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Eine Welt eine Gesellschaft eine Kultur 3
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Gesellschaft 4
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Vorläufertheorien 5
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3.1 Modernisierungstheorie 5
3.2 Dependenztheorie 6
3.3 Weltsystemtheorie nach Immanuel Wallerstein 6
Das Phänomen Weltgesellschaft 7
4
4.1 Gemeinsamkeiten der Weltgesellschaftstheorien 7
4.2 J W Meyer: Globale Modelle 8
4.3 Die Staatslosigkeit der Weltgesellschaft 9
4.4 Akteure der Weltgesellschaft 9
4.5 Entstehung der Weltgesellschaft seit 1945 10
4.6 Die Rolle des Nationalstaates in der Weltgesellschaft 10
4.7 Die Rolle der Organisationen in der Weltgesellschaft 11
Kritik an der Weltgesellschaft durch die Al Qaida 12
5
5.1 Kritik an den globalen Modellen 12
5.2 Struktur der Al Qaida 13
5.3 Ideologie und Ziele der Al Qaida 13
5.4 Widersprüche 14
Resümee 15
6
Literaturverzeichnis 16
7
2
1. Eine Welt – eine Gesellschaft – eine Kultur?
Es gibt über 190 Staaten auf der Welt, je nach Zählweise mehrere tausend Sprachen und unterschiedlichste Religionen (ASTOR et. al. 2005). Jedes Land hat seine eigene Geschichte und unterschiedliche geographische Bedingungen. Kann es trotzdem Gemeinsamkeiten geben? Kann es trotz solcher Unterschiede, ein „global“ geben? Täglich wird in den Medien von Globalisierung gesprochen, „international“ ist in aller Munde. Für lange Zeit war das Konzept der Nationalstaaten in der politischen Geographie sowie in den Gesellschaftswissenschaften das vorherrschende Prinzip, sie werden noch immer als „unverrückbare Bausteine“ (GEBHARDT et. al. 2006: 753) oder „unabhängige Entitäten“ (GREVE/HEINTZ 2005: 90) bezeichnet und bilden die Basis politischer Handlungen und wissenschaftlichen Untersuchungen. Aber ist das wirklich alles? Oder gibt es Ansätze, mit denen sich viele Phänomene besser erklären lassen? Wie ist es zu erklären, dass sich viele Länder fast zur gleichen Zeit trotz unterschiedlichster Gesellschaft und Kultur ähnliche Ziele gesetzt haben und ähnliche Grundsätze verfolgen? Ein Erklärungsansatz für diese strukturellen Ähnlichkeiten ist die Idee der Weltgesellschaft. Hierbei wird angenommen, dass es eine Art Weltkultur gibt, die bestimmte Motive und Grundsätze umfasst, die trotz aller Unterschiede zwischen den Ländern weltweit anerkannt werden. Ist es möglich, dass es diese Weltkultur gibt oder geben wird? Wenn ja, besteht dann die Gefahr einer Auflösung der Nationalstaaten, wie es oft in der Globalisierungsdiskussion behauptet wird? Oder ist eine globale Ordnung denkbar, in der die Nationalstaaten ihren Platz und ihre Wichtigkeit behalten? In der Weltgesellschaftstheorie wird dies behauptet. Die vorliegende Arbeit widmet sich besonders den „globalen Modellen“ und der Frage, ob es nicht westliche Modelle sind. Die Fragestellung, unter der dies diskutiert werden soll, ist, ob die Al Qaida – als Beispiel eines Vertreters einer anderen Kultur – die globalen Modelle der Weltgesellschaft kritisiert. Die Al Qaida ist in ihrem Vorgehen sehr radikal, sie besteht aus Terroristen, doch ist die Frage interessant, ob hinter den terroristischen Akten nicht eine berechtigte Kritik steckt. Im Folgenden soll zuerst auf den Gesellschaftsbegriff und auf die Schwierigkeiten einer Definition von Gesellschaft eingegangen werden. Die darauf folgenden Kapitel widmen sich den Vorläufertheorien, um zu der Entstehung der Weltgesellschaftstheorien hinzuführen und ihre Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. Danach wird die Theorie von J.W. Meyer näher betrachtet, besonders die Rolle des Nationalstaates und die Rolle der Organisationen. Auf dieser Basis soll dann die oben genannte Fragestellung beantwortet werden.
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2. Gesellschaft
Um den Begriff der Weltgesellschaft zu verstehen, muss man sich zuerst mit dem Begriff der Gesellschaft befassen. Dies soll im folgenden Kapitel getan werden. Nach LESER ist Gesellschaft „ (…) die Gesamtheit der zwischenmenschlichen Gebilde und Ordnungen während eines bestimmten Zeitalter in einem bestimmten Raum (…). (LESER 2005: 295). Auf das Zeitalter soll hier nicht weiter eingegangen werden, die folgende Arbeit bezieht sich nur auf das heutige Zeitalter. Was bei der Frage nach der Weltgesellschaft die bedeutende Rolle spielt, ist der Raum. Im Alltag und in der Soziologie – der Wissenschaft, die sich klassischerweise mit Gesellschaft beschäftigt – ist Gesellschaft immer auf den Raum des Nationalstaates begrenzt (HAMM 2006: 23). Gesellschaft ist hier also vom Raum abhängig; dort wo die Grenzen eines Nationalstaates sind, hört also auch die jeweilige Gesellschaft auf.
