Führungskraft Lehrer - Führungsstile nach Lewin
von: Verena Huter
WS 2006/07 Innsbruck, Jänner 2007
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Begriff der Führung 5
3. Der Lehrer in der Rolle der Führungskraft 5
4. Führungsstile von Lehrern 6
4.1 Der autoritäre bzw. autokratische Führungsstil 6
4.1.1. Merkmale des autoritären Führungsstils 6
4.1.2 Auswirkungen des autoritären Führungsstils auf die Schüler 7
4.2 Der demokratische bzw. kooperative Führungsstil 8
4.2.1 Merkmale des demokratischen Führungsstils 8
4.2.2 Auswirkungen des demokratischen Führungsstils auf die Schüler 8
4.3 Der laissez-faire Führungsstil 9
4.3.1 Merkmale des laissez-faire Führungsstils 9
4.3.2 Auswirkungen des laissez-faire Führungsstils auf die Schüler 9
4.4 Verhaltensmerkmale gegenüber Führungsstilen 10
4.5 Ausprägung der drei Führungsstile 12
6. Der „ideale“ Führungsstil 13
7. Fazit 14
8. Literaturverzeichnis 15
Führung bedeutet nicht Herrschaft,
sondern die Kunst,
Menschen dazu zu bringen,
dass sie für ein gemeinsames Ziel arbeiten.
Daniel Goleman1
1. Einleitung
Lehrer haben eine verantwortungsvolle Aufgabe. Sie sollen Schülern Wissen und Kompetenzen vermitteln, sollen deren Begabungen erkennen und fördern und in der Klasse ein lernförderliches Klima erzeugen, sodass am Ende der Schulzeit selbstständig denkende und verantwortlich handelnde junge Menschen die Schulen verlassen.2 Um dies zu erreichen, müssen Lehrer ihre Schüler in eine Richtung lenken und ihnen bestimmte Wege vorgeben – sie müssen ihre Schüler führen.
In den Jugenderinnerungen Erwachsener, in den Erzählungen und Erfahrungen von Kindern bzw. Schülern und auch in der Literatur scheinen dazu immer wieder unterschiedliche Führungsstile von Lehrern auf. Diese können verschiedenster Art und Weise sein und sich auf den bzw. die Schüler unterschiedlich auswirken. Meist bleiben jene Führungsstile im Gedächtnis, unter deren Autoritätsanspruch Schüler zu leiden haben, oder solche unter denen den Schülern besondere Freiheiten zu Teil werden. Es stellt sich nun die Frage, welche Führungsstile Lehrer anwenden. Besonders aufschlussreich dazu sind die Experimente von Lewin. Deshalb orientiert sich die Seminararbeit bei der Beschreibung der Führungsstile von Lehrern an den drei „klassischen Führungsstilen“ nach Lewin (autoritär, demokratisch, laissez-faire). Zusätzlich sollen noch die Fragen geklärt werden, welche Auswirkungen diese Führungsstile auf die Schüler haben und ob für Lehrer ein „idealer“ Führungsstil definiert werden kann.
In der Seminararbeit wird am Beginn der Begriff der Führung kurz näher beleuchtet. Es soll dabei erläutert werden, wie Führung definiert werden kann, welche Aufgaben Führung zu erfüllen hat, und auch wo Führung stattfindet. Anschließend wird auf den Lehrer in der Rolle als Führungskraft näher eingegangen. Im Hauptteil der Seminararbeit werden die drei Führungsstile nach Lewin (autoritär, demokratisch, laissez-faire) genau erklärt. Es sollen dabei die Merkmale der einzelnen Führungsstile beschrieben werden, ebenso wie die Auswirkungen der Führungsstile auf die Schüler. Danach werden zur Veranschaulichung die Verhaltensmerkmale gegenüber den Führungsstilen grafisch dargestellt, und es wird kurz auf die Ausprägung der drei Führungsstile eingegangen. Abschließend soll noch der Frage nachgegangen werden, welcher Führungsstil „ideal“ sein könnte.
2. Begriff der Führung
Führung ist eine hierarchisch strukturierte soziale Beziehung, bei der typischerweise der Vorgesetzte den Geführten gegenübergestellt wird. Der Führer besitzt gegenüber den Geführten Macht-, Informations-, Status- und Fähigkeitsvorsprünge, die das Handeln des Geführten entscheidend bestimmen.3 Die Aufgabe der Führung ist es, Orientierung zu schaffen, Koordinierungs-, Regel- und Steuerungsleistungen zu erbringen und zu kontrollieren, aber auch Verantwortungs- und Repräsentationspflichten zu übernehmen.4 Führung findet in allen sozialen Gruppen statt, d.h. nicht nur in formellen und informellen Organisationen, sondern auch in sozialen Gebilden wie der Schule, zum Beispiel zwischen der „Führungskraft Lehrer“ und den „Geführten Schülern“.5
3. Der Lehrer in der Rolle der Führungskraft
Lehrer sind professionelle Manager für Lern- und Entwicklungsprozesse und versuchen bei ihren Schülern optimale Ergebnisse zu erzielen. Sie sind Experten für ihre Fächer, vermitteln Inhalte und Methoden ebenso wie fächerübergreifende Kompetenzen und geben möglichst viel Wissen an ihre Schüler weiter. Sie können als pädagogische Führungskräfte, als Gruppenführer, bezeichnet werden, die die unterschiedlichen Begabungen ihrer Schüler fördern, ihre Leistungen bewerten und beurteilen und die Schüler aktiv auf ihrem Weg begleiten.6
Jeder Lehrer führt seine Schüler auf individuell einmalige Weise. Diese Führungsweise wird durch unterschiedliche Faktoren bestimmt. Eine wichtige Rolle spielt zunächst die Persönlichkeit des Lehrers, d.h. seine personale Struktur, seine Vitalität, sein Temperament. Weiters wird die Führungsweise des Lehrers bestimmt durch seine Vorstellungen bzw. Einstellungen zu pädagogischen Aufgaben und die Fähigkeiten der Umsetzung. Aber auch die fachliche und pädagogische Ausbildung des Lehrers prägt die Art der Führung. Zusätzlich wird sein pädagogisches Tun und Wirken von den Anschauungen und Werten der Schule, an welcher er wirkt beeinflusst; ebenso wie von der Alterstufe der Schüler und deren Eigenarten. Je nach Führungsform bzw. Führungsstil entstehen bestimmte Lehrer-Schüler-Verhältnisse, die sich auf die Leistungsbereitschaft und den Lernwillen der Schüler auswirken.7
4. Führungsstile von Lehrern
[...]
1 siehe Goleman 1996, S. 192
2 vgl. Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände 2001, S. 8
3 vgl. Neuberger 2002, S. 491
4 vgl. Schubert/Klein 2006
5 vgl. Plackner 1998, S. 17
6 vgl. Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände 2001, S. 5 und S. 9
7 vgl. Hengartner 1967, S. 125f
Arbeit zitieren:
Verena Huter, 2007, Führungskraft Lehrer - Führungsstile nach Lewin, München, GRIN Verlag GmbH
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