Zusammenhang zwischen Traumatisierung und der
Entwicklung von Bindungsstörungen
von: Anke Mauch
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Zum Begriff Trauma 3
3 Bindung 3
4 Bindungsstörungen 6
4.1 Traumatisierungen die zu Bindungsstörung führen 7
4.1.1 Formen der schweren emotionalen und körperlichen Verwahrlosung und Deprivation 7
4.1.2 Wiederholte Verluste von Bindungspersonen in den ersten Lebensjahren (durch natürlichen Tod, Unfälle, Naturkatastrophen) 7
4.1.3 Erleben von sexueller Gewalt 8
4.1.4 Körperliche Gewalt und Misshandlung 8
4.1.5 Risikoschwangerschaft und Risikogeburt 9
5 Fazit 10
Literatur 11
1 Einleitung
Die Bindungstheorie lernte ich erstmals im Rahmen meiner Tätigkeit als Erzieherin in Kindertageseinrichtungen kennen. Wurden Kinder neu in die Gruppe aufgenommen, zeigten sie in der Eingewöhnungsphase unterschiedliche Verhaltensweisen. Einige Kinder konnten sich schnell von der Mutter lösen und nach wenigen Tagen oder 1-2 Wochen allein im Kindergarten bleiben. Es gab aber auch Kinder, die in der Trennungssituation kaum oder nicht zu beruhigen waren. Mir war bekannt, dass es verschiedene Bindungsmuster gibt, über Bindungsstörungen und Traumatisierungen hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch keine Kenntnisse. Im Seminar „Psychotherapeutische Zugänge zum Verständnis und zum Umgang mit traumatisierten Menschen“ wurde bei mir das Interesse geweckt, mein geringes Wissen über die Bindungstheorie zu erweitern. Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen psychischer Traumatisierung und der Entwicklung von Bindungsstörungen.
2 Zum Begriff Trauma
Das Wort „Trauma“ hat seinen Ursprung in der griechischen Sprache und bedeutet so viel wie „Wunde, Verletzung“. „Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Traumata im ICD 10 als „…ein belastendes Ereignis oder eine Situation außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmaßes (kurz- oder langanhaltend), die bei fast jedem eine tiefe Verstörung hervorrufen würde.“ Traumata treten durch Ereignisse auf, die die normalen Anpassungsstrategien des Menschen überfordern. Sie sind eine Bedrohung für Leben und körperliche Unversehrtheit. Psychische Traumata sind immer von Gefühlen intensiver Angst, Hilflosigkeit und Kontrollverlust begleitet.“ (Weiß, 2003, S.19) Ein solches Ereignis kann beispielsweise ein Unfall, eine Krankheit, Verlust eines Elternteils, eine Naturkatastrophe, Krieg oder Gewalt sein.
3 Bindung
Der englische Psychiater und Psychoanalytiker John Bowlby (1907 – 1990), begründete die Bindungstheorie. Unter Bindung (attachment) versteht man die starke, stabile sozial-emotionale Beziehung zwischen dem Kind und der ständig verfügbaren Bezugsperson. (vgl. Zimbardo/Gerrig, S.485) Die Entwicklung einer sicheren emotionalen Bindungsbeziehung beim Kind ist ein Schutzfaktor für seine emotionale Stabilität und die gesunde psychische Entwicklung. Die ganz frühe Funktion der Bindung besteht darin, das Überleben des Kindes sicherzustellen, da diese nicht in der Lage sind, sich selbst zu ernähren oder sich zu schützen. Durch eine Vielzahl von Längsschnittstudien ist die Bindungsforschung zu grundlegende Erkenntnissen und Zusammenhänge gekommen, die für die gesunde, sichere Bindungsentwicklung eines Kindes eine entscheidende Rolle spielen. Haben die Eltern selbst eine sichere innere Bindung, können sie mit ihrem Partner/in eine „stabile, von gegenseitiger Wertschätzung und Empathie getragene Partnerschaft gestalten, die auf längere Zeit ausgelegt und für beide Seiten befriedigend ist.“ (Brisch, 2003, S.105) In der Interaktion mit ihrem Säugling können sich diese Eltern feinfühlig auf das Verhalten ihres Kindes einstellen.
