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1. Vorwort
2. Die Sprechakttheorie
3. Indirekte Sprechakte
3.1. Direktive
4. Grices Theorie der Implikaturen
4.2. Implikaturen
4.2.1. konventionelle Implikaturen
4.2.2. Konversationelle Implikaturen
5. Zusammenfassung
6. Schlusswort
2
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema "Indirekte Sprechakte". Im Bereich der Pragmatik stellen Sprechakte einen wichtigen Teilbereich dar, da sie, " zur Entwicklung der Pragmatik den entscheidenden Anstoß gaben" 1 Um den Begriff "Indirekte Sprechakte" näher definieren zu können, wird zunächst geklärt, was ein "Sprechakt" überhaupt ist.
Die von John L. Austin 1955 (veröffentlicht postum 1962) vorgestellte Theorie der Sprechakte wird kurz angerissen, um John Searles Weiterentwicklung ( aus dem Jahre 1965) daran anzuschließen.
Im Jahre 1975 stellte Searle zunächst in "Syntax and Semantics, Vol.3" einen Aufsatz über indirekte Sprechakte vor. Dieser erschien 1982. in Searles "Ausdruck und Bedeutung". Ausgehend von diesem Aufsatz beschäftigt sich diese Arbeit mit Searles Theorien. Neben Searles Ausführungen werden vor allem auf die von Grice 1967 ausgearbeiteten Theorie der Implikaturen eingegangen.
Grice führte Searles Theorien weiter, indem er sie um einige wichtige Punkte ergänzte: Während Searle die indirekten Sprechakte mit Sprechakttheoretischen Prinzipien, sowie Gesprächsrekonstruktionen zu erklären versucht, befaßt sich Grice mit den allgemeinen Konversationsprinzipien, auf deren Grundlage Kommunikation überhaupt erst möglich ist. Eine abschließende Zusammenfassung beider Theorien hat schließlich das Ziel ihr Zusammenwirken zu erläutern.
1 Linke, Nussbaumer, Portmann, S. 182
3
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„Wie hat dir der Film gestern gefallen?“ – „Regisseur X hat schon immer schlechte Filme gedreht."
„Gehst du morgen in die Ausstellung?“ – „Das Auto muss in die Werkstatt.“
Beispiele wie diese findet man im täglichen Leben häufig. In den allermeisten Fällen werden diese indirekten Äusserungen so verstanden, wie sie gemeint sind. Aussage 1 impliziert, dass B. der Film nicht gefallen hat, in Aussage 2 wird Person B nicht in die Ausstellung gehen, da er durch die Reparatur seines Autos keine Zeit dafür hat. Wie kommt es nun zustande, dass die Aussage über ihre phonetische Bedeutung hinaus verstanden wird und was ist überhaupt ein „Indirekter Sprechakt“? Zur Verdeutlichung beschäftige ich mich zunächst mit dem Sprechakt an sich:
Ausgehend von John L. Austins Darstellung "How To Do Things With Words" („ Zur Theorie der Sprechakte") von 1955 stellte John Searle 1965 in "Speech acts" die Sprechakttheorie vor. 2 Der Begriff Sprechakt ist ein von John L. Austin eingeführter Begriff, der den Handlungsakt sprachlicher Äußerungen bezeichnet.
In mehreren Vorlesungen untersucht Austin, inwiefern mit dem Äußern von Sätzen Handlungen vollzogen werden. Unterschieden wird dazu zum einen zwischen performativen und konstativen Äußerungen. 3 Später hat Austin diese Unterscheidung zugunsten von lokutionären, illukutionären und perlukutionären Akten weiterentwickelt.
Ein Beispiel für eine performative Äusserung ist der Satz „ Ich verspreche, morgen zu kommen“. Damit wird nicht nur eine Äusserung gemacht, sondern gleichzeitig ein Versprechen gegeben– und damit eine Handlung ausgeführt. Performative Verben werden
2 Zur Darstellung von Austins und Searles Theorien vgl. Linke, Nussbaumer, Portmann, S. 183 – 186; Bußmann,
S. 726 ff, ; Austin, 1972, S. 27ff
3 Vgl. Austin, 1972, S. 28
4
gern mit "hiermit" verwendet. Es unterstreicht die Tatsache, daß die jeweilige Handlung nun vollzogen wird.
Performative und konstative Äußerungen können durchaus miteinander verbunden werden. Daß mit einer Äußerung eine Handlung vollzogen wird, steht nicht im Gegensatz dazu, daß eine, wahre oder falsche, Aussage über die Welt gemacht wird. Man muß davon ausgehen, daß eine Äußerung machen immer auch eine Handlung ist, auch wenn vermeintlich nur etwas festgestellt wird.
Nun stellt sich die Frage, was man denn tut, wenn man Sätze äußert.
John Searle, ein Schüler Austins, formulierte, ausgehend von Austins Thesen, eine weitergehende Theorie: 4
Bei jeder Äußerung eines Satzes werden drei Akte zugleich ausgeführt:
1. Der lokutionäre Akt - die Äußerung an sich - Bewegung der Sprechwerkzeuge und
damit Bildung von Wörtern und Sätzen. Searle nennt das den „ Vollzug von Äusserungsakten“ 5
2. „ Referenz und Prädikation – der Vollzug propositionaler Akte“ - der Sprechakt, der
einen Sachverhalt darstellt.
3. Der Vollzug illukutionärer Akte – etwas behaupten, fragen, versprechen, befehlen
usw.
Es sei „ für den Vollzug eines illukutionären Aktes charakteristisch, dass man gleichzeitig [...] propositionale und Äusserungsakte vollzieht“ 6 Weiter kann durch illoukutive Akte ein sogenannter perlukutionärer Effekt ausgelöst werden 7
- die Wirkung der Äusserung auf den Adressaten, indem man jemanden zum Beispiel einschüchtert (durch eine Drohung) oder jemanden zu etwas bringt (durch eine Bitte). Was für ein perlukutionärer Effekt mit einer Äußerung angestrebt wird, wird mit dem alleinigen aussprechen des Satzes meist nicht deutlich. So kann der Satz "der Pilz ist giftig" in
4 Vgl. Searle 1971, S. 40ff
5 Searle, 1971 S. 40
6 Searle, ebd.
7 Vgl. Linke, Nussbaumer, Portmann, S. 187
5
Arbeit zitieren:
Nadia Hamdan, 2000, Indirekte Sprechakte, München, GRIN Verlag GmbH
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