Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung
3. Fachsemester, Wintersemester 2002/03
Proseminar II: Medienkunde
jetzt-Magazins versus Onlineausgabe jetzt.de - Ein Vergleich
von: Beatrix Deiss
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Besonderheiten des Mediums Internet 3
2.1 Vernetzung 3
2.2 Multimedialität 3
2.3 Große Speicherkapazität 3
2.4 Globalität 4
2.5 Aktualität 4
2.6 Selektivität und Interaktivität 5
3. Geschichte des jetzt-Magazins 6
4. Entwicklung von jetzt.de 8
5. Untersuchungsanlage 8
6. Untersuchung des jetzt-Magazins 11
6.1 Leitlinie 11
6.2 Rubriken 12
6.3 Themen 13
6.4 Einbeziehung der Leser 13
6.5 Design 14
7. Untersuchung von jetzt.de 15
7.1 Leitlinie 15
7.2 Rubriken 15
7.3 Themen 16
7.4 Interaktivität 17
7.5 Design 18
8. Vergleich von Print- und Onlineausgabe 19
8.1 Leitlinie 19
8.2 Rubriken 19
8.3 Themen 20
8.4 Interaktivität 20
8.5 Design 21
9. Zusammenfassung der Ergebnisse 22
10. Ausblick 24
Literatur 25
Internetquellen: 26
Sonstige Quellen: 26
1. Einleitung
Im Juli des letzten Jahres wurde die Jugendbeilage der Süddeutschen Zeitung, das jetzt- Magazin, aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Das jetzt, das auf neunjährige Bestehungszeit zurückblicken kann, in der es die jugendlichen Leser auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden begleitet hat, wird seitdem nur noch in der Onlineausgabe jetzt.de weitergeführt. Diese Arbeit wird versuchen, die ehemalige Printausgabe und die aktuelle Onlineversion von jetzt zu vergleichen. Aufgrund der Einstellung des Magazins war allerdings keine zeitlich parallele Untersuchung möglich, dadurch konnte die Inhaltsanalyse nicht anhand konkreter Artikel durchgeführt werden. Statt dessen werden beide Ausgaben anhand verschiedene Kriterien untersucht, mit denen die Besonderheiten des Konzepts festgestellt werden. Durch einen Vergleich zwischen Print- und Onlineausgabe soll dann die Untersuchungsfrage, ob die Internetseite das Konzept des Magazins Konzept weiterführt und inwiefern es ausgebaut oder verändert wurde, beantwortet werden. Da sowohl das Magazin als auch jetzt.de nicht typisch für eine bestimmte Form Magazin bzw. Internetseite stehen, sondern sich deutlich von anderen Jugendzeitschriften und deren Internetauftritten abheben, beschränkt sich diese Arbeit auf die Beleuchtung eines Sonderfalles, die Ergebnisse sind auf den Untersuchungsgegenstand beschränkt und nicht übertragbar. Außerdem ist die untersuchte Stichprobe zu klein, um repräsentative Gültigkeit zu beanspruchen. Das Ziel dieser Arbeit ist also nicht Repräsentativität oder Anwendbarkeit auf andere Medien, sondern die Untersuchung eines besonderen Bestandteils der Medienlandschaft.
Nach einem Abschnitt über die Besonderheiten des Online-Journalismus folgt ein kurzer Überblick über die Geschichte des Magazins und die Entwicklung der Internetseite. Dann wird das Konzept des jetzt-Magazins anhand der Kriterien Leitlinie, Rubriken, Themen, Einbeziehung der Leser und Layout untersucht. Diese werden dann leicht verändert auch auf die Onlineausgabe angewendet, um die Untersuchungsfrage beantworten zu können, ob das besondere Konzept des jetzt-Magazins auf jetzt.de weitergeführt wird. Die Informationen zur Geschichte von jetzt und jetzt.de stammen größtenteils aus Zeitungsartikeln über die Einstellung des Magazins oder eigener Recherche. Außerdem wurde ein Telefoninterview mit dem Chefredakteur von jetzt.de Dirk von Gehlen geführt.
2. Besonderheiten des Mediums Internet
Im Folgenden wird kurz auf die online-spezifischen Merkmale eingegangen, die das Internet (und dort vor allem den wichtigsten Internetdienst Word Wide Web WWW) von anderen Medien unterscheiden und damit Einfluss auf dessen Inhalte haben. Diese besonderen Eigenschaften sind (in Anlehnung an Christoph Neuberger1) Vernetzung, Multimedialität, große Speicherkapazität, Globalität, Aktualität und Selektivität und Interaktivität.
2.1 Vernetzung
WWW-Inhalte sind Hypertexte, das heißt sie bilden einen „nicht-linearen Verbund von Texten, innerhalb derer man sich mittels sogenannter Hyperlinks hin- und herbewegen kann.“2 Da der Bildschirm als Präsentationsfläche für Internetseiten zu klein ist, um längere Texte übersichtlich darzustellen, werden sie unterteilt und mit diesen Links sinnvoll untereinander verknüpft.3 Die Links dienen aber nicht nur der inhaltlichen Strukturierung innerhalb einer Seite, sie können auch durch externe Links mit den Seiten anderer Anbieter verbinden.
2.2 Multimedialität
Neben den Verlinkungen besteht ein weiteres Merkmal der Hypertexte darin, dass neben Texten auch Fotos, Graphiken, Video- und Audioclips ins WWW integrierbar und miteinander kombinierbar sind.4 Multimedia meint hierbei die durch Digitalisierung ermöglichte technische Verschmelzung dieser Medien und Medienanwendungen.
2.3 Große Speicherkapazität
Inhalte im Internet sind nicht mehr an vorhandenen und verfügbaren Platz gebunden, wie etwa eine Zeitung, die nur begrenzt viele Seiten hat. Im WWW ist Speicherkapazität in riesiger Menge vorhanden. Dadurch ist das WWW nicht nur ein gewaltiger Datenspeicher, sondern auch ein Archiv, in dem ältere Beiträge, etwa aus Onlinezeitungen und -zeitschriften, gespeichert werden und so länger verfügbar bleiben können.5
2.4 Globalität
Die Informationen im WWW sind weltweit verfügbar, auch wenn die Sprachbarrieren die tatsächliche globale Nutzung natürlich erschweren. Speziell für die Internetangebote von Zeitungen und Zeitschriften bedeutet das Folgendes: Da die bei Printprodukten gegebenen „Vertriebshemmnisse der materiellen Verbreitung“6 wegfallen, sind die Angebote im Internet am „virtuellen Kiosk“ leichter verfügbar. Doch auch wenn die globale Empfangbarkeit technisch verwirklicht ist, so bleibt doch die Reichweite der Angebote relativ gering. Zwar beträgt der Anteil der Internetnutzer an der deutschen Bevölkerung (über 14 Jahren; Erhebungszeitpunkt: 2. Quartal 2002) nach eigenen Angaben 44% 7, aber nur 6% der Befragten sagten, dass sie häufig die Internetseiten von Medien (Presse/TV) nutzen würden.8
2.5 Aktualität
[...]
1 Vgl. Christoph Neuberger: Vom Papier auf den Bildschirm. In: ChristophNeuberger; Jan Tonnemacher (Hrgs.): Online – Die Zukunft der Zeitung? – Opladen: Westdeutscher Verlag 1999, S. 16-56, hier: S. 34.
2 Thomas Lehr: Tageszeitungen und Online-Medien. Elektronisches Publizieren als produktpolitisches Instrument der Verlage. Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag; Wiesbaden: Gabler 1999, S. 12.
3 Vgl. Neuberger 1999, S. 35.
4 Vgl. Franc Wagner: Sind Printmedien im Internet Online-Medien? In: René Pfammatter (Hrsg.): Multi Media Mania. Reflexionen zu Aspekten neuer Medien. Konstanz: UVK-Medien 1998, S. 191-211, hier: S. 195.
5 Vgl. Neuberger 1999, S. 37.
6 Ebd.
7 Vgl. Birgit van Eimeren; Heinz Gerhard; Beate Frees: ARD/ZDF-Online-Studie 2002. Entwicklung der Onlinenutzung in Deutschland. Mehr Routine, weniger Entdeckerfreude. In: Media Perspektiven, Heft 8/2002, S. 346 bis 362, hier: S. 347.
8 Vgl. ebd., S. 353.
Arbeit zitieren:
Beatrix Deiss, 2003, jetzt-Magazin versus Onlineausgabe jetzt.de - Ein Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
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