Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS
KAPITEL 1: EINLEITUNG. 7
1.1 Problemstellung und Ziele der Arbeit. 7
1.2 Forschungsansatz 10
1.2.1 Erkenntnistheoretisches Paradigma: Radikaler Konstruktivismus 10
1.2.2 Organisationstheoretisches Paradigma: Sozialwissenschaftliche
Systemtheorie 13
1.2.3 Forschungsmethodologisches Paradigma: qualitative Sozialforschung 16
1.2.4 Methoden qualitativer Sozialforschung. 18
1.3 Umsetzung des Forschungsansatzes in dieser Arbeit. 20
1.3.1 Erstellung der Diplomarbeit als projektähnliche Aufgabe 20
1.3.2 Forschungsmethodik 23
KAPITEL 2: DAS PROJEKT ORIENTIERTE UNTERNEHMEN. 25
2.1 Das Modell des Projektorientierten Unternehmens 25
2.2 Organisation des Projektorientierten Unternehmens 26
2.3 Projekte und Projektarten 27
2.4 Programme. 28
2.5 Projekterfolgskriterien. 29
2.6 Projektqualität. 29
2.7 Projekt und Business Case 30
2.8 Projektportfolio-Management. 30
KAPITEL 3: PROJEKTMANAGEMENT 31
3.1 Der Projektmanagement - Prozess. 31
3.1.1 Einleitung. 31
3.1.2 Beauftragung von Projekten und Programmen 32
3.1.3 Projektstartprozess. 33
3.1.4 Projektkoordinationsprozess 33
3.1.5 Projektcontrollingprozess 34
3.1.6 Prozess des Projektdiskontinuitäten-Management. 36
3.1.7 Projektabschlussprozess. 36
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Inhaltsverzeichnis
3.2 Methoden des Projektmanagements 37
3.2.1 Einleitung. 37
3.2.2 Projektziele. 37
3.2.3 Objektstrukturplan, Betrachtungsobjekte. 38
3.2.4 Projektstrukturplan. 38
3.2.5 Arbeitspaketspezifikationen 39
3.2.6 Projektphasen. 40
3.2.7 Projekttermine 40
3.2.8 Projektressourcen. 41
3.2.9 Projektkosten. 42
3.2.10 Projektfinanzmitteln. 43
3.2.11 Projektrisiken. 44
KAPITEL 4: DAS BALANCED SCORECARD MODELL NACH KAPLAN UND
NORTON. 46
4.1 Einleitung. 46
4.1.1 Vision, Strategie, Strategische Stoßrichtung 47
4.1.2 Strategische Ziele. 48
4.1.3 Messgrößen 48
4.2 Aufbau der Balanced Scorecard. 48
4.2.1 Einleitung und Überblick. 48
4.2.2 Vision und Strategie 49
4.2.3 Problemfelder bei der Strategiedefinition. 50
4.2.4 Strategische Ziele. 51
4.2.5 Das strategische Zielsystem. 52
4.2.6 Messgrößen 54
4.2.7 Zielwerte. 54
4.2.8 Strategische Aktionen/Maßnahmen. 55
4.3 Die Perspektiven 56
4.3.1 Die Finanzperspektive 56
4.3.2 Die Kundenperspektive 56
4.3.3 Die interne Prozessperspektive 56
4.3.4 Die Mitarbeiter oder Potentialperspektive. 57
4.4 Die Kommunikation der BSC 58
4.5 Exkurs: Die (technische) Umsetzung der BSC 59
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Inhaltsverzeichnis
KAPITEL 5: ANWENDUNGSMÖGLICHKEITEN DER BALANCED SCORECARD IM
PROJEKTORIENTIERTEN UNTERNEHMEN. 60
5.1 Einleitung. 60
5.2 Problemstellung. 61
5.3 Betrachtungsobjekte. 62
5.4 Ziele und Nutzen von Scorecards im Projektmanagement. 63
5.5 Aufbau einer Project Scorecard. 67
5.5.1 Einleitung. 67
5.5.2 Überblick 69
5.5.3 Die Hierarchie der Project Scorecard 70
5.5.4 Projektstrategie. 71
5.5.5 Die Perspektiven 72
5.5.6 Die Kriterien. 73
5.5.7 Die Gewichtung 77
5.6 Anwendung der Project Scorecard 78
5.6.1 Ablauf im Projektcontrolling 78
5.6.2 Die Bewertung der Kriterien 78
5.6.3 Die Bewertung der Perspektiven und des Gesamtprojekts 79
5.6.4 Die Visualisierung. 83
5.6.5 Maßnahmenplanung. 89
5.6.6 Kommunikation. 89
5.7 Programm Scorecard 89
5.7.1 Einleitung. 89
5.7.2 Aufbau 90
5.7.3 Anwendung der Programm Scorecard 92
5.8 Exkurs: Projekt Portfolio Scorecard 93
5.8.1 Problemstellung. 93
5.8.2 Ziele der Projekt-Portfolio-Scorecard : 93
5.8.3 Ansatz für eine Projekt Portfolio Scorecard 94
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Inhaltsverzeichnis
KAPITEL 6: CASE STUDY: ATOS ORIGIN 95
6.1 Einleitung. 95
6.2 Das Unternehmen 95
6.3 Bedeutung der Projektarbeit 96
6.4 Arten und Anzahl der Projekte. 97
6.5 Beobachtungen zur Projektmanagement-Kultur 97
6.5.1 Projektmanagement 97
6.5.2 Programmmanagement. 98
6.5.3 Projektportfoliomanagement. 98
6.5.4 Projekt Management Office 98
6.5.5 Das Projekt Management Forum. 99
6.6 Problemfelder im Projektcontrolling 100
6.7 Lösungsansatz: Project Ratecard. 102
6.7.1 Ziele und erwarteter Nutzen der Project Ratecard. 102
