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Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung. 3
2. Widerstand. 6
3. Die Weiße Rose. 9
3.1. Wer war die weiße Rose? 9
3.2. Die erste Phase 9
3.3. Die zweite Phase 11
4. Fazit 15
Quellen - und Literaturverzeichnis. 18
Quellen 18
Literatur 18
3
1. Einleitung
“Der Nationalsozialismus gestaltete eine Volksgemeinschaft, die vom Kind an beginnt und beim Greise endet. Niemand kann diese gewaltige Symphonie des deutschen Lebens zum Schweigen bringen.“ 1
Dieses Zitat aus der Rede Hitlers, die auf dem 1. Reichsjugendtag der NSDAP am 1. Oktober 1932 in Potsdam gehalten worden ist, lässt recht deutlich die Zielsetzung nationalsozialistischer Erziehungspolitik erkennen.
Als Adolf Hitler am 30.1.1933 zum Reichskanzler ernannt wurde, begann das zweifellos dunkelste Kapitel deutscher Geschichte, das die Zeit zwischen 1933 und 1945 umfasst. Die nun offiziell herrschende Ideologie der Nationalsozialisten wurde in Gesetze gefasst, in praktische Politik umgesetzt und bestimmte so den Alltag in Deutschland in allen Lebensbereichen. Früh erkannten die Nationalsozialisten, dass demjenigen die Zukunft gehört, der die Jugend hat. 2 Das Regime beanspruchte daher „[…] sowohl die Gesamtheit der Jugend, wie auch den gesamten Lebensbereich der jungen Deutschen [lückenlos zu] erfassen.“ 3 Die bis 1938/39 dazu erlassenen Verbote und Gesetze schalteten alle bis dahin existierenden Jugendverbände durch Verpflichtung zur Mitgliedschaft in der Hitlerjugend (HJ) oder im Bund Deutscher Mädel (BDM) bzw. im Deutschen Jungvolk und im Jungmädelbund gleich. 4
Zweifellos gab es viele Jugendliche, die diesen Organisationen begeistert beitraten, da diese es geschickt verstanden, durch etliche Freizeitangebote die Sehnsüchte junger Menschen nach Kameradschaft, Abenteuer und Lagerfeuerromantik zu bedienen. 5 Auch der Wunsch, sich der elterlichen Kontrolle entziehen zu wollen, der als Spezifikum jugendlichen Alters gelten kann, erleichterte die „Arbeit“ der Reichsjugendführung ebenfalls. HJ und BDM ermöglichten den
1 S. Rede auf dem 1. Reichsjugendtag der NSDAP in Potsdam, abgedruckt in: Hitler: Reden, Schriften, Anordnungen, S.8.
Alle vollständigen Quellen- und Literaturangaben befinden sich im Quellen- und Literaturverzeichnis.
2 Vgl. Goebbels: Appell an die deutsche Jugend, S.6.
3 Zitiert bei Klönne: Jugend im 3. Reich, S.20.
4 Vgl. dazu: Gesetz über die Hitlerjugend vom 1. Dezember 1936, RGBl I, 1936, Nr.113, S.993; Durchführungsverordnungen zum Gesetz über die Hitlerjugend (allgemeine Bestimmungen) vom 25.März 1939, RGBl I 1939,S. 709;
Durchführungsverordnungen zum Gesetz über die Hitlerjugend (Jugenddienstverordnung) vom 25.März 1939, RGBl I 1939, Nr. 66, S. 710-712.
5 Vgl. Peukert: Protest und Widerstand, S.184.
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jungen Menschen diese scheinbare Freiheit und der Staat erlangte auf diesem Wege sein Ziel: Kontrolle über die Sozialisation der Jugend außerhalb des Elternhauses und der Schule. Trotz aller Gleichschaltung innerhalb jugendlichen Lebens durch diese Zwangsorganisationen gab es jedoch auch Jugendliche und Studenten, die sich nach mehr Selbstbestimmung und freien Entfaltungsmöglichkeiten sehnten und daher gegen das NS-Regime eingestellt waren. Mein Interesse in der vorliegenden Arbeit gilt einer studentischen Gruppierung, der Weißen Rose, deren Entdeckung, die deren Zerschlagung und die Verurteilung zahlreicher Mitglieder nach sich zog 6 , sich am 18. Februar dieses Jahres zum 63. Mal jährte.
In dieser Arbeit möchte ich versuchen, die Frage zu klären, wie die Versuche der Weißen Rose, die NS-Herrschaft einschränken zu wollen, einzuordnen sind, und inwiefern sie die Bezeichnung des Widerstandes für sich beanspruchen kann.
Dazu erachte ich es für erforderlich, zunächst einmal den Begriff Widerstand näher zu definieren. Dies scheint mir vor allem im Hinblick auf die kontroverse Diskussion, die allein die Einführung des Begriffs der Resistenz durch Martin Broszat 7 im Rahmen des Projektes „Bayern im Nationalsozialismus ausgelöst hatte, wichtig zu sein. Ich beschränke mich in dieser Arbeit auf drei Definitionsansätze, die ich weitgehend unkommentiert darstellen möchte. Zum einen auf den Martin Broszats, und zum anderen auf den Eberhard Bethges und Richard Löwenthals. Nachfolgend werde ich in einem darstellenden Teil auf die Weiße Rose, die verschiedenen Phasen und einiger ihrer Mitglieder eingehen. Abschließend werde ich auf der Grundlage der erarbeiteten Hintergründe die Weiße Rose den unterschiedlichen Widerstandsdefinitionen zuordnen und versuchen die eigentliche Leitfrage dieser Arbeit versuchen zu beantworten: Ist die Weiße Rose eine Widerstandsbewegung gewesen und wenn ja, welche Form von Widerstand hat sie geleistet? Die Quellenlage zur Weißen Rose an sich ist zahlreich. Beginnend bei umfangreichen Privatarchiven über die Archive der „Weißen Rose Stiftung“ und des „Instituts für Zeitgeschichte“ in München bis zu den staatlichen Archiven der DDR, die nach der deutschen Widervereinigung der Forschung zugänglich gemacht wurden. So existieren neben einer Vielzahl von privaten Schriftstücken, wie Briefen, Tagebuchaufzeichnungen oder Notizen, auch etliche Verhörprotokolle, Ermittlungsaufzeichnungen und Urteile.
6 Vgl. Urteile des Volksgerichtshofes, teilweise abgedr. in: Scholl: Die Weiße Rose, S. 105-119.
7 Vgl. Brozat/ Fröhlich: Alltag und Widerstand, S.49-52.
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Jedoch wird der Zugriff auf die Quellen der Öffentlichkeit und der Forschung nur selektiv gestattet, so dass es heute zwar unzählige Einzeldarstellungen gibt, jedoch keine dem heutigen Wissensstand entsprechende monographische Darstellung der Weißen Rose. 8 Die für diese Arbeit relevanten Quellen sind vor allem die Flugblätter der Weißen Rose, anhand derer sich eine Entwicklung der Gruppe nachvollziehen lässt, die Verhörprotokolle und private Aufzeichnungen einiger Mitglieder. An Sekundärliteratur zur Weißen Rose und zur Thematik des Widerstandes mangelt es ebenfalls nicht. Eine sehr gute Überblicksdarstellung zur Weißen Rose bot mir die Arbeit Armin Zieglers und zu den Kontroversen um den Begriff des Widerstandes die Ausführung Michael Kißeners.
8 Vgl. Moll: Die Weiße Rose, S.444-445.
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2. Widerstand
Die Geschichtsschreibung des deutschen Widerstandes schwingt seit Beendigung des „Dritten Reiches“ zwischen den Polen politischer Instrumentalisierung bzw. einer maßlosen Überhöhung und der „[…]‚Entmythologisierung‘ der ‚entrückten Helden‘[…]“ 9 .
Dieses Thema hat auch nach über einem halben Jahrhundert an Aktualität nicht verloren. Ganz im Gegenteil; der Abstand von nunmehr 61 Jahren hat uns vielmehr durch zahlreiche Gedenktage der Opfer des nationalsozialistischen Deutschlands noch stärker als zuvor mit der Problematik deutschen Widerstandes konfrontiert.
2.1. Der Widerstandsbegriff
Stellt man sich allein die Frage danach, was unter „Widerstand“ zu verstehen ist, wird einem die Problematik, vor der die zeitgeschichtliche Widerstandsforschung steht, schnell bewusst. Wie Kißener meines Erachtens richtig feststellte, ist „[ein] Konsens über Verhaltensformen, die unter diesem Begriff zu subsumieren wären, […] bisher nicht gefunden worden und […] auch [zukünftig] nicht zu erwarten.“ 10 So findet man sich einer fast unüberschaubaren Fülle von Synonymen verschiedensten Inhalts und verschiedenster Abstufungen gegenübergestellt. Diese beinhaltet Begriffe wie „Nonkonformität“, „Verweigerung“, „Opposition“, „partiellen Dissenz“, „weltanschaulichen Dissenz“, „aktiver und passiver Widerstand“, „Widerstand im engeren oder weiterem Sinne“, „Verschwörung“, „Konspiration“, „Verweigerung“, „Resistenz“, „innere Immigration“ und dergleichen mehr. 11
Bei aller Differenzierung gibt es jedoch einen gemeinsamen Nenner, in dem sich alle Forschung einig ist: Widerstand ist stets eine Handlung einzelner Personen oder Gruppen, deren Motivierung in einer Handlung mündet, die Ergebnisse hervorruft, wobei im Speziellen die Historiker an den letzten beiden Stadien interessiert sind. 12 Wie eine Differenzierung jedoch vorgenommen wird, hängt eng damit zusammen, an welchen Maßstäben die Handlungen der Personen oder Gruppen gemessen werden. Damit lässt sich die Fülle an Synonymen für den Begriff Widerstand erklären.
9 S. Kißener: Das Dritte Reich, S.82-83.
10 S. ebd., S.83.
11 Vgl. ebd.
12 Vgl. Ryszka: Widerstand, S.1107.
Arbeit zitieren:
Nele Pohl, 2005, Die Weiße Rose - Einordnung in ausgewählte Widerstandsdefinitionen, München, GRIN Verlag GmbH
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