Inhalt
1 Einleitung 3
1.1 Zielsetzung. 3
1.2 Aspekte des Hörfunks 3
2 DAB - Digital Audio Broadcasting 5
2.1 Grundlagen und Technik 5
2.2 DAB - die Zukunft des Hörfunks? 6
3 Wandel durch das Internet. 9
3.1 Internetradio. 9
3.2 Podcasting 11
3.3 Kritische Betrachtung 13
4 Fazit 16
5 Literatur 17
Einleitung 3
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
Die vorliegende Arbeit ist eine Vertiefung der für das Medienseminar Hörfunk produzierten Sendung über die Zukunft des Hörfunks. Auch diese Arbeit befasst sich mit der Frage, ob der Hörfunk in Deutschland in der näheren Zukunft einen Wandel durchmachen wird, in welche Richtung und in welchem Ausmaß. Einen möglichen Wandel kann man dabei von verschiedenen Blickwinkeln aus betrachten. Zum Beispiel von technischer Seite, durch eine Digitalisierung der Radioübertragung, oder durch die Nutzung des Internets für Radioangebote. Wandel kann aber auch von gesellschaftlicher Seite kommen, durch eine Veränderung des Nutzerverhaltens oder durch rechtliche Umgestaltungen. Und - Wandel kann neben der Übertragungsform auch die inhaltliche Erscheinung betreffen. Aufgrund dieser Breite der Thematik ist eine gewisse Eingrenzung notwendig. Ich werde mich daher, analog zu der für das Seminar produzierten Sendung, den Bereichen Digital Audio Broadcasting, Internet und Podcasting zuwenden. Ziel ist dabei weniger, technische Details ausführlich zu erklären, als vielmehr einen Überblick zu bieten und die behandelten Aspekte kritisch zu betrachten.
1.2 Aspekte des Hörfunks
Bevor man nach der Zukunft des Hörfunks fragt, halte ich es für sinnvoll, sich einleitend einige ausgewählte Aspekte des Mediums Radio vor Augen zu führen. Zu Beginn der 1920er Jahre entstand mit dem Radio das erste elektronische Massenmedium. Ein Medium, dass den damaligen Konkurrenten Zeitung in seiner
1 BRECHT 1967: 129
Einleitung 4
Aktualität übertraf und das Publikum mit weniger Produktions- und Distributionsaufwand erreichen konnte (vgl. HÄUSERMANN 1998: 1). Die Aktualität des Mediums Radio kann jedoch auch ein Nachteil sein: „weil einzelne Meldungen dann konsumiert werden müssen, wenn sie gesendet werden“ (ebd.: 9). Im Gegensatz zur Zeitung muss die Information des Radios zu vorgegebener Zeit genutzt werden, ein Aspekt der im Verlauf dieser Arbeit interessant wird, wenn es um Radio on-demand (auf Wunsch, auf Verlangen) 2 geht.
Radio besticht durch seine Mobilität: es kann praktisch überall und jederzeit genutzt werden. Ferner ist die Nutzung einfach, ohne umfassendes technisches Verständnis, zu bewältigen. Vorteile, die mit dazu beigetragen haben, dass Radio sich noch heute - trotz Konkurrenz durch Fernsehen, Internet und Printmedien - einer starken Nutzung erfreut: Durchschnittlich 196 Minuten pro Tag wird in Deutschland Radio gehört (vgl. KLINGLER/MÜLLER 2004: 410)
Nicht zu vernachlässigen ist weiterhin der Aspekt der Passivität: Radio kann man anschalten und als so genanntes Nebenbei- oder Begleitmedium einsetzen, etwas, das die Hörer „bei einer anderen Tätigkeit nutzen, beim Autofahren, bei einer Arbeit oder einem Hobby“ (HÄUSERMANN 1998: 7).