6.7.2 Die Project Ratecard im P-MControlling 103
6.7.3 Inhalt der Ratecard 104
6.7.4 Der Erstellungsprozess der Ratecard. 105
6.7.5 Beschreibung des Projekts. 106
6.7.6 PM in der Projektstartphase 108
6.7.7 PM Controlling 123
KAPITEL 7: REFLEXION UND EMPFEHLUNGEN. 127
7.1 Einleitung. 127
7.2 Reflexion und Interpretation der Thesen 127
7.3 Reflexion des Modells 132
7.3.1 Einleitung. 132
7.3.2 Projektstrategie/-vision 132
7.3.3 Perspektiven und Kriterien festlegen 132
7.3.4 Gewichtung der Perspektiven und Kriterien 133
7.3.5 Bewertung der Kriterien. 134
7.3.6 Der Algorithmus. 137
7.3.7 Bewertung der Perspektiven 137
7.3.8 Ermittlung des Gesamtstatus des Projektes. 139
7.4 Empfehlungen für die Anwendung der Project Scorecard 140
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Inhaltsverzeichnis
KAPITEL 8: ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK. 141
KAPITEL 9: ANHANG. 143
9.1 Abkürzungsverzeichnis. 143
9.2 Literaturverzeichnis 144
9.3 Interviews 148
9.4 Internetverzeichnis 149
9.5 Abbildungsverzeichnis. 151
9.6 Tabellenverzeichnis. 153
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Einleitung
KAPITEL 1: Einleitung
1.1 Problemstellung und Ziele der Arbeit
Viele Unternehmen müssen gewaltige Herausforderungen annehmen, um sich in der heutigen Wettbewerbsumwelt behaupten zu können, bzw. um überhaupt am Markt bestehen zu können. Immer neue technologische Trends, dynamische und globale Märkte, aber auch der Wandel der gesellschaftlichen Werte schaffen ein Umfeld, das nach neuen, den Anforderungen gerecht werdenden Methoden des Managements und damit auch Projektmanagements verlangt. Das Denken in Prozessen, wie es in Projektorientierten Unternehmen und natürlich im Projektmanagement selbst geschieht, kommt der gegenwärtigen Entwicklung entgegen.
In Zukunft wird es sich kaum ein Unternehmen leisten können, sich allein auf ver-gangenheitsorientierte, finanzielle Kennzahlen zu verlassen. Es gilt, Markttendenzen schnell und vor allem rechtzeitig zu erkennen und schnell zu handeln. Aber nicht nur auf globaler Ebene ist es unverzichtbar rasch zu reagieren, auch im Management von temporären Systemen innerhalb eines Unternehmens, wie Projekten, Projekt-portfolien oder Programmen wird Flexibilität und Vorausdenken immer wichtiger. Hier geht die Tendenz weg vom reinen Re-Agieren, hin zum vorausschauenden Handeln und Szenarienaufbau.
In modernen Unternehmen ist eine zunehmende Bedeutung von Projekten als Orga-nisationsform zur Durchführung komplexer Prozesse zu beobachten. Auf ein Projekt - als temporäre Organisation in der Organisation - treffen viele Herausforderungen zu, die auch auf Unternehmensebene zu bewältigen sind. Einen möglichen Lösungsansatz diese Aufgaben zu managen, liefert das Modell der Balanced Scorecard (BSC), entwickelt von Robert S. Kaplan und David P. Norton.
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Einleitung
Die Ziele dieser Arbeit sind:
Das Aufzeigen von Anwendungsmöglichkeiten des BSC-Modells im Projektmanagement bzw. im Projektorientierten Unternehmen. Entwicklung von Erstansätzen für die Anwendung der BSC-Methodik für Programm-Management und Projekt-Portfolio-Management. Entwicklung einer Project Scorecard (=Balanced Scorecard für Projekte) Anwendung der Project Scorecard anhand eines praktischen Beispiels Die Arbeit beruht auf folgenden Thesen:
1. Die Methodik der Balanced Scorecard (BSC) ist auch auf temporäre Organisationen (wie z. B. Projekte) anwendbar.
2. Die BSC ist für das Unternehmen gesamt, für Projekt Portfolio, für Projekte und für Programme anwendbar.
3. Für die Anwendung der BSC Methodik im Projektmanagement werden unterschiedliche Begriffe und Inhalte verwendet
4. Die Project Scorecard ist kein Projekt-Kennzahlensystem, sondern ein integriertes Projekt-Managementsystem.
5. Scorecards im POU stellen einen methodischen Approach dar, Schwachstellen im Unternehmen aufzudecken.
6. Durch die ergänzende Messung von nichtfinanziellen Größen wie Qualität oder Kundenzufriedenheit ist eine verbesserte Steuerung in Projekten möglich.