Babys reagieren auf ihre Bezugspersonen und treten gleichzeitig auch von sich aus mit ihnen aktiv in Interaktion. Sie senden an (Bezugs-)Personen, die ihnen mit Aufmerksamkeit und Zuneigung begegnen, Botschaften aus. Babys lernen aus den Rückmeldungen, wie beispielsweise Anschauen, Lächeln, Berühren, der Interaktionspartner. Die Fähigkeit zur wechselseitigen Anpassung in der Kind - Bezugsperson - Beziehung ist lebenswichtig, denn dadurch reagiert die Bezugspersonen angemessen auf die Bedürfnisse des Kindes. Damit eine sichere Bindung entsehen kann, ist vor allem die Reaktion der Bindungsperson auf die Signale des Kindes von Bedeutung. Der Säugling wird Bindung an Personen entwickeln, die seine Signale rasch erkennen und zusammenhängend und angemessen auf seine Signale reagieren. (vgl. Zimbardo/Gerring, 1999 S.487)
Eine feste Bindungsbeziehung stellt eine „sichere emotionale Basis“ dar, von der aus das Kind die materielle und soziale Umwelt erkunden kann. Eine sichere emotionale Bindung an seine Eltern, dient dem Kind in seiner weiteren Entwicklung als Schutzfaktor. Dieser wird das Kind bei emotionaler Belastung durch ängstige Ereignisse widerstandsfähig machen. (vgl. Brisch, 2003, S.105) Das Kind kann durch eine feste Bindung zu seinen Bezugspersonen und deren verlässliche soziale Unterstützung, „eine Reihe unterschiedlicher prosozialer Verhaltensweisen lernen, Risiken eingehen, sich in neuartige Situationen vorzuwagen sowie Intimität in persönlichen Beziehungen suchen und akzeptieren.“ ( Zimbardo/ Gerring, 1999, S. 486f)
[...]
Arbeit zitieren:
Anke Mauch, 2006, Zusammenhang zwischen Traumatisierung und der Entwicklung von Bindungsstörungen , München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Entwicklung von Bindungsverhalten und Bindungsstörungen aus der Si...
Psychologie - Entwicklungspsychologie
Studienarbeit, 17 Seiten
Das narrativ biographische Interview
Eine vertiefende Einführung in...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 21 Seiten
Die Bindungstheorie nach John Bowlby und Mary Ainsworth
Psychologie - Entwicklungspsychologie
Hauptseminararbeit, 13 Seiten
Geschlecht als soziale Konstruktion - Geschlecht als gesellschaftliche...
Pädagogik - Pädagogische Soziologie
Seminararbeit, 20 Seiten
Unterrichtseinheit: Förderung der Schreiberziehung - Perspektivisches ...
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Unterrichtsentwurf, 10 Seiten
Qualitative Interviews mit Kindern
Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Hausarbeit, 17 Seiten
Männer und Geschlechterforschung
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Hauptseminararbeit, 27 Seiten
Mythos Asexualität im Alter - Der Umgang mit Alterssexualität, Einflüs...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Studienarbeit, 17 Seiten
Förderung benachteiligter Jugendlicher
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Hausarbeit, 25 Seiten
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Referat (Ausarbeitung), 16 Seiten
Eingliederungshilfen für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche
Der Paragraph 35a des Kinder- ...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Essay, 12 Seiten
Vorurteile und Stereotypen in der sozialpsychologischen Vorurteilsfors...
Psychologie - Sozialpsychologie
Seminararbeit, 21 Seiten
Psychosoziale Folgen der Langzeitarbeitslosigkeit
BWL - Personal und Organisation
Hausarbeit, 17 Seiten
Bindungstheorie und Bindungsforschung
Bedeutung der Väter als Bindun...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Seminararbeit, 18 Seiten
Anke Mauch hat den Text Zusammenhang zwischen Traumatisierung und der Entwicklung von Bindungsstörungen veröffentlicht
Anke Mauch hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare