Inhaltsangabe
Inhaltsangabe. 1
1. Einleitung 2
2. Kurze Biographie 2
3. Ziele und Funktionen der Theorie von Stanislawski 3
4. Die Arbeit des Schauspielers an der Rolle. 6
4.1 Die Periode des Kennenlernens 7
4.2 Die Periode des Erlebens 8
4.3 Die Periode des Verkörperns 9
4.4 Schematische Darstellung des Systems 10
5. Beispiel: Arbeit an der Rolle des Cavaliere 10
6. Literaturverzeichnis. 14
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1. Einleitung
Neben der von Konstantin Stanislawski gibt es zwei weitere wichtige schauspieltheoretische und stilistische Tendenzen in der Theaterwelt des
20. Jahrhunderts, die von Bertolt Brecht und Wsewolod Emilowitsch Meyerhold sowie von Jerzy Grotowski. Dabei ist die wohl einflussreichste schauspieltheoretische Methode von Stanislawski. Er forderte vom Schauspieler, das dieser aus seinem eigenen emotionalen Erlebnisschatz schöpfen sollte, um damit seine Rolle zu gestalten. Nach Stanislawskis Ideen sollte Theater auch die Wirklichkeit darstellen. Ziel dieser Hausarbeit ist, die Ideen wie auch die Ziele seiner Theaterarbeit, vor allem der Arbeit mit den Schauspielern, sowie seine schauspieltheoretische und -pädagogische Methode vorzustellen.
2. Kurze Biographie
Konstantin Sergejewitsch Stanislawski (bürgerliche Name Alexejew) lebte von 1863 bis 1938. Er war ein russisch-sowjetischer Schauspieler, Regisseur, Theaterleiter, Pädagoge und Theoretiker und spielte anfangs an Liebhaberbühnen. Er gründete 1888 die Gesellschaft für Kunst und Literatur und ein Jahr später zusammen mit dem Kritiker, Autor und Theaterpädagogen Wladimir Nemirowitsch-Dantschenko das Moskauer Künstlertheater. Der künstlerische Durchbruch gelang dem Theater mit Tschechows „Die Möwe“ in einer Inszenierung von Stanislawski. 1905/06 erste Gastspielreisen ins Ausland, unter anderem nach Deutschland, wo er auch Max Reinhardt trifft. Unter Stanislawskis künstlerischer Leitung versuchten sich junge Schauspieler und Regisseure an neuen Darstellungsstilen in dem Künstlertheater angeschlossenen Studios. Der
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Oktoberrevolution nur zögernd anschließend wurde Stanislawskis Künstlertheater 1919 nationalisiert. 1922-1944 führte Stanislawski eine Gastspieltournee durch Europa und Amerika und beeinflusste so maßgeblich die Theaterentwicklung des 20. Jahrhunderts. Außerdem bot ihm die Tournee einen Ausweg aus den theaterpolitischen undästhetischen Schwierigkeiten des sowjetrussischen Kulturkampfes. In den letzten Jahren vor seinem Tod war Stanislawski immer noch Intendant des Moskauer Künstlertheaters, betrat es allerdings nicht mehr. Seine theoretischen Schriften, die er über die Arbeit des Schauspielers verfasste, dienen auch heute noch als wesentliche Grundlage der Schauspielerausbildung.
3. Ziele und Funktionen der Theorie von Stanislawski
Stanislawskis Ausgangspunkte und Ziele waren das illusionistische Theater, das Abbilden von Realität und Wirklichkeit im Theater und das Verbergen des Künstlerischen durch die Kunst.
Sein bekanntes Theaterkonzept entwickelte sich in drei Phasen: 1890er -1905, 1906 - 1908, 1908 - 1917 bzw. bis in die zwanziger Jahre hinein. Bis 1906 schuf Stanislawski Aufführungen, die durch die Nutzung aller technischen Möglichkeiten theatralischen Illusionsaufbaus wie Licht, unsichtbares Orchester, echte Kostüme usw., nahe an der „Wirklichkeit des Lebens“ waren. Er sah im Theater die Wahrheit als höchste Aufgabe, die sich durch Wirklichkeitstreue in der Gestaltung realisiert. Als Material dient dabei das Leben, das u.a. der Schauspieler zu bearbeiten hat. Durch die Nähe zum Leben soll die gespiegelte Wirklichkeit durchsichtig und allen verständlich werden.
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Die Wahrheit ist dabei das entscheidende Kriterium. Sie bedeutet hier die Übereinstimmung des künstlerischen Abbildes mit der Wirklichkeit. Stanislawskis Ideal des Schauspielers, der geistigen und äußeren Verkörperung der darzustellenden Figur, ist die Aufgabe den Zuschauer nicht nur für das künstliche Leben auf der Bühne, sondern auch für die Widerspiegelung des Wirklichen zu begeistern. „Bei einer wahren und einfachen Wiedergabe der Rolle
durch den Künstler verwandelt sich die szenische
Handlung in wirkliches Leben und die zu verkörpernde
Gestalt beginnt zu leben[...]“ 1
Sein Künstlertheater sollte ein allgemein zugängliches Theater sein. Das war ein Angriff auf die damalige zaristische Regierung und ihre Kulturpolitik, die darin eine Gefahr vor möglichen Einflüssen durch demokratische, revolutionäre Ideen in der Kunst sah. Stanislawskis Idee der Wirklichkeitsverbundenheit des Theaters sollte mit der künstlerischen und humanistischen Wahrheit eine Einheit bilden und so eine demokratische Wirksamkeit realisieren. Für ihn war das Theater daher machtvoller als das Buch und die Presse. Allerdings äußerte er sich nicht zur ideologischen Wirksamkeit des Theaters und vermied daher auch direkt Bezüge seiner Inszenierungen zu aktuellen politischen Situationen herzustellen. Er forderte einzig 1905 den Wegfall der stattlichen Zensur und somit die Möglichkeit der Wiedergabe von Wirklichkeit. Das Theater soll nur die wesentlichen Seiten der Wirklichkeit zeigen. Es wählt dabei aus und typisiert und produziert nicht mechanisch und völlig wahllos Unwesentliches und Wesentliches. Die humanistische Funktion des Theaters verbiete überflüssige Nachahmungen. Um allerdings nicht den Eindruck zu erwecken, dass er nur eine idealisierende Kunst befürworte, ergänzte Stanislawski:
1 Fiebach, Joachim: Von Craig bis Brecht - Studien zu Künstlertheorien des 20. Jahrhunderts. 3. erweiterte und
überarbeitete Auflage. Berlin: Henschel Verlag, 1975, Seite 136
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Arbeit zitieren:
Stefan Karlegger, 2003, Konstantin Sergejewitsch Stanislawski, München, GRIN Verlag GmbH
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