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Einleitung
7. Durch die Gewichtung der einzelnen Projekteinflussgrößen (Perspektiven bzw. Kriterien) in der Project Scorecard wird die Konzentration auf die kritischen Er-folgsfaktoren im Projekt forciert.
8. Projekte und Programme können als soziale Systeme wahrgenommen werden. Die Beurteilung des Status dieser sozialen Systeme mit einer Scorecard stellt eine soziale Konstruktion dar.
9. Durch die Anwendung der Project Scorecard (PSC) wird die Kommunikation mit den Projekt-Stakeholdern verbessert.
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Einleitung
1.2 Forschungsansatz
In diesem Kapitel werden die der Arbeit zugrundeliegenden Forschungsparadigmen beschrieben. Die Arbeit beruht auf dem Forschungsansatz der
PROJEKTMANGEMENT GROUP der Wirtschaftsuniversität Wien. Es handelt sich hierbei um
das erkenntnistheoretische Paradigma: Radikaler Konstruktivismus, das organisationstheoretische Paradigma: Sozialwissenschaftliche Systemtheorie und
das forschungsmethodologische Paradigma: Qualitative Sozialforschung. Die Darstellung dieser Paradigmen soll zum Verständnis für den Prozess und die Inhalte dieser Arbeit beitragen.
1.2.1 Erkenntnistheoretisches Paradigma: Radikaler Konstruktivismus
”Eine Erkenntnistheorie umfasst (...) Regeln, nach denen der Gegenstand einer Wissenschaft bestimmt, Begriffe definiert, die logische Struktur für Aussagen oder die Verfahren, Aussagen zu generieren, formuliert werden.” 1 Als Metawissenschaft befasst sich Erkenntnistheorie mit der Frage, wie man zu neuen Erkenntnissen gelangt. Die Regeln der Logik, der Theorie und Methode der Erkenntnistheorie unterliegen der Diskussion und Übereinkunft in der Wissenschaft und sind somit historischen Wandlungen unterworfen. 2 Kuhn beschreibt diese Wandlungen als revolutionäre Paradigma-Verdrängungen. Wissenschaft schreitet nicht bloß kontinuierlich fort, sondern ist durch tiefe erkenntnis-theoretische Brüche (oder Diskontinuitäten) getrennt. Krisen sind die Voraussetzung für das stärkere Denken in Alternativen und das Auftauchen von neuen Theorien. 3
Die Bezeichnung ”Radikaler Konstruktivismus” und die explizite Formulierung als er-kenntnistheoretisches Modell gehen auf von Glaserfeld zurück. 4 Radikal meint dabei, dass es keine Möglichkeit gibt, festzustellen, ob eine solche beobachtertunabhängi- Friedrichs(Methoden), S. 16. 1
Vgl. Friedrichs (Methoden), S. 17. 2
Vgl. Kuhn (Wissenschaftliche Revolutionen), S. 90. 3
Vgl. von Glaserfeld (Aspekte), S. 20. 4
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Einleitung
ge, objektive Realität überhaupt existiert. 5 Der Radikale Konstruktivismus stellt keine streng einheitliche Theorie dar, sondern möchte als eine Art Metadisziplin anderen wissenschaftlichen Disziplinen ein erkenntnistheoretisches Fundament liefern. 6 ”Der Radikale Konstruktivismus leugnet keineswegs eine äußere Realität (...).” 7 Der Unterschied zur traditionellen Auffassung liegt in der Möglichkeit rationalen menschlichen Wissens, im Verhältnis von Wissen und Wirklichkeit. Wahrnehmungen über die Welt sind nur ein Konstrukt des Gehirns. 8 ”Während die traditionelle Auffassung in der Erkenntnislehre (...) dieses Verhältnis stets als eine mehr oder weniger bildhafte Übereinstimmung oder Korrespondenz betrachtet, sieht der Radikale Konstruktivismus es als Anpassung im funktionalen Sinn.” 9
Als ”Qualitätskriterium” einer Wirklichkeitskonstruktion kann die Relation des ”Passens”, d.h. des ”Funktionierens” fungieren. Von Glaserfeld bezeichnet dies mit dem Begriff der ”Viabilität”, was er mit ”Gangbarkeit” im Sinne eines zum Ziel führenden Weges übersetzt. Es gibt je nach Situation möglicherweise mehrere oder sogar eine Vielzahl viabler Wirklichkeitskonstruktionen, die nebeneinander bestehen und sich teilweise auch widersprechen können, aber einander nicht ausschließen. Mit diesem Verständnis widerspricht der Radikale Konstruktivismus der traditionellen Vorstellung einer beobachterunabhängigen und im Sinne von ”wahren Übereinstimmung” erschließbaren Wirklichkeit. 10
Diese Arbeit wählt als erkenntnistheoretisches Paradigma den radikalen Konstruktivismus im Gegensatz zu einem Kritischen Rationalismus. In der nachfolgenden Tabelle werden die wesentlichen Aussagen des Kritischen Rationalismus und des Radikalen Konstruktivismus einander gegenübergestellt.
