinder nicht verändern: Sie können nicht den Druck nehmen, der durch Schule und Eltern auferlegt wird. Auch können zunehmende Konflikte in Familien nicht verhindert werden. Die Gewaltkonfrontation im Alltag der Kinder kann ebenso wenig verringert werden. Dennoch bieten Entspannungstechniken Möglichkeiten, bestehende Stressfaktoren besser zu verarbeiten und emotionale Spannungen abzubauen. Dies kann dazu führen, dass Kinder in der Schule gelassener und ruhiger arbeiten, dass sie ausgeglichener mit Anderen umgehen, dass sie vielleicht besser einschlafen können oder ihre Gedanken positiver werden. 18 Entspannung kann einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Körperwahrnehmung und des Körperbewusstseins leisten. Dadurch steigt die Kompetenz des einzelnen, sorgsam mit seinem Körper umzugehen. Die Erfahrung, dass Gefühle, Vorstellungen und Körperreaktionen wahrnehmbar und beeinflussbar sind, trägt darüber hinaus zum Aufbau eines positiven Selbstkonzepts bei. 19 Entspannungsübungen bergen zudem ein hohes Potential zur Ausbildung sozialer Kompetenzen. 20
„Ziel von Entspannungsübungen ist es, den eigenen Körper bewusst wahrzunehmen,
zu spüren, was angenehm ist und die Sinne insgesamt zu sensibilisieren. Eine solche
intensive Beobachtung der eigenen Gefühle, Gedanken und Körpersignale sowie
die erhöhte Achtsamkeit für das, was um uns herum geschieht, stellt die zentrale
Voraussetzung für empathisches Verhalten anderen gegenüber dar. Wenn ich mich
selbst gut spüre und wert schätze, fällt es mir auch leichter, andere mit ihren Emp-
findungen und Bedürfnissen wahrzunehmen und zu achten.“ 21
4. Entspannung in der Schule
Im Folgenden soll dargestellt werden, warum es sinnvoll ist, Entspannungsübungen im Schulalltag zu integrieren.
18 Vgl. ebd. S. 15.
19 Vgl. ebd. S. 16. 20 Vgl. ebd. S. 20.
21 Quante, Sonja: Was Kindern gut tut! S. 20.
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Arbeit zitieren:
David Distelmann, Sabrina Lippert, 2006, Entspannungstechniken, München, GRIN Verlag GmbH
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