2 Der aus dem Englischen stammende Begriff on-demand wird im Deutschen häufig falsch übersetzt mit
auf Abruf
DAB - Digital Audio Broadcasting 5
2 DAB - Digital Audio Broadcasting
2.1 Grundlagen und Technik
Wenn man sich mit der Zukunft des Hörfunks auseinandersetzen möchte, kommt man an dem Begriff Digital Audio Broadcasting (DAB) nicht vorbei. Zwar ist der Bekanntheitsgrad von DAB bei Hörfunknutzern noch gering (vgl. VOWE/WILL 2004: 19f.), ein unbeschriebenes Blatt ist DAB jedoch nicht. Bereits 1987 begann im Rahmen eines EU-Projektes die Entwicklung des DAB Standards, 1993 wurde in Deutschland erstmals beschlossen analogen Hörfunk in Zukunft durch DAB zu ersetzen (vgl. ebd.: 92f.). Nachdem DAB in mehreren Pilotprojekten einzelner Bundesländer erprobt wurde, ist der digitale Hörfunk heute parallel zum analogen Hörfunk in fast 80 % des Landes zu empfangen.
Die Begriffe Digitalradio und DAB sind genau genommen nicht gleichzusetzen. Digital Audio Broadcasting ist ein digitales Übertragungsverfahren, es gibt jedoch weitere, die alle unter den Oberbegriff Digitalradio fallen 3 . Die jüngsten Entwicklungen im digitalen Rundfunkbereich gehen in Richtung von Digital Multimedia Broadcasting (DMB), welches auf den DAB Standard aufbaut und zusätzliche Übertragung von Videodaten ermöglichen soll (vgl. WENK 2005: 8f.).
Das Grundprinzip des digitalen Rundfunks ist folgendes: das Programmsignal wird zuerst digitalisiert und komprimiert, danach werden mehrere digitale Programme für die Übertragung gebündelt. Je nach Übertragungsstandard wird das Signal dann per Kabel, Satellit oder Antenne zum Empfänger gesendet, wo es durch das Empfangsgerät oder eine Set-Top-Box decodiert wird (vgl. WIKIPEDIA 2005a). Ein entscheidender Unterschied von DAB gegenüber analogem Hörfunk ist die Frequenzökonomie. VOWE/WILL (vgl. 2004: 11) sprechen von sechs Hörfunkprogrammen, die auf einem Frequenzbereich ausgestrahlt werden können. Die IMDR, die Initiative Marketing Digital Radio (vgl. 2005: 1), spricht von sechs bis acht Programmen pro Frequenz. Ferner bietet DAB die Möglichkeit, zusätzlich zum Ton weitere Informationen in Form von Texten oder Bildern zu übertragen, „zum Beispiel Nachrichten, Staumeldungen, Wetterkarten oder Informationen zu Musiktiteln und Interpreten (ebd.). Vielfach wird weiterhin auf eine bessere Klangqualität des digitalen Hörfunks hingewiesen, „Digital Radio gewährleistet perfekte Klangqualität im mobilen
3 Digital Radio Mondiale (DRM), Digital Multimedia Broadcasting (DMB), Astra Digital Radio
DAB - Digital Audio Broadcasting 6
und portablen Einsatz“ (IMDR 2005: 1); möglich ist theoretisch eine Übertragung in CD-Qualität.
Aufgrund des grundlegenden Unterschieds zwischen analogen und digitalen Signalen ist für den Empfang von digitalem Hörfunk ein neues Gerät notwendig.