Schmidt (Radikaler Konstruktivismus), S. 14. 5
Roth (Gehirn), S. 277. 6
von Glaserfeld (Aspekte), S. 30. 7
Vgl. Schmidt (Radikaler Konstruktivismus) S. 14. 8
von Glaserfeld (Konstruktion), S. 18. 9
Vgl. von Glaserfeld (Aspekte), S. 3. 10
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Einleitung
TABELLE 1: GEGENÜBERSTELLUNG VON KRITISCHEM RATIONALISMUS UND RADIKALEN
KONSTRUKTIVISMUS 11
Das Verhältnis Radikaler Konstruktivismus zur Sozialwissenschaftlichen Systemtheorie kennzeichnet sich dadurch aus, dass beide Seiten mit der Differenz von System und Umwelt und mit der operativen Geschlossenheit psychischer wie sozialer Systeme operieren. Und beide betonen, dass erst aufgrund von Selbstreferenz und operationaler Geschlossenheit Systeme überhaupt in der Lage sind zu erkennen. 12
Vgl. Fiedler (Projektkrisen), S. 18. 11
Vgl. Schmidt (Radikaler Konstruktivismus), S. 10. 12
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Einleitung
1.2.2 Organisationstheoretisches Paradigma: Sozialwissenschaftliche Sys-temtheorie
Die Grundlage dieser Arbeit stellt die Theorie sozialer Systeme nach Niklas Luhmann dar. In der folgenden Übersicht beschreibt er verschiedene Systemtypen:
Unter dem Begriff ”soziale Systeme” fasst Luhmann Interaktionen, Organisationen bzw. formal organisierte soziale Systeme und Gesellschaften zusammen. Luhmann beschreibt sein Systemverständnis unter anderem durch folgende wesentliche Begriffe:
System-Umwelt-Differenz
”Als System lässt sich ... alles bezeichnen, worauf man die Unterscheidung von innen und außen anwenden kann. Die Innen-Außen-Differenz besagt, dass eine Ordnung festgestellt wird, die sich nicht beliebig ausdehnt sondern durch ihre innere Struktur und durch die eigentümliche Art ihrer Beziehungen Grenzen setzt.” 14 Soziale Systeme können nur in Zusammenhang mit ihren spezifischen relevanten Umwelten betrachtet werden. Dabei werden Umwelten in ”interne Umwelten” (für Unternehmen z.B. Mitarbeiter, Management, Betriebsrat) und ”externe Umwelten” (für Unternehmen z.B. Kunden, Lieferanten, Konkurrenten, Medien) differenziert. Die Umweltbeziehungen bestimmen gemeinsam mit den internen Umwelten die Identität des Systems.
Luhmann (Soziale Systeme), S. 16. 13
Luhmann (Funktionen), S. 24. 14
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Einleitung
Komplexität und Kontingenz
Der Sinn in der Bildung sozialer Systeme besteht für Luhmann darin, dass Bereiche geschaffen werden, die weniger komplex sind als die Komplexität der Welt. 15 Dabei definiert er für den Grad der Komplexität folgende Einflussfaktoren: 16 Anzahl der Elemente des Systems
Anzahl der möglichen Beziehungen zwischen diesen Elementen Verschiedenartigkeit dieser Beziehungen Entwicklung dieser drei Faktoren im Zeitablauf
Komplexität wird durch die Bildung sozialer Systeme nicht nur abgebaut, sondern auch aufgebaut. Die Überlebensfähigkeit des sozialen Systems wird wesentlich durch die Fähigkeit, durch Entwicklung der entsprechenden Eigenkomplexität auf die Komplexität der Umwelt zu reagieren und damit umzugehen, bestimmt. 17
Kommunikation als Element
Luhmann bezeichnet die Kommunikation als Element in sozialen Systemen. “Soziale Systeme sind Kommunikationssysteme, sie reproduzieren sich dadurch, dass sie fortlaufend Kommunikationen an Kommunikationen anschließen.“ 18 “Soziale Systeme bestehen (…) nicht aus Menschen, auch nicht aus Handlungen, sondern aus Kommunikationen.“ 19 Damit stellt Luhmann die Grundlagen soziologischer Theoriebildung von Handlungen auf Kommunikationen um, was wesentliche theoretische Konsequenzen mit sich bringt: Das Individuum, der Mensch gehört nicht mit seiner Gesamtheit (mit "Haut und Haar") zum sozialen System, sondern nur mit bestimmten seiner Rolle im sozialen System entsprechenden Kommunikationen/Entscheidungen. 20
Struktur
Kommunikationen/Entscheidungen sind zeitpunktförmige Ereignisse, die im Zeitpunkt ihres Entstehens bereits auch wieder verschwinden. Über die einzelnen Kommunika- Vgl.Kasper (Handhabung) S. 156. 15
Vgl. Luhmann (Komplexität), S. 1064 ff. 16
Vgl. Kasper (Handhabung), S. 376. 17
Kneer; Nassehi (Soziale Systeme), S. 65. 18
Luhmann (Soziale Systeme), S. 41. 19
Vgl. Willke (Systemtheorie), S. 176. 20
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Einleitung
tionen hinaus haben aber sich in Kommunikationen herausbildende Strukturen zentrale Bedeutung für das System. Die zentrale Funktion von Strukturen und Prozessen besteht in der Verarbeitung von Komplexität durch Vorauswahl von Möglichkeiten. 21 Kasper definiert unter anderen Mitgliedschaftsregeln und Kommunikationswege als zentrale strukturelle Einschränkungen, die Erwartungssicherheit geben und damit Komplexität in sozialen Systemen reduzieren. 22
Selbstreferenz
