Inhalt
Einleitung. 3
Hauptteil. 4
1. Allgemeines zum Webchat. 4
1.1 Vorstellung und Funktionsumfang eines Webchats 4
1.2 Besonderheiten und Stilmittel der Kommunikation im Chat 4
1.3 Allgemeine Richtlinien und Verhaltensregeln im Chat 5
2. Sexuelle Interaktion und Kommunikation im Chat 7
2.1 Möglichkeiten der Selbstinszenierung / -charakterisierung über den Nicknamen. 7
2.2 Kontaktaufnahme in einem Erotik-Channel. 10
2.3 Akronyme, Sprachpartikeln und graphostilistische Mittel. 13
2.4 Analyse eines Chatgesprächs / Aufzeigen von Interpretationsschwierigkeiten. 15
Schluss 19
Anhang. 21
Literaturverzeichnis. 24
Abbildungsverzeichnis. 24
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Einleitung
Bereits seit einiger Zeit ist in zahlreichen Magazinen wie der „Coupé“, „Praline“, „Wochenend“ oder selbst der „Bild-Zeitung“ der Begriff Sexualität kein Tabuthema mehr, über welches aufgrund der Gefahr von Anstößigkeiten nicht geschrieben werden darf. Fernsehen, Bu-chautoren, ja selbst der Hörfunk stehen dem bis vor kurzer Zeit noch brisanten Thema, welches höchstens in privater, stiller Umgebung hinter den eigenen vier Wänden angesprochen wurde, mittlerweile offen und aufgeschlossen gegenüber. Vielfach wurde dies von Sprachwissenschaftlern erkannt und zum Anlass genommen, ihre Forschungen auch auf dieses Gebiet auszuweiten und zu konzentrieren. Im heutigen Informationszeitalter ist es daher unabdingbar, den Forscherdrang überdies auf neuartige Kommunikationsmöglichkeiten zu lenken. Eine wohl unbestreitbar revolutionäre Entwicklung stellt hierbei das Internet mit seinen zahlreichen Kommunikationsplattformen dar. Besonders hervorzuheben sind dabei die verschiedenartigen Chats, mit denen das Internet dem Nutzer aufwartet. Der Begriff „chat“ ist dem Englischen entlehnt und steht für „plaudern“ bzw. „schwatzen“. Sozusagen selbsterklärend verwundert es daher nicht, dass der Chat eine Möglichkeit für die Internetnutzer darstellt, ihre kommunikativen Fertigkeiten zu trainieren, gleichsam unter Beweis zu stellen und auszubauen. Früher geschah dies über den so genannten IRC (internet relay chat), welcher den Usern (Nutzern) jedoch ein umfangreiches Wissen über notwendige Befehlseingaben abverlangte und den Einsatz einer chatspezifischen Software (Telnet) forderte. Mit der Entwicklung neuartiger Webchats wurde dieser Nachteil beseitigt: Die User surfen über das Internet eine zentrale Chatseite an, bei der sie sich anmelden und unter fiktiven Namen einer Art Konferenzschaltung beitreten, deren einzelne Chaträume (Channel) meist durch ein zentrales Oberthema vorab charakterisiert sind. So finden sich bestimmte Themenchannel wie z.B. Jugendchannel im Sinne von „Teen-Spirit“ oder „Schueler“ und Channel für fremdsprachige Chatter wie „Europa“ oder „Bizim-Kanal“ wieder. Für diese Arbeit soll der Blick einzig und allein auf den erotischen Channeln liegen. Hierbei stellt der Webchat „Chatcity“ eine überaus geeignete Kommunikationsplattform dar, da er alle möglichen Unterhaltungsthemen in einem Chat vereinigt und somit ein breites Userspektrum bietet, an dem Untersuchungen bequem vorgenommen werden können. Zentrales Untersuchungsthema sollen dabei die Möglichkeiten sein, die sich den Usern für eine erotische bzw. sexual-verbale Kommunikation bieten; aber auch Schwierigkeiten der Onlinekommunikation sollen gleichfalls erörtert und vorgestellt werden.
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Hauptteil
1. Allgemeines zum Webchat
1.1 Vorstellung und Funktionsumfang eines Webchats
Wie bereits erwähnt, dient als Untersuchungsgrundlage der Webchat „Chatcity“, betrieben von der Abacho AG, mit einer der größten Anbieter der deutschen Internetsuchmaschinen. Um an einem Chat als User aktiv teilnehmen zu können, empfiehlt sich die vorherige Registrierung bei dem jeweiligen Chatbetreiber. Dies hat diverse Vorteile, so z.B. die Sicherung eines individuellen und bevorzugt gebrauchten Spitznamen (Nickname), mit dem man als User im Chat an Gesprächen teilnimmt und sich in die verschiedenen Channel einwählt. Zudem können nützliche Voreinstellungen getroffen werden, die bei zukünftigen Einwahlen nicht erneut erfasst werden müssen. Die User wählen sich mit ihrem Standardbrowser (Programm, welches zur Ansicht von Internetseiten benötigt wird) über die Startseite des Chats in einen beliebigen Themenchannel ein und können nun sofort mit dem Chatten beginnen. Im weiteren Chatverlauf erweist es sich als nützlich, bestimmte Kurzbefehle zu erlernen, die sonst mühsam per Maus über Menüs ausgewählt werden müssen und stattfindende Gespräche im ihrem Ablauf behindern würden. Diese können jedoch recht vielfältig sein, unterschiedliche Länge aufweisen und anfangs verwirrend wirken. Einige Beispiele hierfür sind:
1.2 Besonderheiten und Stilmittel der Kommunikation im Chat
Da ein Webchat wie Chatcity vollends auf nonverbale Einflüsse wie Gestik oder Mimiküberhaupt die gesamte Optik eines Gegenübers - verzichten muss, fordert der Chatverlauf von den Usern eine relativ hohe Konzentrationsbereitschaft, da die Nutzer nicht ein gewohntes Richtungslesen von oben nach unten betreiben, sondern oftmals Zeilensprünge leisten müssen, um Bezugspunkte setzen und wahrnehmen zu können. Dies bedingt trotz allem in der einen oder anderen Situation Missverständnisse, die durch Fehlinterpretation des Geschriebe-
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nen verursacht werden. Nicht jeder Nutzer beherrscht das Zehn-Finger-Schreiben und kann seine Augen unentwegt auf den Bildschirm richten und so die einzelnen Gesprächsteile mitverfolgen. Um dieses Manko der zeitaufwändigen Tastatureingabe auszugleichen, hat sich eine regelrechte Schnell- und Kurzsprache entwickelt. Dies äußert sich im fast vollständigen Verzicht auf Interpunktion sowie Groß- und Kleinschreibung. Kontextuelle Information wird folglich in hohem Maße vorausgesetzt, was zum häufigen Gebrauch von Ellipsen und Anakoluthen führt - dies wiederum kann als typisches Kennzeichen der gesprochenen Sprache gewertet werden. Umgangssprachliche Merkmale wie tach, nix, wech oder nimms werden ebenso realisiert wie dialektale, so etwa isch feia heut oder haste gesehn. 1 Auf diese sprachlichen Phänomene wird später noch differenziert eingegangen.
Um dem Phänomen der Missverständlichkeiten vorzubeugen, hat das Internet verschiedene Interpretationshilfen hervorgebracht, welche den Usern das Verständnis ihres virtuellen Gegenübers erleichtern sollen. So signalisiert bspw. eine dauerhafte Großschrift besondere Betonung des Geschriebenen, die Fettschrift gilt als „Schreien“ und Kursivschrift kann als „Handlung“ des Users oder dessen aktuelle „Gedankengänge“ verstanden werden. Da manche User aus ästhetischen Gründen die dauerhafte Kursivschreibung bevorzugen, setzen die User zum Ausdruck der Handlungen/Gedankengänge ihr Geschriebenes in *. Des Weiteren kommen graphostilistische Mittel hinzu. Am häufigsten begegnen dem eingefleischten Chatter Ideogramme, insbesondere Smileys (Emoticons). Intensivierung wird durch Iteration von Zeichen markiert, einige Beispiele:
1.3 Allgemeine Richtlin ien und Verhaltensregeln im Chat
Jeder Chat stellt unter dem Titel der „Chatiquette“ Richtlinien für die User zur Verfügung, an die sich jeder Chatter halten soll und beim Einwahlvorgang (Login) akzeptiert (Abb. 1). Neben den allgemein bekannten obszönen Beleidigungen ist in Vergangenheit unter sexuellem
1 Vgl. Beißwenger, Michael: Chat-Kommunikation, Sprache, Interaktion, Sozialität & Identität in synchroner computervermittelter Kommunikation. Perspektiven auf ein interdisziplinäres Forschungsfeld. Stuttgart: ib idem-Verlag 2002. S. 76f.
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Aspekt eine beunruhigende Tendenz hin zu pädophilem oder sodomitischem Verhalten zu beobachten. Diese Entwicklung hat Chats wie Chatcity unter anderem dazu veranlasst, warnende Hinweise für jugendliche Chatter in die FAQ (frequently asked questions - allgemeine Fragen) zu integrieren (Abb. 2) und die Chatoperatoren auf besonders sensible Vorgehensweisen diesbezüglich anzuweisen.
Abb. 1: Ausschnitt aus der „Chatiquette“ von Chatc ity
Quelle: http://home.chatcity.de/hilfe/hchatiquette.php
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Arbeit zitieren:
Mirko Krotzky, 2006, Arten und Darstellungsmittel sexueller Interaktion am Beispiel eines Webchats, München, GRIN Verlag GmbH
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