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Hausarbeit, 2005, 18 Seiten
Autor: Achim Kirschall
Fach: Pädagogik - Familienerziehung
Details
Tags: Bedeutung, Triangulierungsprozessen, Entwicklung, Beziehungsdreiecks, Mutter-Vater-Kind, Dyade, Triade
Jahr: 2005
Seiten: 18
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 12 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-58082-3
Dateigröße: 150 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den theoretischen Hintergründen zur Triangulierung. Den theoretischen Schwerpunkt bildet die psychoanalytische Theorie der Triangulierung. Darüber hinaus werden Überlegungen angestellt, die sich mit den Funktionen, Merkmalen und Voraussetzungen triadischer Beziehungen befassen und mögliche Einflüsse auf den Triangulierungsprozess beleuchten. Die Arbeit soll damit einen Überblick über theoretische Modelle liefern und eine kritische Auseinandersetzung mit der psychoanalytischen Betrachtungsweise ermöglichen. Insbesondere wird die traditionelle psychoanalytische Fokussierung der Mutter-Kind-Dyade um weitere Perspektiven ergänzt. Da Triangulierung in der Regel aus der Perspektive des Kindes gedacht wird soll an dieser Stelle eine Erweiterung des Begriffs ermöglicht werden, der mit Triangulierung die Entstehung des Beziehungsdreiecks Mutter-Vater-Kind und wichtige Aspekte, wie etwa den Übergang zur Elternschaft berücksichtigt.
Textauszug (computergeneriert)
Universität zu Köln
Erziehungswissenschaftliche Fakultät
WS 2005/2006
Seminar: „Übergänge, Strukturen der Vorbereitung und Bewältigung“
Die Bedeutung von Triangulierungsprozessen in der
Entwicklung des Beziehungsdreiecks Mutter-Vater-Kind
- Von der Dyade zur Triade?
Hausarbeit vorgelegt von:
Achim Kirschall
Dipl.- Pädagogik / 6 Semester
Inhalt
1 Einleitung 3
2 Theoretische Hintergründe der Psychoanalytischen Auffassung 3
2.1 Allgemeine psychoanalytische Grundannahmen zur psychischen und psychosexuellen Entwicklung 3
2.2 Die Objektbeziehungstheorie 4
2.3 Frühstadium des Ödipuskonfliktes (M. Klein) 4
2.4 Symbiose und Individuation (M. Mahler) 5
3 Begriffsbestimmung "Triangulierung" 6
3.1 Triade-Triangulierung 6
3.2 Historische Begriffsbestimmung 6
3.3 Aktuelle Begriffsbestimmungen 7
4 Psychoanalytische Theorien zur Triangulierung 8
4.1 Mahlers Konzept des präödipalen Vaters 8
4.2 Abelins Konzept der frühen Triangulierung 8
4.3 Herzogs Erweiterung und Differenzierung der Bedeutung des Vaters 9
5 Die Rolle des Vaters in der Triangulierung 10
6 Die triadische Struktur menschlicher Beziehungen 10
7 Das Freudsche und das Sternsche Baby 11
8 Dyade und Triade von Anfang an? 12
9 Der Übergang zur Elternschaft und Triangulierungskonflikte 13
9.1 Arbeitsmodelle vom Kind und Veränderungen in der Paarbeziehung 13
9.2 Mögliche Triangulierungskonflikte im Übergang zur Elternschaft 14
9.3 Gespenster der Vergangenheit 15
10 Diskussion und Ausblick 16
Literatur 18
1 Einleitung
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den theoretischen Hintergründen zur Triangulierung. Den theoretischen Schwerpunkt bildet die psychoanalytische Theorie der Triangulierung. Darüber hinaus werden Überlegungen angestellt, die sich mit den Funktionen, Merkmalen und Vorraussetzungen triadischer Beziehungen befassen und mögliche Einflüsse auf den Triangulierungsprozess beleuchten. Die Arbeit soll damit einen Überblick über theoretische Modelle liefern und eine kritische Auseinandersetzung mit der psychoanalytischen Betrachtungsweise ermöglichen, und insbesondere die traditionelle psychoanalytische Fokussierung der Mutter-Kind-Dyade um weitere Perspektiven ergänzen. Da Triangulierung in der Regel aus der Perspektive des Kindes gedacht wird soll an dieser Stelle eine Erweiterung des Begriffes ermöglicht werden, der mit Triangulierung die Entstehung des Beziehungsdreiecks Mutter-Vater-Kind und wichtige Aspekte, wie etwa den Übergang zur Elternschaft berücksichtigt.