”Ein System kann man als selbstreferentiell bezeichnen, wenn es die Elemente, aus denen es besteht, als Funktionseinheiten selbst konstituiert und in allen Beziehungen zwischen diesen Elementen eine Verweisung auf diese Selbstkonstitution mitlaufen lässt, auf diese Weise die Selbstkonstitution also laufend reproduziert.” 23 Der Reflexion liegt die Differenzierung von System und Umwelt zugrunde. Selbstreferentielle Systeme stellen aufgrund ihres Selbstbezuges geschlossene Systeme dar, die nicht von ihrer Umwelt determiniert werden. Umweltreize sind Irritationen, aus denen sich soziale Systeme entsprechend ihrer spezifischen Strukturen Informationen konstruieren können und Entscheidungen produzieren können. 24
Fiedler (Projektkrisen), S. 51. 21
Vgl. Kasper (Handhabung), S. 288. 22
Luhmann (Soziale Systeme), S. 59. 23
Luhmann (Soziale Systeme), S. 600 f. 24
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Einleitung
1.2.3 Forschungsmethodologisches Paradigma: qualitative Sozialforschung Kasper leitet, ausgehend vom Paradigma des Radikalen Konstruktivismus, einige Konsequenzen für die empirische Sozialforschung ab: 25
Wissenschaft ist eine soziale, von menschlichem Handeln bestimmte Angelegenheit und nicht auf Erkenntnis der Realität ausgerichtet. Über Wahrheit wird im Wege eines qualifizierten Konsenses entschieden. Organisationen werden als soziale Konstruktionen der Wirklichkeit gesehen, die von einer sozialen Gruppe - und nicht notwendiger Weise auch von anderen - geteilt werden.
Zentrale Aufgabe der Organisationsforschung ist die Entschlüsselung des Sinnsystems von Organisationen.
Die nachfolgende Tabelle stellt die Grundannahmen der qualitativen und der quantitativen Forschung einander gegenüber.
Vgl. Kasper (Management-Wissen), S. 66 ff. 25
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Einleitung
TABELLE 2: GRUNDANNAHMEN QUANTITATIVER UND QUALITATIVER SOZIALFORSCHUNG 26
Vgl. Lamnek (Qualitative Sozialforschung 1), S. 258 ff. 26
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Einleitung
1.2.4 Methoden qualitativer Sozialforschung
Folgende Methoden qualitativer Sozialforschung wurden in dieser Arbeit angewandt:
Die Einzelfallstudie
Bei der Einzelfallstudie handelt es sich um einen "approach", einen Forschungsansatz, bei dem prinzipiell das gesamte Spektrum der sozialwissenschaftlichen Erhebungsmethoden subsumiert wird, weshalb man sie auch als einen "approach" betrachtet. Hinter einem "approach" steht jeweils ein theoretisches Paradigma oder eine spezielle Methodologie.
Ein Charakteristikum der Einzelfallstudie ist, dass sie ein einzelnes soziales Element als Untersuchungsobjekt und -einheit wählt, also eine spezifische und individuelle Einheit. 27
Die Einzelfallstudie zielt darauf ab, in das Zusammenwirken einer Vielzahl von Faktoren, gerichtet auf das Auffinden und Herausarbeiten typischer Vorgänge, einen genaueren Einblick zu bekommen. 28
Die teilnehmende Beobachtung
Die teilnehmende Beobachtung wird in der natürlichen Lebenswelt der Beobachteten eingesetzt und der Sozialforscher nimmt als Beobachter am Alltagsleben der ihn interessierenden Personen oder Gruppen teil. ”Die (teilnehmende) Beobachtung soll es ermöglichen, wissenschaftlich abgesichert fremde (Sub)kulturen zu verstehen. Das Fremdverstehen ist Voraussetzung und Methode der Beobachtung.” 29
Dokumentenanalyse - Inhaltsanalyse
”In dem, was Menschen sprechen und schreiben, drücken sich ihre Absichten, Einstellungen, Situationsdeutungen, ihr Wissen und ihre stillschweigenden Annahmen über ihre Umwelt aus.” 30
Lamnek (Qualitative Sozialforschung 2), S. 4f 27
ebenda, S.7 28
ebenda, S. 243 29
Mayntz (empirische Soziologie), S. 151 30
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Einleitung
Durch die Analyse der in den Dokumenten wie Schriftstücken, aber auch Photos und Filmen, festgehaltenen Inhalte werden die aus Sprache und Form ersichtlichen Eigenschaften identifiziert und beschrieben. 31
Das qualitative Interview
Das qualitative Interview kann als mündliche und persönliche Form der Befragung beschrieben werden, bei der es um eine unverzerrte und möglichst vollständige Sammlung von Informationen zu dem interessierenden Untersuchungsgegenstand geht.
”Das Prinzip der Kommunikativität zeigt sich beim qualitativen Interview vor allem in dem Bemühen, sich einer alltäglichen Kommunikationssituation anzunähern. Dazu gehört zum einen eine deutliche Zurückhaltung des Interviewers im Gespräch sowie seine Möglichkeiten, jeweils individuell auf die Auskunftsperson eingehen zu können. (...) Gegebenfalls wird die Auskunftsperson selber zum Wiederholen gewisser Gesprächssequenzen gebeten, um ihre subjektiven Interpretationen in die Auswertung mit einfließen zu lassen.” 32
Nachfolgend finden Sie eine Auflistung der Charakteristika des qualitativen Interviews. Lamnek 33 nennt als Charakteristika des qualitativen Interviews folgende Punkte:
Qualitative Interviews sind mündlich-persönlich.
