Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung „Das Kommunikationsverhalten Jugendlicher auf Seite 3
einer RUF-Jugendreise“
2. Vorstellung der Praktikumsorganisation RUF Seite 4
3. Beschreibung des Tätigkeitsfeldes eines Jugendreiseleiters
3.1. Personalauswahlverfahren Seite 5
3.2. Tätigkeitsumfeld, Personalstruktur Seite 6
3.3. Aufgaben des Jugendreiseleiters Seite 8
4. Begriffsklärung
4.1. Kommunikation Seite 9
4.2. Gesteuerte gruppendynamische Prozesse Seite 10
4.3. Teilnehmende Beobachtung Seite 10
5. Gruppendynamik und Kommunikation auf einer
Jugendreise am Beispiel
5.1. Operationalisierung von Kommunikation Seite 12
5.2. Beobachtungsbogen Seite 14
5.3. Veränderung von Kommunikation durch Seite 15
gruppendynamische Prozesse
6. Bewertung des Einflusses von Jugendreisen bei RUF auf das
Kommunikationsverhalten von Jugendlichen. Seite 19
Literaturverzeichnis Seite 20
Praktikumsbescheinigung Seite 22
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1. Einleitung „Das Kommunikationsverhalten Jugendlicher auf einer RUF-Jugendreise“
Wenn man heute als Elternteil daran interessiert ist, sein Kind ohne die familiäre Obhut in fremde Länder reisen lassen will, um auf diese Weise sowohl das interkulturelle Verständnis des Kindes zu fördern als auch um seine Selbständigkeit zu erhöhen, sein Kommunikationspotential und damit sein Sozialverhalten zu fördern und gleichzeitig dem eigenen Nachwuchs einen Urlaub ermöglichen will, der das Freizeitinteresse des Kindes maximaleffektiv abdecken soll, dann bietet der Markt in Deutschland hierfür eine sehr breite Varianz an Anbietern. Hier unterscheiden sich die Anbieter vor allem in zwei Kategorien, in „betreutem“ und „begleitetem“ Jugendreisen - in ersterem Marktsegment ist die Firma RUF in Deutschland im Jahre 2005 Marktführer. Hat aber nun die betreute Jugendreise bei RUF auch den erwünschten pädagogischen Effekt? Erfährt der Jugendliche die ihm zugedachte Entwicklung? Findet das propagierte Moment der Gruppenreise, der Gruppendynamik statt? Ist die betreute Gruppenreise der begleiteten Gruppenreise, bei der nicht steuernd eingewirkt wird, im Bereich der Gruppenbildung überlegen? Dies sind Fragen, die bisher nicht beantwortet werden konnten - und die so eine Ausgangslage zu diesem Thema bilden, welches vor allem für erziehungszielgerichtete Eltern von hohem Interesse ist, wenn es darum geht, die Entwicklung des Kindes auch in der Freizeit nachhaltig positiv zu beeinflussen.
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2. Vorstellung der Praktikumsorganisation RUF
Der Verein „Rund um Freizeit“ e.V., im Kürzel „RUF“ genannt, unterliegt heute der Leitung der Trend Touristik GmBH. Gegründet wurde dieser Verein 1981 von den beiden Diplom-Pädagogen Tom Korbus und Bernhard Porwol mit dem Ziel, jugendgerechte, betreute Reisen gut organisiert anzubieten und in diesem Marktsegment eine Kombination an maximaler Kongruenz von Spass und Erlebnis für die Jugendlichen bei voller Gewährleistung der Betreuung und Aufsichtspflicht zu etablieren. Seit 1981 verreisten bis 2004 über 350.000 jugendliche Urlauber mit RUF.
Das Bielefelder Reiseunternehmen veranstaltet betreute Pauschalreisen mit Erlebnis-, Sport- und Kulturaktivitäten für Jugendliche zwischen 12 und 21 Jahren. Weitere Angebote sind Sprach-, Winter- sowie Gruppenreisen und Klassenfahrten. Die Reiseziele sind über ganz Europa verstreut.
