Inhaltsverzeichnis
Ansätze einer ganzheitlichen WissensBewertung I
Inhaltsverzeichnis II
1 Einführung 1
2 Grundlagen 2
2.1 Definitionen 2
2.1.1 Wissen 2
2.1.2 Management 3
2.1.3 Wissensmanagement 3
2.2 Geschichtliche Entwicklung 4
3 Strategische Planung 5
3.1 Ziele 5
3.2 Strategien 6
4 Wissensbasis 7
4.1 Wissensidentifikation 7
4.2 Wissenserwerb 7
4.3 Wissensentwicklung 8
5 Wissenslogistik 9
5.1 Wissensverteilung 9
5.2 Wissensnutzung 9
5.3 Wissensbewahrung 10
6 Wissensbewertung 11
6.1 Übersicht 11
6.2 Eindimensionale Ansätze 12
6.2.1 Zusammenfassung bisheriger Kosten 12
6.2.2 Berechnung des Wiederbeschaffungswertes 12
6.2.3 Zusammenfassung 12
6.3 Deduktiv-summarische Ansätze 13
6.3.1 Differenz zwischen Markt- und Buchwert 13
6.3.2 Tobins q 13
6.3.3 Saarbrücker Formel 14
6.3.4 Zusammenfassung 14
6.4 Induktiv-analytische Ansätze 15
6.4.1 Intangible Asset Monitor 15
6.4.2 Balanced Scorecard 15
6.4.3 DCF-Methode 17
6.4.4 Zusammenfassung 18
6.5 Ganzheitliche Ansätze 18
6.5.1 Management by Knowledge Objectives 18
6.5.2 Wissensbilanz 19
6.5.3 Zusammenfassung 19
7 Entwicklungstendenzen 20
8 Fazit 21
Wissensmanagement ist in aller Munde. Es gibt keine betriebswirtschaftliche Fachzeitschrift, welche nicht die aus ihrer Sicht wichtigen Fakten in zahlreichen Artikeln beleuchtet, kaum ein Unternehmen, welches sich nicht mit Wissensmanagement befasst. Dennoch gibt es trotz einer mittlerweile vorangeschrittenen Etablierung als wissenschaftliche Disziplin weiterhin Kritiker, die das Wissensmanagement als Modeerscheinung titulieren und auf dessen Niedergang warten.
Fakt ist jedoch, dass es für das einzelne Unternehmen wichtiger wird, die spezifischen Fähigkeiten und Qualifikationen der Mitarbeiter zu kennen und zu nutzen. In dieser Betrachtung stellt sich Wissensmanagement daher vor allem als ein Führungsansatz dar, welcher die Mitarbeiter motivieren soll, ihr Wissen einzusetzen, um den Kundenansprüchen gerecht zu werden. Somit kann das Wissensmanagement wettbewerbsentscheidend sein, da Qualitätsunterschiede in der Produktion durch den hohen Stand der Technik mittlerweile als marginal anzusehen sind. Durch den hohen Automatisierungsgrad sind selbst ausführende Tätigkeiten mit einem hohen Anteil an Kenntnissen verbunden.
Verstärkt wird die Bedeutung durch die Konzentration zahlreicher Unternehmen auf das Wissen, welches vor allem im Wachstum der Dienstleistungsbranche und somit einer Abwendung von der Handarbeit hin zur Kopfarbeit ihren Ausdruck findet. Darin liegt insbesondere für hochentwickelte Nationen die Chance, um im zukünftigen, international stärkeren Wettbewerb durch technologische Innovationen einen Vorsprung zu sichern.
Von besonderer Bedeutung wird hierbei die Bewertung der geleisteten Kopfarbeit sein. Da das Humankapital eine immaterielle Ressource darstellt, welche nicht zählbar oder messbar ist, sind Methoden zum Vergleich des Wissens zu nutzen. Daher soll im Rahmen dieser Studienarbeit im Anschluss an einen Überblick über das Wissensmanagement vor allem die Bewertung und Messbarkeit von Wissen im Mittelpunkt der Betrachtung stehen.
2.1 Definitionen
Da das Wissensmanagement ein relativ junges Forschungsgebiet in der Wissenschaft darstellt, 1 gibt es keinen einheitlichen Sprachkodex. Zudem sind zahlreiche differierende Betrachtungsweisen vorhanden. Eine Festlegung auf eine einheitliche Sichtweise zu Beginn dieser Arbeit ist daher unabdingbar.
