Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung
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2. Ausmaß von Armut trotz Erwerbstätigkeit
2.1 Armutsdefinition und wie kann man sie messen 3
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3. Armut trotz Erwerbstätigkeit in Deutschland
3.1 Art der Erwerbstätigkeit 6
3.2 Geschlecht: Erwerbstätige Arme sind vor allem Männer 7
3.3 Zusammenfassung 8
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4. Ursachen von Armut trotz Erwerbstätigkeit
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5. Mindestlohn die aktuelle Diskussion
5.1 Argumente für einen Mindestlohn 11
5.1.1 Ein Mindestlohn zum Schutz vor Armutslöhnen 12
5.1.2 Mindestlöhne als Schutz vor Lohndumping durch ausländische 12
Billiglohnkonkurrenz
5.1.3. Weitere Argumente der Befürworter 13
5.2 Argumente gegen einen Mindestlohn 13
5.2.1 Einschränkung der Tarifautonomie 13
5.2.2 Keine Verbesserung am Arbeitsmarkt 13
5.2.3 Kein Mittel gegen Armutsbekämpfung 14
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Tabellenverzeichnis
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Literaturverzeichnis
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1. Einleitung
Armut trotz Erwerbstätigkeit? Für viele Menschen scheint diese Aussage ein Widerspruch zu sein. Zum Thema Armut fallen den meisten Menschen Arbeitslose, Alleinerziehende oder Obdachlose ein, also Personengruppen, die deshalb arm sind, weil sie nicht erwerbstätig sind. Diese Personen und Haushalte, welche trotz Erwerbstätigkeit arm sind, nennt man erwerbstätige Arme oder eben working poor.
Das Phänomen der working poor wird meistens mit den USA in Verbindung gebracht, wo es in Gegensatz zu Deutschland schon etwas länger über Armut trotz Erwerbstätigkeit Diskutiert und Geforscht wird. Allerdings ist der Begriff working poor in den letzten Jahren auch in der Deutschen Debatte zu finden.
Immer mehr Unternehmer ersparen sich Lohn durch Entlassungen und verlangen von dem verbliebenen Arbeitnehmer mehr Arbeit für weniger Geld. Ein immer größerer Teil der Arbeiterklasse kann von seinem Lohn nicht leben. Das bezieht sich nicht auf Gelegenheits-, Mini- und Ein-Euro-Jobber, deren Lohn schon definitionsgemäß keinen Bezug zum Lebensunterhalt hat. Die Rede ist von Vollzeiterwerbstätigen, die 40 oder auch mehr Stunden in der Woche Arbeiten und trotzdem an der Armutsgrenze leben.
Massnahmen gegen working Poor werden in der politischen Öffentlichkeit diskutiert. Ein möglicher Ansatzpunkt zur Bekämpfung von working poor ist die Erhöhung des Individuellen Lohnsatzes durch Mindestlohn.
In weiteren Verlauf der Hausarbeit wird aufgezeigt, dass Armut trotz Erwerbstätigkeit nicht nur auf geringfügige Beschäftigte zutritt sondern auch auf Vollzeitbeschäftigte dabei handelt es sich nicht nur um Frauen sondern in den meisten Fällen um Männer. Anschließend werden die Ursachen von Armut trotz Erwerbstätigkeit analysiert. Im fünften Kapitel wird dann auf die Mindestlohn-Diskussion eingegangen.
2. Ausmaß von Armut trotz Erwerbstätigkeit
Um die Frage zu beantworten, wie viel Armut trotz Erwerbstätigkeit es in Deutschland gibt, ist zunächst zu klären, was unter Armut überhaupt zu verstehen ist.
2.1 Armutsdefinition und wie kann man sie messen?
Wenn Armut analysiert wird muss zunächst geklärt werden was unter Armut zu verstehen ist. In dieser Arbeit wird ein und dieselbe Definition von Armut verwendet die in Deutschland als
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auch international üblich ist: Somit gilt eine Person als arm, deren Haushaltsnettoeinkommen
50 % oder weniger des Durchschnittsnettoeinkommens (Nettoäquivalenzeinkommen)
vergleichbarer Haushalte beträgt. Diese verwendete Armutsdefinition basiert auf folgenden Annnahmen: 1
1) Armut wird bestimmt durch das Einkommen, somit werden andere Dimensionen von Armut nicht betrachtet.
