Christoph Wehr
3. Fachsemester
Freie Universität Berlin
Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften
Otto-Suhr-Institut
Zum Problemfeld Politisches System der Bundesrepublik Deutschland
PS 15186:
Die dunkle Seite politischer Netzwerke. Strategien gegen Vermachtung und Korruption
WS 2001/2002
Hausarbeit
Das Netz der Verbrecher -
Organisierte Kriminalität aus Sicht des Netzwerkkonzepts
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Definitionen Organisierter Kriminalität 4
2.1. Kriterium Kriminalität 4
2.2. Kriterium Organisation 4
2.3. Kriterium Verflechtung legaler und illegaler Strukturen 4
3. Organisierte Kriminalität als Netzwerk 5
3.1. Der Netzwerkbegriff 5
3.2. Der Organisationsbegriff 7
4. Die Binnenstruktur krimineller Netzwerke 8
5. Die Außenbeziehung krimineller Netzwerke 9
5.1. Korruption 9
5.2. Verbindungen zwischen Netzwerken 10
6. Beispiele krimineller Netzwerke 10
6.1. Die chinesischen Triaden 11
6.2. Die italienische Mafia 11
6.3. Die lateinamerikanischen Drogenkartelle 12
6.4. Weitere Beispiele 12
7. Bekämpfungsansätze 12
8. Schlussfolgerungen 13
9. Literaturverzeichnis 15
1. Einleitung
"Ein Gespenst geht um in Europa: das Gespenst des organisierten Verbrechens." (Ziegler 1998: S. 11). Dieses Zitat spiegelt in etwa die Wahrnehmung und Furcht der Öffentlichkeit wider, wenn von Organisierter Kriminalität (OK) und der von ihr ausgehenden Bedrohung für Gesellschaft und Staat nicht nur in gering entwickelten oder krisen- und kriegsgeschüttelten Ländern, sondern auch in den vermeintlich vor ihr gefeiten "westlichen Demokratien" die Rede ist. Die Frage, welche Bedeutung und welches Gefahrenpotential von OK - gerade auch innerhalb der Bundesrepublik Deutschland - tatsächlich ausgeht, ist als zentrale Problemstellung jeder Auseinandersetzung mit dem Phänomen der OK vorgegeben. Soweit dürfte der allgemeine Konsens reichen. Das erste Problem folgt allerdings sogleich: Um überhaupt weitergehende Untersuchungen anstellen zu können, bedarf es zunächst der Definition des Untersuchungsgegenstandes: Was aber ist Organisierte Kriminalität? Die Geister scheiden sich bereits an dieser Stelle.
Natürlich kann die vorliegende Arbeit diese Frage ebenfalls nicht allgemeingültig und abschließend beantworten. Das soll sie aber auch gar nicht leisten. Vielmehr besteht ihr Gegenstand darin, einen möglichen Zugang zur komplexen Materie der OK aufzuzeigen, den des Netzwerkkonzepts. Dabei soll auf die Fragestellung eingegangen werden, inwiefern auch und gerade die OK für eine Untersuchung unter Kriterien der Netzwerkanalyse geeignet ist. Unter Verfolgung der These, dass OK durchaus in Netzwerk-Kategorien gedacht werden kann bzw. diese Perspektive Teil eines jeden umfassenden Versuchs, ein sinnvolles Modell von OK zu entwickeln, sein sollte, ergeben sich nicht zuletzt Resultate, die auch für eine Beurteilung der potentiell von ihr ausgehenden Gefahren hilfreich sein können.
Ausgehend von einer Darstellung der wichtigsten Definitionsansätze von Organisierter Kriminalität soll der Netzwerkbegriff zunächst vorgestellt und dann auf den Betrachtungsgegenstand der OK übertragen werden. Dabei sollen erst die innerhalb krimineller Netzwerke vorhandenen Beziehungen analysiert werden, um im Anschluss die Beziehungen des Netzwerks als ganzem und seine Integration in die Gesamtgesellschaft zu untersuchen. Schließlich sollen Beispiele für kriminelle Netzwerke aufgezeigt sowie einige Bekämpfungsansätze unter spezieller Berücksichtigung des Netzwerkbegriffs skizziert werden.
2. Definitionen Organisierter Kriminalität
Klaus von Lampe unterscheidet drei grundsätzliche Ansätze der OK-Definition: a) unter dem Kriterium Kriminalität, b) unter dem Kriterium Organisation und c) unter dem Kriterium Verflechtung legaler und illegaler Strukturen (vgl. v. Lampe 2000: S. 1/2).
2.1. Kriterium Kriminalität
Der Definitionsansatz, der sein Hauptaugenmerk auf den Begriff der Kriminalität richtet, entspricht auch der offiziellen Sichtweise z. B. der Strafverfolgungsbehörden. Hier steht eine ganz bestimmte Art von Straftat bzw. deren planmäßige Begehung im Vordergrund. Weniger schwer wiegt der Organisationscharakter, also der Grad der Institutionalisierung und der Herausbildung organisatorischer Strukturen im Hinblick auf die Beziehungen der Straftäter untereinander. Zwar bedarf es per definitionem der Teilhabe von mindestens drei Tätern, doch wie ihre wechselseitigen interpersonalen Beziehungen beschaffen sind, ist sekundär. Einige weitere Bestimmungen (so u. a. die Verfolgung fester Ziele, der Einsatz bestimmter (Gewalt-)Mittel etc.) entsprechen ebenfalls mehr einem handlungs- als beziehungsorientierten Ansatz.
2.2. Kriterium Organisation
[...]
Arbeit zitieren:
Christoph Wehr, 2002, Das Netz der Verbrecher - Organisierte Kriminalität aus Sicht des Netzwerkkonzepts, München, GRIN Verlag GmbH
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