2.1.1 Wissen
In der vorliegenden Arbeit soll die Definition des Begriffs „Wissen“ nach North 2 als Basis genommen werden, da sich die meisten wissenschaftlichen Publikationen auf diese Quelle berufen. Grundlage für den Wissensprozess ist hierbei eine Ansammlung von Zeichen, welche durch Kombination zu Daten generiert werden können. Diese Daten werden durch Verleihung einer Bedeutung in Information verwandelt. Zusammenhanglos betrachtet sind die Informationen ohne Aussagekraft. Erst durch eine Vernetzung mit bereits vorhandenen Erfahrungen, wozu das Gedächtnis als Voraussetzung unabdingbar ist, entsteht Wissen. Somit kann Wissen verstanden werden als die Summe der Kenntnisse und Fähigkeiten, welche zur Lösung von zuvor spezifizierten Problemen dient. Über die ergänzenden Stufen „Können“ und „Handeln“ gelangt man schließlich zur „Kompetenz“. 3
Zu unterscheiden ist zwischen individuellem Wissen, welches auf Grund der gemachten Erfahrungen ausschließlich einer Person zur Verfügung steht, sowie hierzu im Gegensatz dem kollektiven Wissen, welches sämtliche Mitglieder einer Gruppierung gemeinsam nutzen können.
Davon abweichend geht ein weiterer Definitionsansatz von Wissen von einer geringeren Differenzierung in der Terminologie aus. Demzufolge ist das Wissen bereits mit der Fähigkeit und dem Willen, eine Tätigkeit durchzuführen, gleichgesetzt und entspricht somit der Stufe „Kompetenz“. 4
1 vgl. Kapitel 2.2
2 vgl. North, 2002
3 vgl. Anhang, Abb. 1
4 vgl. Bea/Göbel, 2006: 438
2.1.2 Management
Management umfasst sämtliche Tätigkeiten hinsichtlich der Zielsetzung, Planung, Entscheidungen, Durchführung als auch Kontrolle eines bestimmten Bereiches, um übergeordnete Ziele zu erreichen. Dem Manager obliegt die Aufgabe, die erforderlichen Schritte zu koordinieren und die daraus abgeleiteten Maßnahmen zu delegieren. Diese Führungsaufgabe eines Managers ist vor allem durch die hohe Relevanz der Auswirkungen auf das Unternehmen als Ganzes gekennzeichnet. 5
2.1.3 Wissensmanagement
Als Quintessenz der vorhergehenden Überlegungen ergibt sich somit als Hauptaufgabe des Wissensmanagements im betrieblichen Kontext die Nutzung des in der Organisation vorhandenen immateriellen Vermögens in Form von Humankapital 6 zur Erreichung der aus dem Betriebszweck abgeleiteten Ziele. Hierzu zählen insbesondere die Aufgaben, das vorhandene Wissen zu nutzen, zu erweitern, entwickeln sowie den Bedarfsträgern in sinnvoller Weise zur Verfügung zu stellen. 7
Zu berücksichtigen ist, dass in der Literatur die Synonyme „Wissensmanagement“ und „Knowledge Management“ gebräuchlich sind. 8 Zudem wird „Informations- management“ trotz der unterschiedlichen Bedeutung mit Wissensmanagement oftmals gleichgesetzt. 9
Auf Grund der überragenden Bedeutung des Wissensmanagements in sämtlichen Teil- bereichen eines Unternehmens sind unterschiedliche Perspektiven zu berücksichtigen, welche in entsprechenden Theorien ihren Ausdruck finden. So ist neben der aus Sicht der einzelnen Abteilungen wichtigen technischen oder personenspezifischen Aspekte auch die Betrachtung nach weiteren Ansatzpunkten, wie beispielsweise Wissen als innovative oder kreative Komponente, sowie ein ganzheitlicher Ansatz gebräuchlich. 10 Im Folgenden soll ein auf dem ganzheitlichen Ansatz basierender Überblick an Instrumenten gegeben werden, welcher sich dadurch auszeichnet, dass Mensch, Technik und Organisation zueinander passend in die Unternehmenskultur eingebettet werden.
5 vgl. Wöhe, 2002: 84-86
6 Humankapitel: Fähigkeit, Entscheidungen hinsichtlich des Wissens zu treffen sowie Wissen sinnvoll zu kombinieren und anzuwenden; vgl. Hopfenbeck/Müller/Peisl, 2001: 344 7 vgl. Probst/Raub/Romhardt, 1997: 47-58 8 Anm.: im Folgenden wird der deutschsprachige Begriff „Wissensmanagement“ verwendet 9 vgl. Hanser/Gaiser, 1999: 34-36 10 vgl. Götz/Schmid, 2004; vgl. Wernig, 2000
2.2 Geschichtliche Entwicklung
Das Wissensmanagement als Prozess der Nutzung von Humankapital zur Erreichung betrieblicher Zwecke ist kein modernes Phänomen. Seit Jahrtausenden nutzt der Mensch Wissen, teilt es mit seinen Nachkommen und entwickelt es weiter.