2) Relevant ist das Haushalts,- und nicht das Individualeinkommen. Es wird also angenommen, dass das Einkommen auf alle Haushaltsmitglieder verteilt wird. Somit wurde eine Armutsgrenze Definiert, die es möglich macht zwischen arm und nicht arm zu unterscheiden.
3. Armut trotz Erwerbstätigkeit in Deutschland
Die Antwort auf diese Frage ist schwierig je nach Datenbasis ergeben sich unterschiedliche Antworten, d.h. auch unterschiedliche Entwicklungstrends. Deswegen ist die Datengrundlage für die folgenden Betrachtungen immer das Sozioökonomische Panel (SOEP) 2 . Auf Basis des SOEP waren 1998 8,9% der Bevölkerung arm, dass ist der Anteil der Personen die in einem Haushalt lebten mit einem Einkommen unter der 50 % Armutsgrenze (vgl. Tabelle 1 3 ). Auf den ersten blick fällt auf das die Arbeitslose mit 25,8 % die höchste Armutsquote haben. Etwas über ein Viertel der Arbeitslosen sind also arm. Die Armutsquote von Erwerbstätigen ist mit 5,4 % vergleichsweise gering, bei Vollzeiterwerbstätigkeit ist sie mit 3,7 % noch etwas niedriger.
Diese Zahlen dürfen aber nicht zu falschen Schlussfolgerungen verleiten, denn ein Viertel der Arbeitslosen sind etwa eine Million Personen, während 5,4 % von knapp 40 Millionen Erwerbstätigen etwa 2 Millionen Personen sind. Es gibt also deutlich mehr arme
1 Vgl. Strengmann-Kuhn, W., Armut trotz Erwerbstätigkeit. Analysen und sozialpolitische Konsequenzen,
Frankfurt/Main: Campus 2003, S.13 2 Sozioökonomisches Panel (SOEP) ist eine Panel-Befragung, die seit 1984 vom Deutschen Institut für
Wirtschaftsforschung (DIW) durchgeführt wird.
3 Vgl. Strengmann-Kuhn (2003) S. 36 ff
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Erwerbstätige als arme Arbeitslose. Erwerbstätigkeit und auch Vollzeiterwerbstätigkeit, schützt also nicht vor Armut.
Tabelle 1:
Armutsquoten in Abhängigkeit vom Erwerbsstatus, Erwerbbeteiligung aller
Armen und der Armen im primären Erwerbsalter 1998
Die Bedeutung von Erwerbstätigkeit auf die Armutspopulation wird erst deutlich, wenn die Erwerbbeteiligung der Armen untersucht wird. Dabei sind 27 % aller Armen erwerbstätig, aber nur 16 % arbeitslos. Fast genauso viele wie arbeitslos, nämlich 14,1 % sind Vollzeit erwerbstätig. Die Mehrheit aller Armen sind Nichterwerbspersonen, dazu zählen Kinder, Rentner und Rentnerinnen und junge Erwachsenen in Ausbildung. Im primären Erwerbsalter von 25 bis 55 sind 44,5 % also fast die Hälfte erwerbstätig davon 27,5 % in Vollzeit. Der Anteil der Nichterwerbspersonen an den Armen liegt nur noch bei etwa einem Viertel (25,9 %).Arbeitslos sind knapp 30%.
Tabelle 2 Zusammensetzung der Armutspopulation nach der Erwerbsbeteiligung des Haushalts
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Arbeit zitieren:
Maxim B., 2006, Der Zusammenhang zwischen Erwerbsarbeit und Armut in der Bundesrepublik Deutschland - eine Untersuchung unter Einbeziehung der Mindestlohndebatte, München, GRIN Verlag GmbH
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