Es handelt sich um nicht-standardisierte Interviews, denn gerade durch die notwendige situative Anpassung sind vorformulierte Fragen und deren Reihenfolge nicht vorhersehbar.
Es werden ausschließlich offene Fragen gestellt. Der Interviewstil ist neutral bis weich.
Im Hinblick auf die Intentionen des Interviewers handelt es sich vornehmlich um vermittelnde aber auch um ermittelnde Interviews.
Gerade im qualitativen Interview hat der Befragte die Möglichkeit, seine Wirklichkeitsdefinition dem Forscher mitzuteilen.
vgl. Lamnek (Qualitative Sozialforschung 2), S. 172 f. 31
vgl. Kepper (Qualitative Marktforschung), S. 35 32
vgl. Lamnek (Qualitative Sozialforschung 2), S. 59f 33
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Einleitung
Aufgrund der häufig recht intimen und sehr persönlichen Themen versteht sich, dass ein qualitatives Interview eine Einzelbefragung darstellt. ”In der Sozialforschung, und hier insbesondere in der Soziologie und Psychologie, hat sich eine Vielzahl unterschiedlicher Formen qualitativer Interviews herausgebildet, die zwar die oben beschriebenen qualitativen Merkmale aufweisen, im Detail jedoch unterschiedliche Gesichtspunkte berücksichtigen.” 34
1.3 Umsetzung des Forschungsansatzes in dieser Arbeit
Im Kapitel 1.2 wurden die zugrundeliegenden Forschungsparadigmen beschrieben. Folgend wird die Erstellung der Diplomarbeit als projektähnliche Arbeit anhand von ausgewählten Projektmanagement Methoden skizziert. Danach wird die Forschungsmethodik der Arbeit erläutert.
1.3.1 Erstellung der Diplomarbeit als projektähnliche Aufgabe
In diesem Kapitel ist die Projektdokumentation des Projektstartprozesses abgebildet.
vgl. Kepper (Qualitative Marktforschung), S. 37 34
ebenda, S. 41 35
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Einleitung
Projektumwelten
Exemplarisch wird die Erwartung des Projekts an den/die Diplomanden/in und die Erwartungen des/der Diplomanden/in an das Projekt Diplomarbeit beschrieben. Erwartungen des “Projekts“ an den/die Diplomanden/in:
• Gewissenhafte Beschäftigung mit dem Thema Projektmanagement
• Literaturstudium über das Thema Balanced Scorecard
• Weiterentwicklung des BSC-Ansatzes für Projektmanagement Erwartungen der Diplomanden/in an das “Projekt“:
• Bearbeitung eines interessanten Themenbereichs
• Verbreiterung der Wissensbasis zu Projektcontrolling
• Methodenerweiterung in der beruflichen Praxis
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Einleitung
Strategien und Maßnahmen:
• Arbeiten in zyklischem Forschungsprozess
• Sicherung der Qualität durch Reflexionsrunden
• Diskussion und Gedankenaustausch mit am Thema interessierten Personen, wie z. B. Arbeitskollegen
•
Meilensteine:
1.3.2 Forschungsmethodik
Aus der Zugrundelegung des Radikalen Konstruktivismus und der sozialwissenschaftlichen Systemtheorie folgte die Entscheidung für die Methoden der qualitativen Sozialforschung. Für den Forschungsprozess ergaben sich daraus folgende Konsequenzen:
Der Schwerpunkt der Forschung lag auf der Thesen- und Modellentwicklung, nicht auf deren Prüfung. Als Basis wurden vorhandene Ansätze des Fallstudien-
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Einleitung
unternehmens herangezogen und weiterentwickelt. Das heißt, es wurde ein idealtypisches Modell einer Project Scorecard im POU entwickelt. Das Fallstudienprojekt wurde dazu in Bezug gesetzt und weiterentwickelt. Der Forschungsprozess war durch eine offene, zyklisch prozessorientierte Vorgangsweise in Form mehrerer Schleifen aus Informationssammlung, Thesenbildung und Reflexion gekennzeichnet. Dies erfolgte bereits in der Konzeptionsphase.
Für die Beurteilung der PM-Anforderungen an Scorecards in der Controllingphase wurde ein Multi-Methoden-Ansatz gewählt. Einerseits wurden Interviews geführt, andererseits wurde eine umfangreiche Dokumentenanalyse der PM-, Contract-und Riskmanagement-Dokumentation im Fallstudienunternehmen und bei einem weiteren Unternehmen im Finanzdienstleistungsbereich durchgeführt. Durch die Durchführung von qualitativen Interviews mit insgesamt fünf Projektteammitgliedern, vier Projektmanager/innen, und zwei Mitgliedern der Geschäftsführung (ein Controller, ein Service Line Manager) aus Unternehmen der IT-Branche und erarbeiten einer Fallstudie, wurde eine Betrachtung des entwickelten Scorecard-Modells in der PM-Praxis möglich.
Die Fallstudie wurde bei der Firma ATOS ORIGIN durchgeführt, einem österreichischen EDV-Dienstleistungs-Unternehmen.