2.2 DAB - die Zukunft des Hörfunks?
Wenn es nach den Vorstellungen der europäischen Kommission geht, wird der analoge Rundfunk (also Radio und Fernsehen) bis spätestens 2012 durch digitale Übertragung ersetzt (vgl. EU-KOMMISSION 2005). In Deutschland einigten sich Regierung und Industrie bereits in den 90er Jahren auf 2015 als Abschalttermin für analogen Hörfunk (vgl. WENK 2005: 9). Die Befürworter von DAB, allen voran die Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten (ALM) 4 und die 2001 gegründete Initiative Marketing Digital Radio (IMDR) 5 verweisen auf die Vorteile eines digitalen Rundfunks: auf bessere Klangqualität und Frequenzökonomie sowie denkbare Zusatzdienste. Die Möglichkeit mehr Programme auszustrahlen wird dabei von den Landesmedienanstalten gleichgesetzt mit mehr inhaltlicher Vielfalt. So heißt es beispielsweise seitens der Landesmedienanstalt Saarland (LMS):
Eine Digitalisierung des Rundfunks ermöglicht eine Vielzahl von Angeboten und ein Höchstmaß an inhaltlicher Vielfalt […] und entspricht deshalb der zentralen Zielvorstellung von Medienrecht und Medienaufsicht“ (BAUER 2004: 3).
Mehr Programme ausstrahlen zu können ermöglicht theoretisch zwar inhaltliche Vielfalt - praktisch ist diese Aussage jedoch mit Skepsis zu betrachten. Denn wenn mehr Programme am Markt sind, wird auch der Werbemarkt härter werden. Und in einem solchen Fall werden private Rundfunkanbieter im Kampf um Hörerzahlen und Werbeeinnahmen eher nicht die inhaltliche Vielfalt bereichern, „Denn nur Mainstream-Sender versprechen hohe Werbeeinnahmen“ (BREUNIG 2001: 469).
Neben dem Aspekt der Vielfalt wird weiterhin ein wirtschaftlicher Aspekt angeführt. So verweist der Direktor der LMS, Gerd BAUER (vgl. BAUER 2004: 3) auf große Umsatz-und Wachstumschancen für Gerätehersteller und Medienwirtschaft. Es ist mehr als
4 Vgl. Internetauftritt der ALM zum digitalen Radio. Online unter: http://www.alm.de/index.php?id=115 5 Die IMDR ist ein Zusammenschluss von Sendernetzbetreibern, Geräteherstellern und
Programmveranstaltern. Weiterführende Information findet sich auf der Webseite der IMDR:
http://www.digitalradio.de
Arbeit zitieren:
2005, Zukunft des Hörfunks, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Theodor Storm: Der Schimmelreiter. Hauke Haien - Einzelkämpfer gegen d...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 16 Seiten
Eine Analyse des Erfolgs von e...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 28 Seiten
Anwendung und Wirkung von Filmmusik
Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Seminararbeit, 26 Seiten
Hannah Arendt - Vita Activa oder vom tätigen Leben
Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart
Praktikumsbericht / -arbeit, 26 Seiten
Die Mediennutzung in Russland, Weißrussland und der Ukraine
Medien / Kommunikation - Sonstiges
Hausarbeit, 24 Seiten
Jugendmedium Radio - Nutzungsmotive und Funktionen
Medien / Kommunikation - Rundfunk und Unterhaltung
Seminararbeit, 19 Seiten
Das Politikverständnis von Hannah Arendt
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 18 Seiten
Das Duale Rundfunksystem der Bundesrepublik Deutschland - Ein Auslaufm...
Medien / Kommunikation - Rundfunk und Unterhaltung
Hausarbeit, 24 Seiten
Sender ohne Grenzen - Kommunikation der Zukunft
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
Wissenschaftlicher Aufsatz, 26 Seiten
Die Medienlandschaft Russlands...
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
Das Internet als kulturelles Gedächtnis der Moderne?
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
Hausarbeit, 36 Seiten
Das Bundesverfassungsgericht – eine verfassungshütende Institution in ...
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Seminararbeit, 17 Seiten
Das Frauenbild in Friedrich Schillers Trauerspiel "Maria Stuart&q...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 21 Seiten
Die Bedeutung von homogenen Gruppen beim Erwachsenwerden verdeutlicht ...
Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Hausarbeit, 17 Seiten
Thomas Hobbes "Leviathan " als Gefangenendilemma
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Essay, 7 Seiten
Anonym hat den Text Zukunft des Hörfunks veröffentlicht
0 Kommentare