2 Theoretische Hintergründe der Psychoanalytischen Auffassung
2.1 Allgemeine psychoanalytische Grundannahmen zur psychischen und psychosexuellen Entwicklung
Die Psychoanalyse geht davon aus, dass sich die menschliche Persönlichkeit in einer lebens-langen Entwicklung befindet und dabei verschiedene Phasen mit besonderen Schwerpunkten durchläuft. Die Annahme von Entwicklungsphasen, die gesetzmäßig durchlaufen werden findet sich in der Phasentheorie, die in ihrer ursprünglichen von Sigmund Freud geprägten Form vorwiegend an der Entwicklung des Sexualtriebes orientiert war, später dann erheblich erweitert und zum Teil neu formuliert wurde. Nachhaltig blieb jedoch der Wert der Libidotheorie, die besagt, dass Sexualität im weiteren Sinne, also Lustgewinn aus verschiedenen (erogenen) Körperzonen auch für das Kleinkind relevant ist. Freud konzentrierte seine theoretische Aufmerksamkeit auf die psychosexuelle Entwicklung. Die infantile Sexualität wird von ihm als polymorph-pervers bezeichnet, womit zum Ausdruck gebracht werden soll, dass das Kind noch über keine stabile sexuelle Identität verfügt und unterschiedliche Arten des Lustgewinns praktiziert, welche teilweise an sexuelle Devianzen erwachsener Patienten erinnern. Freud postulierte eine orale (ca. erstes Lebensjahr), eine anale (ca. 2.-3. Lebensjahr) und eine phallisch-genitale Phase in der Entwicklung der Libido (4.-5. Lebensjahr). Die Entwicklung der kindlichen Sexualität kulminiert im so genannten Ödipuskonflikt, in dem das Kind seine Liebe auf den gegengeschlechtlichen Elternteil richtet und mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil um dessen Gunst rivalisiert.
Der Ödipuskonflikt beschreibt den Übergang von der dyadischen zu einer triadischen Beziehung. In der Grundannahme der vorausschreitenden frühkindlichen Sexualentwicklung geht man davon aus, dass libidonöse Wünsche an einen Elternteil (beim Jungen: Inzestwunsch an die Mutter) gebunden werden und der störende Dritte (in diesem Fall der Vater) aggressiv besetzt wird. Der Konflikt besteht nicht nur darin, dass der gleichgeschlechtliche Elternteil gehasst wird, sondern zudem darin, dass das Kind gleichzeitig Vater und Mutter liebt und entsprechend auch geliebt werden möchte. Es treten aufgrund der Rivalisierung sodann Kastrationsängste auf, die nur in der Identifikation mit dem Vater (dem Aggressor) aufgelöst werden können um einerseits der Angst zu entfliehen und andererseits dem eigenen Wunsch nach (väterlicher) Zuwendung zu entsprechen. Die Bewältigung des Ödipuskonflikts leitet sodann die Latenzphase ein und wird durch den Verzicht auf den gegengeschlechtlichen Elternteil und die Errichtung eines stabilen Über-Ichs mit Inzesttabu charakterisiert.
Die ursprüngliche Begrenzung der psychosexuellen Entwicklung auf die Unterscheidung einer oralen, analen und infantil-genitalen Zone wurde inhaltlich im weiteren Verlauf der psychoanalytischen Forschung erweitert, so dass die Termini zwar beibehalten wurden, doch die Bedeutungen zum Teil erheblich erweitert wurden. So steht beispielsweise die Oralität heute auch für das Bedürfnis nach Zuwendung, Geborgenheit und Sicherheit. Die Lehre von der Triebentwicklung wurde ergänzt durch die Theorien der Ich- und Selbst-Entwicklung und der Objektbeziehungen des Kindes. Während Freud seine Theorie zum allergrößten Teil anhand von Rekonstruktion aus Analysen Erwachsener formulierte, basiert das heutige Wissen auf der direkten Beobachtung von Kleinkindern. Hier sind die Arbeiten von René Spitz, Margret Mahler, Anna Freud und D. W. Winnicott, sowie die Arbeiten der Säuglingsforscher Brazelton, Stern und Meltzoff besonders zu erwähnen.
2.2 Die Objektbeziehungstheorie
Allen psychoanalytischen Triangulierungstheorien gemein ist die theoretische Grundlage der Objektbeziehungstheorie. In der Objektbeziehungstheorie wird dargestellt, wie es zur Erfahrung des eigenen Selbst in der Beziehung zu anderen kommt. Das Gewahrwerden der Getrenntheit als Voraussetzung einer echten Objektbeziehung setzt in der psychoanalytischen Forschung die Annahme eines symbiotischen und primären Narzissmus voraus, der im weiteren noch in der Theorie von M. Mahler dargestellt werden wird.
Die erweiterte Objektbeziehungstheorie bezieht sich weniger auf die Freudsche Besetzung eines Objekts mit libidonöser und aggressiver Energie, als vielmehr auf die, aus symbolisch interaktionistischer Forschung herausgearbeitete sozialpsychologische Betrachtung von Objektbeziehungen. Es wird hierbei davon ausgegangen, dass ein Individuum im Verlauf einer Interaktion Erwartungen an seinen Interaktionspartner richtet und die Kommunikation stark beeinflusst von Gefühlen, Gedanken und Erwartungen stattfindet.
In der aktuellen psychoanalytischen Literatur spricht man davon, dass man - von seinem eigenem Selbstbild ausgehend (Selbstrepräsentanz) - eine vorgestellte Beziehung zu einem Interaktionspartner eingeht (Objektrepräsentanz) und damit Selbst- und Objektrepräsentanzen miteinander in Beziehung gesetzt werden. "Der Terminus der ‚Objektbeziehung′ ist [...] aus psychoanalytischer Sicht vorbehalten für die Kennzeichnung der phantasierten bzw. vorgestellten Beziehung zu einer anderen Person im Unterschied zum tatsächlichen Interaktions-verhalten" (Mertens, 2000, S. 93-94).
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