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Das Projekt Orientierte Unternehmen
KAPITEL 2: Das Projekt Orientierte Unternehmen 36
2.1 Das Modell des Projektorientierten Unternehmens
Ein Projektorientiertes Unternehmen (POU) ist eine Organisation, die “Management by Projects” als organisatorische Strategie anwendet, temporäre Organisationen für die Durchführung komplexer Prozesse einsetzt, in einem Projektportfolio verschiedene Projektarten managt, spezifische permanente Organisationen zur Integration besitzt, das Neue Management Paradigma anwendet, eine explizite Projektmanagement Kultur hat und sich selbst als projektorientiert sieht. Das wichtigste strukturelle Merkmal eines Projektorientierten Unternehmens ist die Wahrnehmung von temporären und permanenten Organisationen als Strukturelemente. Während temporäre Organisationen (z.B. Projekte und Programme) zur Differenzierung des Projektorientierten Unternehmens beitragen, helfen permanente Strukturen bei der Integration. Als integrative Strukturen des Projektorientierten Unternehmens sind beispielsweise Ressourcenpools und das PM-Office anzuführen.
vgl. http://www.p-m-a.at/publikationen.htm; pm baseline, 2001 36
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Das Projekt Orientierte Unternehmen
Spezifische Prozesse des Projektorientierten Unternehmens sind: Projektmanagement, Programmmanagement, Beauftragung von Projekten und Programmen, Coaching und Auditing von Projekten und Programmen, Projektportfolio-Management, Projekte-Netzwerken, Personalmanagement im Projektorientierten Unternehmen, Organisationsgestaltung im Projektorientierten Unternehmen.
Beauftragung von Projekten und
Organisationsgestaltung in der
Personalmanagement in der POO
2.2 Organisation des Projektorientierten Unternehmens
Projektorientierte Unternehmen benötigen spezifische Organisationsstrukturen wie z.B. Expertenpools, ein PM-Office und Projektportfolio Groups. Diese Organisationen verfügen über spezifische integrative Hilfsmittel wie z.B. PM-Richtlinien und Standardprojektpläne und PM-Marketinginstrumente.
Ein PM-Office ist eine permanente Einrichtung zur Professionalisierung des Projektmanagements im Projektorientierten Unternehmen. Zumeist ist das PM-Office Prozessowner des Projektmanagement- (und des Programmmanagement-) Prozesses und für dessen Anwendung und Weiterentwicklung verantwortlich.
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Das Projekt Orientierte Unternehmen
2.3 Projekte und Projektarten
Projekte können unterschiedlich wahrgenommen werden, und zwar als komplexe Aufgaben temporäre Organisationen soziale Systeme
Projekte sind komplexe, meist neuartige, riskante und für das projektdurchführende Unternehmen bedeutende Aufgaben. Sie sind zieldeterminierte Aufgaben, da die Ziele bezüglich des Leistungsumfangs, der Termine, der Ressourcen und der Kosten zwischen dem Projektauftraggeber und dem Projektteam vereinbart werden. Weiters können Projekte als Organisationen wahrgenommen werden. Im Vergleich zu den relativ permanenten Strukturen der Stammorganisation von Unternehmen (z.B. Bereiche, Geschäftsfelder, Abteilungen) stellen Projekte temporäre Organisationen dar.
Projekte können auch als soziale Systeme wahrgenommen werden, die sich einerseits klar von ihren Umwelten abgrenzen und andererseits zu diesen Beziehungen haben. Als eigenständiges System hat ein Projekt einen spezifischen Sinn und eine eigene Struktur. Elemente der Projektstruktur sind z.B. projektspezifische Werte und Regeln, Projektrollen, projektspezifische Kommunikationsformen, Planungs- und Controlling-Methoden.
Projekte sind von Nicht-Projekten wie z.B. Routineaufgaben der Stammorganisation oder Programmen, zu unterscheiden.
Die Differenzierung von Projekten in unterschiedliche Projektarten ermöglicht es, je Projektart spezifische Herausforderungen und Potentiale für das Projektmanagement zu analysieren. Projekte können nach Branche, Projektstandort oder Projektziel, Konkretisierungs- bzw. Wiederholungsgrad, Auftraggeberschaft, Projektdauer und Bezug zu Unternehmensprozessen differenziert werden.
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Das Projekt Orientierte Unternehmen
2.4 Programme
Ein Programm ist eine Menge von Projekten und zeitlich begrenzten Aufgaben, die durch gemeinsame Ziele eng gekoppelt sind. Programme sind zeitlich und organisa-torisch begrenzt. Die Kopplung der im Rahmen eines Programms zu erfüllenden Projekte erfolgt nicht nur durch die Gesamtziele, sondern auch durch ein Gesamtbudget, Programmtermine, Programmstrategien, organisatorische Regeln und ein Programmmarketing. Programme haben eine höhere Komplexität, meist längere Dauer, ein höheres Budget und ein höheres Risiko als Projekte. Sie sind im Vergleich zu Projekten strategisch von höherer Bedeutung
Typische Programme sind z.B. die Entwicklung einer neuen Produktgruppe, die Implementierung einer umfassenden IT-Lösung (wie z.B. SAP), die Reorganisation einer Gruppe von Unternehmen in einer Holding-Gesellschaft, und große Investitionen, wie z.B. in eine Ölplattform.