HAMM definiert Gesellschaft folgendermaßen: „Gesellschaft (…) ist eine Mehrzahl von
Menschen, die vieles miteinander gemeinsam haben: Sprache, Kultur, Institutionen, Geschichte, ein Wir-Gefühl, also Identifikation, ein Gebiet, das sie bewohnen, samt seiner Infrastruktur.“ (HAMM 2006: 23). Hier stößt man mit dieser nationalstaatlichen Betrachtung auf Probleme: Viele dieser Merkmale machen nicht vor Grenzen halt: Hat nicht das Saarland und der Elsass eine gemeinsame Geschichte? In Indien gibt es 325 Sprachen und 15 verschiedene Schriften in einem einzigen Land (HAMM 2006: 25), kann man hier also von einer Gesellschaft sprechen?
Ein anderes Argument für nationale Gesellschaften ist die nationale Rechtsordnung: doch auch hier lässt sich ein Gegenargument finden. Wie steht es mit Europa: hier sind es mehrere Nationalstaaten, die sich aber auf eine gemeinsame Rechtsordnung geeinigt haben (ebd.). Wie verhält es sich in Europa nun mit den nationalen Gesellschaften? Schon anhand dieser Beispiele ist sichtbar, dass es nicht einfach ist, eine Definition oder eindeutige Merkmale für den Begriff der Gesellschaft zu finden. Jedoch lässt sich festmachen, dass es in einer Gesellschaft gemeinsame Merkmale gibt, was dazu führt, dass die Menschen dieser Gesellschaft in Beziehung miteinander stehen (HAMM 2006: 23). Diese Beziehungen finden über einen Austausch von „Informationen, Geld, Gefühle, Befehle, Berührungen, Worte, Gesten etc.“ (ebd.) statt, was wiederum Grenzen definiert: wer gehört dazu und wer nicht (ebd.). Genau mit der Frage nach diesen Grenzen beschäftigt sich der Ansatz der Weltgesellschaft.
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3. Vorläufertheorien
Die Theorie der Weltgesellschaft ist nicht der erste Versuch, weltweite zwischenstaatliche Beziehungen zu analysieren. Im Folgenden sollen drei Vorläufertheorien vorgestellt werden, anhand derer man eine Entwicklung der Betrachtungsweise sehen kann: Zuerst wurde jeder Nationalstaat als isolierte Einheit betrachtet, es wurde eine Art „Containerdenken“ praktiziert, später wurde die Analyse auf Beziehungen zwischen den Nationalstaaten ausgeweitet, bis zuletzt endlich die Welt „als Ganze“ (GREVE/HEINTZ 2005: 98). betrachtet wurde.
3.1 Modernisierungstheorie
Es gab verschiedene Ansätze von Modernisierungstheorien, die aber in den Hauptannahmen übereinstimmten. Diese sollen in diesem Kapitel kurz erläutert werden.
Die jeweilige Analyseeinheit, die bei der Modernisierungstheorie betrachtet wurde, war das jeweilige Land, was eine „unabhängige Entität“ (GREVE/HEINTZ 2005: 90) darstellte. Die Annahme war, dass die Modernisierung ein endogener Prozess ist, also interne Ursachen hat und ausschließlich von der inneren Dynamik des betreffenden Landes beeinflusst wird (KULKE ²2006: 184). Die Länder wurden also noch nicht als Teil eines umfassenden Systems verstanden, die Außenwelt der Länder spielte keine Rolle. Man nahm an, dass Entwicklung immer nach dem gleichen Schema stattfindet, in einer Abfolge von Phasen, die von den nationalen Gesellschaften bei ihrer Modernisierung immer in der gleichen Folge durchlaufen werden (GREVE/HEINTZ 2005: 96). So lassen sich alle Staaten in eine Phase einordnen, und weniger entwickelte Länder befinden sich lediglich in einer Phase, die die höher entwickelten Länder schon durchschritten haben. Es wird also angenommen, dass am Anfang des Prozesses der Modernisierung der Zustand „unterentwickelt“ steht, während ein Land am Ende des Prozesses der Zustand „entwickelt“ erreicht (LESER 13 2005: 570).
Da alle Länder die gleichen Phasen in der gleichen Reihenfolge durchschreiten und am Ende denselben Zustand erreichen, kommt es der Modernisierungstheorie zufolge zu Konvergenz, Homogenisierung und ähnlichen Leitbildern und Institutionen. Die Grundannahme der Modernisierungstheorie ist also die Gegenüberstellung von traditionellen Gesellschaften, die die Entwicklung noch vor sich haben, und modernen Gesellschaften, die die Phasen der Entwicklung bereits beendet haben. Unter Modernisierung wurde meist Industrialisierung und Urbanisierung verstanden; aber auch Bildung und Demokratisierung, und die vermehrte Nutzung von Massenmedien (ebd.). Die Begriffe Entwicklung und Modernisierung werden quasi synonym verwendet (GREVE/HEINTZ 2005: 95f.). Die Modernisierungstheorie war zu
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Arbeit zitieren:
Judith Bernet, 2006, Weltgesellschaft: Kritisiert die Al Qaida die globalen Modelle der Weltgesellschaft?, München, GRIN Verlag GmbH
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