Der Spezialist für betreute Jugendreisen in vergleichsweise hoher Qualität ist in diesem Segment europäischer Marktführer. Freiheit, Spaß, Strand und Sonne, Partys, Sport, Kreativität, Wohlfühlen und Neues kennen lernen - RUF Jugendreisen stimmt das Angebot darauf ab, was Jugendliche gemäß Marktanalyse wollen. Pädagogisch durchdachte Konzepte und jugendgerechte Angebote stehen dabei gemäß der Firmenphilosophie im Vordergrund.
Im Geschäftsjahr 2003/2004 reisten 45.950 Jugendliche mit dem Bielefelder Jugendreiseveranstalter (Vorjahr: 48.400). Der Umsatz lag bei 24,9 Mio. Euro (Vorjahr: 26,88 Mio. Euro). Bundesweit sind die Reisen in mehr als 7.000 Reisebüros buchbar.
70 hauptberufliche Mitarbeiter stellen die Zufriedenheit der Kunden von RUF Jugendreisen und eine reibungslose Abwicklung der Reisen sicher. Darüber hinaus haben interessierte und engagierte junge Menschen die Möglichkeit, als Reiseleiter ( bezeichnet RUF als „Teamer“ ), Koch („Cookie“) oder in anderen organisatorischen Bereichen (Service, Animation, Organisation) in verschiedenen Reisezielen für den Jugendreiseveranstalter zu arbeiten. Ein bestandenes Auswahlverfahren, ein erfolgreich absolviertes, mehrtägiges Seminar sowie ein großer Erste-Hilfe-Schein sind Voraussetzung. Mehr als 1.300 geschulte Reiseleiter zwischen 21 und 35 Jahren sorgen für die Vor-Ort-Betreuung, Spaß und Sicherheit im Urlaubsort und machen den gebuchten Urlaub zum auf die Bedürfnisse Jugendlicher abgestimmten Erlebnis.
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3. Beschreibung des Tätigkeitsumfeldes eines Jugendreiseleiters
3.1. Personalauswahlverfahren
Gemäß der Firmenphilosophie der Firma RUF ist der Teamer, wie der Jugendreiseleiter im Folgenden genannt werden wird, das „Rückgrat der Organisation“ 1 . Um als Teamer für RUF arbeiten zu können, ist ein Personalauswahlverfahren zu durchlaufen, welches im Rahmen dieses Berichtes nur in Kürze dargestellt werden soll, jedoch für die Beschreibung des Aufgabenprofils unerlässlich ist.
Voranstehend ist eine schriftliche Bewerbung bei RUF, sei es brieflich oder mittels des Anfragevordrucks in digitaler Form auf der Firmeninternetpräsenz WWW.RUF.DE 2 welcher nicht nur die persönlichen Daten des Bewerbers inklusive der Schulbildung abfragt, sondern hier bereits Daten zur Konfektionsgröße, zu sportlichen Lehrfähigkeiten, kreativen Fähigkeiten, Sprachkenntnisse (Grundkenntnisse / Gute Kenntnisse / Sehr gute Kenntnisse) für bis zu drei Fremdsprachen hinterfragt. Ferner wird dem Bewerber abverlangt, hier selbst zu beschreiben, welche Eigenschaften seiner eigenen Meinung nach für einen Jugendreiseleiter unerlässlich sind, welche vier Eigenschaften ihn persönlich ausmachten und warum er der Meinung sei, selbst der Richtige für genau diese Art der Tätigkeit zu sein. Formale Qualifikationen die mitzubringen sind, sind eine erfolgreich abgeschlossener DLRG
Rettungsschwimmerausbildung sowie ein gültiger „großer Erste Hilfe Schein“ als Minimum. Trainerlizenzen und Führerscheine sind hilfreich für eine positivere Betrachtung des Bewerbers.
Passt der Bewerber aus Sicht des Personalreferates zur Organisation, erhält dieser einen Termin für ein persönliches Casting, ein vier Augen Gespräch in neutralem freizeitlichem Umfeld wie z.B. ein Café, eine Bar oder vergleichbar. Hintergrund ist hierbei nicht nur, dass sich der Bewerber einem persönlichen Gespräch stellt, in welchem er seine Fähigkeiten präzisiert, fiktive Tagesabläufe gestaltet und vorstellt sondern dass auch bereits bei diesem Casting Situationen durchgespielt werden, die im Urlaub Jugendlicher auftreten könnten. Durch das Durchspielen in der Öffentlichkeit kann der castende Mitarbeiter RUFs Rückschlüsse auf die Extraversion des Bewerbers ziehen. Verläuft das Gespräch positiv, so erhält der Bewerber einen Termin für ein fünftägiges Ausbildungsseminar, dessen Kosten
1 Zitat Dr. Bernhard Porwoll, mündlich beim Mitarbeitertreffen in Bielefeld zum Saisonstart 2005
2 Siehe Literaturverzeichnis
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in Höhe von 80€ er selbst trägt. Im Rahmen dieses Seminars, in welchem der Arbeitstag im Mittel 18 Stunden beinhaltet erhält der Bewerber Ausbildungen in Jugendreiserecht sowie dessen praktischer Anwendung, Planung und
Organisation von Animations- und Showprogrammen im touristischen Umfeld sowie Grundkenntnisse im Bereich der Methodik / Didaktik. Vom kurzfristigen improvisierten Workshop über situative Konfliktrollenspiele die aus der Sicht eines Teamers gelöst werden müssen über Organisation einer Relay-Station bei Bus-Reisen bis hin zur Konzeption und Mitdurchführung einer Abendshow wird dem Teamer vor allem abverlangt in wenig Zeit viel Information aufzunehmen und sofort richtig umzusetzen. Sekundär aber nicht weniger wichtig wird betrachtet, ob der Bewerber bei hohem Leistungsniveau bei wenig Schlaf und zeitlich bedingt ausfallenden Mahlzeiten sein Leistungslevel halten kann - ein für den touristischen Bereich unerlässlicher Faktor. Erfüllt der Bewerber in den Bereichen Empathie, Organisation, Kreativität, Lern- & Leistungsfähigkeit, Motivationsfähigkeit, Extraversion und Teamfähigkeit die Vorraussetzungen, wird er in den Personalpool RUFs aufgenommen und kann sich nun gezielt für Zeiträume bewerben, in denen er tätig sein will. Bei mehreren Bewerbern auf eine Stelle in bestimmten Destinationen im gleichen Zeitraum entscheidet Eignung, Leistung, Befähigung oder die willkürliche Auswahl der Koordinators vor Ort über die Stellenvergabe.
3.2. Tätigkeitsumfeld, Personalstruktur
Die RUF Struktur in den Urlaubsorten, den betriebsintern so genannten Destinationen, ist klar hierarchisch, es herrscht eine Mischung aus vorgefertigt patriarchalischem bis partizipativem Führungsstil, dessen Schwerpunktlegung dem Koordinator vor Ort obliegt. Der Koordinator / Chefreiseleiter ist Ansprechpartner, verlängerter Arm und Repräsentant von RUF Jugendreisen vor Ort, er trägt die Verantwortlichkeit für einen reibungslosen Ablauf und verhandelt mit den örtlichen Leistungsträgern (Agenturen, Busunternehmen, Hoteliers, Campingplatz, Kommunen etc.). Außerdem regelt und verantwortet er sämtliche Finanzvorgänge, sowie Vorgänge der Personalführung: Er leitet, berät, motiviert und unterstützt das Mitarbeiterteam und führst regelmäßige Teamsitzungen durch. Gemeinsam mit dem Team setzt er Schwerpunkte und plant, realisiert und überprüft die Erreichung der gesteckten Ziele. Wichtige
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Arbeit zitieren:
Sven Hosang, 2005, Das Kommunikationsverhalten von Jugendlichen am Beispiel einer RUF Jugendreise, München, GRIN Verlag GmbH
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