INHALTSVERZEICHNIS
1. SACHANALYSE 3
1.1. Konfliktlösung. 3
1.1.1. Konfliktarten 3
1.1.2. Konfliktentwicklung. 3
1.1.3. Gewaltfreie Konfliktlösung 4
1.2. Jugendgruppe 5
2. DIDAKTISCHE ANALYSE 5
2.1. Lehrplanbezug 5
2.2. Einbettung in die Unterrichtseinheit 6
2.3. Inhaltliche Auswahl und fächerübergreifende Aspekte. 6
2.3.1. Inhaltliche Auswahl 6
2.3.2. Fächerübergreifende Aspekte 7
2.4. Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung 7
2.5. Exemplarität 7
2.6. Didaktische Reduktion 7
2.7. Didaktische Prinzipien. 8
2.8. Verknüpfung der Phasen mit Inhalten. 9
2.8.1. Einstieg 9
2.8.2. Erarbeitung I 9
2.8.3. Sicherung/Präsentation. 9
2.8.4. Schluss 9
3. BEDINGUNGSANALYSE 9
3.1. Die Klasse. 9
3.2. Lernvoraussetzungen. 10
4. ZIELE. 10
4.1. Gesamtziel der Stunde 10
4.2. Teilziele 11
5. METHODISCHE ANALYSE 11
5.1. Einstieg. 11
5.2. Erarbeitung I. 12
5.3. Sicherung/Präsentation. 12
5.4. Schluss 12
5.5. Medien. 12
6. Ablaufplan. 13
7. Literatur. 15
Anhang: Arbeitsblatt, Textblatt Konflikte, Hörtext „Ausgangskonflikt“
2
1. SACHANALYSE
1.1. Konfliktlösung
Das Wort Konfliktlösung besteht aus zwei Nomina: Konflikt und Lösung. Das erste Nomen Konflikt stammt aus dem Lateinischen (confligere) und bedeutet: zusammenschlagen, zusammenprallen. Problematisch ist allerdings die Definition, denn in der Wissenschaft, wird die Auffassung vertreten, dass es sich bei einem Konflikt um ein Phänomen handelt, das sich unter verschiedenen Perspektiven immer wieder anders zeigt. Daher existieren zahlreiche Definitionen, aus denen nur eine exemplarisch dargestellt werden soll:
Konflikt ist eine Interaktion zwischen mindestens zwei Parteien (Individuen, Gruppen, Organisationen, etc.),
- wobei wenigstens ein Akteur
- Unvereinbarkeiten im Denken, Vorstellen/Wahrnehmen
- und/oder Fühlen
- und/oder Wollen
- mit einem anderen Akteur (oder anderen Akteuren) in der Art erlebt,
- dass im Realisieren eine Beeinträchtigung,
- durch einen anderen Akteur (die anderen Akteuren) erfolge. 1
1.1.1. Konfliktarten
Da Konflikte in den unterschiedlichsten Lebensbereichen und aus den verschiedensten Anlässen stattfinden, gibt es eine Vielzahl von Konfliktarten, die grob in intrapersonelle, interpersonelle und äußere Konflikte eingeteilt werden können. Dazu gehören u. a. Konfliktarten wie z. B. Paarkonflikte (Distanzkonflikt, Rollenkonflikt, Konkurrenzkonflikt etc.), Dreieckskonflikte (Eifersuchtskonflikt, Rivalitätskonflikt etc.), Gruppenkonflikte (Rangkonflikte, Reifungs-und Ablösungskonflikte, Territorialkonflikte etc.),
Organisationskonflikte (Herrschaftskonflikte, Strukturkonflikte etc.), Systemkonflikte (z.B. Religionskonflikte, Nationenkonflikte etc.) und auch Institutionskonflikte. 2 Trotz ihrer Verschiedenheit ist allen Konflikten aber etwas gemeinsam, denn es geht bei einem Konflikt nicht nur um die reine Auseinandersetzung auf der Sachebene, sondern er hat immer auch eine psychologische oder soziale Komponente. Zudem ist ein Konflikt ein dynamischer Prozess, der sich auf mehreren Ebenen abspielt.
1.1.2. Konfliktentwicklung
Konflikte sind dynamische Prozesse, die sich sehr unterschiedlich entwickeln können, so können sie sich zum einen verschärfen, sie können sich aber auch durch gegenseitige Bemühungen auflösen. 3 Umso erstaunlicher ist es daher, dass Menschen in Konfliktsituationen immer wiederkehrende, typische Reaktionen zeigen. Diese werden in der so genannten Eskalationsdynamik zusammengefasst, die aus neun Stufen besteht. Diese
1 Vgl. Glasl, Friedrich: Konfliktmanagement, Ein Handbuch für Führungskräfte, Beraterinnen und Berater Berlin. 1997. S. 14f.
2 Schwarz, Gerhard: Konfliktmanagement: Sechs Grundmodelle der Konfliktlösung. Wiesbaden 1997. S. 157 ff.
3 Rüttinger/Sauer: Konflikt und Konfliktlösungen. Kritische Situationen erkennen und bewältigen. 3. überarbeitete und ergänzte Auflage. Leonberg 2000. S 10.
3
neun Stufen folgen aufeinander, wobei jede Stufe eigene Merkmale hat. Besteht ein Konflikt z. B. anfänglich nur aus gegenseitigen verbalen Angriffen, können sich die Provokationen und Reaktionen im weiteren Konfliktverlauf verschärfen und mit der Zeit die Beziehungen der Streitenden somit immer weiter verschlechtern. Es folgt dann die nächste Stufe der Eskalation. 4 Die folgende Abbildung verdeutlicht die neun Stufen der Eskalationsdynamik.
1.1.3. Gewaltfreie Konfliktlösung
Zu den wesentlichen Aufgaben der Erziehung gehört die Entwicklung von Fähigkeiten zur Bewältigung von Streitsituationen und zur Lösung von konflikthaften Auseinandersetzungen. Doch schon seit Jahren stellen verschiedene Studien (z. B. Shell Studie 2000 und 2002) eine signifikant gestiegene Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen fest. Dabei weist jugendliche Gewalt ein großes Spektrum auf (Vandalismus, Waffengebrauch, körperliche Gewalt etc.). 6 Dies zeigt, dass viele Jugendliche kaum konfliktfähig sind und nicht wissen, wie sie Konflikte gewaltfrei lösen können. Aus diesem Grund liegt der Schwerpunkt dieser Stunde auf der Erarbeitung von gewaltfreien Lösungsmöglichkeiten, denn trotz des überwiegend pejorativen Gebrauchs des Wortes Konflikt, haben Konfliktsituationen auch immer etwas Positives, denn erst durch Konflikte werden Differenzen und unterschiedliche Interessen wahrgenommen und machen Unterschiede bewusst. Da ein Konflikt einer Lösung bedarf, sorgen Konflikte für Veränderungen, da nach verschiedenen Lösungen gesucht wird, die Veränderungen mit sich bringen und auch die Persönlichkeitsentwicklung fördern.
4 Diemut, Hauk: Streitschlichtung in Schule und Jugendarbeit, Mainz 2000 S. 2. 5 http://www.images.google.de/imgurl=...konflikt/konflikt_eskalation.jpg (03.11.2006)
6 http://www.lehrerverband.de/heranw.htm (20.10.2006). S. 1.
4
1.2. Jugendgruppe
Eine Jugendgruppe ist eine Gruppe, die sich aus mehreren Jugendlichen zusammensetzt. Sie definiert sich über gemeinsame Ziele und gemeinschaftliches Handeln. Außerdem entwickelt sich vor allem in Jugendgruppen, ausgehend von den gemeinsamen Interessen, ein Zusammengehörigkeitsgefühl. 7 Bei den Jugendgruppen selbst ist noch zwischen informellen und formellen Gruppen zu unterscheiden. Bei informellen Gruppen handelt es sich um freiwillige und spontan zusammengesetzte Gruppen, deren Mitglieder sich selbst Ziele geben, sich an freiwillig auferlegte Normen, Regeln und Richtlinien halten und in denen eine bestimmte Rangordnung (ausgesprochen oder unausgesprochen) existiert. 8 Die Mitglieder der informellen Gruppe kommen und gehen wann sie möchten, was sie in diesem Punkt von der formellen Gruppe unterscheidet. Denn die formelle Gruppe entsteht nicht spontan und verfügt über festgelegte Struktur und Organisation, sowie (von außen) vorgegebene Ziele (z. B. Schulklassen). 9 Die heutige Literatur verwendet für Jugendgruppeim Sinne eine Gruppe von gleichaltrigen Jugendlichen auch den Begriff Peer Group. Peer Groups übernehmen eine wichtige Sozialisationsfunktion bei Jugendlichen, da diese in Peers (Spielfeldern) soziale Muster und Verhaltensweisen im geschützten Raum der Gleichaltrigen lernen können. 10
2. DIDAKTISCHE ANALYSE
2.1. Lehrplanbezug
Der Lehrplan Hauptschule gibt das Thema Jugendliche in sozialen Gruppen als ersten Schwerpunkt an, in welchem folgende vier Probleme bzw. Leitfragen in ca. sieben Stunden Berücksichtigung finden sollen:
1. Was wird von der Klassensprecherin oder dem Klassensprecher erwartet? 2. Wovon ist das Zusammenleben in einer Schulklasse bestimmt?
3. Welche Möglichkeiten haben die Schülerinnen und Schüler auf das Schulleben Einfluss zu nehmen?
4. Welche Bedeutung hat die Gruppe der Gleichaltrigen für Jugendliche in Schule und Freizeit?
Dabei wird bei der letzten Leitfrage explizit der Punkt der Konfliktlösung angesprochen, wobei hierzu die Bereitschaft für rationale, gewaltfreie Konfliktlösungen innerhalb und außerhalb der Gruppe angestrebt werden soll. 11 Außerdem wird das Thema Konfliktlösung bei den Qualifikationen für das Fach Sozialkunde in der Sekundarstufe I genannt: „Fähigkeit und Bereitschaft für eigenes und fremdes Recht einzutreten und Formen rechtlich geordneter Konfliktregelung zu praktizieren. 12
7 http://www.zum.de/Faecher/gk/RP/Unterrichtsmaterial _zu_den_Leh/was_ist_eine_Gru... (11.09.2006)
8 Eckhard, Hanke: Demokratie leben. Rheinland-Pfalz/Saarland. Braunschweig: Schroedel 2004. S. 10.
9 Eckhard, Hanke: Demokratie leben. Rheinland-Pfalz/Saarland. Hannover: Schroedel 1990. S. 10
10 http://www.sign-lang.uni-hamburg.de/Projekte/Slex/SeitenDVD/Konzepte/L53/L5319htm. (03.11.2006).
11 Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung. Rheinland-Pfalz. Lehrpläne Gesellschaftswissenschaften. Erdkunde, Geschichte, Sozialkunde. Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Regionale Schule (Klassen 7-9/10). Sommer: Grünstadt 1998. S. 250.
12 a.a.O., S. 240.
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Arbeit zitieren:
Tanja Geminn, 2006, Unterrichtseinheit: Gewaltfreie Lösung von Konflikten in Jugendgruppen (7. Klasse), München, GRIN Verlag GmbH
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