Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Uni Erlangen-Nürnberg Lehrstuhl für Psychologie, insb. Wirtschafts- und Sozialpsychologie
Verantwortung und Erinnerung im Rah-
men von Entscheidungsprozessen
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Anschrift
Walter-Meckauer-Str. 28
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Verantwortung und Erinnerung im Rahmen von Entscheidungsprozessen
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3.1 PROZESSVERANTWORTUNG. 5
3.2 ERGEBNISVERANTWORTUNG. 5
3.3 VERANTWORTUNG IM RAHMEN VON INDIVIDUAL- UND
GREMIENENTSCHEIDUNGEN 5
3.4 PUBLIKUM UND VERANTWORTUNG 6
3.5 VERANTWORTUNG VOR UND NACH ENTSCHEIDUNGEN. 6
(,1)/8669215( 7)(57, 81 63)/, 7 8)' 6
4.1 EMPIRISCHE BEFUNDE 7
4.1.1 Dellarosa und Bourne (1984) 7
4.1.2 Brody und Bowman (1997) 9
4.1.3 Empirische Befunde eines Experiments des Lehrstuhls für
Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg (2002) 10
4.2 DISKUSSION 10
Verantwortung und Erinnerung im Rahmen von Entscheidungsprozessen
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Unter Eskalation von Commitment wird eine zunehmende Bindung an eine verlustreiche Handlung verstanden (Schulz-Hardt, 1999). Entscheidungsträger halten an einem Projekt fest und investieren weiterhin Ressourcen, obwohl die Erfolgsaussichten immer geringer werden und das Projekt bei objektiver Betrachtung abgebrochen werden müsste. Als Erklärungen für diese eskalierende Bindung an einen erfolglosen Handlungsstrang werden die Selbstrechtfertigungs-Theorie und die Theorie der kognitiven Dissonanz angesehen (Brody und Bowman, 1997). Bei der Erforschung des Phänomens der Eskalation von Commitment wurde in den letzten Jahren verstärkt der Einfluss von Entscheidungen auf die menschliche Informationsverarbeitung untersucht. In der Psychologie meint In-formationsverarbeitung die Prozesse, die den Zusammenhang zwischen Wahrnehmung, Gedächtnis, Denken und Handeln bei der Lösung von Problemen gewährleisten (Neisser, 1974).
Welche Informationen bezüglich ihrer Entscheidung erinnern Individuen ? Möglicherweise gibt es Unterschiede in der Menge und der Art der erinnerten Informationen zwischen eskalierenden und nicht eskalierenden Personen. Welche Determinanten beeinflussen die Erinnerungsleistung in Entscheidungsprozessen ? Durch die Klärung dieser Fragen erhofft man sich ein besseres Verständnis von Eskalationseffekten und neue Ansätze für Deeskalationsstrategien. Bisherige Studien haben gezeigt, dass ein starker Zusammenhang zwischen Eskalation und Verantwortung besteht. Schwerpunkt dieser Arbeit bildet deshalb die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Verantwortung und Erinnerung im Rahmen von Entscheidungsprozessen. Nach Tetlock und Lerner (1999) ist Verantwortung als implizite oder explizite Erwartung, sich für eigene Meinungen, Gefühle oder Handlungen rechtfertigen zu müssen, zu verstehen. Verantwortung wird deswegen in diesem Zusammenhang auch als Rechtfertigungspflicht bezeichnet. Zunächst wird eine kurze Übersicht theoretischer Annahmen über Zusammenhänge zwischen Entscheidungen und Erinnerungsleistung sowie zwischen Entscheidungen
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Verantwortung und Erinnerung im Rahmen von Entscheidungsprozessen
und Verantwortung gegeben. Anschließend werden empirischen Befunde aus diesem Forschungsbereich vorgestellt und diskutiert.
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Im Verlauf des Entscheidungsprozesses wird gewöhnlich eine größere Menge an Informationen bewertet und verglichen. Solche Informationen sollten demnach besonders intensiv verarbeitet werden, tiefe Gedächtnisspuren hinterlassen und somit leicht zugänglich sein. Weil Entscheidungsprozesse zielgerichtete Prozesse sind, kann eine Entscheidung möglicherweise beeinflussen, welche Art von In-formation im Gedächtnis gespeichert wird (Wyer, 1982, zitiert nach Brody et al. ,1997). Ist eine Entscheidung getroffen, könnten vor allem solche Informationen gespeichert werden, die zukünftige Rechtfertigungen unterstützen. Im Gedächtnis wäre demnach eine größere Menge entscheidungskonsistenter Informationen vor-handen. Mit steigendem Rechtfertigungsdruck müsste diese Verzerrung der Gedächtnisleistung zunehmen. Greene (1981, zitiert nach Dellarosa et al., 1997) hat Belege für eine solche Verzerrung der Gedächtnisleistung gefunden. Nach Moser (1992) ist es für den Zusammenhang zwischen Erinnerung und Entscheidung von Bedeutung, ob eine Urteilsbildung simultan während der Informationsaufnahme oder zu einem späteren Zeitpunkt aufgrund von aus dem Gedächtnis abgerufenen Daten stattfindet. Diese Zusammenhänge werden bei der Diskussion der empirischen Befunde in Abschnitt 4.2 genauer dargestellt. Das Erinnerungsvermögen kann auch von verschiedenen Entscheidungsanomalien beeinflusst werden. Nach Klose sind Entscheidungsanomalien „empirisch beobachtbare (systematische) Abweichungen individuellen Urteils- und Entscheidungsverhaltens von Standardannahmen entscheidungslogischer Entwürfe und ökonomischer Modelle“ (Klose, 1994). Eine als Confirmation Bias bekannte Entscheidungsanomalie bezeichnet das Phänomen, dass Personen in Entscheidungsprozessen nach Informationen suchen, die ihre ursprüngliche Meinung unterstützen. Widersprechende Informationen werden ignoriert oder verzerrt wahrgenommen. Die Informationsverarbeitung kann auch durch den sogenannten Sta-
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Arbeit zitieren:
Dipl.-Kfm. Robert Bayerlein, 2002, Verantwortung und Erinnerung im Rahmen von Entscheidungsprozessen, München, GRIN Verlag GmbH
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