Inhaltsverzeichnis
Abbildungs - und Tabellenverzeichnis 2
1. Einleitung. 3
2. Organisationsstruktur und Verhalten 4
2.1 Grundbestandteile einer Organisation. 6
2.2 Organisationale Entscheidungsprozesse 7
3. Mikropolitik in Organisationen. 8
3.1 Auswirkungen auf Organisationen 9
3.2 Mikropolitik aus Akteursperspektive nach Neuberger 10
3.2.1 Mikropolitische Haltungen. 11
3.2.2 Mikropolitische Strategien. 12
3.2.3 Mikropolitische Taktiken 14
3.3 Spezielle mikropolitische Auswirkungen 19
3.3.1 Netzwerkpflege ein Garant für den Erfolg der Organisation? 20
4. Schlussbetrachtung 22
Literaturverzeichnis und Quellennachweise 24
Abbildungs - und Tabellenverzeichnis
Abb. 1: Grundbestandteile einer Organisation
Abb. 2: Grundtypen von Organisationen
Abb. 3: Managerstrategien (nach KIPNIS SCHMIDT)
Abb. 4: Der Appell an höhere Autoritäten
Abb. 5: Anteile verschiedener Managementaktivitäten bei drei Managerkategorien
2
1. Einleitung
Die vergangenen Jahrzehnte haben gezeigt, dass die Umwelt in der wir leben komplexer geworden ist und sich ständig und schneller verändert. Am stärksten betroffen sind dabei Unternehmen, die in dieser Arbeit unter den Begriff Organisation fallen. „Organisationen verknüpfen die Kräfte ihrer Mitglieder …, [um, d. Verf.] Vorhaben [zu, d. Verf.] realisieren .., die Einzelne niemals schaffen würden.“ 1 Diese Verknüpfungen waren in der Vergangenheit nach formalen festgelegten Normen, Regeln und Hierarchien aufgestellt. Da sich diese historischen und immer noch teilweise allgegenwärtigen Organisationsstrukturen nicht zeitgerecht an die Komplexität der Umwelt anpassen lassen, entstanden und entstehen Probleme für Organisationen (z.B. Kompetenzgerangel, verdeckte Konflikte, unterschiedliche Ziele, Mobbing usw.), die es zu lösen gilt.
Die Forschung hat diese Probleme oder auch „Phänomene“ lange außer Acht gelassen, da man diese als krankhafte Nebenerscheinungen des organisationalen Alltags 2 angesehen hatte. Dieser Themenbereich der Forschung wird als Mikropolitik oder auch als „Politik im Kleinen“ bezeichnet.
Diese Ausarbeitung befasst sich mit den Auswirkungen der Mikropolitik in den Organisationen. Mikropolitik bedeutet Hierarchiekritik 3 , daher werde ich zuerst in groben Zügen die Organisationstruktur mit ihren typischen Grundbestandteilen und Entscheidungsprozessen aus mikropolitischer Sicht erläutern. In dem darauf folgenden Abschnitt gehe ich kurz auf die historische Entwicklung der Mikropolitik ein.
Um mikropolitisches Handeln verstehen zu können und Auswirkungen aufzuzeigen, werde ich im Verlaufe der Arbeit die Mikropolitik aus der Akteursperspektive nach Neuberger betrachten. Es sollen mikropolitische Auswirkungen auf die Organisation mittels der einzelnen Haltungen, Strategien und Taktiken dargestellt werden und durch andere wissenschaftliche Beiträge zu untermauern oder näher zu erläutern.
1 Bogumil, J.; Schmid, J.: Politik in Organisationen: Organisationstheoretische Ansätze und praxis-
bezogene Anwendungsbeispiele, in: Benz, A. (Hg.): Grundwissen Politik,
Bd. 31, 2001, S. 5
2 Vgl. Oelsnitz, Dietrich von der: Taktiken und Wirkungen von Mikropolitik, in: WISU (1999) vom
Mai 1999, S. 710
3 Vgl. Süß, Dietmar: Mikropolitik und Spiele: zu einem neuen Konzept für die Arbeiter- und Unter-
nehmensgeschichte, in: Hesse, J.-O. u.a. (Hg.): Kulturalismus, Neue Institutionenökonomik oder
Theorienvielfalt, 1.Aufl., Bd. 9, 2002, S. 117
3
Bei der abschließenden spezielleren Betrachtung, ziehe ich ein Beispiel aus den umfangreichen Spiel-Methoden zur Hilfe und ergänze dieses mit meiner eigenen Erfahrung sowie der dann folgenden Studie.
2. Organisationsstruktur und Verhalten
Beschäftigt man sich mit dem Begriff Organisation, ist festzustellen, dass diese oftmals schwierigen und undurchsichtigen Gebilde vereinfacht nur das Mittel zum Zweck der eigenen Zielerreichung der Menschen sind. Daran zumal vermochte insbesondere die betriebswirtschaftliche Organisationslehre anzuknüpfen, die sich seitdem schwer tut mit allen weitergehenden organisationstheoretischen Einsichten. 4 Organisationen sind Bestandteile der Gesellschaft oder Teilformen der Gesellschaft, die durch ihr soziales Umfeld beeinflusst werden aber auch die eigene Umwelt beeinflussen. Im Gegenzug dazu stellen Organisationen selbst auch eine Art Gesellschaft dar, da es in ihr soziale Handlungen, Kommunikation und Interaktion in einer formal geregelten Form gibt.
Hinsichtlich einer vereinfachten Strukturierung und dem Aufzeigen von Lücken in Organisationsstrukturen, in der die Ökonomie und ökonomische Ansätze - einschließlich spieltheoretischer und anderer Rational-Choice-Ansätze - 5 ausgeblendet werden, greifen Ortmann, Sydow und Türk die Darstellung der Organisation von Richard Scott auf, die im folgendem noch einmal genannt werden um den Begriff Organisation nach Scott besser verstehen zu können: 6
1. Organisation als rationales System „ist eine an der Verfolgung relativ spezifischer Ziele orientierte Kollektivität mit einer relativ stark formalisierten Sozialstruktur“ (Scott 1986, S. 45).
2. Organisation als natürliches System „ist eine Kollektivität, deren Mitglieder in ihrem Verhalten durch die formale Struktur oder die offiziellen Ziele kaum beeinflusst werden, jedoch ein gemeinsames Interresse am Fortbestehen des Systems haben und sich an informell strukturierten Kollektivaktivitäten zugunsten seiner Erhaltung beteiligen“ (Scott 1986, S. 47).
4 Vgl. Ortmann, G.; Sydow, J.; Türk, K.: Organisation, Strukturation, Gesellschaft: Die Rückkehr der
Gesellschaft in die Organisationstheorie, in: dies. (Hg.): Theorien der Organisation: Die Rückkehr
der Gesellschaft, 1997, S. 15
5 Vgl. ebenda, S. 18
6 Vgl. ebenda, S. 17
4
3. Organisation als offenes System „ist eine Koalition wechselnder Interessengruppen, die ihre Ziele in Verhandlungen entwickelt; die Struktur dieser Koalition, ihre Aktivitäten und deren Resultate sind stark geprägt durch Umweltfaktoren“. (Scott 1986, S. 47).
Bei diesen drei Theoriesystemen wird die Ökonomie ausgeblendet. Im Abschnitt 3 dieser Arbeit wird dann ein ökonomischer Ansatz mit seinen Auswirkungen auf die Organisation näher erläutert werden.
Grundsätzlich handeln Mitarbeiter nach gewissen Regeln, die ihnen die Organisation vorschreibt. Oftmals weicht ihr Handeln aber von diesen Regeln ab. Diese Eigeninitiative kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben. Immer häufiger wird auch in der Praxis Eigeninitiative positiv akzentuiert, ja geradezu verlangt 7 . Hierbei wird deutlich, dass es für Organisationen immer wichtiger wird, die Mitarbeiter entsprechend zu motivieren und ihnen Bedingungen zu schaffen, sich in einem ausgeglichenen Verhältnis sowohl nach den festgelegten Regeln als auch durch Eigeninitiative ihre Leistungsfähigkeit in der Organisation zu entfalten.
7 Vgl. Schreyögg, G.: Organisation: Grundlagen moderner Organisationsgestaltung,
4.Aufl., 2003, S. 18
5
2.1 Grundbestandteile einer Organisation
Alle Organisationen lassen sich auf eine begrenzte Zahl an Grundbestandteilen zurückführen.
Abbildung 1: Grundbestandteile einer Organisation 8
In der unteren Ebene, dem operativen Kern, ist die Grundbasis der Leistungserbringung zu finden. Über einen oder mehrere Manager erfolgt die Kommunikation mit der strategischen Spitze. Je größer eine Organisation ist, desto mehr Unterstützung wird benötigt, um beispielsweise Kontrollaufgaben, Rechtsberatung usw. zu übernehmen.
Diese Grundbestandteile können je nach dem Grad der Spezialisierung, Formalisierung und den Umweltfaktoren unterschiedliche Organisationstypen hervorbringen (vgl. dazu ausführlich Bogumil; Schmid 2001, S. 86ff.):
8 Vgl.. Bogumil; Schmid, Politik, a.a.O., S. 86
6
Arbeit zitieren:
Axel Gloger, 2006, Auswirkungen der Mikropolitik in den Organisationen, München, GRIN Verlag GmbH
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