Programmmanagement kann als ein Geschäftsprozess des Projektorientierten Unternehmens gesehen werden. Ziel des Programmmanagements ist die erfolgreiche Durchführung von Programmen. Betrachtungsobjekte des Programmmanagements sind:
Programmziele, Programmleistungen, Programmtermine, Programmressourcen und Programmkosten
die Programmorganisation und Programmkultur sowie der Programmkontext (Vor-, Nachprogrammphase, Programmumwelten, andere Programme und Projekte)
Programmmanagement erfolgt einerseits kontinuierlich über die Programmdauer und andererseits energetisch in den energetischen Programmmanagement-Prozessen, Programmstart, Projektkoordination, Programmcontrolling, Diskontinuitäten-Management und Programmabschluss.
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Das Projekt Orientierte Unternehmen
2.5 Projekterfolgskriterien
Das professionelle Management ist als zentrales Erfolgskriterium von Projekten zu sehen. Insbesonders sind
die Projektgrenzen und die Projektziele adäquat zu definieren Projektpläne zu entwickeln und einem periodischen Controlling zu unterziehen Projekte prozessorientiert zu strukturieren
die Projektorganisation und Projektkultur projektspezifisch zu designen. eine spezifische Projektkultur zu entwickeln und die Beziehungen des Projekts zum Projektkontext zu gestalten. Projektmanagement leistet einen Beitrag zur Sicherung des Projekterfolgs, kann diesen aber nicht allein sichern, da es auch weitere Faktoren wie z.B. die Unternehmensstrategie, Wettbewerbssituation, etc. gibt, die den Projekterfolg beeinflussen
2.6 Projektqualität
Projektqualität kann als Erfüllung von Kundenerwartungen definiert werden. Diese Erwartungen sind durch die Projektziele definiert und verändern sich im Laufe der Zeit. Als Kunden sind dabei nicht nur Endbenutzer zu sehen, sondern auch sonstige relevante Umwelten wie z.B. Lieferanten, das Projektteam, etc. Um die Qualität eines Projekts zu sichern, ist es unbedingt notwendig, diese Umwelten zu betrachten. Die Gestaltung von Erwartungen in Projekten ist eine Projektmanagement-Aufgabe. Die Durchführung qualitätssichernder Maßnahmen obliegt jedem Mitglied der Pro-jektorganisation.
Es kann zwischen inhaltlicher Qualität im Projekt und Projektmanagement-Qualität unterschieden werden. Professionelles Projektmanagement leistet einen Beitrag zur Sicherung der inhaltlichen Qualität.
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Das Projekt Orientierte Unternehmen
2.7 Projekt und Business Case
Jedes Projekt hat einen Beitrag zum Geschäftserfolg zu leisten. Die wirtschaftlichen Konsequenzen einer durch ein Projekt initierten Investition können als "Business Case" dargestellt werden. Ziel des Business Case ist es dabei, nicht nur die unmittelbaren Projektkosten und -nutzen, sondern auch die daraus abzuleitenden Folgekosten und -nutzen zu erfassen und zu bewerten. Zur Bewertung einer Investition sind Wirtschaftlichkeitsrechnungen anzustellen (Kapitalwertmethode, interner Zinsfuß, Annuitätenmethode, etc.).
2.8 Projektportfolio-Management
Ein Projektportfolio ist die Menge aller Projekte, die ein Projektorientiertes Unternehmen zu einem bestimmten Zeitpunkt durchführt. Die Ziele des Projektportfolio-Managements sind:
Optimierung der Ergebnisse des Projektportfolios (nicht der einzelnen Projekte) Auswahl zu startender Projekte Unterbrechung und Abbruch von Projekten Definition von Projektprioritäten Koordination von internen und externen Ressourcen Organisation des Lernens von und zwischen Projekten
Als Basis für das Projektportfolio Management dient eine Datenbank mit aggregierten Projektdaten wie z.B. Projektart, Projektkennzahlen, etc. Für das Projektportfolio Management sind spezifische Projektportfolioberichte notwendig. Typische Projektportfolioberichte sind ein Projektportfoliobalkenplan, eine Profit versus Risk Matrix, eine Projektportfoliofortschrittsgrafik, etc.
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Projektmanagement
KAPITEL 3: Projektmanagement
3.1 Der Projektmanagement - Prozess 37
3.1.1 Einleitung
Projektmanagement ist ein Geschäftsprozess des Projektorientierten Unternehmens. Der Projektmanagementprozess startet mit dem Projektauftrag und endet mit der Projektabnahme. Er beinhaltet die Teilprozesse Projektstart, Projektkoordination, Projektcontrolling, Projekt-Diskontinuitätenmanagement und Projektabschluss. Diese Teilprozesse des Projektmanagement stehen miteinander in Beziehung. Betrachtungsobjekte des Projektmanagement sind die Projektziele, Projektleistungen, Projekttermine, Projektressourcen und Projektkosten, die Projektorganisation und die Projektkultur, sowie der Projektkontext (Vor-, Nachprojektphase, Projektumwelten, andere Projekte etc.).
vgl. http://www.p-m-a.at/publikationen.htm; pm baseline, 2001 37
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Arbeit zitieren:
Mag. Birgit Kurz, 2002, Anwendungsmöglichkeiten der Balanced Scorecard im Projektmanagement, München, GRIN Verlag GmbH
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