- II -
INHALTSVERZEICHNIS
ABBILDUNGSVERZEICHNIS II
ABK ÜRZUNGS-/SYMBOLVERZEICHNIS. III
A. Motivation 1
B. Grundlagen der adversen Selektion 1
I. Merkmale der adversen Selektion. 1
II. Folgen der adversen Selektion. 2
III. Grundmodell von Rothschild und Stiglitz. 3
1. Symmetrische Informationsverteilung. 3
2. Asymmetrische Informationsverteilung. 4
C. Lösungsansätze in der Theorie 6
I. Staatliche Regulierung. 6
1. Staatliche Vollversicherung 6
2. Staatliche Basisversorgung und private
Zusatzversicherung 6
3. Freiwillige staatliche Vollversicherung und
opting out 7
II. Risk Adjustment. 7
1. Merkmale des Risk Adjustments. 7
2. Bewertung des Risk Adjustments. 9
D. Lösungsansätze in der Praxis 10
I. Deutschland 10
1. Merkmale des RSA. 10
2. Beurteilung 11
II. Schweiz 12
1. Merkmale des Krankenversicherungssystems 12
2. Beurteilung 13
II. USA. 13
1. Merkmale des Krankenversicherungssystems 13
2. Beurteilung 14
E. Schlussfolgerungen, Ausblick 14
LITERATURVERZEICHNIS 15
- III -
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abb. 1: Separierendes und Pooling-Gleichgewicht
Abb. 2: Existenz eines Gleichgewichts
Abb. 3: Staatliche Basisversorgung und private Zusatzversicherung
Abb. 4: Freiwillige staatliche Vollversicherung und opting out
Abb. 5: Risk Adjustment Modell A.
Abb 6: Risk Adjustment Modell B
Abb. Abbildung bspw. beispielsweise bzw. beziehungsweise d.h. das heißt GKV Gesetzliche Krankenversicherung GRPG Gesellschaft für Recht und Politik im Gesundheitswesen HMO Health Maintenance Organization i.d.R. in der Regel Jh. Jahrhundert KVG Krankenversicherungsgesetz PPO Preffered Provider Organisation RSA Risikostrukturausgleich S. Seite vgl. vergleiche z.B. zum Beispiel
A. Motivation
Der Markt für Krankenversicherungen ist gekennzeichnet durch adverse Selektion, die durch eine asymmetrische Informationsverteilung zwischen Anbietern und Nachfragern von Leistungen entsteht und im extremsten Fall zu Marktversagen führen kann (Schulenburg & Greiner, 2000; Wynand & Ellis, 2000). Aufgrund des deutlichen Anstiegs der Ausgaben für Gesundheit am Bruttosozialprodukt in allen westlichen Industrieländern in den letzten vier Jahrzehnten (Breyer & Zweifel, 1999), kommen der adversen Selektion sowie den Lösungsansätzen zu deren Reduzierung heute eine gestiegene Bedeutung zu. Dies wird nicht zuletzt durch die Verleihung des Nobelpreises für Wirtschaft im Jahr 2001 an die Wissenschaftler Akerlof, Spence und Stiglitz deutlich, die für ihre Analyse der Märkte mit asymmetrischer Information ausgezeichnet wurden (Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, 2001; Emons, 2001).
Die vorliegende Arbeit liefert einleitend grundlegende Informationen über adverse Selektion, deren Merkmale sowie deren Folgen. Wesentliche Erkenntnisse hinsichtlich Existenz und Gestalt von Gleichgewichten auf Versicherungsmärkten unter asymmetrischer Informationsverteilung gehen auf Rothschild und Stiglitz (1976) zurück. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit erfolgt zunächst die Beschreibung der in der Theorie aufgeführten Lösungsansätze der adversen Selektion. Die staatliche Regulierung in Form einer obligatorischen staatlichen Vollversicherung, einer staatlichen Basisversicherung in Verbindung mit einer privaten Zusatzversicherung oder einer freiwilligen staatlichen Vollversicherung sind in der Theorie diskutierte Lösungsansätze. Ein weiterer Lösungsansatz stellt das Risk A djustment dar. Die in der Praxis existierenden Lösungsansätze werden entsprechend ihrer Anwendung nationenweise betrachtet. Der Umfang der vorliegenden Arbeit begrenzt die Betrachtung auf einzelne ausgewählte Nationen. Der Fokus ist dabei auf den in Deutsch-land eingeführten Risikostrukturausgleich (RSA) gerichtet. Die aufgeführten Lösungsansätze werden jeweils hinsichtlich ihrer Wirksamkeit gegen die Mechanismen der adversen Selektion einer kritischen Beurteilung unterzogen. Daraus resultierende Folgerungen und ein Blick in die Zukunft bilden den Schluss dieser Seminararbeit.
B. Grundlagen der adversen Selektion I. Merkmale der adversen Selektion
Adverse Selektion auf dem Versicherungsmarkt 1 , in der Literatur auch mit dem Synonym Anti- oder Risikoselektion bezeichnet, tritt auf, wenn gute und schlechte Risiken, d.h. Personen mit einem niedrigen und mit einem hohen Erwartungsschaden in einer Tarif- bzw.
1 Adverse Selektion tritt nicht ausschließlich auf Versicherungsmärkten, die im Rahmen dieser Arbeit be-
trachtet werden, auf. Äquivalente Probleme ergeben sich bspw. auch auf dem Arbeitsmarkt und dem Ge-
brauchtwagenmarkt.