Jedoch wurde in der Wissenschaft das Wissen zum ersten Mal um 1960 aufgegriffen. Nachdem die Phase der Industrialisierung und damit verbunden der Fokussierung auf die technologischen Möglichkeiten in den Hintergrund gerückt war und der Mensch als Produktionsfaktor eingehender untersucht wurde, sind erste Analysen zu lerntheoretischen Aspekten durchgeführt worden. Der Vorläufer des modernen Wissensmanagements war daher vor allem in den Personalabteilungen vorzufinden. Unter dem Begriff des organisationalen Lernens wurden Modelle entwickelt, um die Bildung einer gemeinsamen Wissensbasis zu fördern. 11 Hierbei war die Bedeutung des Wissens oftmals anderen Aspekten untergeordnet beziehungsweise gleichgestellt.
1993 versuchte die schwedische Firma Skandia zum ersten Mal, das Wissen als immaterielles Vermögen systematisch zu bilanzieren. 12 Kurz darauf entwickelten Probst, Raub und Romhardt als Fortsetzung des Ansatzes der lernenden Organisation erstmals in Deutschland einen allumfassenden Ansatz, welcher, losgelöst von der nur begrenzten Betrachtung eines Teilaspektes, für den gesamten Betrieb global anwendbar ist, da das Wissen im Mittelpunkt steht. 13
Um die Jahrtausendwende hatte die wissenschaftliche Diskussion die Unternehmen erreicht. Zahlreiche Unternehmen stellten einen Wissensmanager ein, dessen Aufgabenbereich mangels finanzieller Erfolgsgrößen mittlerweile oftmals an einen externen Dienstleister vergeben wurde. Ein Großteil der Unternehmen gibt daher an, Wissensmanagement zu betreiben, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung. 14 Heute wird die wissenschaftliche Diskussion unter anderem in zahlreichen Fachzeitschriften für sämtliche Unternehmensbereiche, bei Wissenskongressen sowie im Rahmen von Studiengängen an Hochschulen geführt.
11 vgl. Al-Laham (1), 2003: 1383
12 vgl. Probst/Raub/Romhardt, 1997: 17-21
13 vgl. Probst/Raub/Romhardt, 1997
14 vgl. Müller-Vorbrüggen/Falk, 2006: 16-18
Das Wissensmanagement in Unternehmen ist auf drei unterschiedlichen Ebenen zu untersuchen. Steht bei der normativen Betrachtung die längerfristige Gestaltung im Mittelpunkt, so sind hieraus bei der strategischen Sicht entsprechende Schritte abzuleiten. 15 Für die letzte Ebene, die Gestaltung des Rahmens, in welchem sich das operative Handeln vollzieht, sei auf die Kapitel 4, 5 und 6 verwiesen. In Anlehnung an Probst et al. 16 wird hierbei die Wissensbewertung im Mittelpunkt stehen, da sich die aktuelle Diskussion insbesondere mit diesem Schwerpunkt befasst. Ergänzend hierzu stehen die Themen Wissensbasis und Wissenslogistik.
3.1 Ziele
Die Ziele des Wissensmanagements haben sich an der Unternehmensstrategie zu orientieren und diese entsprechend zu unterstützen. 17 Es ist ein zukünftiger Zustand zu definieren, welcher anzustreben ist und wenn möglich erreicht werden sollte.
Ziel des Wissensmanagements ist es allgemein, Wettbewerbsvorteile zu erreichen, indem eine stärkere Ausrichtung am Markt angestrebt wird und somit ein schnelleres Reagieren auf Veränderungen erreicht werden kann. Zudem ist Voraussetzung, dass die Kunden diesen Vorteil erkennen und bereit sind, hierfür eine Partnerschaft mit dem Unternehmen einzugehen. 18
Abhängig von der grundlegenden Strategie zur Unternehmensführung, welche nach Porter lediglich die Ausprägungen Kostenführerschaft oder Differenzierung annehmen kann, 19 ist zu überprüfen, in welcher Ausprägung das Wissen von Bedeutung für den Unternehmenserfolg ist. Stellt sich im ersten Fall lediglich die Frage nach der optimalen Nutzung der vorhandenen materiellen Ressourcen, so sind bei der Differenzierung vielfältige Aspekte zu berücksichtigen, welche ein fundierteres Wissen voraussetzen.
15 Al-Laham, 2003 (2): 298-303
16 s. Probst/Raub/Romhardt, 1997: 56 17 vgl. Kaps, 2001: 26-27 18 Wojda/Schwendenwein, 2000: 317-318 19 vgl. Götz/Schmid, 2004: 78
Arbeit zitieren:
Klaus Baumhauer, 2006, Ansätze einer ganzheitlichen Wissensbewertung, München, GRIN Verlag GmbH
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