Risikogruppe zusammen gefasst werden (Schulenburg & Greiner, 2000). Dies erfolgt auf-grund vorliegender asymmetrischer Informationen, da der Versicherer zwischen guten und schlechten Risiken nicht unterscheiden kann. Es handelt sich hierbei um sogenannte „hidden i nformation“, ein Grundtyp von asymmetrischer Information, der vorliegt, wenn sich das Informationsdefizit des Prinzipals auf die Ausprägung eines exogen gegebenen Merkmals bezieht, welches durch den Agenten nicht beeinflussbar ist wohl aber die Ergebnisse seines Handelns beeinflusst (Richter, 1995). Der Versicherungsnehmer kennt ganz offensichtlich sein Schadensrisiko besser als die Versicherung, die lediglich in der Lage ist einzelne Risikomerkmale zu ermitteln; eine exakte Risikoklassifizierung ist jedoch nicht zu realisieren. Damit zahlen aber nun sowohl Versicherungsnehmer mit hohem Erwartungsschaden sowie Versicherungsnehmer mit niedrigem Erwartungsschaden einen einheitlichen Prämiensatz. Dies hat zur Folge, dass in Relation zu ihrem Anteil an der Gesamtheit der Versicherungsnachfrager die Versicherungsnehmer mit größerem Risiko überproportional in den Versicherungsbeständen vertreten sind. Dadurch entstehen bei gesamtgesellschaftlicher Betrachtung Wohlfahrtsverluste, da die guten Risiken die Versicherung in e inem zu geringen Umfang beanspruchen, die schlechten Risiken hingegen die Versicherung zu stark beanspruchen.
II. Folgen der adversen Selektion
Bei gleichen Tarifen für alle Versicherungsnehmer werden die guten Risiken auf den Versicherungsschutz verzichten, da für diese Personengruppe das Verhältnis von zu zahlender Prämie und erwarteten Krankheitskosten ungünstig ist (Breyer & Zweifel, 1999). Dadurch steigt der Bestand der schlechten Risiken und die Versicherung muss daraus resultierend entweder Verluste realisieren oder die Prämie erhöhen, was wiederum die Wettbewerbsfähigkeit einschränkt. Bei Erhöhung der Prämie wird der Versicherungsschutz für die Gruppe der nur geringfügig schlechten Risiken unattraktiv, so dass diese ebenfalls fortbleiben. Der beschriebene Prozess, der in der Literatur auch als Todesspirale der adversen Selektion bezeichnet wird, setzt sich so lange fort, bis im Gleichgewicht nur noch die schlechtesten Risiken im Versicherungspool verbleiben, so dass die Versicherung bei realistischer Prämienfestsetzung nicht mehr überlebensfähig ist (Cutler & Reber, 1998; Folland, Goodman & Stano, 2001).
Das Problem des durch adverse Selektion bedingten Marktversagens geht zurück auf das sogenannte Zitronenprinzip von Akerlof (1970), der den Einfluss asymmetrischer Information auf die Funktionsfähigkeit des Marktmechanismus in dem Aufsatz „The Market for Lemmons“ als einer der ersten herausarbeitet. Anhand des Gebrauchtwagenmarktes zeigt Akerlof, wie schlechte Fahrzeuge bedingt durch asymmetrische Informationsverteilung hinsichtlich der Qualität der Fahrzeuge die guten immer mehr verdrängen. Daraus schließt
Arbeit zitieren:
Silja Schröder, 2002, Adverse Selektion in der Krankenversicherung - Alternative Lösungsansätze in Theorie und Praxis, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Marktversagen auf den Märkten für Gesundheitsgüter und Krankenversiche...
Seminararbeit, 26 Seiten
Asymmetrische Informationsverteilung im Versicherungswesen
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Hausarbeit, 14 Seiten
Spracherwerb bei Migrantenkindern
Versuch der Darstellung des Le...
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Die PISA-Studie 2000: Verlauf, Ergebnisse, Reaktionen, Kritik und ihr...
Pädagogik - Pädagogische Soziologie
Hausarbeit, 21 Seiten
Sprachtests: Sprachtheorie und Testkonstruktion
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 10 Seiten
Vergleich ausgewählter Sprachtests in bezug auf die Objektivität ihrer...
Hausarbeit (Hauptseminar), 28 Seiten
Ein therapeutischer Schreibversuch: Anna Seghers "Der Ausflug der...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
Mehr Bildung durch Leistungsdruck? Kritische Betrachtungen zur Einführ...
Seminararbeit, 20 Seiten
Adverse Selektion und Moral Hazard im Krankenversicherungsmarkt
Problemdarstellung, Lösungsans...
Seminararbeit, 22 Seiten
Die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen - Wirkung von Medical Savings...
Hausarbeit (Hauptseminar), 29 Seiten
Politikwechsel, institutionelle Rahmenbedingungen und notwendige Refor...
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Einführung in die nicht-kooperative Spieltheorie der Nichtnullsummensp...
BWL - Unternehmensforschung, Operations Research
Hausarbeit, 23 Seiten
Das Konzept des "New Public Management" aus theoretischer Si...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Gesundheitspolitik: Ökonomische Analyse aktueller Reformansätze
Seminararbeit, 45 Seiten
Der Einfluss von Einkommensteuern auf die optimale Ressourcenallokatio...
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Seminararbeit, 19 Seiten
Einflussfaktoren auf die individuelle Lebenserwartung in den USA
Seminararbeit, 34 Seiten
Franchising als Internationalisierungsmethode im Einzelhandel
Diplomarbeit, 87 Seiten
Silja Schröder hat den Text Adverse Selektion in der Krankenversicherung - Alternative Lösungsansätze in Theorie und Praxis veröffentlicht
Silja Schröder hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare